Ein wichtiges Buch zumThema legen Andreas Eickhorst und Ansgar Röhrbein (Hrsg.) mit „Wir freuen uns, dass Sie da sind!–Beratung und Therapie mit Vätern“ vor. Es erscheint im Carl-Auer-Herbstprogramm 2016
Ansgar Röhrbein lädt Väter zu einer persönlichen Standortbestimmung ein. Dabei wird das Erbe der Vor-Väter genauso beleuchtet wie die eigene Partnerschaft, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Erziehung der Kinder.
20.07.2016

Aktive Väter – Wunsch und Wirklichkeit

Väter, die partnerschaftlich die Familienarbeit mit den Müttern teilen, sind heute selbstverständlich. Als Beleg dafür gilt, dass ein Drittel der Väter inzwischen Elternzeit in Anspruch nimmt. Die Politik feiert dies als ihren Erfolg. 

60 Prozent der Mütter und Väter mit Kindern unter drei Jahren wünschen sich, gleichermaßen und gleichberechtigt am Erwerbs- und am Familienleben beteiligt sein zu können. Tatsächlich jedoch klaffen der Wunsch nach aktiver Vaterschaft und die gesellschaftliche Realität weit auseinander. Die vielfältigen Gründe für diese Diskrepanz hat das Forschungsmagazin DJI Impulse thematisiert: DJI Impulse, Nr. 112.

Von allen Vätern, die Partnermonate in Anspruch nehmen, bleiben die meisten (80 Prozent) nur für zwei Monate zu Hause. Anschließend greift erneut das traditionelle Familienmodell aus männlichem Ernährer und weiblicher Hinzuverdienerin. Die Steuergesetzgebung begünstigt die Rollenverteilung. Daneben gibt es soziale  Erwartungen, die erheblichen Druck erzeugen, an den alten Modellen festzuhalten: So entsteht für Väter aus ihrer Funktion als Hauptverdiener eine Leistungserwartung am Arbeitsplatz, die sie sogar länger arbeiten lässt als ihre kinderlosen männlichen Kollegen. Deshalb überrascht es nicht, dass mehr als 60 Prozent der Frauen die tägliche Haus- und Familienarbeit weitgehend allein leisten.

Gesamtgesellschaftlich ist das Bild vom neuen Vater kaum verankert: 40 Prozent der Deutschen sind überzeugt, Frauen seien für die Kindererziehung geeigneter als Männer, 60 Prozent glauben, dass Frauen  gründlicher putzen könnten. So verwundert es nicht, dass Frauen häufig die Sorge für die Familie als ihren genuinen Verantwortungsbereich betrachten und die Beteiligung der Väter bestenfalls als Mithelfer akzeptieren.

Wie passen solche Vorstellungen  zu  Forschungsergebnissen, die den unverzichtbaren Beitrag väterlicher Fürsorge zur emotionalen, motorischen und kognitiven Entwicklung von Kindern nachweisen? Das DJI Magazin beleuchtet das Dilemma der neuen Väter (und Mütter) vielschichtig und perspektivenreich, vermeidet aber einfache Lösungsangebote.

Carl-Auer-Literaturtipp:
Andreas Eickhorst, Ansgar Röhrbein (Hrsg.): „Wir freuen uns, dass Sie da sind!–Beratung und Therapie mit Vätern“ – jetzt vorbestellen!
Ansgar Röhrbein: „Mit Lust und Liebe Vater sein – Gestalte die Rolle deines Lebens
Dorett Funcke, Bruno Hildenbrand: „Unkonventionelle Familien in Beratung und Therapie
Matthias Ochs, Rainer Orban: „Familie geht auch anders – Wie Alleinerziehende, Scheidungskinder und Patchworkfamilien glücklich werden
DJI Impulse 1/2016 (Nr. 112): „Neue Väter – Legende oder Realität?“

Carl-Auer-Hörfunktipp:
Deutschlandradio Kultur, Studio 9: 
 „Vaterkurs im Großkonzern