Ansgar Röhrbein lädt Väter zu einer persönlichen Standortbestimmung ein. Dabei wird das Erbe der Vor-Väter genauso beleuchtet wie die eigene Partnerschaft, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Erziehung der Kinder.
Die Beiträge des Bandes zeigen, welche enorme praktische Relevanz systemische Ansätze in der Beratungs- und Therapiepraxis haben können, ganz besonders in der Arbeit mit Vätern.
Die beiden Autoren räumen den Mythos des „Vater-Mutter-Kind-Ideals“ von Familie aus dem Weg und machen den Blick frei auf längst gängige andere Formen familiären Zusammenlebens.
01.09.2016

Neues Gesetz stärkt Scheinväter

Nicht biologische Väter, sogenannte Scheinväter, sollen künftig das Recht haben, von der Mutter eines Kindes zu erfahren, mit wem sonst sie zum Zeitpunkt der Empfängnis Geschlechtsverkehr hatte. Das sieht ein neuer Gesetzentwurf vor, der für erheblichen emotionalen Stress zwischen den Beteiligten sorgen kann.

Erfährt der Scheinvater den Namen des Erzeugers seines unterschobenen Kindes, so kann er von diesem für die geleisteten Unterhaltszahlungen in einem festgelegten Rahmen eine Erstattung vor Gericht erstreiten.

W
ie viele Fälle untergeschobener Kuckuckskinder es überhaupt gibt, ist gar nicht klar. Der Gesetzentwurf lässt ohnedies genug Fragen offen, findet das Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer & Väter e.V. – in seiner Stellungnahme für die Mitwirkenden an der Gesetzesvorlage.

Das Bundesforum Männer schlägt darin vor, die im Zweifel strittigen Unterhaltszahlungen durch eine allgemeine Kindergrundsicherung abzulösen. Zur Begründung dieses ungewöhnlich radikalen Vorschlags heißt es, dass der Staat als Wächter über die Unterhaltspflicht gegenüber Kindern ohnedies am Streit zwischen Mutter, Scheinvater und leiblichen Vater beteiligt sei. E
ine allgemeine Kindergrundsicherung könne dazu beitragen, zumindest Eskalationen im Streit um den Kindesunterhalt zu minimieren.

Denn vorstellbar seien zum Beispiel Fälle, in denen der biologische Vater von der Mutter ebenfalls in Unkenntnis seiner Vaterschaft gelassen wurde. Wäre dann nicht sogar die Mutter in die Haftung zu nehmen? 
Eine sichere Existenzgrundlage dürfe nicht davon abhängen, ob Untreue die elterlichen Partnerschaft gefährde, meint das Forum.

Carl-Auer-Literaturtipp:

 Ansgar Röhrbein:  
„Mit Lust und Liebe Vater sein – Gestalte die Rolle deines Lebens“
J
etzt vorbestellen:  Andreas Eickhorst, Ansgar Röhrbein (Hrsg.): „‚Wir freuen uns, dass Sie da sind!‘ – Beratung und Therapie mit Vätern“
Matthias Ochs, Rainer Orban: „Familie geht auch anders – Wie Alleinerziehende, Scheidungskinder und Patchworkfamilien glücklich werden“