Was ist Gesundheit? Fritz B. Simon untersucht in diesem Buch, wie sich solche Uneindeutigkeiten auf Theorie und Praxis im Gesundheitsbereich auswirken
Mit diesem Klassiker stellte Thomas Szasz das komplette Selbstverständnis der Psychiatrie als humanmedizinische Wissenschaft infrage
10.10.2016

Gibt es eine Gesundheit ohne mentale Gesundheit?

Beginnt mentale Gesundheit dort, wo seelische Krankheit endet? Ist psychische und mentale Gesundheit dasselbe? Ist ‚mentale Gesundheit‘ untrennbar verbunden mit korrespondierenden Störungen und Krankheitsbildern und insofern selbst ein pathologischer Begriff? 

Am heutigen World Mental Health Day beginnt in Deutschland die zehnte „Woche der Seelischen Gesundheit“. Die Themenwoche mit zahlreichen Veranstaltungen wird keine abschließenden Antworten auf die oben genannten Fragen finden, sucht sie vielleicht auch nicht.

Die WFMH (World Federation of Mental Health) rückt unter dem  Motto „Dignity in Mental Health-Psychological & Mental Health First Aid for All“ in diesem Jahr  die Würde des Einzelnen ins Zentrum, verbunden mit der Forderung nach Erste-Hilfe-Programmen für alle Menschen mit psychischen Beschwerden. Im  Grundsatzpapier werden
 unter anderem die Arbeitswelt, politische Konflikte bis hin zur Fragen nach angemessenem Wohnraum  als relevante Faktoren für die mentale Gesundheit angesprochen. 

Seelische Gesundheit als ganzheitliche und nachhaltige, integrale, interdisziplinäre und gesamtgesellschaftliche Aufgabe anzugehen, ist – auch jenseits solch wohlfeiler Verschlagwortungen –   Ziel sehr unterschiedlicher Bemühungen. Die Carl-Auer Akademie ist an dieser Stelle gern Multiplikator, indem sie zum Beispiel entsprechende Veranstaltungen empfiehlt. Deshalb hier der Hinweis auf die Tagung „Mentales Stärken“ vom 02. bis 05.11.2017 in Heidelberg. Sie richtet sich an FachkollegInnen und an VertreterInnen aus verwandten Feldern und Einsatzgebieten, die  für das jeweils eigene Gebiet etwas beisteuern und lernen wollen.  Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu reflektieren und zukunftsweisende Konzepte und Arbeitsweisen zu entwickeln.

Die Kongressreihe „Mentales Stärken“ ist ein weiteres Beispiel dafür, wie offene und integrierende Sichtweisen sowie interdisziplinäre Ansätze in der therapeutischen Methode und Praxis zur Lösung der drängendsten Fragen beitragen können. 

Carl-Auer-Literaturtipp:
Fritz B. Simon: „Die andere Seite der ‚Gesundheit‘ – Ansätze einer systemischen Krankheits- und Therapietheorie“ 
Thomas Szasz: „Geisteskrankheit – ein moderner Mythos Grundlagen einer Theorie des persönlichen Verhaltens“