Liebe dich selbst und all Deine Probleme sind gelöst?
Daniela Beer
Ich lese gerade das Buch: “Liebe Dich selbst und es ist egal, wen du heiratest! Es ist schon monatelang auf der Bestsellerliste, die Hälfte meiner KlientInnen hat es gelesen (sie empfehlen es mir immer…) und anscheinend auch zwei Drittel meiner KollegInnen in Sozialarbeit und Therapie! Also dachte ich mir, ich muss es jetzt auch mal lesen.
Die Verfasserin beschäftigt sich u. a. mit der Selbstliebe, mit dem “richtigen” Mannsein und dem “richtigen” Frausein, und bedient dabei uralte Klischees. Männer sind gebend und Frauen empfangend (aha…? denke ich…) und sie stellt die provokante These auf, dass Scheidungen und Trennungen nahezu immer unsinnig und unnütz sind, da wir mit jedem Partner, jeder Partnerin doch immer nur uns selbst begegnen, und aus diesem Grund gerne den /die behalten können, den/die wir gerade haben.
Mir gefällt an ihren Ausführungen, dass sie mit der Idee aufräumt, es müsste nur die “richtige” Partnerin/der richtige Partner kommen und diese/r würde uns dann endlich “glücklich” machen. Stattdessen betont sie die eigene Verantwortlichkeit jedes Menschen für sein Glück.
Mir mißfällt, das sie Wahrheitspostulate aufstellt und ich empfinde ihre Art der Darstellung häufig als moralisierend.
Durchweg amüsiert mich ihr Sammelsurium aus unterschiedlichem therapeutischen Gedankengut. Ich meine etwas “Hellinger” herauszuhören, etwas “Transaktionsanalyse”, “Arbeit mit dem inneren Kind” etc. Ein wenig fühle ich mich wie früher, beim “Dalli-Dalli”- Bilderraten, immer wenn ich meine, ich hätte endlich erfasst, welche therapeutische Richtung bzw. Schule sie vertritt, kommt eine neue Facette dazu und verändert das Bild.
Das Buch bezieht sich zwar an vielen Stellen auf “Glückskonzepte” – dennoch eine Erkenntnis des Tages habe ich heute leider nicht!
P. S. Mir ist natürlich bewußt, dass ich nicht wissenschaftlich korrekt zitiert habe, aber es handelt sich ja weder bei meinen Gedanken, noch bei den Gedanken der Verfasserin, Eva – Maria Zurhorst um wissenschafliche Ausführungen. Man möge es mir also nachsehen!
4 Kommentare
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Da hat sich Frau B. noch schön aus ihrer 70iger Jahre Selbstverwirklichungsecke herausbegeben. Die damals postulierten Irrtümer, die letztendlich auch aus der bekämpften Ellbogenmentalität und Wegwerfgesellschaft stammen, wollen viele Scheidungstäter (Beziehungskrüppel?) auch heute uneingeschränkt gelten lassen. Das ist ein Irrtum. Die Auswirkungen auf die Kinder sind ja nun hinreichend bekannt. Aber es gibt nunmher auch immer mehr Untersuchungen, die zeigen, dass auch die die aus der Ehe ausbrechen mit den neuen Partnern nicht glücklich werden. Auch die seelischen Verwüstungen sind noch nach Jahren bei den Beteiligten nicht verarbeitet. Und den ganzen Singles kommt nach dem dritten Glas Rotwein auch die Einsamkeit und die Verbitterung darüber aus allen Poren. Dann ist es doch schon lohnenswert, den Gedanken von Zurhorst weiter zu verfolgen und sich zuerst zu fragen, was an mir nicht stimmt bevor ich die (langjährige?) Partnerschaft zerschlage. Das geht auch mit professioneller Hilfe. Und die ist allemal besser als wenn beide getrennten Eheleute allein auf der Couch des Psychologen sitzen. Für den hier verfochtenen Ansatz sprechen auch noch Untersuchungen über Lebensqualität, Gesundheit und Lebensalter in langjährigen und harmonischen Beziehungen. Hier gibt es für die alten Paare hervorragende Ergebnisse. Also der ganze Selbstverwirklichungsscheiß ist ein Irrweg. Lieber in der Ehe/Beziehung die eigenen Interessen durchkämpfen und die Gemeinsamkeit jeden Tag neu entdecken.
Kommentar by NorbertK — 17. Juni, 2007 @ 21:25 Uhr
Was hat das Buch von Eva- Maria Zurhorst eigentlich mit Selbstliebe zu tun ?
Kommentar by siehan — 17. September, 2007 @ 21:06 Uhr
Ich denke, dass der Spruch im eigentlichen Sinne wahr ist.
Alles beginnt bei dir und endet auch bei die. Dennoch ist der Titel irreführend, weil der weg zum ” liebe dich selbst” nicht aufgezeigt wird. Das hört sich jetzt doof(unwissenschaftlich) an, denn die Wege sind sicherlich für jeden von uns unterschiedlich, trotzdem hätte ich gerne mehr über den persönlichen Weg der Autorin erfahren. das Buch liest sich aber so, als wäre der weg für sie von Anfang an schon da gewesen!
Kommentar by siehan — 17. September, 2007 @ 21:11 Uhr
Sorry für die Rechtschreibfehler!
Kommentar by siehan — 17. September, 2007 @ 21:14 Uhr