Jakob Robert Schneider öffnet den Blick für Bindungsprozesse und Beziehungsmuster in Familien, die oft verborgen bleiben und doch Generationen übergreifen.
Diana Drexler stellt nach einem kurzen geschichtlichen Abriss zur Entwicklung des Ansatzes die Säulen der Systemaufstellung vor: Systemtheorie und phänomenologische Haltung, Mehrgenerationenperspektive, Ressourcenorientierung.
20.05.2016

SWR2-Hörfunktipp: Familienbande

Am Mittwoch, den 25. Mai 2016 um 08:30 Uhr geht die SWR2-Redaktion Wissen der Frage nach der Rolle der Vorfahren in der Psychotherapie auf den Grund. Beziehungsdynamiken der Herkunftsfamilien rufen nicht selten bis ins Erwachsenenalter hinein Stress und psychische Leiden hervor. Die bewussten oder unbewussten Anteile am emotionalen Familienerbe sind daher ein zentrales Thema in der Psychotherapie.

Tabus und Verstrickungen, uneingestandene Vorwürfe oder traumatische Ereignisse können selbst generationsübergreifend bei den Betroffenen unerklärliche Gefühle von Wurzellosigkeit, Scham, mangelndem Selbstvertrauen oder andere belastende Empfindungen verursachen.

Die transgenerationale Transmission traumatischer Erfahrungen wird seit den 1950er Jahren erforscht. Die Erkenntnisse daraus sind längst in die Praxis der Psychotherapie eingeflossen und werden weiter integriert.

Insbesondere die Systemische Therapie hat die Familie schon früh ins Zentrum ihrer therapeutischen Arbeit gestellt, weshalb die Autorin, Silvia Plahl, dieser Methode in Ihrem Beitrag „Familienbande“ besonders viel Aufmerksamkeit widmet.

Carl-Auer-Literaturtipp: 
Jakob Robert Schneider: „Herkunft, Schicksal und Freiheit – Das Gruppenunbewusste in Familiensystemen und Familienaufstellungen“
Diana Drexler: „Einführung in die Praxis der Systemaufstellungen“