Simons Systemische Kehrwoche

Gute Vorsätze und freier Wille

Horst Kasper

Liebe Freundinnen und Freunde des Auer-Blogs,

Ihnen allen ein gesundes und frohes neues Jahr! Ich freue mich, dass mir die Ehre zuteil wurde, in der ersten Kehrwoche 2006 den Besen zu schwingen und übernehme diesen gerne von Ihnen, lieber Herr Caby, der Sie das am Neujahrsmorgen so ungewöhnlich gut ausgeruht tun konnten – nicht ohne Ihnen einen angenehmen Urlaub in den Schweizer Bergen zu wünschen. Viel Spaß im Schnee und überhaupt!

Der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert, sagt man, was allerdings niemanden hindert, besonders zum Neujahr es stets aufs Neue zu versuchen. Man nimmt sich eben einiges vor und der Jahresbeginn ist dafür ein markantes Datum. „Fangen Sie an. Gleich morgen früh“, sagte die Bundeskanzlerin (oder so ähnlich) in ihrer Neujahrsansprache am Silvesterabend zu uns Bürgern, damit es aufwärts gehe mit Deutschland.

Nun gab es im vergangenen Jahr eine heftige Kontroverse um den freien Willen des Menschen. Bestimmt er, oder bestimmt „es“, nämlich das Unbewusste im Gehirn seines Besitzers, was sein Herr tut? Ist Sigmund Freuds bahnbrechende Theorie jetzt mit Hilfe der modernen fMRTs (funktionelle Magnetresonanztomographen) belegt?

Ein ebenso beliebter wie in den meisten Fällen unerreichbarer Vorsatz zu jedem neuen Jahr ist wohl der (fast) aller Raucher, ihr Laster aufzugeben. Nur ein paar Wenige halten sich angesichts unwiderlegbarer statistischer Werte noch immer an flotte Sprüche wie: „Geräucherte Ware hält sich länger.“ Der große Rest versucht es unverdrossen mit guten Vorsätzen. 40000 Tote infolge des Rauchens in Deutschland jährlich, mehr als das Zehnfache der Verkehrsopfer sind ja auch ein starkes Argument. Dazu die massive Erhöhung der Tabaksteuer, die das „Rauchopfer“ erheblich verteuert. Nichts hindert die Süchtigen ihrer Sucht treu zu bleiben, auch nicht gute Vorsätze. Ist das also ein Beispiel dafür, dass der Mensch keinen freien Willen hat? Dagegen spricht die Tatsache, dass ein paar Wenige es doch immer wieder schaffen. Aber wie gelingt es ihnen? Und (noch wichtiger) wie könnten es viele schaffen?

„Die besten Reformer sind diejenigen, die bei sich selbst anfangen“, schrieb Georges B. Shaw. Ich habe es getan. Vor genau 50 Jahren habe ich angefangen aufzuhören, deshalb schreibe ich hier gerne darüber. Zuerst hat es geklappt – für ein knappes Jahr. Irgend ein Anlass und der Gedanke, man könne ja jetzt entwöhnt „ein wenig“ rauchen, war das vorläufige Ende meines Nichrauchertums. Damals war das Wissen um die Suchtsteuerung im Gehirn noch nicht verbreitet. Jedenfalls nicht bei mir. Die praktische Erfahrung damit war um so heftiger. Nach kurzer Zeit war die alte Dosis erreicht. Der Erfolg war also von kurzer Dauer. Mehrere Versuche folgten. Aber erst 1968 bekam ich die Sache wirklich und endgültig in den Griff und zwar nicht über einen Neujahrsvorsatz, sondern durch einen plötzlichen, aber bedingungslosen Beschluss: Ab jetzt rauche ich nicht mehr. Endgültig. Ein Willensakt und die lange gewachsene Vorstellung vom Wert für die Gesundheit und den Geldbeutel. Plötzlich waren die Gründe stark genug, jedwede Lust auf Rückfall, ja sogar den Gedanken daran sofort zu tilgen. Seitdem weiß ich, dass das Aufhören nicht eine Sache von allmählicher Gewöhnung durch Reduzierung der täglichen Dosis oder eines irgendwie gearteten guten Vorsatzes, sondern die des Bruchteils einer Sekunde ist, den es für einen unumstößlichen Beschluss braucht: Nie wieder! Die buchstäblich wilde Entschlossenheit zu einem neuen Leben ohne Rauchopfer.

Seitdem denke ich: Es gibt einen freien Willen und es gibt keinen freien Willen und beide sind in meinem Kopf. Den Unterschied macht vielleicht die Bewusstseinsebene, auf der das Handeln bestimmt wird. Ich denke, es muss da im Gehirn eine Ebene geben, auf der dem Menschen der freie Wille zur Verfügung steht, wie auch immer das geht. Es mag ja auch sein, dass es für unterschiedliche Funktionen strukturell unterschiedliche Abläufe gibt. Wenn etwa das Furchtsystem bei Gefahr vor dem eine Handlung kontrollierenden Bewusstsein informiert wird, so dass der Bedenkenträger da oben gar keine Gelegenheit hat, den Lebensretter zu behindern, dann ist es ein Segen fürs Überleben und den evolutionären Erfolg der Spezies Mensch. Aber kann daraus der Schluss gezogen werden, dass es daneben keinen Raum für freie Willensentscheidungen gibt? Joseph LeDoux hat die Theorie aufgestellt, es gebe nicht ein limbisches System, sondern eine ganze Anzahl dort nebeneinander arbeitender Systeme mit verschiedenen Aufgaben. Ich denke nicht, dass da bereits alles geklärt ist. Die eigene Erfahrung mit der Wirksamkeit einer eindeutigen Willensentscheidung jedenfalls bestärkt den Glauben, dass es irgendwo im Kortex auch die Instanz des kontrollierenden freien Willens geben muss.

In diesem tröstlichen Sinne wünsche ich allen Lesern des Carl-Auer-Blogs ein an guten Vorsätzen, besonders aber an guten Erfahrungen reiches neues Jahr 2006. Und wenn gerade Sie vorhaben, endgültig das Rauchen aufzugeben, dann wünsche ich Ihnen alles Gute dazu und verspreche Ihnen gleichzeitig, dass ich gerade Ihnen morgen einen guten Tipp gebe, wie es vielleicht besser als bisher funktioniert. Toll fände ich aber auch, wenn andere es mir gleich täten und hier zum Segen der Menschheit ihr kleines (oder großes) Geheimnis verraten, wie sie es geschafft haben, die Freiheit vom Glimmstängel zu erlangen. Damit nicht nur ihre eigene, sondern die Gesundheit aller Menschen in unserem Land voran kommt. Ich versuche also die Anregungen von Frau Merkel zu konkretisieren und an einer Stelle in die Tat umzusetzen. Machen Sie mit? Auf das Motto „Geht-Nicht-Gibt’s-Nicht“ Frau Merkels aus dem Wahlkampf komme ich im Laufe dieser Woche noch zurück.

Herzlichst Horst Kasper

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19 Kommentare

  1. Lieber Herrr Kasper,

    Ihnen und allen Auer-Bloggern auch von mir (und im Namen des Verlags) die besten Wünsche für 2006 (was das konkret bedeutet, sei dem freien Willen jedes Einzelnen überlassen; ich persönlich habe nichts dagegen, wenn man die mir und niemandem sonst durchschaubaren Prozesse innerhalb meines Gehirns als meinen freien Willen interpretiert und mir die Verantwortung dafür zuschreibt).

    Nun zu Ihrer Aufforderung Rauch-Entwöhnungsgeschichten zu erzählen. Ich will die Gelegenheit nutzen, um ein alternatives Modell zu berichten, das dem Alles-oder-Nichts-Modell entgegen steht und trotzdem funktioniert (hat). Es würde auf streng konstruktivistischen Annahmen beruhen, wenn es bewusst erfunden worden wäre. Da es sich aber spontan ergeben hat, bleibt mir nur festzustellen, dass seine Wirksamkeit m.E. am besten konstruktivistisch zu erklären ist.

    Das Prinzip ist einfach: Man wettet mit ein oder (besser noch) mehreren Personen, dass man aufhört zu rauchen. Die jeweils Beteiligten vereinbaren, wer zuerst wieder eine Zigarette raucht, zahlt dem anderen 1000 EURO (oder je nach Geldbeutel auch mehr – es muss auf jeden Fall weh tun). Mit anderen Worten: Die erste Zigarette kostet 1000 Euro, danach ist man frei, weiter zu rauchen, so viel man will.

    Ich selbst habe dies mit Gunthard Weber Anfang der 90er Jahre gemacht (das genaue Datum weiss ich nicht mehr). Nach kurzer Zeit hatte ich die Vereinbarung mit noch ein oder zwei anderen Personen getroffen, und es ging jeweils um 1000 DM. Gunthard Weber hatte gleich 10 Leute am Wickel. Ihn hätte also die erste Zigarette 10000 DM gekostet.

    Innerhalb von einer Woche wurde so aus einem schwer rauchenden Institut ein rauchfreies Institut. Am Schluss waren ca. 50 Personen involviert. Richtige Raucher sind m.W. von denen nur 3 wieder geworden.

    Nun zu meiner Erklärung, warum dies solch ein erfolgreiches Modell ist.

    Es hat mit der Selbstbeobachtung und -kategorisierung gemäß der Unterscheidung Raucher/Nichtraucher zu tun. Wer sich, wie Sie, vornimmt, nie wieder zu rauchen und eine Zigarette raucht, für den macht es keinen Unterschied mehr, ob er nun zwei, drei oder hundert raucht. Er ist in seiner Selbstbeschreibung bereits nach einer wieder zum Raucher geworden und es ist keine Identitätsveränderung mit der zweiten oder hundertsten verbunden. Das Kind ist eh schon im Brunnen, also kann es auch seinen Durst stillen…

    Bei unserer Methode ist es genau umgekehrt. Die erste Zigarette macht noch keinen Unterschied, solange es kein Fremder beobachtet. Solange man nur heimlich im Klo raucht oder auf Auslandsreisen oder in einer einsamen Nacht, ist es egal. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man es nicht publik macht, dass man “rückfällig” geworden ist, ist groß, da 1000 oder gar 10000 DM für eine einzige Zigarette einfach niemandem angemessen erscheint. Die Folge ist, dass man den Grund zur Abstinenz behält. Bei jeder weiteren Versuchungssituation stellt sich die Frage neu: Kann ich riskieren, beobachtet zu werden und 1000 oder mehr Mäuse dafür zu bezahlen? Es muss also immer wieder neu entschieden werden.

    Der Trick ist, dass nicht die Selbst-, sondern die Fremdbeobachtung entscheidet, ob man zahlen muss (= Raucher ist).

    Von den drei offenen (umheimlichen) Rauchern hat, glaube ich, nur einer bezahlt. Die Frau eines Kollegen, die wieder rauchte, hat sich einfach geweigert (was wohl auch sie selbst als schäbig erlebt hat) und inzwischen ist die Beziehung zwischen ihr bzw. ihrem Mann und dem anderen Kollegen, mit dem die Wette abgeschlossen wurde, auf einem Nullpunkt gelandet. Ob das Nichtzahlen die Folge oder Ursache dieses Beziehungsabbruchs ist, kann ich nicht sagen…

    Alles in allem, wie ich finde, eine beeindruckende Erfolgsbilanz: 3 von 50 (6%) ist eine im Vergleich niedrige Rückfallrate. Das Spannende ist, dass hier ein Weg gefunden wurde, dem Rückfall seine Bedeutung zu nehmen und die Motivation zum Nichtrauchen unabhängig von ihm am Leben zu erhalten.

    Beste Grüsse, FBS

    p.s.: Vielen Dank noch für das Buch (das war jetzt privat – für diejenigen, die sich fragen, was der Sinn dieses Postscriptums sein mag)

    Kommentar by FBSimon — 2. Januar, 2006 @ 13:35 Uhr

  2. Lieber Herr Simon,

    wunderbar, diese Erfahrung. Das ist ein wirklich tolles Modell. Wäre ich noch Raucher, würde ich ihm sofort folgen. Wenn ich dran denke, dass der neue baden-württembergische Kultusminister Rau es im Gegensatz zu anderen Länderministern nicht wagt, in Schulen das Rauchen per Gesetz zu verbieten, möchte man hoffen, dass in möglichst vielen Raucherlehrerzimmern des Landes diese Wette aufgemacht wird. Das wäre doch toll, wenn binnen wenigen Wochen überall das Zurückschrecken vor dem Verlust der Wette das Rauchen in Schulen durch die Lehrer per Wettvereinbarung untereinander zum Stillstand käme. Dann gäbe es ja auch keinen Grund mehr, dem Rauchen der Schüler tatenlos zuzusehen. Für diese könnte es ja dann eine “billigere” Wette sein. Und dann noch die gemeinschaftsstiftende Wirkung des gemeinsamen Erfolges im Kollegium!

    Vielleicht kommt ja etwas durch Ihren Beitrag in Bewegung und wir könnten uns gemeinsam freuen.

    Herzlichen Gruß, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 2. Januar, 2006 @ 16:19 Uhr

  3. Mir fällt dazu ein: Ich würde den Geist (oder das Bewusstsein oder den Willen…) nicht auf das Gehirn beschränken, denn das Gehirn ist nur ein Aspekt – ein bereits von uns Menschen als relevant kategorisierter Aspekt. Man raucht ja nicht mit dem Gehirn…zumindest nicht nur. Aber das “nicht nur” ist doch nicht unwesentlich – auch was den freien Willen angeht. Der Geist, er hockt nicht “nur” im Gehirn, er hockt eigentlich nirgends, ist vielmehr diffus zerstreut (zumindest der meine), wohnt im Geiste anderer ebenso wie in den Objekten, oder um mich herum. Das Gehirn ist freilich ein zentrales Steuerorgan, aber nicht minder vergeistigt wie der Rest des Körpers. Und der Wille? Hat er nicht etwas mit der Fokusierung des Geistes zu tun, mit seiner Bündelung auf “etwas”, etwa ein Ziel…
    So fällt mir zu der Entwöhnungsdebatte ein: Gerade nach Silvester verkaufen sich Nikotinpflaster und ähnliche Produkte besser als das restliche Jahr. Aber vielleicht müßte man einfach ganztags Fäustlinge tragen, um sich das Rauchen nachhaltig zu vermiesen…aber ich gebe schon zu, dass diese vor allem im Hochsommer oder bei anderen Betätigungen (Äpfel schälen – was man ohnedies nicht tun sollte – Bücher umblättern – uztuztuuuiooppen – streicheln usw.) unangenehme Begleiterscheinungen verursachen würden. Aber zumindest sind sie kostengünstig.
    Soweit mein – wie immer etwas unseriöser – Beitrag zu diesem Blog. Ich neige dazu, mich beim Bloggen zu entspannen und Entspannung hat mit Genuß zu tun…mit Leichtigkeit im Geiste…vielleicht auch mit ein wenig Unsinn…In diesem Sinne viel Freude wünscht auch weiterhin, AG

    Kommentar by AG — 2. Januar, 2006 @ 18:35 Uhr

  4. Liebe Frau G.,

    nur zu. Gestern Abend habe ich mit meiner Frau zusammen noch einmal den wunderschönen Film “Amadeus” angesehen. So etwas von der absoluten Leichtigkeit und Lustigkeit, von stetigem Hang zum Unsinn bei stetiger Bereitschaft zu höchster Konzentration und fruchtbarem Schaffen, das mag ich.

    Ich stimme Ihnen auch zu, was Geist und Organismus angeht. Das beste Beispiel für die Ganzheitlichkeit von Körper, Geist und Seele in Funktion ist ja jedwede Musikausübung. Insofern gebe ich Ihnen voll Recht, was die Beteiligung des Außerhirnigen am Rauchen angeht. Die Idee mit den Handschuhen ist ach gar nicht verkehrt. Lawrence Katz empfiehlt das ja als Teil des täglichen Neurobic, also das ungewohnte Setting bei gewohnten Handlungen. So mag es auch gut sein, dem Raucher die Raucharbeit zu vermiesen.

    Ich wünsche Ihnen einen sehr entspannten Abend. Rauchfrei hoffentlich bei der jungen Mutter.

    Herzlich, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 2. Januar, 2006 @ 18:50 Uhr

  5. Ja, ich muss gestehen, ich rauchte einige Jahre Pfeife – mit großer Lust, meist Rum and Maple – dünne, lange Damenpfeifen ebenso wie fein gearbeitete aus Meerschaum. Immer schön geputzt und mit einem zarten Filter bestückt. Bei mir zu Hause wurde immer viel (Pfeife) geraucht…ich denke, man nimmt von Zuhause einiges mit. Ich liebe diesen Duft, ganz besonders im Winter, wenn es draußen schneit. Dann nahm das Überhand, ich rauchte v.a. beim Schreiben… Dann kam der radikale Entzug, ähnlich wie bei Ihnen. Und nun ruhen die Pfeifen, meine kleine, stolze Sammlung schon jahrelang in einem Kästchen. Manchesmal nehme ich eine heraus und nippe ganz vorsichtig an ihr, streichle sie ein wenig. Vielleicht, wenn ich einmal alt bin und weiße Haare habe, wenn also mein Körper dem Zerfall zu Staub schon etwas näher ist als nun und mein Geist bereits…(das würde nun ausufern). Ganz liebe Grüße, AG

    Kommentar by AG — 2. Januar, 2006 @ 19:48 Uhr

  6. Guten Abend! Mit Vergnügen besuche ich diesen Blog. Konnte mich bisher zurückhalten mitzubloggen, klappt heute nicht.
    Am 4. März 1991 gegen 10 Uhr legte ich meine Zigaretten weg und sagte: “Das war’s.” Entzugserscheinungen erinnere ich keine.
    Zuvor hatte ich mit Nikotinkaugummies und verschiedenen Methoden versucht aufzuhören – vergebens. Wenn Sie mir eine Stunde vorher gesagt hätten, dass ich in 60 Minuten meine Zigaretten weglegen und nicht mehr rauchen werde, ich hätte Sie für verrückt erklärt. Dabei war etwas Ausserhirniges, das ich heute noch, wenn ich zurückgehe, körperlich spüren kann.
    Meine Rauchutensilien – neben Zigaretten waren es auch Pfeiffen (schöne!!) und Zigarren – habe ich alle verschenkt mit Ausnahme eines Metallapparates zum Drehen von Zigaretten. Ich konnte beim Telephonieren einhändig eine Filterzigarette drehen. Gelegentlich stoße ich beim Kruschteln auf diesen Apparat in einer Schreibtischschublade – da ist eine ganz besondere Beziehung zwischen uns beiden, ein bisschen zärtlich, wehmütig, Erinnerungen tauchen auf.
    Manche Zigarre und mancher Pfeiffentabak duftet für mich heute noch. Und wenn ich meiner sicher wäre, würde ich zu gerne ab und zu in gemütlicher Runde zu einem Glas Wein eine Zigarre rauchen oder sogar eine Zigarette zum Cappucino. Die Gedanken daran haben etwas Lustvolles. Die Überlegung von Ihnen, Frau AG, im Alter wieder zu rauchen. hmmm….!?
    Gerade kam die 23jährige Tochter meines Mannes nach Hause – sie stank nach Zigarettenrauch.
    Da ich meiner nicht sicher bin, lass ich es einfach, so wie ich einfach damit aufgehört habe.
    Einen schönen Abend und liebe Grüsse von Dorothea Jung

    Kommentar by Dorothea Jung — 2. Januar, 2006 @ 21:15 Uhr

  7. Rum and Maple habe ich auch eine Zeitlang geraucht, fällt mir dabei ein. Aber das Pfeiferauchen habe ich schon vor dem Zigarettenrauchen aufgegeben – auch außengesteuert, was mir Zweifel an meinem freien Wilen berechtigt erscheinen läßt:

    Ich hatte zig Pfeifen, und meine Frau hasste sie. Eines Tage sagte ich leichtfertigerweise, kurz bevor ich das Haus verließ,, ich würde mit dem Gedanken spielen, nicht mehr Pfeife zu rauchen…

    Als ich wieder nach Haus kam, waren alle Pfeifen weggeworfen – ein Vermögen. So vergewaltigt habe ich aus Kostengründen und, weil die Vergangenheit ja doch nicht mehr zurück kommt – nicht mal in Gestalt von Pfeifen -, tatsächlich aufgehört, Pfeife zu rauchen.

    Man sollte einfach Ideen, mit denen man spielt, nicht ohne Not mit seinem Partner teilen: Er oder sie könnte aktiv werden und bei ihrer Realisierung helfen.

    Was Gunthard Webers und mein Rauchentwöhnungsmodell angeht, so habe ich neulich in der Zeitung gelesen, dass ein Heidelberger Saftfabrikant (Capri Sonne) seinen Mitarbeitern eine analoge Wette anbietet. Wer aufhört zu rauchen, bekommt einen gewissen Geldbetrag von der Firma. Wenn er wieder anfängt, muss er das Geld zurück zahlen. Scheint auch zu funktionieren…

    Beste Grüsse, FBS

    Kommentar by FBSimon — 2. Januar, 2006 @ 21:34 Uhr

  8. Das wird ja eine lustige Sause mit dem Ende des Raucherzeitalters. Ich hoffe, Sie, lieber Herr Simon, sind mir nicht gram, dass ich ein paar Kolleginnen und Kollegen aus dem schulischen Rauchermiefmilieu auf Ihren außerordentlich fruchtbaren Vorschlag hingewiesen und zur Nachahmung empfohlen habe.

    Gruß, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 2. Januar, 2006 @ 22:00 Uhr

  9. Natürlich bin ich nicht böse, lieber Herr Kasper, wenn Sie diese Idee verbreiten. Irgendwann sollten wir die Methode aber beforschen und ihr zu wissenschaftlichem Glanz verhelfen… Gruß, FBS

    Kommentar by FBSimon — 3. Januar, 2006 @ 09:34 Uhr

  10. Die Geschichte mit den weggeworfenen Pfeifen ist einfach furchtbar. Wie grausam!
    Und zu dem Versuch hätte ich eine Frage: Darf man prinzipiell beim Rauchen nicht beobachtet werden (visuell) – d.h. tatsächlich und an Ort und Stelle – und/oder reicht der Gestank der Zigaretten am Körper, um die Mäuse rüberschieben zu müssen und wer zählt als Beobachter? Nur jene Personen, mit denen man die Wette abgeschlossen hat? War nur das Institut rauchfrei oder auch der Raum jenseits des Institutes? Wie “kontrolliert” man den Erfolg, wenn die Selbstwahrnehmung nicht den Ausschlag geben soll? Und was bedeutet “rückfällig” in diesem veränderten Kontext?
    Ich halte das Rauchen zwar für schädlich, aber muss doch immer wieder an meine steinalte Urgroßmutter denken, die sich von Mannerschnitten (mit Kaffeegeschmack) und Zigaretten ernährte, da sie im ersten Weltkrieg aufgrund von schlechter Milch einen Darmschaden erlitten hatte. Sie wurde 97 – und wurde nur einmal in ein Spital eingeliefert, wegen eines eingewachsenen Zehennagels. Es gibt Gedanken, die dem Körper ebenso schaden…das müßte man auch einmal ins Kalkül ziehen…Ganz liebe Grüße, AGaugusch

    Kommentar by AGaugusch — 3. Januar, 2006 @ 13:52 Uhr

  11. Lieber Herr Kasper, lieber Herr Simon, liebe Genießende – Nicht-Raucher und Raucherinnern,

    Die freiwillig eingegangene Wette, bei der ersten wiedergerauchten Zigarette einen Tausender hinzulegen oder stets nur mehr heimlich zu rauchen (übrigens auch nicht schlecht, da dies eine ziemliche Rauchminderung bedeuten KANN) ist eine schmerzhafte finanzielle Hürde, die man sich selbst in Übereinkunft mit anderen legt. Von daher gesehen – wie beschrieben – sehr wirksam und unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen, besonders da ein weiteres Opfer ja erst zu bringen ist, wenn man rückfällig wurde.

    In Liebesbeziehungen scheint auch die Methode des Gebens eine Wirkung zu haben. Meiner Mama, die Jahre lang geraucht hatte wie ein Schlot, wurde von meinem Stiefvater ein bestimmtes, begehrenswertes Armband als Geschenk in Aussicht gestellt, sollte sie sich dazu aufraffen, vom Rauchen abzustehen. Sie tat dies zur selben Stund, ward beglückt durch Gold und Edelstein und erzählt heute noch hoch befriedigt von diesem eindrücklichen Erlebnis. Sie hat nie wieder angefangen. Aus Ehrgefühl versteht sich. Für mich wäre die umwerfende Gabe die Faksimile Ausgabe der Werke von Novalis oder auch eine komplette Edelstahlküchenausstattung von Alessi – die mich dazu animiert hätte, (wäre ich jemals so gefragt worden, beziehungsweise, wäre dies mein Thema gewesen.)
    Dem anderen ein Geschenk in Aussicht zu stellen, das ihn bewegen könnte aufzuhören, was einem ja gesundheitlich selbst zu gute käme, bedarf allerdings eines wirklichen und großen Entschlusses, also einer Gabe bei der man über den eigenen Schatten springen muss. Auch dem Geber muss es schwer fallen. Beide, der Schenkende und der Beschenkte sind dann darin vereint über sich hinausgewachsen zu sein. Der Unterschied ist harsch, er wird aber jedem gerecht. Den Ex-Raucher hindert sein Gewissen daran, den Seelenpakt zu brechen.

    Meine eigene Rauchgeschichte ist jedoch anders gelaufen. Mir war es immens wichtig, meinen freien Willen gegenüber der Abhängigkeit von einem nicht harmlosen widerlichen Ding zu bewahren. Ich habe dabei auch jene Entwicklung mit gemacht, in welcher naive Rückfälle, nach mehreren und sogar vielen Jahren, mich davon überzeugten, dass ich süchtig bin und es mir nicht leisten kann nur mal so eine kleine Zigarette zum Kaffee zu rauchen, weil daraus binnen einer Woche sofort 20, 30 und danach 40 usw.usw. Zigaretten werden würden. Gerade wegen dem Zigarettenspitz, in dem es unappetitlich röchelt und brutzelt. Das widerwärtigste am Rauchen (in meinem Empfinden), ist jedoch die ständige Sorge und der Zwang genug Stangen gehortet, genug Zigaretten greifbar zu haben, bei Strafe sich mit mangelndem Wechselgeld spät Nachts bei jedem Wetter noch zum Automaten schleppen zu müssen. Das Eckelige ist die zunehmende Husterei und das Schlimmst die Abhängigkeit und das Absurdeste für diese auch noch Geld auszugeben. Alles zusammen war mir stets Motiv genug von einer Stunde zur anderen, wenn all dies krass bewusst wurde und die Zeit gerade günstig war, ohne Reue, ohne Entzugserscheinungen, ohne schlechte Laune und ohne noch Gedanken dran zu verwschwenden, aufzuhören. Zuletzt habe ich mit der 100%igen Gewissheit aufgehört, gegen die angezüchtete Sucht nicht ankommen zu können und daher (leider!) auch jeglicher “Genußzigarette” entsagen zu müssen.
    An meiner Seite lebt, anders kann man es nicht sagen, ein Kampfraucher und für das bestimmte Geschenk, das ihn, den reulosen Raucher, vom Rauchen abbringen könnte, fehlt mir das Geld.
    Aufgrund Ihrer Rauchfrei-ins-Neue-Jahr-Kampagne, Herr Kasper, bin ich Jetzt motiviert am Ball zu bleiben und zu erforschen, ob es nicht ein unübertreffliches “ideelles” Geschenk oder Opfer gäbe, welches den gleichen Effekt haben könnte…

    …ich vermute, dass das persönliche Lebens-Skript, meines Kampfrauchers, es entweder zulässt oder es nicht zulässt durch entsprechend beeindruckende Opfergaben, die ich mir leisten kann oder nicht leisten kann, augenblicklich einen anderen Weg einzuschlagen…Damit wären wir wieder bei der Frage, wo der freie Wille des Individuums genaugenommen anfängt: immer punktgenau im JETZT oder in der Vorvergangenheit oder in der Vorzukunft? Ein gutes und rauchfreies Neues Jahr mit viel Verständnis und Mitgefühl für Raucher. Herzliche Grüße Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 3. Januar, 2006 @ 14:31 Uhr

  12. Die Idee mit dem Forschungsvorhaben, lieber Herr Simon, ist reizvoll. Nehmen Sie es in die Hand und es wird gewiss eine Menge qualifizierter Mitarbeiter/innen geben.

    Herzlichen Dank Ihnen, liebe Frau Gaugusch und liebe Frau Taraba für Ihre Beiträge. Frau Taraba hat die gleiche Erfahrung gemacht wie ich: Es gibt nach dem unwiderruflichen Entschluss keinerlei Entzugserscheinungen mehr. Das war für mich selbst auch das absolut Überraschende. Ich bin nun gespannt, wie Sie den Kampfraucher an Ihrer Seite davon überzeugen können, dass es schlecht für alle Beteiligten wäre, wenn Sie als Mitraucherin weiter dem schädlichen Einfluss ausgesetzt wären. Schließlich war erst vor kurzem die wissenschaftliche Erkenntnis zu lesen, dass jährlich immerhin rund 3000 Menschen allein in Deutschland als Passivraucher zu Tode kommen.

    Liebe Grüße, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 3. Januar, 2006 @ 15:23 Uhr

  13. Liebe Frau Gaugusch,

    zu Ihren Fragen: Beobachten heisst hier “sich erwischen lassen”. Wer nach Tabak riecht, kommt in Begündungszwänge und sollte das nicht zu oft riskieren.

    Wer in Gemeinschaft mit Leuten raucht, die nichts von der Wette wissen, hat kein Problem mit seinem Wettpartner. Er sollte aber dafür sorgen, dass in solch einer Dreiecksbeziehung die beiden jeweiligen Rauch- bzw. Nicht-Rauch-Partner sich nicht begegnen oder sich zumindest nichts von der Wette oder dem Rauchen erzählen (schwer zu kontrollieren).

    Wer mit einem starken Über-Ich oder einem ausgeprägten Ehrgefühl gesegnet ist, bei dem reicht womöglich die Selbstbeobachtung bzw. das zu vermeindende schlechte Gewissen schon, um wirklich dem Rauchen zu entsagen…

    Das Schöne an dem Modell ist, dass es in jedem dieser Fälle wirkt, weil es darauf basiert, dass Rückfall sozial definiert ist – und dabei eben auch noch sehr selektiv im Blick auf die definierenden sozialen Systeme ist. Wenn keiner guckt, war es kein Rückfall. Das gibt dem vermeintlich willenlos süchtigen die Entscheidungsmacht zurück, zu rauchen und 1000 DM zu zahlen oder – zumindest für eine gewisse Zeit – nicht zu rauchen, um 1000 DM zu sparen… Ein Beweis für den (vorübergehend) freien Willen?!

    Und: Ja, das mit den Pfeifen war grausam.

    Beste Grüße, FBS

    Kommentar by FBSimon — 3. Januar, 2006 @ 15:28 Uhr

  14. Ich weiß nicht, mir wird leicht schwindlig vor den Augen – wollen Sie sagen, dass es sich nicht um einen Rückfall handelt, obwohl jemand – nach alter Definition – rückfällig geworden ist? Nur weil niemand von Relevanz zusieht?
    Ich könnte mir vorstellen, dass das tatsächlich funktioniert! Wenn ich 1000 Euro verdienen könnte, nur weil ich jemandem beim Rauchen zuschaue, ich würde mich förmlich auf die Lauer legen… – ich könnte mir also vorstellen, dass der berühmte “ich will, aber kann nicht” – Effekt eintritt (gerade am Herrenklo bequem gemacht…und schon geht die Türe auf; schnell einmal um die Ecke zu einem Kaffee verschwunden, und schon ruht eine Hand auf der Schulter…) . Man hat also permanent das Gefühl, beobachtet zu werden?! Auch wenn das rein physisch nicht der Fall ist. So verliert sich mit der Zeit die Freude am ungestörten Genuß. Ob der Wille nun wirklich so frei ist – kurzzeitig ja – für die Dauer eines kurzen Glimmens (um nicht zu sagen “Erleuchtens”) – und diese Momente sollte man nützen…Liebe Grüße, AG

    Kommentar by AGaugusch — 3. Januar, 2006 @ 18:16 Uhr

  15. Lieber Herr Kasper,
    Ich hatte vorhin einen Kommentar zu Ihrem heutigen Beitrag geschrieben und dabei versäumt, was hier weiterging. Ich verstehe Ihren letzten obenstehenden Kommentar so, dass Sie meinen, dass der Kampfraucher an meiner Seite ein Süchtiger mit egoistischen Scheuklappen ist, der nicht über seine eigene Lunge hinausdenkt und schön schauen würde, wenn er mich mit seinem Rauchen kränken, oder gar aus seinem Leben katapultieren würde. Da haben Sie in gewisser Hinsicht recht. Aber ich sehe das Problem eher darin, dass er aus seiner Sucht einen anderen Schluß zieht als ich. Ich sage mir, o.k. ich bin süchtig, also will ich aufhören. Er sagt sich, o.k. ich bin süchtig, also kann ich nicht aufhören.

    Ich frage mich bei der gesellschaftlichen Konstruktion der “Sucht” ob wir diese Konstruktion nicht gemeinsam im Einzelnen ändern können und lieber den freien Willen betonen wollen?

    Ich liebe meinen Raucher und werde ihm nichts verbieten, noch ihn erpressen.
    Er besteht darauf, dass er süchtig ist, weil es massenhaft Publikationen gibt, die ihm das eingeredet haben.
    Ich sage, dass ich süchtig bin, weil es mir unmöglich ist bei den legendären gesunden 5 Zigaretten zu bleiben, dass ich also aufhören=meinen Willen einsetzen muss, um die Sucht wirkungslos zu machen und davon unabhängig zu sein. Mit einem durchgesetzten Willen ist immer ein Verzicht verbunden. Hier ist es der Verzicht auf das Rauchen.

    Ich bin aber bei Gott nicht unglücklich darüber, ab und an in einer duftende Rauchwolke zu sitzen oder nach einem guten Essen, den anderen mit einer Mischung aus Neid und Genugtuung beim Entzünden der Zigaretten zuzuschauen und werde nur selten grantig, wenn es mir zuviel wird. Ich habe auch noch meine eigenen Bereiche, wo ich dem Rauch vollkommen entfliehen kann. Jedenfalls denke ich, durch Ihre Inspiration beflügelt, über eine Gabe oder einen Verzicht nach, der so verblüffend ist oder so edelmütig, dass das Süchtigsein dagegen verblassen kann und der umgesetzte Wille, das Rauchen deswegen aufzugeben, die entsprechende Antwort auf dieses Geschenk darstellt.
    Wenn es aber des einen Schicksal wäre rauchend zu sterben und des anderen Schicksal nichtrauchend zu sterben? Wenn es allgemeines Schicksal wäre zu sterben, würden Sie es sich nicht gern aussuchen wollen können, wie Sie sterben? Vielleicht tun wir das? Und wenn nicht, ist es dann nicht eigentlich sowieso gleich gültig woran wir sterben, weil wir es nicht ändern können?
    Und sozioökonomisch gesehen (das wichtigste Motiv der Raucherausgrenzung): wo liegt der buchhalterische Unterschied zwischen privater Rauchkontamination und öffentlicher Pollution durch Abgase, Verkehrs- und Industrieopfer und wo der Unterschied zwischen frühzeitigem Tod nach kurzer Lungenkrebstherapie und spätem endlosem Alzheimersiechtum in Altenanstalten?

    Ist es nicht vielmehr, wie auch Frau Gaugusch andeutete, eine Frage bestimmter Gedanken? Eine gedankliche Konstruktion, die den einen gesund und geistig frisch erhält bis er stirbt und den anderen alt und krank macht bevor er stirbt, egal ob er raucht oder nicht? Was meinen Entschluss betrifft it dem Rauchen aufzuhören, so gibt mir die wiedergewonnene Lebensqualität recht, die bessere Kondition, der verschwundene Husten, die wieder gewonnene Freiheit. Herzliche Grüße Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 3. Januar, 2006 @ 18:48 Uhr

  16. Liebe Lesende,

    eine Sache scheint mir hier noch erwähnenswert: Die Menschen sind unterschiedlich! Es ist so wie bei den Begabungen. Was bei einem funktioniert, muss nicht beim anderen auch so funktionieren. So gibt es Menschen, die bei gleichem Körpergewicht und Geschlecht die selbe Menge Alkohol trinken, und der eine wird Alkoholiker und der andere nicht. Auch bei Valium gibt es Menschen, die sehr schnell abhängig werden, und andere, die viel mehr und viel länger diesen Stoff nehmen müssten, um abhängig zu werden. Bei der Entwöhnung oder dem Entzug scheint es mir genau so zu sein.
    Ich finde es gut, wenn man ein Erfolgsrezept anbietet. Nur sollten nicht Leute stigmatisiert werden (schwacher Wille, Charakterschwäche, fehlende Entschlusskraft, …), bei denen dieses Rezept nicht so einfach anschlägt.

    Übrigens: Ich bin Nichtraucher! ;-)

    Manuel Werner

    Kommentar by Manuel Werner — 3. Januar, 2006 @ 20:33 Uhr

  17. Liebe Frau Taraba, lieber Herr Werner,

    das sind tiefgreifende Überlegungen, die mich selbstkritisch fragen lassen, dass ich da etwas losgetreten habe, mit dem ich mich in allen Einzelheiten auf die Schnelle gar nicht auseinandersetzen kann. Ich glaube, ich muss diese ganze Fülle von Material in Ruhe aufarbeiten. Vielleicht kommt noch ein Blog-Tag zur Raucherei.

    Ich danke Ihnen sehr und will nur noch anmerken, dass es mir bei all dem auch um Respekt und Rücksicht geht. Mir geht manches an militanten Vorgängen gegen die “Süchtigen” selbst entschieden zu weit und wenn Menschen sich auch als Raucher(in) und Nichtraucher(in) und über die hier aufgeworfene Frage hinaus gut verstehen, dann ist das allemal wertvoll und wichtig.

    Gerade deshalb aber ist mir auch der Gedanke an Möglichkeiten wichtig, wie man ohne Zwänge und in aller Freiheit mit dem Problem lösungsorientiert umgehen kann. Da bewundere ich Ihre Toleranz, liebe Frau Taraba. Im Hinterkopf habe ich selbst bei der Erörterung des Themas immer wieder die Schule mit den großen Problemen rund um das Rauchen. Selbst “rauchfreie Schulen” sind nicht wirklich rauchfrei. usw. usw.

    Herzlichen Gruß, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 3. Januar, 2006 @ 22:36 Uhr

  18. Lieber Herr Kasper,
    Spät hänge ich noch was dran: ich weiß nicht ob es mit Toleranz oder mit Prioritäten zu tun hat. Wenn wir in einem einzigen Zimmer leben würden, würde ich weniger tolerant sein oder hätte vielleicht schon früher oder öfter kreative Vorschläge ausprobiert, wie zum Beispiel besagtes Geschenk. Darüber wird meine Raucher übrigens nachdenken – mit einer Woche Bedenkzeit (!). Bisher hatte ich meine Vorrangigkeiten anders gewichtet. Ich könnte zum Beispiel von mir aus eine unbezahlbare TÄGLICHE Fußmassage für große Füße anbieten, denn meine Raucher, steht beim Arbeiten und Rauchen den ganzen Tag in seinem Atelier auf den Füssen rum. In jedem Fall, war Ihre Initiative sehr produktiv und anregend. Danke! Mit herzlichen Grüßen Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 5. Januar, 2006 @ 18:14 Uhr

  19. Liebe Frau Taraba,

    das sind ja überaus erfreuliche Überlegungen. Viel Erfolg und Geduld.

    Herzliche Grüße, Horst Kasper

    Kommentar by Horst Kasper — 5. Januar, 2006 @ 19:16 Uhr

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