Lustlosigkeit als Kompetenz zu begreifen ist eine der zentralen Botschaften des Buches. Weitere Themen sind Vaginismus, Orgasmusstörungen sowie die Rolle der Fantasien in der Therapie als Zugang zur häufig als ambivalent empfundenen Erotik.
Sechs erotisch aufgeladene Tranceanleitungen leiten sensibel und heilsam in genussvolle Phantasien, sexuelle Gefühle und sinnliche Kraft für ein schönes und freies Ausleben der weiblichen Sexualität.
13.05.2016

Über Lust und Unlust

Die Behandlung verminderten sexuellen Verlangens bei Frauen ist für Therapeuten (und KlientInnen) häufig ein zähes Stück Arbeit. Je nach individueller Konstellation der Problematik kann ein ganzes Arsenal psychotherapeutischer bzw. sexualtherapeutischer Interventionen zum Einsatz kommen – und trotzdem stellt sich keine Besserung ein. Das mag Angelika Eck zur Herausgabe ihres in Fachkreisen hochgelobten Buches „Der erotische Raum – Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie“ bewogen haben.

Darin legen zwölf AutorInnen aus medizinischer und psychotherapeutischer Perspektive die vielfältigen Spielarten weiblicher Sexualität dar und erläutern praxisnah Therapieinterventionen. „Im theoretischen Teil regt selbst der Anatomieunterricht mit den ‚wilden Gärten weiblicher Lust’ und den ‚Palastanlagen’ zu herrlichen Phantasien an, thematisiert aber auch offen und frei alle Arten von Störungen im erotischen Begehren oder im Ablauf des sexuellen Aktes,“ findet  Agnes Kaiser Rekkas*, Rezensentin und ebenfalls Autorin des Carl-Auer Verlags. „Treffende Fallbeispiele lassen dem Leser Dilemmata von ‚Wollenwollen’, der Frage nach dem ‚Sex worth wanting?’  und den falschen inneren Bildern oder Worten glasklar werden“, so ihr Fazit.

„Für die einzelne Frau ist es sicherlich lohnenswert, sich mit der Sexualität auseinanderzusetzen“, konstatiert auch die Rhein-Neckar-Zeitung in einem
aktuellen Artikel zum Buch und wirft zum Schluss noch die Frage auf: „Wie verhält sich die Frau gegenüber einem lustlosen Mann?“ Das wäre denn doch ein anderes Thema.

*Agnes Kaiser Rekkas, Dr. rer. biol. hum., Diplom-Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Physiotherapeutin; Zertifikat in Systemischer Therapie und Klinischer Hypnose; Vizepräsidentin, Dozentin und Supervisorin der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie

Carl-Auer Literaturtipp:
Angelika Eck (Hrsg.): 
Der erotische Raum – Fragen der weiblichen Sexualität in der Therapie"
Agnes Kaiser Rekkas: 
„Die venezianische Maske – Weibliche Sexualität - schön, erotisch, frei, spontan. 6 Tranceanleitungen"