Die renommierte Schweizer Psychotherapeutin Rosmarie Welter-Enderlin verdeutlicht in diesem Buch, dass die Kraftquellen für Betroffene ebenso vielfältig sind wie kritische Lebensereignisse selbst: Familie, Freunde, Rituale, Tiere, Natur, Spiritualität – jeder kann seinen eigenen Weg finden, an Schicksalsschlägen nicht zu zerbrechen.
Die Resilienzforschung zeigt, dass die Psyche eine Art Schutzschirm besitzt, die den Menschen widerstandsfähig und krisenfest macht. Der Kern der Resilienz ist das unerschütterliche Vertrauen in die Fähigkeit, sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen.
Als sein Schüler und langjähriger Kodirektor der Milton Erickson Foundation in Phoenix, Arizona, hatte Dan Short Zugang zu bisher unveröffentlichtem Material, das neue Einsichten in Ericksons Arbeitsweise ermöglicht.
15.08.2016

Weltweit erste Langzeitstudie zur Resilienz an der Uni Mainz

Erstmals soll ein interdisziplinäres Forschungsteam in einer Langzeitstudie dem Rätsel der Resilienz auf die Spur kommen, mit dem sich die systemische Welt bereits seit langem beschäftigt. Unter Federführung des Deutsche Resilienz-Zentrums in Mainz, das vor zwei Jahren gegründet wurde, sollen die unterschiedlichen Reaktionsmuster von Menschen auf Stressbelastungen psycho- und neurobiologisch sowie biochemisch untersucht werden. 

Während die einen Stress gut verarbeiten können und unbeschadet überstehen, geraten andere in eine Spirale aus Angst, Depression und Burnout mit entsprechenden Folgekosten für das Gesundheitswesen. Der neue Sonderforschungsbereich wurde mit Fördermitteln in Höhe von 12,1 Millionen Euro ausgestattet. In den kommenden vier Jahren werden 1.200 Menschen in der Langzeitstudie begleitet, um deren Stressreaktionen im Alltag  zu dokumentieren.

Dabei halten die Forscher es für wahrscheinlich, dass Resilienz erlernbar ist, dass sich folglich auch Methoden und Strategien der Prävention von Stress und der Stärkung resilienter Verhaltensmuster trainieren lassen. Unter Systemikern und Hypnotherapeuten ist dieser Ansatz  unbestritten. Positive Faktoren bei der Förderung von Resilienz –  wie zum Beispiel die soziale Unterstützung oder positives Denken – werden auch von anderen Forschungszweigen weithin anerkannt. Weltweit erstmals sollen die verschiedenen Ansätze zusammengetragen, ausgewertet und fruchtbar gemacht werden, darunter auch die Rolle von Botenstoffen im Gehirn. Das erklärte Ziel dabei lautet: „Prävention statt Therapie ", so der Mainzer Studienleiter und Biochemiker, Beat Lutz, gegenüber der Tageszeitung  Die Welt".

Carl-Auer-Literaturtipp: 

Rosmarie Welter-Enderlin: „Resilienz und Krisenkompetenz – Kommentierte Fallgeschichten“
Rosmarie Welter-Enderlin, Bruno Hildenbrand (Hrsg.): „Resilienz – Gedeihen trotz widriger Umstände“
Dan Short, Claudia Weinspach: „Hoffnung und Resilienz – Therapeutische Strategien von Milton H. Erickson“