Simons Systemische Kehrwoche

Supernanny – warum die Sendung so erfolgreich ist

Marie-Luise Conen

29.1.2006

In der Jugendhilfe werden MitarbeiterInnen immer wieder oder sogar häufiger mit dem Wunsch von Eltern konfrontiert, dass man eine solche Art von Hilfe möchte, wie sie die “Supernanny” im Fernsehen leistet. Implizit u.a. erwartend, dass da mal ein Experte die Kinder zurecht rückt.

Ich bin der Grundidee dieser Sendung nicht grundsätzlich gegenüber ablehnend eingestellt und habe eine ähnliche Position wie Helm Stierlin in einem Interview mit dem Tagesspiegel (gemeinsam mit der “Supernnanny, Katharina Saalfrank). Ich finde es jedoch ethisch schwer vertretbar, Kinder in ihrem Verhalten einem Millionenpublikum auszusetzen – und sie dann in Schule, Freundes- und Verwandtenkreis damit umgehen müssen.

Aber ich möchte hier in diesem Rahmen nicht im besonderen auf diese Aspekte eingehen, sondern einige Überlegungen, die ich gemeinsam mit anderen systemisch orientierten KollegInnen zusammen getragen habe, darlegen.

Denn die Vorgehensweise von “Supernanny” entspricht ja nicht unseren Vorstellungen eines systemisch orientierten Menschenbildes sowie unserer Prämisse, dass Menschen in ihren inneren Prozessen und Zuständen nicht instruierbar sind (Maturana).

Hier einige Idee, warum die “Instruktionen” der “Supernanny” dennoch funktionieren:

  1. Es ist ein Konzept. Dieses Konzept ist in weiten Teilen in sich schlüssig, für Zuschauer und Beteiligte einsichtig und leicht aufzugreifen – Eltern sollen sich durchsetzen.
  2. Die Familien bzw. die Eltern sind hoch motiviert, alle Welt schaut zu, keiner kann sich “erlauben zu scheitern”.
  3. Es erfolgt ein intensives Antrainieren von Verhaltens- und Kommunikati0nsmustern (und Verhaltenstherapie hat nachgewiesen, dass trainieren hilft).
  4. Die Eltern (und Kinder) sind instruierbar, weil sie nicht mehr weiter wissen, alles ist besser als dass es so weiter geht.
  5. Es besteht ein enormer Druck, innerhalb von wenigen Tagen muss es laufen. Es muss jetzt einfach endlich kappen, denn sonst sind die Eltern “blamiert”.
  6. Die Eltern übernehmen die Verantwortung für den Erziehungsprozess. Sie werden auf die Wichtigkeit ihrer Rolle hingewiesen und greifen diese Idee auf.
  7. Der “Supernanny” wird eine hohe Kompetenz und Wissen/Fachwissen zugewiesen. Sie weiß was gut ist für die Familie.

usw. usw.

Dies sind nur einige Ideen zum Erfolg der Supernanny, vielleicht haben Sie noch weitere Ideen dazu?

Einen schönen Sonntag – wenn Sie Kinder haben, mit “friedfertigen” Kindern, die Ihnen die Zeit lassen, ins Internet zu schauen.

Ihre Marie-Luise Conen

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16 Kommentare

  1. Liebe Marie-Luise Conen,

    wenn ich auch mit meinem Kommentar zu diesem Thema etwas spät dran bin, so finde ich es doch gut, dass die “Super Nanny” einmal wieder zum Thema wird. Gerade in der letzten Woche war ich beim zappen und nach langer Zeit wenige Minuten Super-Nanny sehen doch erschüttert.
    Erschüttert von einer Infragestellung elterlicher Intuition und Kompetenz im Beisein des betreffenden Kindes durch direktive Interventionen der Nanny auf die Mutter hin mit einem gewissen Absolutheitsanspruch.
    Und trotzdem bleibt die Frage, ob ich (wir) aus der therapeutischen Sicht damit nicht mittlerweile recht alleine da stehen.
    Wie laut ist der Schrei der “Gesellschaft” nach normativem Instruiert werden in pädagogischen und anderen Fragestellungen?
    Eltern verlangen wie selbstverständlich nach der Super-Nanny, die Jugendhilfe wehrt sich häufig kaum noch, wenn die SPFH einen neuen Namen bekommt usw.
    Und im Notdienst der kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik höre ich Sätze wie: Wir müssen jetzt kommen, das Medikament hilft nicht und die Super-Nanny ist auch nicht zu erreichen.

    Viele Familien scheinen stärker als zuvor eine normative Orientierung in Erziehungsfragen zu brauchen und auch zu verlangen.
    Das muss nicht schlecht sein, aber normativ=direktiv?
    Gibt es nicht auch eine Möglichkeit, diesem Bedürfnis nachzukommen, ohne es reduktionistisch bis ins dorthinaus und so populistisch zu tun? So, dass Respekt, Möglichkeitskonstruktion und neue Freiheitsgrade in Selbsverantwortung der Eltern Orientierung geben?

    Ich bin dem Grundgedanken auch nicht abgeneigt, zumindest nicht, wenn ich mir den Bedarf an Orientierung im oft sozialpsychiatrischen Alltag einer Großstadt vor Augen führe und doch bleibt bei mir über:
    Bitte nicht so! (Aber wie dann?)

    Herzliche Grüße

    Björn Enno Hermans

    Kommentar by Björn Enno Hermans — 30. Januar, 2006 @ 20:41 Uhr

  2. Liebe Marie-Luise,

    ich bin dem Grundgedanken einer Erziehungsfernsehshow schon abgeneigt. Und zwar deshalb, weil ich das Vorführen von belasteten Kindern und Eltern im Fernsehen für ethisch nicht vertretbar halte. Wieviel Einwilligung können Kinder dazu geben? Werden die von Dir erwähnten möglichen Reaktionen im Verwandten-oder Freundeskreis in irgendeiner Form begleitet?
    Ich finde es gut, daß Frau Saalfrank die Möglichkeit hat, “in den Schuhen” der Familie herumzugehen, den “Familientanz” nach Minuchin aufzugreifen, indem sie sich in den Kontext der Familie begibt.
    Aber nutzt sie das wirklich? Die kurzen Sequenzen, die ich gesehen habe, waren gekennzeichnet von “Ich bin die, die weiß was hier passieren muß”,”Ihr seid zwar die verantwortlichen Eltern, aber ich sage Euch, was Ihr tun müßt!” Sich Zeit zu nehmen, um individuell Ansatzpunkte für familiäres Wachstum und Veränderung zu finden, ist in einem solchen Setting doch eher nicht möglich.
    Das widerspricht in meinen Augen dem Ziel, daß die Eltern sich selbst als Experten für ihre Kinder begreifen.

    Herzlichen Gruß Katharina Kautzsch

    Kommentar by Katharina Kautzsch — 6. Februar, 2006 @ 22:09 Uhr

  3. Liebe Marie-Luise Conen,

    die „Super Nanny“ hat Sommerpause – dennoch sollte die Diskussion um die Sendung hier nicht stoppen. Zur Zeit forsche ich über die Konsequenzen, die für Familien entstehen, die an der Sendung teilgenommen haben. Während dieses Prozesses ändert sich meine Einstellung zum Sendeformat ‚Super Nanny’ stetig. Es verstärkt sich meine Meinung, dass belastete Familien vorgeführt und teils gedemütigt werden, um ein Fernsehpublikum zu unterhalten.

    Betroffene Mütter berichteten mir von Szenen, die mehrmals gedreht wurden, und einem allgemein wenig authentischen Alltag während der Dreharbeiten. Sie zeigten sich enttäuscht, dass in ihren ausgestrahlten Folgen hauptsächlich „schlechte“ oder „traurige“ Szenen gezeigt wurden. Hinter der Kamera finden freundliche und auch lustige Gespräche statt, die der Zuschauer/ die Zuschauerin nicht zu sehen bekommt.

    Katharina Saalfrank wird oft als die „Erziehungs-Domina“ Deutschlands bezeichnet. Ihr autoritärer Erziehungsstil und die Lehrerinnenhafte Erscheinung wirken einschüchternd und entmutigend. Es muss jedoch angemerkt werden, dass die Sendung sich seit Beginn stetig verändert hat, wie auch aus einem Interview mit Holger Rettler (dem Produzenten der Sendung) vom Oktober 2005 hervorgeht. Die Eltern- und Kinderregeln wurden abgeschafft und für jede Familie werden nun individuelle Regeln und Vereinbarungen getroffen.

    Aus der strengen Katharina wurde Katia im Freizeitoutfit – ohne Dutt und Brille – und von Zeit zu Zeit gibt es für die Eltern ein aufmunterndes Wort oder Lob für schnelles Umsetzen der antrainierten Verhaltensweisen.

    Somit halte ich die Sendung bei aller Kritik ( die ja hier schon genannt wurde) für nicht völlig wertlos. Offenbar stillt sie einen spezifischen Bedarf an Beratung. Möglicherweise erreicht die Sendung vor allem „Unterschicht-Familien“, die wenig Affinität zu Fachliteratur, Elterngruppen und traditioneller Erziehungsberatung haben. Auch Familien, die sich ihrer Erziehungsprobleme wenig bewusst sind, erhalten durch die Sendung nebenbei einige nützliche Anregungen (wie z. B. die Bedeutung eines geregelten Tagesablaufs, Vereinbarungen in Familien und Umgangsformen).

    Kommentar by Anna Stein — 28. Juli, 2006 @ 09:51 Uhr

  4. hallo

    also wir wurden nicht gedemütigt.
    die individuellen regeln gab es schon die ganze zeit. es wurden regeln gemacht die zu den jeweiligen familien passen, nun sind es vereinbarungen.

    man kann auch nicht ales zeigen was passiert, wenn man die werbung abzieht, sind es nur 45 min die man sieht.

    mich hat katia saalfrank nicht eingeschüchtert oder entmutigt, ganz im gegenteil, sie gab mir mut nicht aufzugeben.

    die super nanny ist überhaupt nicht wertlos.

    die frage, warum die sendung so erfolgreich ist, ist meiner meinung nach einfach zu beantworten.
    es gibt so viel familien die sich hilfe auserhalb suchen aber keine bekommen. wir haben auch lange gesucht, doch keiner konnte uns helfen, wir bekamen auch zu hören das man uns mit diesem kind nicht weiterhelfen kann, da frag ich mich: was sind das für ärzte oder psychologen, für was haben die studiert??. bei vielen stellen gibt es wartezeiten von einem jahr, kurse kosten eine menge geld, das kann sich kein normalverdiener in der heutigen zeit leisten. da frag ich mich echt, wo ist da die hilfe für familien die wirklich hilfe brauchen und möchten.
    da muss man sich nicht wundern das dann so viele zum tv gehen.

    und deshalb ist die super nanny so erfolgreich

    lg yvi

    Kommentar by yvi — 2. September, 2006 @ 16:10 Uhr

  5. Was schreibst du den hir für Scheiße Anna,wehr gab dir so eine Auskunft.Katia ist für unsere Familie der wischtigste Mensch geworden.Sie hat uns geholfen wo andere uns Stehn gelassen haben.Meine Kinder wurden niemals vorgeführt,sie mußten auch nie eine Szenen widerhollen was du da schreibst ist echt gemein.Du kannst dir kein Urteiel erlauben.
    Ich kann echt nur jeder Familie Raten die Probleme und Sorgen mit ihren Kindern haben sich,die hielfe von Katia zu hollen,sie macht echt super Arbeit.L.G.Daniela

    Kommentar by Daniela — 2. September, 2006 @ 17:48 Uhr

  6. Liebe Anna,

    soso,ich wusste warum ich Dir kein Interview geben wollte und ich habe auch Yvi gewarnt.
    Solche Leute hab ich schon gern ins Forum kommen die Leute ausfragen und hinterher auch noch Müll erzählen.
    Niemand wird da vorgeführt und wiederholen mussten wir auch nichts!!Weiss ja nicht wie die Familien die mit dir gesprochen haben darauf reagieren.
    Mit Sicherheit werden die mit dir nichts mehr am Hut haben.
    Liebe Grüsse Kerstin

    Kommentar by Kerstin — 2. September, 2006 @ 19:43 Uhr

  7. Zu den drei vorhergehenden Blogeinträgen möchte ich folgendes sagen:

    Es hat mich sehr getroffen, dass meine wissenschaftliche Arbeit nun von einigen so nieder gemacht wird. Die von mir interviewten Familien (ich nenne hier keine Namen) habe ich mit dem größten Respekt behandelt, alle habe ich vorher über mein Forschungsvorhaben aufgeklärt und sie willigten gerne ein, mir Informationen für meine Arbeit zu geben. Es wurde vereinbart, dass alle Familien anonymisiert werden. Ich habe keine Informationen an Dritte weiter gegeben und bin enttäuscht, dass ich nun mit Schülerinnen verglichen werde, die im Forum auf höchst unmanierliche Weise versuchten, an Informationen zu kommen.

    Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass es sich hier um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, deren Ziel es ist, aufzudecken, ob die Sendung „Super Nanny“ wirklich hilfreich für die Familien ist, oder nicht. Hierzu mögen die Meinungen, wie man oben sieht, auseinander gehen. Zwar sind meine Interviews aufgrund ihrer geringen Anzahl nicht repräsentativ, doch der Tonus ist so wie beschrieben, eher negativ. Was ich oben geschrieben habe, entspricht der Wahrheit und ich stehe dazu.

    Uns allen ist wohl klar, dass Erziehung in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert hat. Die Hilfsangebote für Familien sind, wie von meiner Vorrednerin Yvi beschrieben, oft teuer, haben hohe Wartezeiten und sind häufig schwer erreichbar. Das ist aus meiner Sicht ein Grund, warum es Sendungen wie die „Super Nanny“ ins Privatfernsehen geschafft haben. Doch mit der Art, wie die Familien dargestellt werden bin ich nicht einverstanden. Ich halte die zusammen geschnittene Sendung für wenig authentisch, die „Vorführung“ der Kinder entwürdigend und die Darstellung der Eltern teilweise erniedrigend. All das scheint mir mehr auf Quotenfang gemünzt zu sein, als es echtem Beratungsanspruch gerecht wird. Im Übrigen hat sich meine Vermutung, dass die Verhaltensänderung von Kindern, Müttern und Vätern nicht von Dauer ist durch meine – zugegebenermaßen geringen – empirischen Untersuchungen bestätigt. Viele meiner Forschungsergebnisse werden durch Meinungen verschiedener Experten und Expertinnen aus dem pädagogischen Bereich untermauert (Kinderschutzbund etc.). Mit meiner Arbeit werde ich (auch mit Hilfe der Interviews) die Sendung daraufhin unter die Lupe nehmen, welche Änderungen nötig wären, um die Familien in ein besseres Licht zu rücken und wirkliche Hilfe durch Diplompädagogin Katia Saalfrank zu ermöglichen.

    Kommentar by Anna Stein — 4. September, 2006 @ 18:37 Uhr

  8. Liebe Anna,

    also bei mir war Katia vor 2 Jahren und die Verhaltensveränderung (wie du es nennst) hält bis heute an.Nur wenn man dran bleibt hilft es was.
    Ich kann nur nur für mich sprechen und hab keine Ahnung von welchen Familien du sprichst.Auch bin ich froh dir kein Interview gegeben zu haben!!!

    Liebe Grüsse und viel Erfolg für Deine weiteren Forschungen :-)

    Kommentar by Kerstin — 5. September, 2006 @ 20:50 Uhr

  9. Deine Arbeit will keiner nieder machen,wen du der Meinung bist mit dem was du schreibst ist es deine Sache.Katia wahr bei mir vor einem Jahr meine Kinder haben sich dadurch sehr verändert,ich habe Katia sehr viel zu verdanken.Ich bin froh das ich dir kein Interview gegeben habe.Meiner Meinung nach macht Katia sehr gute Arbeit.

    Liebe Grüße Daniela

    Kommentar by Daniela — 5. September, 2006 @ 21:39 Uhr

  10. also, der kinderschutzbund sollte sich mal lieber um die kinder kümmern denen es total dreckig geht und damit meine ich wirklich schlecht, als sich mit der sendung super nanny zu beschäftigen.

    der beratungsanspruch ist gerecht. ich kann es einfach nicht verstehen das man immer und immer wieder drauf rumhacken muss. man sieht doch von der arbeit die katia macht nur 45 min. es werden aber soviele gespräche geführt die man nicht so sieht. so wie man es im tv sieht( wie es geschnitten ist ), dafür kann katia überhaupt nichts.
    die es nicht sehen wollen oder die sendung doof finden, solen es doch dann einfach gar nicht anschauen.
    wie schon gesagt wurde, wenn man es konsequent durchführt dann klappt es auch. katia gibt sogar tipps was für therapien sinvoll sind, oder was man noch tun kann oder sollte.

    ich finde es echt nicht toll von einigen familien wie sie über katia reden. diese familien sollten doch einfach zugeben das sie es nicht geschafft haben es durchzuhalten. katia sagt selber, und das kann man auch hören bei den sendungen ( oder interview ), wenn sie weg ist, hat die familie noch einen langen weg vor sich, je nach situation.

    das ist genauso wenn ich in die schule gehe und eine arbeit schreiben muss, entweder habe ich dafür gelernt und bin gut, oder nicht und verhaue die arbeit, aber dafür kann ich dann nicht den lehrer verantwortlich machen. oder wir gehen zum beispiel zum selben arzt, dir kann er helfen , aber mir nicht. aber deswegen kann ich dann nicht sagen, der arzt kann nix, oder ihn niedermachen. und so ist es bei katia. jeder der bei der super nanny mitmacht oder gemacht hat, weiß das es eine nachbetreuung gibt, aber wenn man die nicht in anspruch nimmt, dann sollte man sich auch nicht beschweren, oder die schuld menschen geben die dafür nichts können. oder man gaugelt den menschen was vor die nachfragen wie es geht, wenn man da sagt, ach ist alles super, alles ist wunderbar- woher solen dann die menschen wissen das es gar nicht stimmt.

    liebe grüsse yvi

    Kommentar by yvi — 5. September, 2006 @ 23:43 Uhr

  11. Hallo,

    ich bin etwas erstaunt über den Tenor dieser Diskussion, warum soll nicht jeder die Dinge so wahrnehmen, wie er /sie es tut? Wer nicht überzeugt sein will, will es nicht. Ich finde – bei aller Zustimmung zu manchen Punkten – dass hier zwei Ebenen vermischt werden, die eine, ob Eltern und Kinder auf diese Weise ihr Verhalten ändern (langfristig oder was auch immer können) und die andere, wie tauglich ist es, Menschen im Fernsehen so zu zeigen, wie sie in machen Sendungen gezeigt werden. Ich wollte eine Diskussion vor allem darin anschieben in Bezug auf die Erziehungsmethoden, glaubt man, dass man mit “Instruktion” jemand verändern kann? Darüber haben wir Systemischen Therapeuten/ Familientherapeuten einiges in verschiedensten Veröffentlichungen gesagt.

    Die Tatsache, im Fernsehen vor einem Millionenpublikum sich darzustellen, ist nicht rückkehrbar, daher ist es meines Erachtens mehr als verständlich, wenn vorher und nachher jemand, der sich in der Sendung mit seiner Familie gezeigt hat, weiterhin zu dieser Entscheidung steht, würde er/sie die Dinge anders sehen, hätte das doch erhebliche Konsequenzen für die Schlussfolgerungen aus dem Fernseh”auftritt”. Also, warum soll es nicht Eltern geben, die egal wie andere sie wahrnehmen, dies als positive Erfahrung beschreiben und andere, für die es ein Albtraum geworden ist. Beides geschieht doch, in den USA gibt es zu Fernsehsendungen, in denen Leute von sich intimes/privates preisgegeben haben, Selbsthilfegruppen, wo sie sich wiederfinden können (Ausgangsunkte für eine sehr heftige Diskussion dazu, waren ein Suizid und ein Mord nach Sendungen). Leider werden in Deutschland die Familien, die daraus eher eine weniger positive Bilanz ziehen, noch sehr alleine gelassen, von daher ist es doch wichtig, dass jemand dazu auch die Probleme offenlegt und diesen Familien eine gewisse Öffentlichkeit verschafft, die sie sonst nicht bekämen.

    Noch abschließend zu der offenischtlichen Unkenntnis über Hilfeangeboten. Die Aufsuchende Familientherapie führt genau das durch, was die Supernanny mit ihren eigenen Methoden durchführt (die ich persönlich nicht teile, aber auch aus Erfahrung weiß, dass einiges davon halt einfach eine Möglichkeit darstellt, die manche professionellen Helfer auch sonst nutzen). Die Aufsuchende Familientherapie kann bei Jugendämtern beantragt werden, wie andere Hilfen zur Erziehung auch, vorausgesetzt, dass ein Hilfebedarf festgestellt wird. In der Regel gibt es dazu nicht irgendwelche Wartelisten, wenn es brennt. Beratungsstellen, die in der Regel nicht die Familien aufsuchen, haben oft andere Schwerpunkte in ihren Vorgehensweisen. Viele Jugendämter haben die AFT in ihrem Angebot und wenn nicht, schafft auch Nachfrage ein Nachdenken darüber, dass dies eine Hilfeangebot sein könnte, das für arme Familien sehr hilfreich sein könnte, wenn es in Familien nicht mehr weitergeht.

    Wenn ich allerdings sehe, dass viele der Familien, in denen die Supernanny Hilfestellung versucht zu geben, Einfamilienhäuser bewohnen, frage ich mich schon, ob es eine Frage des Geldes ist oder der Prioritäten. Ich führe Gespräche mit Familien bei ähnlichen Problenen, wie sie in der Sendung in Familien auftreten. Ich brauche ca. 5-12 Termine, das sind ca. 500,– bis 1200,– Euro, ich bin da etwas ungehalten, wenn alles materielle sonst da sein soll, aber für solche Hilfen kein Geld da ist. Das gleiche gilt übrigens auch für Paartherapien, wie viele Paare kommen zu mir, wo ich denke, warum haben die so lange gewartet, bis bei ihnen alles so festgefahren ist. Nun, ich weiß, dass viele finanziell dennoch sich eine solche Hilfe nicht leisten können, aber da sind die Jugendämter für sie da.
    Ich finde es schade, dass durch Sendungen wie Supernanny nicht auf eine solche Hilfeform wie die Aufsuchende Familientehrapie hingewiesen wird.
    Herzliche Grüße
    Marie-Luise Cpnen

    Kommentar by Marie-Luise Conen — 5. September, 2006 @ 23:59 Uhr

  12. liebe frau marie-luise conen

    ich kann ihnen sagen, bei der sendung wird auf familientherapie hingewiesen. manchmal hört man es in der sendung und manchmal nicht.

    das ist schon klar, das es für einige positiv war und für den anderen negativ. aber deshalb kann ich nicht die ganze schuld auf einen menschen abladen, und diesen menschen für alles die schuld geben.

    also ich habe keine unkenntnis über hilfs angebote, ich weiß was es alles an hilfen gibt.

    ich weiß ja nicht wie das bei ihnen ist, da wo sie wohnen.

    aber bei uns, da wo ich wohne ist es nicht so einfach hilfe zu bekommen. ich habe im internet nach elternkurse – triple p kurse -elterngruppen usw geschaut. aber da verlangt man hier bei uns oder in der nächst grösseren stadt eben einemenge geld, und das können wir nicht bezahlen.

    wir waren bei caritas, da bekamen wir zu hören: hmm, wir können es ja mal mit ein paar sitzungen versuchen ob wir ihnen helfen können, der gute mann glaubte es aber nicht so. eine psychologin meinte nach der sitzung das sie uns mit diesem kind nicht weiterhelfen kann.

    ich habe bei einigen stelen angerufen, habe das problem geschildert, habe gesagt das wir so schnell wie möglich einen termin brauchen, da wurde aber dann gesagt: wir sind total voll, ich kann sie auf die liste setzten, kann aber erst nächstes jahr sein das sie von uns was hören. wenn sie woanderster schneller ein termin bekommen geben sie uns bescheid – ich habe weitergesucht aber überall das selbe.
    ich wäre sogar bereit gewesen mit meinem kind 150 km weit zu fahren ( ok das wären benzin kosten, aber noch lange nicht so viel wie manche verlangen ) nur um hilfe zu bekommen. als dann die anmeldung im briefkasten war hat sich das auch leider sehr schnell erledigt. wenn man nicht ein jahr warten wolle auf ein termin, könne man auch für selbstkosten schneller einen bekommen, diese preise dafür waren auch wieder nicht zu bezahlen ( für uns jedenfalls ).

    vom jugendamt fang ich erst gar nicht an zu schreiben.

    also ich wohne nicht in einem einfamilienhaus.

    das sind meine erfahrungen die ich zum thema ” hilfe ” bei uns erlebt habe.

    lg yvi

    Kommentar by yvi — 6. September, 2006 @ 11:03 Uhr

  13. Hallo

    Ich habe die Diskussion nun mitgelesen. Ich muss dem letzten Kommentar von yvi recht geben. Bei uns ist es auch sehr schwer das Familien Hilfe bekommen. Ich finde es nicht sehr nett, das es bei den Super Nanny Familien immer heißt, sie hätten sich nicht um Hilfe bemüht. Aber weiß man das ????? Man kann doch nicht über Menschen urteilen wenn man sie nicht persönlich kennt und auch nicht die Lebensgeschichte. Für mich hat jede Familie bei der Super Nanny ihre eigene Geschichte auch wenn es bei vielen gleich aussieht.

    Ich finde es nur etwas merkwürdig, das nichts mehr geschrieben wird. Ich war der Meinung das es hier um eine Diskussion geht.

    Ach, also meine Meinung zur Super Nanny: Ich finde diese Frau macht eine hervoragende Arbeit, im Fernsehen kommt sie mir sehr Symphatisch rüber. Ich finde diese Sendung sehr Hilfreich.

    Herzliche Grüße Heidi

    Kommentar by Heidi — 9. September, 2006 @ 22:07 Uhr

  14. Hallo Anna Stein,
    ich finde es sehr interessant, was du schreibst. Ich habe die Sendung “Super Nanny” zum Thema meiner Diplomarbeit gewählt und stecke gerade mitten in der Recherche. Ich würde gern mit dir in Mailkontakt treten! Vielleicht schreibst du mir an folgende E-Mail Adresse: campanula-patula@web.de
    Herzliche Grüße,
    Katrin Berger

    Kommentar by Katrin Berger — 15. Oktober, 2006 @ 10:04 Uhr

  15. Hallo ich finde es sehr interessant was es hier für verschiedene Meinungen über die Super Nanny gibt. Ich muss sagen das die Nanny ihre Sache gut macht. Da es nach der Super Nanny eine so große Nachfrage gibt, wäre ich der Meinung so eine Person für das normale Leben auch einzusetzten. Meine Sie dass es soetwas geben kann? Das jemand in die Familien geht und sie so unterstützt und berät wie die Super Nanny.? Nur eben ohne Kameras. Was meinen Sie dazu Ihre Meinungen interessieren mich sehr. Sie können mir unter SandraFischer3@gmx.net eine Nachricht hinterlassen was Sie davon halten. Vielleicht kann mit vereinten Kräften soetwas geschaffen werden. Tschüss sagt Ihre Sandra

    Kommentar by Sandra — 21. November, 2006 @ 11:43 Uhr

  16. Hallo Anna Stein!
    Auch ich verfasse gerade meine Diplomarbeit mit einem Schlußteil, der von der “Super-Nanny” handelt.
    Wie Katrin Berger auch, würde ich mich sehr über einen Mailkontakt mit Dir freuen.
    Ich hoffe, es ist Dir nicht zu stressig?!
    Meine Adr. lautet: zoemania@web.de
    Danke, und liebe Grüße auch an Dich, Katrin Berger!
    Zoe

    Kommentar by Zoe — 21. November, 2006 @ 21:04 Uhr

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