Simons Systemische Kehrwoche

Einkehr

Hans Baitinger

Liebe Leserinnen und Leser!

Heute kehre ich ein.

Ich kehre im Forum ein. Die früheren Erfahrungen, die ich mit Internet-Foren gemacht habe, entsprechen den jetzigen. Es kehrt also etwas wieder. Nach meinem Verständnis von systemisch hat dies eine systemische Bedeutung, der ich gerne heute nachgehen würde. Ich werde also nicht über ein allgemeines Thema schreiben, das ich gerade in der Zeitung gelesen habe, oder über ein Thema, das meiner beruflichen Realität entspringt (die nicht darin besteht, Internet-Foren zu bedienen oder die Beiträge, die dort geschrieben werden zu verlegen) oder einer Realität, die nicht in diesem Forum stattfindet (aber natürlich ist alles systemisch vernetzt, klar, grenzenlos). In letzter Zeit habe ich mich mit der “verkannten Stimme des Realen” beschäftigt und fühle mich deshalb dazu veranlaßt, mich in meinem heutigen Beitrag so zu verhalten. Insofern schreibe ich also mittelbar doch über einen indirekten Gegenstand. Aber wann tun wir das nicht.

Die Verleger des Carl-Auer-Verlages und das Team des Carl-Auer-Verlages haben natürlich eine systemisch motivierte Idee gut umgesetzt, indem sie nicht einfach nur ein Forum für die Leser einrichten und dann warten, was die Leser zu berichten haben (es sind nach einem Internet-Zählwerk täglich 5000 Besucher in der Kehrwoche zu verzeichnen, wobei dabei auch alle in Google oder anderen Suchmaschinen aufgelisteten “Fundstellen” mitgezählt werden, vielleicht aber auch bei besseren Zählwerken wirklich nur die Besucher eines jeweiligen Beitrages. Dennoch ist nicht gewährleistet, inwiefern wirklich 5000 Beuscher das lesen was die Autoren der Kehrwoche geschrieben haben. Ich unterscheide vielleicht zwischen Kunden und Gästen oder Besuchern). Foren “funktionieren” nur mit einem eindeutig definierten Input. Gratulation an das Carl-Auer-Team! Das Forum funktioniert einwandfrei. Es gibt täglich neue Beiträge und ich bin in dieser Woche mit hoher Motivation dabei, solche Beiträge zu schreiben. Hohe Motivation heißt automatisch, daß ich es auch gerne schreibe.

Soeben kommt meine Sekretärin und ich werde mich mit ihr dem Alltag meiner Praxis widmen müssen und das ist gut so. Ich werde mir dennoch noch ein paar Minuten Zeit nehmen, meine Gedanken, die ich auf der Fahrt in die Praxis gemacht habe aus der Tastatur in den Arbeitsspeicher meines Laptops und von da in die ungeahnten Weiten eines weltweiten Netzes zu schicken.

Also: gehen wir mal davon aus, daß es im Carl-Auer-Verlag Menschen gibt, die die Beiträge in der Systemischen Kehrwoche gemäß der sinngemäßen Beschreibung eines ihrer Autoren, dem von mir geschätzten Philosophen Sloterdijk, “gemäß dem Auftrag einer konstruktivistischen Intelligenz von heute diese Beiträge kritisch überdenken und dann die dargestellten Gegenstände neu erfinden”. Dergestalt konfrontiert mit einer Realität, in der bestimmbare Spielregeln der Kommunikation mit den geäußerten Inhalten zu erkennen sein müßten, frage ich mich, wie unmittelbar diese Regeln als solche kommunizierbar sein müssen. Sicherlich wird es auch da so sein, daß wenn die Regel zu direkt jeweils „erklärt“ oder „gedeutet“ wird sie ihre Wirkung verlieren könnte. Ich kann also nur mutmaßen, welche Wirkung dieses Forum haben soll oder welche Wirkung „man“ diesem Forum zugedacht hat oder aktuell zudenkt.

Diese Überlegungen eingeschlossen halte ich es zum gegenwärtigen Zeitpunkt naheliegender, daß die Autoren, die bereits jetzt im Forum „Systemische Kehrwoche“ sich geäußert haben, direkter miteinander kommunizieren, vielleicht sogar in diesem Forum. Direkter als dies bisher geschehen ist. Wahrscheinlich ist jeder froh, wenn er diese Kehr-Woche hinter sich gebracht hat und schaut dann vielleicht erst mal nicht mehr ins Forum, um bei sich einzukehren. Was mich selbst betrifft, habe ich die bisherigen Beiträge des Forums durchgeblättert, bevor ich selbst als Forum-Autor „dran“ war und bin dabei so verfahren wie wahrscheinlich die meisten Leser: Es war für mich wie eine Meldung in der Tageszeitung: ich blättere, überfliege und was mich nicht interessiert wandert in den Papierkorb, die anderen Artikel werden archiviert oder zumindest noch eine bestimmte Zeit aufbewahrt, um nach dieser Zeit festzustellen, wie weitreichend die jeweilige Bedeutung des dargestellten Gegenstandes war oder noch ist. Dann wird später entsorgt. Ganz selten schreibe ich mal einen Leserbrief, wenn mir etwas wirklich unter die Haut geht oder ich selbst falsch dargestellt werde, zumindest nach meinem Empfinden. Scheinbar gibt es derlei Anlässe in diesem Forum nur sehr wenige, denn sonst gäbe es mehr Reaktionen der Leser. Spricht also für die Autoren, daß es “so wenig Resonanz” gibt. Ich erlebe dies als Auszeichnung! Oder haben sie einfach nur “keine Zeit”, die vielen, die von unseren Beiträgen angesprochen oder zum Nachdenken angeregt werden?

Manchmal kommt mir auch der Gedanke, daß die Forst- und Papier-Industrie und die Zeitungs-Redaktionen ihre Leser eigentlich dafür bezahlen müssten, daß sie Abfall entsorgen. Sicherlich: es kann nicht jeden alles interessieren. Aber: ging es Ihnen nicht auch schon mal so. Dieses viele Papier jeden Tag! Warum können wir uns nicht (und dafür wäre ein solches Forum wie das vorliegende doch wirklich geeigneter) uns gegenseitig mehr verdeutlichen, welche Themen uns interessieren (das tun wir schon) und dann darüber hinaus in die Kommunikation eintreten, die wir eigentlich ersehnen (das tun wir noch zu wenig, nach meinem Bedürfnis, auch in diesem Forum). Ich weiß nicht, wie weit die Überlegungen der Verleger des Carl-Auer-Verlages in dieser Richtung gehen. Sollen daraus „nur“ Bücher entstehen oder wird es etwas lebendiger als tote Bäume, die zu Papier geworden sind, manchmal nach dem Motto „Schade für die Bäume“. Sämtliche Bücher im Carl-Auer-Verlag sind natürlich ausgenommen davon! Hm!

Was mich betrifft würde ich gerne unseren Wald, auch den im Internet (den elektronischen Müll) reduzieren und schließe deshalb heute mit zwei Zitaten mir lieb gewordener Autoren, die nicht dem systemischen Feld entstammen. Ich zitiere in der Reihenfolge, in der ich gelesen habe:

1.aus Titel: Tötungen, Gewalt aus der Seele : Versuch über Ursprung und Geschichte des Bewusstseins / Wolfgang Giegerich Verfasser: Giegerich, Wolfgang Verleger: Frankfurt am Main ; Berlin ; Bern ; New York ; Paris ; Wien : Lang Erscheinungsjahr: 1994 Umfang/Format: 206 S. ; 21 cm Anmerkungen: Literaturverz. S. 203 – 206 ISBN: 3-631-46629-3 Einband/Preis: kart. : sfr 54.00 Schlagwörter: Gewalt ; Analytische Psychologie 9.3b; 5.4 Opfertod ; Mythos ; Archetypus 17.2; 3.1; 5.4 Sachgruppe: 11 Psychologie ; 10 Philosophie ; 13 Allgemeine und Vergleichende Religionswissenschaft, Nichtchristliche Religionen ; 25 Volkskunde, Völkerkunde:

S 181-182 “Insbesondere zwei Phänomene können als gegenständliche Darstellung davon gelten, daß der Übergang von der Gegenständlichkeit in die logische Form des Bewußtseins an sich vollzogen ist Der erwähnte Vorstoß des Menschen in den Weltraum ist das unbestechliche Zeichen darauf, daß der Aufblick zu einem »höheren Wesen« unmöglich geworden ist und das Bewußtsein sich jetzt selbst dasjenige logisch zu seinem Boden gemacht hat, was zuvor unerreichbar über ihm schwebendes Dach gewesen war. Der Ein-Gott wird nicht mehr angehimmelt, das Bewußtsein hat sich vielmehr logisch auf seine Höhe gebracht.1 Zum anderen sind: der Vorstoß zur tatsächlich nicht mehr dinglichen Software: die Durchsetzung der »Hardware« mehr und mehr mit Software; die Überführung des früher substantiell Genommenen in »Information«; der Übergang zur Betrachtung der Wirklichkeit mit den Augen von kybernetischer Systemtheorie und formaler Chaosforschung; die Verwandlung der Metaphysik in Sprachphilosophie (linguistic turn): sowie das Fortschreiten vom Tauschhandel mit Gegenständen über den Geldhandel zum total immateriellen, nur noch elektronisch als Datenübermittlung vor sich gehenden bargeldlosen Zahlungsverkehr das unmißverständliche Zeichen darauf, daß das Bewußtsein in einen Status eingetreten ist, wo es sich nicht länger mit Gegenständen draußen herumtreibt, sondern in dem, was es draußen betrachtet, sich selbst, seine eigene logische Form reflektiert. Das Bewußtsein kann jetzt seinen Sinn nicht mehr außer sich im Opfer-handeln, nicht mehr im dinglichen Speer oder Korb, nicht mehr in himmlischen Göttern und auch nicht mehr in dem einzigen Gott haben. All diese Sinnträger sind verdampft. Das Bewußtsein ist jetzt selbst der Form gewordene Sinn, selbst der Sinnträger. Dies ist es, was »der Verlust der Unschuld« letztlich bedeutet. Es ist nicht mehr eingesponnen in eine sinnerfüllte Welt, in den selbstgesponnenen Schleier der Maya. Das Bewußtsein kann nicht mehr als selber unberührtes haben, was es selbst sein muß. Damit ist aber zugleich auch gesagt, daß die Menschen ihren Sinn verloren haben: Wenn der noch gegenständlich, als Gegenüber. vorgestellte höchste Gott ganz verdampft ist, wenn man nicht mehr zu dem erhabenen Einen und schon gar nicht mehr zu den vielen Himmlischen auf-blickt, sondern selber logisch in den Weltraum eingetreten ist, blickt man in eis-kalte Leere. Schon bevor die buchstäbliche Fahrt ins Weltall möglich war, fragte Nietzsche: »Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und immer mehr Nacht?«2 Die ganze Welt ist entgöttert und ordinair geworden. Max Weber sprach von der Entzauberung der Welt. Die Lehre von der Schöpfung ist der Wissenschaft von der Faktenaußenwelt, ist der Chaosforschung gewichen. Der Mensch steht der Welt ohne innere Verbindung gegenüber, weil sie ihm nichts mehr zu sagen und zu geben hat, so wenig eben wie das schon erwähnte Abc-Buch dem das Lesen Beherrschenden noch etwas zu sagen hat. Der Sinn kann auch nicht mehr erlebt werden, denn dann müßte noch etwas Gegenständliehes dasein; er kann nicht mehr erfüllen, denn dann wäre das Bewußtsein noch das selber leere (= jungfräulich unberührte) und den Sinn als es von außen beglückenden Inhalt in sich aufnehmende Gefäß.

1 Man wehrt m.E. diese Einsicht ab, wenn man dabei an eine wahnhafte Hybris, Anmaßung, Vermessenheit des Menschen denkt. Hier ist nichts wahnhaft wie es dies wäre, wenn der Mensch sich empirisch für Gott hielte. Daß das Bewußtsein sich logisch auf die Höhe des an den Himmel projizierten Bildes von Gott gebracht hat, ist ein tatsächlicher Vorgang, der einfach ins Bewußtsein aufzunehmen ist, ganz gleich ob wir ihn als gut oder schlecht bewerten. Jene Aussage ist kein Anspruch oder ideologisches Programm, sondern der schlichte Befund einer wirklich stattgehabten geschichtlichen Veränderung, so wie der Übergang von der Eiszeit zur Warmzeit ein Befund war, den man hinnehmen mußte und nach dem sich zu richten man gut getan hätte. Aber es ist ein logischer Vorgang in der Alchemie der Seele. Er bedeutet nur den Eintritt des Bewußtseins in einen höheren logischen Status und damit zugleich in einen bescheideneren, weniger pathetischen, menschlicheren Stil. keinesfalls aber die Erhöhung des empirischen Menschen durch sein angebliches Erreichthaben faktischer Göttlichkeit. Was auch immer für Status crreicht werden, der Mensch bleibt doch (mehr oder weniger) der, der er ist, Hier sieht man wieder, wir wichtig es ist, nicht im wahrnehmenden / vorstellenden Denken steckenzubleiben. ” Der Leser möge mir also mein Bedürfnis nach Kommunikation verzeihen.

  1. aus: Titel: Über die Verborgenheit der Gesundheit : Aufsätze und Vorträge / Hans-Georg Gadamer Verfasser: Gadamer, Hans-Georg Ausgabe: 3. Aufl. Verleger: Frankfurt am Main : Suhrkamp Erscheinungsjahr: 1994 Umfang/Format: 213 S. ; 19 cm Gesamttitel: Bibliothek Suhrkamp ; Bd. 1135 ISBN: 3-518-22135-3 Einband/Preis: Pp. : DM 22.80 Schlagwörter: Medizin ; Philosophie ; Aufsatzsammlung 27.1a; 4.1; 4.5 Sachgruppe: 10 Philosophie ; 33 Medizin

S. 44 ff: “Damit wird nicht der gutgläubigen Trennung von Information und praktisch-politisch beeinflußter Auffassung das Wort geredet. Der Informationsbegriff, den die Kybernetik entwickelt hat, führt vielmehr in eine eigenen Problematik, sobald es sich um das praktische Wissen des Menschen handelt. … praktische Aufgabe, die richtige Information zu bekommen. Natürlich betreibt jede Maschine, die informationen speichert, dabei eine gewisse Auswahl, die exakt der Programmierung entspricht. Sie vermag daher Informationen, die ihr zuströmen, stets auch wieder auszuscheiden. Aber sie vergißt nichts. Ein ungeheurer Vorzug, wird man vielleicht meinen, weil man so oft Ursache hat, die Grenzen des menschlichen Gedächtnisses zu beklagen. Aber die Maschine, die nichts vergißt, kann sich damit auch nicht erinnern. Vergessen ist eben nicht Ausscheiden, und es ist auch nicht einfach Speicherung. Es ist eine Art von Latenz, die ihre eigene Präsenz festhält. Auf die Eigenheit dieser Präsenz kommt dabei alles an. Denn gewiß hat auch eine gespeicherte Information, die man aus der Maschine abrufen kann, eine Art Präsenz in der Latenz. Aber eben hier liegt der Unterschied. Die Maschine kann zwar den neurophysiologischen Tatbestand, den man >Mneme< nennt, gut darstellen. Sie kann auch (vielleicht eines Tages) die neurophysiologischen Prozesse der >Erinnerung< (Suchen und Finden) – oder den der >passiven< Erinnerung durch den >Einfall< – abbilden. Insofern >erklärt< sie Vergessen und Erinnern. Aber sie >kann< es nicht selbst – eben weil Vergessen kein >Können< ist. …… Index … Kontextindex .. Auswahlindex … Aber er wird deshalb nicht den >vollständigen< Index, sondern nur den Index nützlich finden, der seinen eigenen subjkektiven Gesichtspunkten entspricht, und das ist der, den er sich selbst anlegt. Denn nur ein solcher is so ausgewählt, daß er in allen seinen Daten potentiell >erinnert<. Aber das ist es: Er >erinnert< – was die Präsentierung durch den Kontextindex der Mascheine deshalb nicht vermag, weil er keine individuellen Erinenrungsspuren in sich wieder aufdeckt, sondern notwendig alles anbietet, was er >weiß<. Ob dies dem Benutzer hilfreich ist, in dem ihm neue Beobachtungen geschenkt werden, ist die Frage. Es wird solche Fälle geben. Aber es wird auch das Umgekehrte geben, daß man nachschlägt, während man lesen sollte. … Spezialfall eines allgemeine Problems. Was ein Forscher in der Forschungspraxis aus Information zu machen versteht, in dem er auswählt, ausscheidet, vergißt, Einsichten reifen und altern läßt, das hat seine volle Entsprechung in der ganze Umfangsweite der menschlichen Praxis. …. Solche Verarbeitung wird aber schon immer im voraus geleistet sein, wo Information das praktische Bewußtsein des Menschen erreicht. … praktisches Bewußtsein …. Auswahlverfahren …, durch das eine Information vielsagend wird.”

Ich werde mich also in Geduld üben, warten und dann später nicht mehr erkennen, daß eine Wirkung, die mir widerfährt mit einem dieser Sätze zu tun hat, den sie gerade gelesen haben. Das ist gut so.

Ich wünsche Ihnen und uns eine gute Zeit.

Hans Baitinger

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8 Kommentare

  1. Lieber Herr Baitinger,
    Ich habe keinen horror vacui, weil da schon wieder keine Kommentare stehen, sondern ich werde durch den Focus Ihrer Zitate, wie automatisch zum Kommentieren angeregt und hoffe, dass Ihnen aus dieser Anregung eine angenehme und bekömmliche Wirkung widerfährt:

    IHR ZITAT: „…der Übergang zur Betrachtung der Wirklichkeit mit den Augen von kybernetischer Systemtheorie und formaler Chaosforschung; die Verwandlung der Metaphysik in Sprachphilosophie (linguistic turn): sowie das Fortschreiten vom Tauschhandel mit Gegenständen über den Geldhandel zum total immateriellen, nur noch elektronisch als Datenübermittlung vor sich gehenden bargeldlosen Zahlungsverkehr das unmißverständliche Zeichen darauf, daß das Bewußtsein in einen Status eingetreten ist, wo es sich nicht länger mit Gegenständen draußen herumtreibt, sondern in dem, was es draußen betrachtet, sich selbst, seine eigene logische Form reflektiert. Das Bewußtsein kann jetzt seinen Sinn nicht mehr außer sich im Opfer-handeln, nicht mehr im dinglichen Speer oder Korb, nicht mehr in himmlischen Göttern und auch nicht mehr in dem einzigen Gott haben. All diese Sinnträger sind verdampft. Das Bewußtsein ist jetzt selbst der Form gewordene Sinn, selbst der Sinnträger. Dies ist es, was »der Verlust der Unschuld« letztlich bedeutet….“ ZIZAT ENDE

    Die „Verlust der Unschuld“ besteht aus meiner Sicht wesentlich darin: Wir beginnen zu erkennen, dass wir alles, was ist, mit unseren Unterscheidungen konstruieren bzw. mit unseren Sinnen erschaffen oder mit unseren Händen erzeugen. Wir Beobachter verlieren mit diesem Erkennen zwar Gott als „erhabenen Schöpfergott“, den wir für alles verantwortlich machen können. Wir verlieren aber „Gott“ nicht als Gegenüber unsere Zwiegespräche und inneren Diskurse. Wir können uns nicht mehr unschuldig auf „Gott“ berufen, sondern müssen erkennen, dass wir radikal dafür verantwortlich sind, wie diese Welt beschaffen ist. Dies soll nun beileibe keine Hybris zum Ausdruck bringen, sondern dies ist unsere produktive, verantwortungsvolle und in jeder Hinsicht sinnvolle Aufgabe, in die Gott vollständig integriert ist. Darauf näher einzugehn, ist hier leider nicht möglich.

    IHR ZITAT Herr Baitinger: „…Das Bewußtsein ist jetzt selbst der Form gewordene Sinn, selbst der Sinnträger. Dies ist es, was »der Verlust der Unschuld« letztlich bedeutet. Es ist nicht mehr eingesponnen in eine sinnerfüllte Welt, in den selbstgesponnenen Schleier der Maya. Das Bewußtsein kann nicht mehr als selber unberührtes haben, was es selbst sein muß. Damit ist aber zugleich auch gesagt, daß die Menschen ihren Sinn verloren haben: Wenn der noch gegenständlich, als Gegenüber. vorgestellte höchste Gott ganz verdampft ist, wenn man nicht mehr zu dem erhabenen Einen und schon gar nicht mehr zu den vielen Himmlischen auf-blickt, sondern selber logisch in den Weltraum eingetreten ist, blickt man in eis-kalte Leere. Schon bevor die buchstäbliche Fahrt ins Weltall möglich war, fragte Nietzsche: »Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und immer mehr Nacht?«2 Die ganze Welt ist entgöttert und ordinair geworden. Max Weber sprach von der Entzauberung der Welt. Die Lehre von der Schöpfung ist der Wissenschaft von der Faktenaußenwelt, ist der Chaosforschung gewichen. Der Mensch steht der Welt ohne innere Verbindung gegenüber, weil sie ihm nichts mehr zu sagen und zu geben hat, so wenig eben wie das schon erwähnte Abc-Buch dem das Lesen Beherrschenden noch etwas zu sagen hat. Der Sinn kann auch nicht mehr erlebt werden, denn dann müßte noch etwas Gegenständliehes dasein; er kann nicht mehr erfüllen, denn dann wäre das Bewußtsein noch das selber leere (= jungfräulich unberührte) und den Sinn als es von außen beglückenden Inhalt in sich aufnehmende Gefäß…“ ZITAT ENDE.

    Die Leere hat für mich nichts Kaltes und nichts Schreckliches. Sie „ist“ (“ist” im Hegelschen Sinn) reines Begehren. Im philosophischen Satz bedeutet dies, das das Begehren das Wesen der Leere ist. Und ich habe mir die aus meinem Begehren geschaffene Welt niemals entzaubern lassen.
    Weder vom “Nihilismus”, noch vom “Buddhismus”, noch von der “Globalisierung” noch von der “Technik” noch von der “Katholischen Kriche”, noch von einer “politischen Partei” oder einem einzelnen Menschen. Ich zaubere sie mir, zusammen mit den Menschen meiner Welt so, wie ich sie liebe, mit Musik, mit Kunst, mit Technik, mit Kultur, mit den Religionen als frei wählbaren Regulativen des Verhaltens, usw.

    Sie Herr Baitinger können (als LEBENDER BEOBACHTER! Und es existieren nur lebende Beobachter) meiner Sicht zustimmen, diese zu Ihrer Sicht machen oder aber sie zugunsten von Eises-Kälte und Entzauberung verwerfen. Der Gewinn meiner Sicht für die seelische Alchimie liegt auf der Hand.
    Allgemein anerkannte Beobachtungen beruhen auf einer mehrheitlichen, intersubjektiven Übereinkunft LEBENDER Anwesender etwas so und nicht anders zu beobachten. Die Konstruktion „Nietzsche“ ist hier ein dunkel leuchtender Fixstern eines ganz bestimmten (verzweifelten) BEOBACHTENS. (nicht meines Beobachtens übrigens, obwohl ich gewissen Beobachtungen Nietzsches liebe) Mehr nicht.
    „Die Menschen“ haben “ihren Sinn” bestimmt nicht verloren. Wir haben unsere 7 (!) Sinne und ob wir die beisammen haben oder nicht, wir arbeiten damit konstruktiv an einer sich ständig verändernden, sich immer von neuem verzaubernden Welt.
    Oder wollen Sie etwa behaupten, dass der Ozean, der See, der Fluss, das Blatt, der Baum, die Brombeere, die Cumuluswolke, das Baby, der Wasserfall, die Schneedecke über Eurasien, die Kirschblüte, der Eisvogel, der Aufstieg auf den Berg, das Eintauchen in Wasser, der Geschmack der Orange, der Duft der Quitte, der Rock n’ Roll im Opus 111 von Beethoven, das Fliegen (im Traum) die Stimme der – sagen wir mal der Nora Jones, das Fell der Katze, die Färbung des Tigers, das Kristall-Gitter der Edelsteine, – was auch immer Sie wollen, dass das keine zauberhaften Wunder der Unterscheidung sind?

    IHR ZITAT Herr Baitinger: „…Daß das Bewußtsein sich logisch auf die Höhe des an den Himmel projizierten Bildes von Gott gebracht hat, ist ein tatsächlicher Vorgang, der einfach ins Bewußtsein aufzunehmen ist, ganz gleich ob wir ihn als gut oder schlecht bewerten. Jene Aussage ist kein Anspruch oder ideologisches Programm, sondern der schlichte Befund einer wirklich stattgehabten geschichtlichen Veränderung, so wie der Übergang von der Eiszeit zur Warmzeit ein Befund war, den man hinnehmen mußte und nach dem sich zu richten man gut getan hätte. Aber es ist ein logischer Vorgang in der Alchemie der Seele. Er bedeutet nur den Eintritt des Bewußtseins in einen höheren logischen Status und damit zugleich in einen bescheideneren, weniger pathetischen, menschlicheren Stil. keinesfalls aber die Erhöhung des empirischen Menschen durch sein angebliches Erreichthaben faktischer Göttlichkeit…“ ZITAT ENDE.

    „Evolutionäre“ Befunde, sind aus meiner Sicht ebenfalls Konstruktionen, wie die gesamte Konzeption der Evolution übrigens. Bewusstsein aus der von mir beobachteten Sicht „nimmt nichts auf“ –Bewusstsein ist kein Gefäß.
    Es entsteht in jedem Augenblick neu, wenn das vom Anderen (meinem Gegenüber) Beobachtete durch meine Reflexion hindurchgegangen ist, bei ihm wieder angekommen und durch seine Reflexion wieder gebeugt wird! Es schließt Beobachtetes an und adaptiert sich qua des Verlangens zu unterscheiden immer ein wenig ANDERS. Kommt uns jedenfalls vor. Tatsache scheint mir zu sein, dass alles instantan erscheint: Jetzt. Eine Information ist der Unterschied, der einen Unterschied macht. (Bateson) Tatasache scheint mir zu sein, dass wir diesen Unterschied augenblicklich erkennen, in dem, was ist.
    „Gott“ geht in dieser Beobachtung nicht verloren! Ganz im Gegenteil! Dass „der Mensch“ „sich logisch auf die Höhe des an den Himmel projizierten Bildes von Gott gebracht hat“ ist nur deshalb möglich, weil der Mensch beginnt Verantwortung für seine Konstruktionen zu übernehmen, also auch für die Konstruktion der Logik..
    Gott kann logologisch nicht verloren gehen, wie auch, Gott ist der Logos, vielmehr in allem anwesend: Die logologisch re-konstruierbare tiefenstrukturelle Dreifaltigkeit beinhaltet einen reflektierenden reflektierten Gott (Logos, Selbst, Vermittlung, Werden), sowie notwendigerweise ein diese reflektierendes reflektiertes Du und ein diese reflektierendes reflektiertes Ich. Die tiefenstrukturelle, operative Dreifaltigkeit erzeugt in jedem Augenblick „Bewusstsein“ und das bedeutet ausnahmslos eine substantielle in sich unterschiedene „WELT“.

    Ich möchte Sie hier auf Hegels Vermittlung und gegenseitige Vermitteltheit alles Existierenden und dessen philosophische und kybernetische Interpretation durch Gotthard Günther zurückverweisen sowie natürlich auf den Kalkül der Indikation von George Spencer Brown, vor allem aber auf mein BUCH (sieh unten).

    Die Philosophie der Kybernetischen Forschung zeigt, dass Bewusstsein nicht etwas ist, das es „gibt“. Es „gibt“ kein Bewusstsein. Bewusstsein „wird“ (jeweils nach Maßgabe dessen, was von mindestens ZWEI BEOBACHTERN unterschieden und gegenseitig reflektiert wird) immer ein gemeinsames BEWUSSTSEIN gewesen sein. (Deshalb wird eben auch keine „künstliche“ Intelligenz konstruiert werden können, die uns die Verantwortung abnehmen wird können. BEWUSSTSEIN existiert nur in Form der koproduzierenden ZWEIHEIT von ICH UND DU. Davon handeln indirekt auch die mathematischen Gesetze der Form. ALS LOGIK DER DIFFERENZ. Wir kreieren miteinander nur EINE unsere „natürliche“ Intelligenz: Bewusstsein jedoch verdankt sich der Zweiheit des Beobachterpaares.
    Es ist völlig unmöglich dies hier ADÄQUAT abzuhandeln. Ich hoffe Sie missverstehen mich nicht allzu sehr und entschuldigen meine ausufernde Intervention.

    Das Wesentliche, das ich hier übermitteln wollte: Es handelt sich hier nicht um „Vorstellungen“ sondern um Produktion: um die tiefenstrukturelle dreifaltige Tätigkeit des Unterscheidens. Diese Tätigkeit ist nur möglich im tatsächlichen Gegenüberstehn zweier organischer, psychischer, sozialer Systeme, also mindestens zweier verkörperter Beobachter und Ihres unfassbaren lebendigen Dritten. Sie WIRD dabei zum Vierten: zur Information. Und Information ist wie gesagt durchaus auch substantiell! und folgt der Anweisung: “Triff eine Unterscheidung” und der darin enthaltenen Hingabe: “Dein Wille geschehe”

    Die PRAXIS dessen, wovon hier die Rede ist, ex-sistiert und funktioniert, wo mindestens ZWEI übereinkommen in ihrem LEBEN alle diese, diese und diese, aber nicht jene Unterscheidungen zu treffen. Sie funktioniert gleichermaßen in einem wissenschaftlichen Institut, einem Krankenhaus, einer Schule oder einem Haushalt:

    Zum Beispiel habe „Ich“, „Sylvia“, gestern für uns eingekauft und nach dem Training ausnahmsweise einen Faschierten Braten gekocht, weil ich weiß, dass mein Mann sich darüber freut. Mein Mann, „Gottfried“, hat ihn als solchen auch gleich beim Betreten des Hauses an seinem Duft erkannt, sich großartig gefreut und nach eines langen Tages harter Knochenarbeit mit Genuss und völlig in sich gekehrt davon gegessen. Den Rest hat er heute ins Atelier mitgenommen, um ihn als Mittagsmahl mit seinem Assistenten „Heinz“ zu teilen. „Ich“ sitze leiblich spürbar schon viel zu lang am Laptop und gehe jetzt zur Zahnhygiene, wo mir „Simone“ die Zahnygienikerin, während des Ultraschallbehandelns, vom Schifahren erzählen wird, welches ich nach einem mörderischen März-Sonnenstich im Jahre Schnee und wegen der großen Aufwände (Anfahrten, Abfahrten, Anziehen von Ausrüstung, Aussziehen von Ausrüstung, Schlangestehen, Wochenkarten, Liftfahrten, Talfahrten) und sperriger Umstände (Massen-Tourismus) aufgegeben habe, und nachher ins Training und dann an den Laptop zurück. Ich trainiere seit 10 Jahren mit anderen zusammen in unserem Dojo (je zu zweit) eine Kampfkunst namens AIKIDO und trainiere auch IAIDO, die Kunst des Schwertziehens. Wesentlich in beiden Künsten, wie im LEBEN überhaupt, ist der Kampf, den man dabei mit sich selbst zu führen hat – der Umgang mit dem inneren Schweinehund, mit Ego, Unannehmlichkeiten, Tagesbefindlichkeiten, mit Mütchen und Wehwehchen, mit Ablehnungen und Vorlieben. Ich gehe hin und trainiere, um davon FREI zu werden. Eben Leer. DAS GELINGT UND FÜHLT SICH RICHTIG AN.

    Unser LEBEN verlangt von uns LIEBE, LUST UND LEBENSMUT, ENERGIE, ENTSCHLOSSENHEIT UND SELBST-VERTRAUEN mit denen wir uns reichlich ausgestattet WISSEN, wenn wir so WOLLEN.
    Herr Baitinger, ich danke Ihnen für Ihren reichhaltigen Beitrag und danke dem Carl Auer Verlag für das Weblog, was immer die Betreiber damit systemisch im Schilde führen. Ich entsage ab morgen der verführerischen aber nichtssagenden Instant-Kommentierung, ziehe mich vorerst von der absurden Kommunikation, mit Menschen, die ich nicht sehen und sinnlich wahrnehmen kann und die mich nicht sehen und wahrnehmen können zurück, verbeiße mir mein ungezügeltes Kommunikationsbedürfnis, erspare mir damit diverse Missverständnisse, sowie mögliche direkte und indirekte „Beurteilungen“ oder „Aburteilungen“ oder „Bekopfschüttelungen“ meiner oft vielleicht zu impulsiven Kommentare, widme mich meiner Arbeit und warte meine Ein-Kehr-Woche IM APRIL ab, nicht ohne die an der Konstruktion von Information Interessierten nochmals auf mein Buch „Das Spiel, das nur zu zweit geht. Die Seltsame Schleife von Sex und Logik. Band 1 LOGIK. (Eine Logologik der Gesetze der Form von George Spencer Brown )“ erschienen im Carl Auer Verlag für Systemische Forschung, Herbst 2005, aufmerksam zu machen. Eine schöne Zeit! Herzlich Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 18. Januar, 2006 @ 21:55 Uhr

  2. Liebe Frau Taraba, ich bin hingerissen von Ihrem Kommentar! Sie geben meiner Möglichkeit Ausdruck, sie missverstehen zu dürfen. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Doch mitnichten! Ich verstehe und gehe davon aus, daß Sie darüber nicht enttäuscht sind.
    Was einfach fehlt, in vielem was hier in diesem Forum geschrieben wurde ist der Bezug zum Historischen, natürlich nicht im Sinne von “Vergangen” “Nie mehr Wieder!!!!!” sondern “Noch immer da”. Es stört dieser Unterton wie “Wir sind besser!”, dieses auf “auf die eigene Schulter klopfen”, das ich – man gestatte mir auch noch Projektionen im klassischen Sinne oder einfach “Reinszenierungen” – noch zu sehr wahrnehme. Ich denke, wir kommen nicht daran vorbei, zuzugestehen, daß wir auch noch “in der Vergangenheit” leben dürfen und nicht “nur” in unseren so klug aus-gedachten Konstruktionen, Inszenierungen etc.. Es könnte sonst sein, daß viele nicht mitkommen.
    In meiner täglichen Arbeit als Arzt erlebe ich dies ständig Es taucht ständig die Frage auf, was machen wir mit dem Vergangenen. Das ist dann manchmal wie Zeitung lesen. Ich hoffe, Sie verstehen diesen vielleicht antiquierten Begriff von Therapie. Etwas anderes wäre mir zu abgehoben oder zu abgekehrt.

    Aber vielleicht habe ich Sie jetzt auch mißverstanden. Darüber wäre ich natürlich sehr froh, denn es wäre etwas bei Ihnen von mir angekommen! Nur keine Scheu!

    Jetzt muß ich meinen Beitrag von heute schreiben. Vielleicht komme ich nochmals auf Ihren Beitrag zurück. Ihr Hinweis auf Ihr Buch hat mich neugierig gemacht.

    Herzliche Grüße aus Nürnberg Hans Baitinger

    Kommentar by Hans Baitinger — 19. Januar, 2006 @ 05:00 Uhr

  3. Liebe Frau Karaba,
    ich wollte auch noch der Hoffnung Ausdruck verleihen, daß wir das, was einige nur noch in irgendwelchen Studios tun dürfen, auch einfach so im Alltag uns erlauben zu tun. Vielleicht sagen Sie jetzt: überall ist ein Studio. Vielleicht?

    Kommentar by Hans Baitinger — 19. Januar, 2006 @ 05:03 Uhr

  4. Lieber Herr Baitinger, ich empfinde das auch so, dass ich Sie in Ihrem Beitrag gut verstanden habe. Deswegen habe ich darauf geantwortet. Meine Antwort hat darauf abgezielt die Alchimie der Seele, mit produktiven Gedanken, wieder auszugleichen.
    An diesem Weblog müßte man wohl ständig teilnehmen und auf der Ebene der Subkommentare unentwegt Mißverständnisse klären. Zumindest, wenn man daran interessiert wäre “richtig” verstanden zu werden. Richtig hinsichtlich der Richtung. Wie gesagt versteht jeder immer das, was in sein Bild passt. Das scheint hier seriös zu funktionieren, weil die hier Sprechenden und Angesprochenen vermutlich ein ähnliches Bild der Welt haben und sich über die “Richtigkeiten” , “Trends” oder “Ähnlichkeiten” miteinander besprechen, absprechen, aussprechen oder unterhalten wollen, wenn dies auch zugleich an der Eile mit der man es tut und der Glitschigkeit der einem entspringenden Worte und der individuellen Abgrenzungswut ständig auch irgendwie scheitert.
    Mir gefällt, wie Ihnen, wenn ich Sie da verstanden habe, dass ich mir hier erlauben darf, “was einige nur noch in irgendwelchen Studios tun dürfen”: nämlich ad hoc zu formulieren, was mich bewegt, anregt oder inspiriert und mich dabei in annähernd der Gesellschaft zu wissen, von der ich erwarte (!) verstanden zu werden:
    Es ist wie der Vorraum zu einem bestimmten definierten Institut, sagen wir für Systemtheorie und Konstruktivismus, an welchem die Wände vollgehängt sind mit diversen Mitteilungen der Insitutsangehörigen.Besagter Personenkreis kann hier ungeniert inserieren, die Leute können ihre unterschiedlichen Überzeugungen, Geschichten, politischen Vorlieben, Empfindlichkeiten, Alltagsnöte und Interessen anschlagen, in der Gewissheit damit nicht falsch am Platz zu sein und mit ihren Vorschlägen, Anliegen oder Forderungen bestenfalls auf einen Interessierten oder Gleichgesinnten zu treffen. Im Grunde aber wird hier eine neue Form der Unter-Haltung angeboten, die bekanntlich zur Sucht führen kann, oder zur Inflation, wenn man nicht gut auf sich Acht gibt.

    Was die Vergangenheit betrifft: die gehört aus differenzlogischer Sicht notwendigerweise mit zum Unterscheiden und zur Konstruktion, ebenso wie die Zukunft:
    wir überblicken und übergreifen, intellektuell, sinnlich und gefühlsmäßig unterscheidend, das Ganze Feld unseres Lebens – immer JETZT.
    Um die vergangenen und zukünftigen Möglichkeiten von Unterscheidungen vor uns auszubreiten, also um Fremdreferenz, das heißt um das LEBEN zu entfalten, kommen wir darum nicht herum. Darin liegt eben die Paradoxie.

    Dabei stellen sich alle Möglichkeiten vor und es stellt sich heraus, dass wir wirklich und wirksam in unserem begrenzten persönlichen Umfeld handeln können, ohne zu wissen, was letztlich dabei herauskommt. Erst wenn wir gelernt haben werden auf die minutiösesten Unterscheidungen zu achten, also auf bestimmte Unterscheidungen zu verzichten, uns einerseits im Unterscheiden stark einzuschränken und andrerseits sehr diffizil zu unterscheiden, werden wir das Leben und unser Leben (soweit dies überhaupt möglich ist) in den “Griff” und “Begriff” bekommen.
    Unsere Gedanken oder Beschreibungen, zum Beispiel wie wir systemisch bewusst leben, denken und handeln, sind wir eingeladen in diesem “Studio” (hoffentlich eben nicht nur sine ira et sine studio?) zuTage zu bringen, um Gemeinsames dann wieder allein zu studieren. Das ist doch sehr viel! Manchmal zu viel! Good bye Herr Baitinger – ich verabschiede mich jetzt, wünsche einen wunder schönen Tag und noch gute Wieder-Ein-Kehr-Schleifen! Herzlichst Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 19. Januar, 2006 @ 11:40 Uhr

  5. Liebe Frau Taraba, Sie schreiben: “Sie Herr Baitinger können (als LEBENDER BEOBACHTER! Und es existieren nur lebende Beobachter) meiner Sicht zustimmen, diese zu Ihrer Sicht machen oder aber sie zugunsten von Eises-Kälte und Entzauberung verwerfen. Der Gewinn meiner Sicht für die seelische Alchimie liegt auf der Hand.
    Allgemein anerkannte Beobachtungen beruhen auf einer mehrheitlichen, intersubjektiven Übereinkunft LEBENDER Anwesender etwas so und nicht anders zu beobachten.” Dies ergibt sich vielleicht aus dem Hegel`schen Duktus, was Sie da schreiben. Aber ganz so kann es auch nicht sein. Ich halte es lieber mit Ludwik Fleck (Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache), daß ich dem dann zustimme, wenn ich zu der Gruppe gehören möchte, der Sie sich auch zugehörig fühlen. Mit Sicherheit gibt es noch andere Denkalternativen und Denkstile, die Sie und ich im Moment nicht erfassen. Wenn diese Kehrwoche noch ein Weile existiert, taucht vielleicht gelegentlich ein neuer auf, plötzlich oder allmählich, von einem Einzelnen oder einer Gruppe formuliert.
    Das Spannende ist die Begegnung und Interaktion, das Ergebnis nicht immer.
    Natürlich kann eine Begegnung auch langweilen, anöden. Dennoch ist in den Menschen vor, neben und hinter mir mehr Geheimnis und Unentdecktes als es Gedanken zu denken vermögen.
    Die Zitate meiner Ausführungen waren aus dem Zusammenhang des jeweiligen Werkes herausgerissen Der Duktus des ersten Zitates stand im Kontext von Gewalt, jener des zweiten Zitates im Kontext der Verborgenheit der Gesundheit. Beide Themen stehen auf gewisse Weise in einem engen Zusammenhang. Wenn ich jetzt unsere Verkehrungen einmal in den einen und dann in den anderen Zusammenhang stelle, um den von Ihnen erwähnten kleinen Unterschied zu machen, gewinnt das an Schärfe, was wir meinen könnten. Sie wollten abklären, welche Richtung die jeweilige Aussage hat. Im einen Fall geht es um den Ursprung der Seele aus der Gewalt und um die Rettung der damit zusammenhängenden Phänomene, vor allem des Schreckens und nicht um dessen Verkehrung, Verkennung und ritualisierter Verbrämung, Ideologisierung etc. (natürlich wird es dann auch mal kalt! Aber daran kommen wir wohl in diesem Duktus nicht vorbei, an diesem Abgrund), im anderen Fall sind wohl jene Kräfte gemeint, die sich dann oder dennoch mobilisieren, aus dem Verborgenen, jenem a-systemischen Phänomen, dessen sich wohl auch Gesundheit bedient.
    Frage: wieviel Begierde haben wir nach dem einen und wieviel nach dem anderen? Welche Instanzen stehen dann noch zu Verfügung, die sich dann moralisch-systemisch-rational-modernistisch-new-agend-wassermannzeitalternd-neo-istisch verbrämen, in den Himmel oder die Hölle mimetisch oder antimimetisch heben oder verdammen lassen? Gewinn oder Verlust könnte dann heißen: Täter, Opfer, Erleuchteter, Sündenbock, Priester, Ritter oder Held oder Heiliger oder Therapeut oder Patient oder Gesunder oder Kranker, um nur einige gängige Beispiele zu nennen. Sie können dann dualistisch betrachtet werden, Descartes und Kant sei die Ehre oder aber …??? Tarabaistisch oder baitingeristisch??? Was ist das Gemeinsame an allen? Bestimmt nicht Friede-Freude-Eierkuchen!
    „Die gesunde Lebenskraft sei keiner Vorerinnerung fähig“ wähnte Hahnemann, das andere sei Polytraumatisierung, verstimmte Lebenskraft, politische, charakterliche, philosophische oder religiöse Verkennung. Er kannte Mesmer und seine Vorfahren, die sich auf der Tranceerfahrung gründeten und empfahl die Anwendung dieses Magnetisierens, das er kannte, um die Leute abzukühlen, damit sie therapierbar wurden. Es scheint also diesem Wunder, das wir Heilung nennen etwas im Wege zu stehen.„Die prähistorischen Wurzeln der Trance“ hat Walter Bongartz untersucht (s. Download der LesBar dieses verwunderbaren Carl-Auer-Verlages). In diesem Kontext scheinen die Drogen, Arzneien und ähnliche „Mittel“ die Sündenbockfunktion des Pharmakos der Antike bannen zu wollen. Ist das etwa die Wurzel der zeitgenössischen Weinseeligkeit und anderer Formen des Alkoholismus, des Drogenmißbrauchs oder gewisser Spielarten der modernsten Homöopathie?
    Schon wieder im selben Topf!
    Ich kann einfach den Therapeuten in mir nicht aussschalten. Eine Folge meiner christlichen Erziehung? Wer ist jetzt der nächste Sündenbock? Sind Therapeuten nicht immer die Wunderbarsten? Sie bereiten mir schlaflose Nächte!
    Oder wollen wir noch mal ritualisierend, verklärt, gemeinsam skandieren: “wir haben von all dem nichts gewußt”? Wenn das doch bloss stimmen könnte, diese verklärende Verkehrung!
    Herzlich wach Hans Baitinger

    Zitate aus Rorty, Der Spiegel der Natur, S. 188, 189:

    „ “Die vollständige Geschichte von Größe und Elend der Phänomenologie und der analytischen Philosophie liegt offenkundig jenseits der Reichweite dieses Buches. Im folgenden Kapitel mächte ich lediglich davon berichten, wie die Konzeption zweier Typen von Vorstellungen – Anschauungen und Begriffe – in den jüngeren Tagen der analytischen Bewegung in Mißkredit kam. Ich habe behauptet, daß der Kantische Versuch zu beschreiben, wie aus dem Zusammenkommen von Begriffen und Anschauungen Erkenntnis entsteht, uns unter dem Titel >>Erkenntnistheorie< < unseren Begriff einer spezifisch >>philosophischen< < Wissenschaft gab, die sich von der Psychologie unterschied. (Fettdruck H.B.) Dieser Befund ist äquivalent mit der These, daß man nicht wüßte, was als eine >>rationale Rekonstruktion< < unserer Erkenntnis gelten würde.

    “Gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts waren die Philosophen mit Recht um die Zukuknft ihrer Disziplin besorgt (s. “Zeittafel”, H.B.). Zum einen hatte der Aufstieg der empirischen Psychologie die Frage aufgeworfen: “Was gibt es über die Erkenntnis zu wissen, das uns die Psychologie nicht sagen kann?”
    Fußnote: “… Die Psychologie wurde in der verwirrten Hoffnung aus der Philosophie geboren, wir könnten hinter Kant zurückgehen und unsere Lockesche Unschuld zurückerobern. Seither haben die Psychologen vergeblich dagegen protestiert, daß sie von den neokantianischen Philosophen (sowohl den analytischen als auch den phänomenologischen) ignoriert werden.”

    “Dewey betonte die religiösen und sozialen Motive hinter den >>unwissenschaftlichen>> Aspekten der Philosophie und verband sein Beharren auf die Konitinuität von Wissenschaft und Philosophie mit der Ärgernis erregenden Unterscheidung zwischen dem, was die Philosophie gewesen war, und dem, was sie werden sollte … (Fußnote) der ältere Dualismus von Empfindungen und Ideen wiederholt sich im zeitgenössischen Dualismus von peripheren und zentralen Strukturen und Funktionen; der ältere Dualismus von Kärmer und Seele findet ein deutliches Echo im gegenwärtigen Dualismus von Reiz und Reaktion …” S. 253

    “Obgleich wir also Quine vollkommen darin zustimmen können, daß, wenn über das menschliche Erkennen überhaupt Entdeckungen zu machen sind, diese wahrscheinlich aus der Psychologie hervorgehen werden, können wir gleichfalls mit der Auffassung sympathisieren, die Quine Wittgenstein zuschreibt: das einzige, was hinsichtlich der Erkenntnistheorie zu tun ist, ist >>die Heilung der Philosophen von der Wahnvorstellung, das es erkenntnistheoretische Probleme gibt< <. Dieses therapeutische Programm trennt die Philosophie keineswegs von der Wissenschaft, ja, es geht sogar davon aus, daß Philosophie nichts weiter ist als Common Sense oder Wissenschaft, die mibiliseirt werde, um >>Erinnerungen zu einem bestimmten Zweck< < zusammenzutragen.” S. 254

    Titel: Der Spiegel der Natur : eine Kritik der Philospohie / Richard Rorty. Übers. von Michael Gebauer
    Verfasser: Rorty, Richard
    Ausgabe: Sonderausg. zum 30jährigen Bestehen der Reihe Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft
    Verleger: Frankfurt am Main : Suhrkamp
    Erscheinungsjahr: [2003]
    Umfang/Format: 437 S. ; 18 cm
    Gesamttitel: Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft
    Originaltitel: Philosophy and the mirror of nature

    ISBN: 3-518-06744-3
    Einband/Preis: Pp. : EUR 15.00, sfr 26.40
    Schlagwörter: Leib-Seele-Problem
    4.5; 4.3; 5.1a
    Erkenntnistheorie
    4.3
    Das Mentale
    4.3; 4.5
    Sachgruppe: 10 Philosophie ; 51 Allgemeine und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft ; 11 Psychologie

    Kommentar by Hans Baitinger — 20. Januar, 2006 @ 04:02 Uhr

  6. Lieber Herr Baitinger, Sie haben mir da soviel intellektuell wahrhaft Gewichtiges um die Ohren gehauen, dass ich erstmal ausdrucken musste und nun eine summarische Antwort aus dem Gefühl versuche. Sie weisen mich ein in die zähen Flüsse intellektueller Komplexität, ich winde mich da mal heraus, steige ans Ufer, um mir einen Überblick zu verschaffen. Ich bin mir der Komplexität wohl bewusst und weiß aber auch, dass sie immer wieder nach Reduktion verlangt, um in ihr sinnvolle Orientierungslinien ausmachen zu können. Da meine ich nun nicht „Mathematisierung der Füllen“ (Husserl) oder gar die radikale Beschneidung des Baumes der Erkenntnisse.
    Ich sehe Reduktion lieber im Bilde des Besteigens eines Flugzeuges, um den Verlauf des Flusses oder den Baum als Ganzes zu sehen, um mich nicht in den Einzelheiten und Verästelungen zu verlieren, um den Weg als Ganzes zu überblicken, um wieder in der Lage zu sein, „schlank und kühn die Lebenswege zu wandern“ (I GING).
    Allzu gern streift man, ums metaphorisch auszudrücken, durch die Gestrüppe der Komplexität, um sich alle juckende Fragen von der Haut zu schaben, denn da erübrigen sich alle Fragen, es gibt sie nicht. Fragen ergeben sich erst aus einem erhabenen Standpunkt.

    Allzu gern suhlt man sich auch im Negativen des Positiven, um sich einen Schlammpanzer über die empfindliche Haut zu legen. Man ist damit besser geschützt, hat sozusagen eine dicke Haut bekommen. Wir reden von Ausweglosigkeiten, Sinnlosigkeiten, Kälten, und der Entzauberung, ohne zu beobachten, dass wir mit diesen Unterscheidungen, diese erst erzeugen und uns dann eine dicke Haut anschaffen müssen. Ein blöder Zirkel.
    Warum installieren wir nicht, mitten in dieser Komplexität, etwas Animierendes, Inspirierendes, Belebendes, Nährendes – uns selbst als sprudelnde Quellen kreativen Lebens?

    Glauben Sie denn, nur irgend ein Mensch kann übersehen, wie es mit der Welt bestellt ist?
    Die Logik der Welt hat sie so bestellt.
    Doch, wenn überhaupt: einzig SIE können in der Welt etwas ändern. Die Erfolge kennen Sie, haben Sie schon oft erlebt. Vermutlich dann, wenn Sie als Therapeut Ihren Patienten/Klienten, wie subtil auch immer, die Hölle heiß machten. Ich glaube das ist das einzige, außer dem Handauflegen, was der Klient wirklich von Ihnen will. Nämlich, dass Sie ihm Feuer unterm Hintern machen. Warum sonst gäbe es denn so oft „Spontanheilungen“ bei Todgeweihten?

    Ich glaube wir können uns unterm Zaun durch darauf einigen, dass das Leben nicht einfach ist und nicht gütig, sondern hart, wild, grausam und gleichermaßen Ehrfurcht gebietend in seiner Niedrigkeit wie in seiner Erhabenheit. Kein Duktus von Hahnemann, Hegel, Nietzsche kann dies ändern, aber WIR können das Leben besänftigen, indem wir auf es HÖREN und ihm subtil, gewandt und vor allem unerschrocken ANTWORTEN

    Was mich so sehr anödet, was so lähmend ist, sind Defaitismus, Larmoyanz und Selbstgerechtigkeit in allen ihren Einfärbungen.

    Was Ihre Beobachtungen und Zitate betrifft: ich wollte Sie da bestimmt nicht belehren, sondern meinem Gefühl nach und aus meiner Sicht Sie unterstützen gegenüber allen verzweifelt aufgeklärten Entzauberungsversuchen, verzweifelten Kältewahrnehmungen und angeblichen Sinnlosigkeiten, die aus Zitaten von nicht lebenden Beobachtern, stammen. Da Sie dem nichts entgegengesetzt haben, musst ich es tun. Da kann ich leider nix dafür.

    Ich wollte Ihnen, quasi im Vorübergehen kurz die Hand reichen, damit Sie mit mir zusammen sicher über den Graben springen, den Sie da gerade aufgerissen haben. Als Therapeut sind Sie vermutlich geübt darin, sich in den Gräben, die die Welt spalten, schadlos aufzuhalten und in der Schilderung der Abgründe professionellen Genuss zu finden. ich springe lieber über die Gräben drüber.
    Ich weiß, dass es diese Sichten, Absichten und Abgründe alle gibt, ich kenne viele viele Denkweisen, habe mich durch viele hindurchgearbeitet, habe mich schließlich für meine produktive ganz bewusst entschieden, um genau diesen anderen Denkweisen als Gegengewicht zu dienen. Es ist die vollkommen freie Wahl jeder Person, welcher Denkkonzeption sie den Vorzug gibt. Und jede Wahl hat Folgen, welche können wir nicht wissen.
    Ist es also eh egal, was wir denken?
    Ich glaube für das ganz persönliche Leben ist es ganz und gar nicht gleich gültig wie einer und was einer denkt. Das hat sehr viel und GESAMTHAFT mit GESUNDHEIT zu tun (Warum denken Sie hatte Nietzsche sein ganzes Leben lang unerträgliche Kopfschmerzen usw.?) und daraus dürften sich gemeinsame Standpunkte ermöglichen. Mit herzlichen wachen Grüßen Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 20. Januar, 2006 @ 18:21 Uhr

  7. Liebe Frau Taraba,
    Sie sprechen mir wirklich aus dem Herzen!
    Auch ich bin wie Sie ja schon bemerkt haben, eine Verfechterin und Aktionskünstlerin des “kleinen Glücks” und übe mich in den immer wieder täglich neuen Inspirationen und kreativen Wendungen in der nun mal so vertrackten und komplizierten seienden und denkkonstruierten Welt bei gleichzeitigem heftigen Lautgeben, wenn es um mich herum zu diesen selbstgefälligen Übertünchungen kommt.
    Ich finde das erfolgreich. Oder bin ich da zu naiv?
    Den verflochtenen Denkgebäuden meines Mann gegenüber fühle ich mich schon gelegentlich naiv. Doch die (kleinen und manchmal auch grösseren) Wirkungen meines Tuns, in mir selbst, bei den Meinen und bei meinen Klienten finde ich lohnend und sinnvoll und sie tun einfach gut.
    Und auch mein Mann schmilzt übrigens bei dem Duft und Geschmack meines Apfelkuchens (Rezept ist drin am 22.1.) und so anderem mehr.

    Herzlich verbundene Grüsse aus einer nährenden Frau-Enklave
    Heidi Baitinger

    Kommentar by Heidi Baitinger — 22. Januar, 2006 @ 08:51 Uhr

  8. JA!!! Ich empfinde das unglaublich erfolgreich und überzeugend und gar nicht naiv, was Sie alles sagen. Zu Ihnen würde ich in Not auch sofort mit großem Vertrauen in die Praxis kommen und wir würden uns schief lachen und jeder wäre gleich wieder ein bißchen heiler! Ganz und herzlichst Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 22. Januar, 2006 @ 19:06 Uhr

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