Simons Systemische Kehrwoche

Mathetik

Horst Kasper

Gute Entwicklungen, auf den klaren Begriff gebracht, gewinnen meist an Fahrt. Unsere Schulen brauchen eine gute Entwicklung, aber wie bringt man das begrifflich auf den Punkt? Es gibt eine systemrelevante Schraube, an der wir nur zu drehen brauchen, und die hat schon einen Namen.

Dazu ein Blick zurück: Alle heutigen Lehrerinnen und Lehrer kennen ihn als Stammvater der modernen Pädagogik: Johann Amos Comenius (1592 – 1670). Mit ihm fing etwas an, das bis heute im Mittelpunkt ihrer Arbeit des Unterrichtens steht, die Didaktik, damals die „Kunst des Lehrens“ genannt. Im 20. Jahrhundert mutierte diese zur Theorie des Unterrichts. Immer ging und geht es hier um die geschickte Lehre, den perfekten Unterricht. Auch wenn man etwas beschönigend von Lehren und Lernen zu sprechen pflegt. Ziemlich unbekannt ist, dass Comenius neben der Didaktik einen Schwesterbegriff verwendet hat: die Mathetik, die Kunst des Lernens. Dass die Schulmeisterei über vier Jahrhunderte dem Glauben huldigen konnte (und weitgehend noch immer huldigt), man müsse den Stoff nur geschickt vermitteln, dann geschehe das Lernen wie von alleine, ist ein pädagogischer Grundirrtum, mit schweren Folgen. Das massenhafte Ausmustern, von dem hier neulich die Rede war, ist nur eine davon, wenn auch die vielleicht brutalste.

„Mathetik betrachtet schulisches Lernen aus dem Blickwinkel des Schülers und charakterisiert das Verhältnis zwischen Lehrperson und Lernenden als ‚symmetrisch‘ und ‚herrschaftsfrei‘. Das bedeutet, Schüler und Lehrperson stehen auf einer Ebene. Die Lehrperson ist nicht ‚Herr‘ des Lernenden, sondern Lernberater und helfender Erzieher.“ (www.schulpaed.de/de/mathetik.html)

Mathetik ist das notwendige Gegengewicht zur Didaktik, weil sie das Lernen in den Mittelpunkt des Handelns stellt. Ich denke, sie sollte als Wissenschaft vom Lernen und als Lernkunst auf gleicher Höhe wie das Pendant, die Didaktik diskutiert werden. Schließlich braucht es beides!

Das kann ein Paradigmenwechsel in der Pädagogik werden. Hartmut von Hentig holte 1983 den einst von Platon geprägten und von Comenius in seiner Großen Didaktik verwendeten Begriff für ein Gerichtsgutachten aus der Versenkung. Zur Stärkung der Reformpädagogik. Inzwischen gibt es eine zwar noch kleine, zukunftsorientierte Schar von Pädagogen, die bei ihrer Arbeit den Begriff mit Leben füllen, wenn sie von Mathetik als der Wissenschaft vom Lernen sprechen. Die stützt sich zunächst stark auf den französischen Reformpädagogen Freinet, den Erfinder der Freiarbeit. Es gehört aber meines Erachtens noch viel mehr dazu. Ich denke an Maria Montessori (Hilf mir, es selbst zu tun!), an Sebastian Leitner, den Erfinder der praktischen Lernkartei mit den verschieden dimensionierten Fächern, an Georg Kerschensteiner, den Erfinder der Arbeitsschulpädagogik (im Grunde das „Learning by doing“) oder Peter Petersen, der das Prinzip des selbstständigen Lernens in altersgemischten Gruppen verwirklicht hat. Aber auch Georgi Lozanow, der bulgarische Psychiater, gehört dazu, der mit seinem System der Suggestopädie dem Lernen neue Dimensionen eröffnet hat. Die Reihe ließe sich um viele Namen und manch wirkungsvollen Ansatz erweitern. Ausdrücklich erwähnt sei die Hirnforschung über das Lernen, von der wir sicher wesentliche weitere Impulse erwarten dürfen.

Dazu sollte aus meiner Sicht unbedingt das gehören, was als Mnemonik, die Gedächtnisbildung, seit alters her als eine der fünf Säulen der Rhetorik gepflegt worden ist, die alte Kunst des Lernens, die zu Platons Zeiten bereits runde 100 Jahre im Schwange gewesen sein dürfte. Wir wollen ja in unseren Schulen keine Gedächtnisweltmeister (wie in der Eliteschule Schloss Torgelow) heranbilden. Wenn es aber einfache und leicht vermittelbare geistige Techniken (wie die der Mnemonik) gibt, die unsere jungen Leute in die Lage versetzen, sich aus eigener Kraft und eigenem Antrieb alles präzise zu merken, was immer sie sich merken wollen, dann sollten wir das mit aller Energie voranbringen. In unserer Zeit, in der die Zerstreuung allgegenwärtig, die Versammlung der geistigen Kräfte schwierig ist, kann dieser Ansatz Wunder wirken. Dazu demnächst ein eigener Beitrag.

Die Mathetik, der neue alte Begriff kann das alles unter einen Hut bringen: Elemente für eine neue Kultur des Lernens, die jedes für sich das alte schulische System in eine neue Richtung hin entwickeln, die alle zusammen aber zu einem Quantensprung der Schulentwicklung führen können, wenn sie nur genügend gewollt und praktiziert werden. Das Schöne ist, dass es gegenwärtig an vielen Ecken keimt und sprießt. Für die Schule der Zukunft braucht es Entwicklung auf mehreren Ebenen. Auf der Ebene der Schule, um die es hier geht, könnte der Begriff der Mathetik eine wirkungsmächtige Graswurzelpädagogik fördern: Anreicherung des Systems, die die Lernenden zu eigenständiger, selbstbestimmter Lernleistung befähigt. Das bewirkt garantiert eine Effizienzinitiative des Lernens. Viele der Probleme der Schule von heute würden sich vielleicht nicht gerade in Luft auflösen, aber sie wären alsbald deutlich gemildert, die Ergebnisse um ein Vielfaches besser, das Scheitern an der Schule deutlich reduziert. Und das Schönste für alle Beteiligten: Lehrer, Schulleiter und Eltern können handeln. Auf Augenhöhe mit den Hierarchen aus Verwaltung, Wissenschaft und Politik nach dem Motto: Wer lernt, hat Recht. Gebt darum der Mathetik Raum in euren Bemühungen, liebe Kolleginnen und Kollegen, egal wo Ihr im System auch arbeitet! Es ist in eurem wohlverstandenen eigenen Interesse.

Bookmarken bei
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • Twitter
  • Colivia
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Wikio DE

33 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Kasper,

    ich danke Ihnen recht herzlich für die so kompakte Darstellung für mich sehr wichtiger Argumente im Rahmen der allgegenwärtigen Diskussion um eine dringend nötige Schulentwicklung.
    Das Thema ist mittlerweile so fest gefahren und an so wenige Theorien gekoppelt, dass neue Ansatzpunkte kaum noch denkbar sind.
    Eine Wechsel der Blickwinkels ist zwingend nötig. Genau das eröffnet sich mir hier.

    Grüße

    Comment by Susanne — 23. Juni 2010 @ 11:37 Uhr

  2. Zitat Horst Kasper: “… könnte der Begriff der Mathetik eine wirkungsmächtige Graswurzelpädagogik fördern: Anreicherung des Systems, die die Lernenden zu eigenständiger, selbstbestimmter Lernleistung befähigt.”
    Oh ja, das könnte die Mathetik wahrscheinlich tatsächlich. Umgesetzt in Modellen wie dem Kooperative Lernen z.B. Selbstdenker, vielleicht sogar Querdenker produzieren. Wir fänden das wunderbar. Aber da gibt es vielleicht auch nach wie vor die Strömung, die Selbstdenker lästig findet. Könnte sein.
    http://www.base3-group.de/index.php?sid=peter-baldus-2dd5da35b594e24490ac6acdc1d3c30f&subid=1,1,89,10,1 :-)
    Macht uns aber nichts. Wir mathetiken einfach weiter, gespickt mit sokratischen Dialogen und solchem Zeug.

    Comment by Hedwig — 24. Juni 2010 @ 10:27 Uhr

  3. Kritik folgt später, nach den Neuesten Görlitzer Nachrichten:

    Mein mittelster Sohn ging die ganze Zeit in einen Waldkindergarten. Bei so einem Vater war ähnliches ja zu befürchten. (Wen so etwas genauer interessiert: http://www.statthaus.net/waki/index.html) Diese Nacht haben die Kurzen mit den Erziehern, die sie Tag für Tag in ihrer Entwicklung begleitet haben, nach gemeinsamem Abschiedsfestessen noch einmal im Wald übernachtet, haben im Dunkeln eine Überfahrt auf einem zum Floß umfunktionierten großen Tisch mit Fackeln über den Entengrützeteich gemacht e.t.c. Als ich meinen Jungen dann zu den Aufregungen dieser Abenteuernacht befragte, zeigte er mir nach begeistertem Bericht unter anderem aber auch ein buntes Sammelbildchen. Groß strahlende Augen hatte er dabei. Eine Karte mit einem tiefsinnig blickenden Fußballerhelden drauf. Aktuell nun nicht unbedingt eine Überraschung. Er hatte sie von einem der größeren Kinder, die ab und an noch in ihren Waldkindergarten kommen, aber schon in die Schule gehen. Networking. Er fand die Karte “cool”, ohne sagen zu können, warum eigentlich. Das Eigentliche, weshalb sich diese Surrogate ähnlich Gerüchten und Darmgrippeviren so verbreiten unter den Kindern, ist ja der begeisterte Ausdruck, mit dem einer dem anderen dieses Mysterium weiterreicht. Es muss ja was Tolles zu bedeuten haben, dem Ruß nach, der von den Großen und Medien dieser Kultur darum gemacht wird. Mindestens so geil wie vor den Augen aller in der Gruppe fünfmal das verbotene Ekelwort “Scheisse” sagen und dann zum Erzieher an die Hand müssen. Und je länger man über den Sinn dieser fabelhaften Reliquie rätseln kann, desto interessanter wird das Ganze natürlich. Mysterien binden die frei verfügbaren Aufmerksamkeiten bekanntlich am besten, wenn sie extrem vielseitig auslegbar oder ganz und gar hohl sind. Und auch und gerade Kinder haben ja spirituelle Bedürfnisse. “Jetzt geht das also alles los!”, hab ich mir gedacht. “Das ist, was diese geistig auf den Hund gekommene Gesellschaft den Kurzen außerhalb der Schonzeit anzubieten hat: Abziehbilder.” Wozu soll man es sich aber auch so schwer machen, wenn man es doch so einfach haben kann! Nachts im Kindergarten Fackelfloß fahren, ist in einer Massengesellschaft nun mal nicht für alle drin. Da muss man schon Abstriche machen können. Und so einer kleiner Wicht, der Unterschiede sowieso nicht einschätzen kann, schaut bei so einer bunten Karte eines Stellvertreterhelden ja – wie heute morgen zu erleben – am Ende genauso begeistert wie bei all dem aufwendig inszenierten selber erlebten Theater. Kein Unterschied, oder? “Alles Gute zum Schulanfang, lieber Vater!”

    Comment by Max Liebscht — 26. Juni 2010 @ 01:27 Uhr

  4. @ Lieber Herr Liebscht! Erlebnispädagogik, ein wichtiger reformpädagogischer Ansatz, den da Ihr Junge genießen durfte. Toll, dass es das in Ihrer Umgebung gibt.

    Die Schulreform braucht viele kreativen Impulse. Das ist einer davon, wenn auch noch im so genannten Vorschulalter.

    Hoffentlich geht es für Ihren Nachwuchs auch in der Grundschule positiv weiter.

    FG H.K.

    Comment by Horst Kasper — 26. Juni 2010 @ 21:40 Uhr

  5. Sehr geehrter Herr Kasper!
    Herzlichen Dank, dass Sie in Ihrem kompakten Artikel aus meiner Website zitieren. Als die Gegenseite der Medaille könnte man den Komplex “Lernen lernen” sehen, denn einerseits ist Mathetik eine Lehrhaltung und andererseits das Lernen zu (er)lernen eine (notwendige) Lernhaltung. Auf meiner Website finden Sie auch zu diesem Komplex eine Reihe von Informationen.

    Comment by Prof. Dr. Peter Chott — 26. Juni 2010 @ 21:41 Uhr

  6. Hallo, Herr Chott,
    herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Gerne schaue ich in Ihre Homepage und kann das anderen am Thema interessierten Kolleginnen und Kollegen, aber auch Nichtlehrern nur wärmstens empfehlen: Eine Fundgrube!

    Was das Begriffliche angeht, würde ich die Mathetik gerne in einem umfassenderen Sinne sehen, der das einschließt, was wir heute “das Lernen lernen” nennen. Comenius hat ja seinerseits den Begriff von Platon übernommen. Wenn ich das richtig sehe, hat dieser damit aber die Kunst des Lernens auf den Punkt gebracht, die bei den Rhetoriklehrern seiner Zeit ja bereits eine Jahrzehnte währende Tradition hatte. Aber das ist ja letztlich eine Frage der Deutungshoheit. Wenn die Wissenschaft eben die Mathetik in ihrem Sinne als eine spezielle Art des Lehrens definiert, kann ich, der alte Praktiker, das letztlich nur zur Kenntnis nehmen. Dennoch sollte die historische Dimension geachtet werden. Und die ist in diesem Fall faszinierend!

    Vielleicht erzähle ich hier, da Herr Simon im Moment auf Reisen ist, nächstens die Geschichte, wie nach den alten Quellen zu urteilen alles anfing; denn aus der Sicht unseres heutigen Wissens beruhte diese Art des Lernens auf einer aus heutiger Sicht sensationionellen Entdeckung eines griechischen Dichters vor rund 2500 Jahren. Harmut von Hentig hat sich jedenfalls bei seiner archäologischen Entdeckung von 1983 auf Platon berufen, soweit ich weiß. Aber mir geht es hier nicht um pädagogische Archäologie, sondern eher darum, einer Art des bewussten Lernen eine Gasse zu bahnen, die das heutige schulische Lernen enorm bereichern und effizienter machen könnte.

    FG, Horst Kasper

    Comment by Horst Kasper — 28. Juni 2010 @ 11:21 Uhr

  7. Das ist ja ein pädagogisch schönes Beispiel dafür, wie der Fokus auf die gemeinsame Sache zu Beteiligung, Bescheidenheit, Großzügigkeit und Beschränkung auf´s Wesentliche führt.

    @ Herrn Kasper:
    Im Anschluss geht mein Sohn auf eine evangelische Schule.
    Im Hinblick auf den in der Familie geschätzten Pädagogen und Theologen Rombach oder den Pantheisten Goethe hatte ich die Eingebung, dass das gut gehen könnte, auch wenn bestimmte Vorstellungen von Gott und der Welt familienintern “anders großzügig” ausgelegt werden.

    Angesichts dessen, dass kleinere Glaubensgemeinschaften in der Geschichte immer wieder einen gewissen Hang zu Fanatismus bewiesen haben, habe ich indes auch gewisse Befürchtungen, wenn er anfangen sollte, den lieben Leuten die Selbstorganisation des Universums nahebringen zu wollen. Humor und Religion ist einfach so eine Sache und gruppendynamische Prozesse verlaufen in oft wenig gottesfürchtiger Weise.

    Eigentlich wollte ich mit dieser Illustration aber ein viel unbescheidenere Verkündigung bzgl. Pädagogik vorbereiten.
    Wenn ich da einen der erlebnismäßig naturverbundenen Erzieher fragen würde nach psychologischer Begründung dessen, was die Kleinen da tagtäglich erleben, würde ich nicht viel an theoretisch haltbarer Fundierung antreffen. Erlebnispädagogik findet sich gerade mal ansatzweise eingefaßt in systematisierbare Vorstellungen von der Persönlichkeit und den Regularitäten ihrer Förderung.

    Das, was ich bisher nur anzudeuten versuchte, im Rahmen von Reform oder Erlebnispädagogik einzuordnen, ist mir dennoch zu wenig. Ich sehe hier einen, wenn man so will, empirischen Beleg für die Notwendigkeit einer systematisch auszuarbeitenden psychologischen Pädagogik. Und zwar gerade weil es sich um ein konstruktives Mißverständnis von Pädagogen handelt, das meinen Kindern da zu Gute kommt. Unbeschadet der übersichtlichen, aber psychologisch unsystematischen Reflektiertheit ist es sehr wertvoll, was dort an Bildung und Erziehung vollbracht wird. Na klar! Bei einer Generalisierung des Prinzips von einem Kontext in einen weiteren – in Form einer von hochzufriedenen Eltern bereits diskutierten Waldschule bspw. – würde ich aber schon skeptischer gucken. Würden die Rabauken mit 14 Jahren noch im Wald herumsausen, wäre mir das nur insoweit recht, als sie dort Kompetenzen erwerben für die Aufgaben, auf welche hin die mehr oder weniger humane Gesellschaft sie als Erwerbsteilnehmer prüfen wird. Was für 14 – Jährige im Allgemeinen angeboten wird, ist freilich noch schädlicher als sich kichernd im Busch zu verstecken. Angesichts derart trostloser Gehege wie denen typischer Schulhöfe ist der Phantasiebedarf verständlich.

    Ein Psychologenehepaar, das einen Schimpansen mit ihrem Kleinkind vergesellschaftet haben um den Affen menschlicher zu machen, brachen das Experiment ab, als sie gewahr wurden, dass der Affe ihr Kind in seiner Entwicklung „herunterzog“. Waldkindergarten ist gleichwohl perfekt, weil an die Herausforderungen angeschlossen wird, die die Kurzen reifebedingt faszinieren: Die psychosomatische Faszination, sich des eigenen Körpers in lebhafter Auseinandersetzung mit natürlichen Gewalten zu bedienen, die zunächst magische und dann immer naturwissenschaftlichere Rekonstruktion naturgegebener praktisch erfahrener Zusammenhänge, das alltägliche gruppendynamische Laborieren an der psychosozialen Frage “Wer bin ich und wer sind relativ dazu die anderen?”. Reife als Plateau der Koevolution aus Anlage und Lernumwelt. Mit diesen Voraussetzungen scheint man sogar einigermaßen resilient zu sein gegenüber dem geistigen Fastfood, mit denen die Kurzen später auf Konsumleistungsstandard gebracht werden – wenn sie sonderbarerweise davor nicht bewahrt werden.
    Bspw. in der Schule werden sie süße Schulmilch bekommen. Kinder KÖNNEN zudem mit Glasflaschen in dem Alter bekanntlich noch nicht umgehen, wie bspw. die evangelischen Pädagogen WISSEN. Pädagogen wissen per definitionem. Die sonderbaren Waldkindergartenabsolventen nehmen seit Jahr und Tag Ihre Pulle mit ordinärem Wasser ohne Glasbruch mit in den Wald. Schon an der Gestaltung so kleiner banaler Dinge zeigt sich, wie leicht wir uns zum Trottel der Übersysteme machen lassen. Die womöglich mächtig hypnotisch sind und dennoch schief gewickelt.

    Wenn wir nun entwicklungspädagogische Konzepte wie von Erikson, Freud, Kohlberg, Flammer e.t.c. bemühen, um den Erfolg des pädagogischen Hinterwäldleransatzes von seiner Psychologik her einordnen zu können, so besticht besonders das Konzept von Clare Graves mit seinen entwicklungstypischen Werteorientierungen. Wer die Regularitäten in der Selbstorganisation psychosozialer und psychosomatischer Strukturen unter dem Aspekt der Informationsverarbeitung betrachtet, hat seine Freude an Spiral Dynamics.

    In verblüffender Entsprechung zum deutschen Darwin- Antagonisten Haeckel geht er davon aus, dass Gesellschaftsformen bestimmte Entwicklungsverlaufe durchmachen, die sich in ihrer Folgerichtigkeit eines aus dem anderen rekonstruieren lassen. Entsprechend machen auch die Kinder nicht nur die biologische sondern auch die soziale Evolution der Menschheit im Kleinen noch einmal durch. Das Ritterzeitalter läßt sich ebenso wenig abkürzen wie die Stammesgesellschaft der Urmenschen (in unserer Kultur in der exotischen Form der Indianerfaszination.). Die einzelnen Möglichkeiten und Beschränkungen der entwicklungsgeschichtlichen Abschnitte müssen, um überwunden werden zu können, erlebt werden.
    Systemiker wird es nicht überraschen, dass es bei der Determination der Binnendifferenzierung eigensinnig autopoeitischer “Systeme” auf die Rahmengestaltung, das Framing ankommt. Perception kommt vor Emotion oder kognitiven Bewußtseinseingebungen, wie spätestens die Strukturaufstellungsarbeit lehrt.

    Auch wenn die Erzieher in gewisser Hinsicht hier vielleicht nicht formulieren können, was sie da eigentlich tun und vorzüglich das innere Kind IN IHNEN gern alltäglich open air im Wald wandelt, habe ich da insofern einfach Glück gehabt mit meinen Jungs und dem konstruktiven Mißverständnis der Pädagogen, die in für Pädagogen typischer Weise von ihren Bedürfnissen als alleinseligmachend ausgehen und – Persönlichkeit ist eeben alles – damit glücklicherweise richtig liegen. Die Erzieherin, die selber Stubenhockerin ist, wird aus dem nervtötenden Herumgehampel in trostosen Spielzimmern eine pädagogische Doktrin machen.

    In jedem Fall beweist sich anhand des Illustrierten in beeindruckender Weise das folgene: Ich muss dem kleinen Urmenschen, Ritter u.s.w. eine Lernumgebung gewährleisten, in dem er die Chancen und Beschränktheiten eines typisch menschheitsgeschichtlichen Funktionsniveau selber austesten kann, um sich für die Chancen und Risiken der jeweils nächsten Kulturstufe zu begeistern. Darin sehe ich das eigentliche Erfolgsrezept und Fingerzeig für das, was wir den Kindern bisher nur aus Versehen geschweige systematisch an Lernumgebung zu finanzieren bereit sind.

    Schon die Architektur unserer Lernstätten wirkt verblödend und muss durch Verbasteln ausgeglichen werden. So viel wie in diesen, alles andere als artgerechten Gehegen gebastelt werden muss, um nicht dem Stumpfsinn zu verfallen, wird im ganzen Leben nie wieder gebastelt werden. Ähnlich wie bei der Evolution der Führungsstile vom autoritären “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!” über das “Jede Stimme zählt” bis hin zum liberalistischen “Du bist Experte für das, was zu willst und zur Gemeinschaft beitragen kannst.” verläuft der Weg in Korrespondenz zu den mehr oder weniger gesellschaftstypischen Kontexten. Betonierte Übersichtlichkeit bspw. fördert das Verharren in autoritären Strukturen. Die nicht schlecht sondern grundlegend sind und Dank entsprechendem Framing irgendwann nur noch im Notfall bemüht werden, weil differenzierte Sozialstrategien herangebildet wurden.

    Auf dem Weg zur pädagogischen Doktrin schaut man sich als Erlebnispädagoge schaut man sich Lernumgebungen an, innert derer Kinder wie von selbst lernen und die das Kind in einem selbst sympathisch findet. Als Psychologe leitet man von der Strukturanthropologie und Konzepten wie Graves Spiral Dynamics systematisch ab, was es wann an Lehr- beziehungsweise Lerndesign braucht.

    Natürlich könnte ein Vertreter zynischer Vernunft nun voraussagen, dass es Anpassungsprobleme geben wird. Bin selber im Wald groß geworden und nun sieht man ja was herausgekommen ist. Wenn ich nun heute meine Kinder nachmittags abhole, fallen mir fast die Ohren vom Stamm, weil die Blägsäcke derart brüllen. 8 Stunden am Tag stellt Brüllen eine kontextangepaßte Form der Verständigung dar, mit der sich die weitläufigen Entfernungen des Wald per kurzem Feedbackbogen und mit geringer Affektunterdrückung prima überbrücken lassen. Großes italienisches Theater bis dass der böse Papa kommt. Raubtiere fürchten und Reizvolles jagen, so wie im Berufsleben später, das bietet dieser Wald nicht mehr – wozu also leiser sein und sachte auftreten statt Schleichen wie all die erwachsenen Kulturneurotiker? Von den Entwicklungsabschnitten in der Selbstorganisation des Ordnungssinnes und Reinlichkeitsempfindens mal ganz zu schweigen. Es mag saubere Autos geben, unseres erinnert mit all den Waldsouveniers an eine Pferdekutsche auf der Spur von Erdbeerbeetdünger.

    Im Hinblick auf den Kulturstandard, dass die groß gewordenen Erwachsenen die nächsten 40 Jahre ihren Daseinskampf im sozialen Dschungel klimatisierter Großraumbüros zu bestreiten haben werden, mag ich mir als schätzungsweise durchschnittlich (?) sozialisierter Ameripäer dennoch so meine Gedanken. Die können ja nicht alle Tierpfleger, Gärtner, Naturforscher oder Waldkindergartenerzieher werden. Konsequenter ist es eigentlich, so wie in den meisten anderen Kindergärten mit ihren weltfremden Beschäftigungangeboten, Spielzeugplastemüll und Zuckersedierung, so eine Art Käfig anzubieten für die künftigen Schreibtischtiger und Fließbandabarbeiter. In derartigen Frames können sie idiotisches Verfehlen von Lebensqualität viel stimmiger üben. Wie unser Kabe die Passage meistern wird und das Verharren in derart übersichtlichem Gelände bewältigen wird?

    Ich hatte gedroht, dass ich etwas unbescheidener auftreten wollte. Die Stimmigkeit dessen, was von der Reife her fasziniert, mit dem, was die Lernumgebung an dazu passenden Stimuli bietet, führt nur recht deutlich vor Augen, wie wenig Graves, Piaget, Wygotski und die anderen Entwicklungspsychologen Berücksichtigung finden. Die an Hühnerställe erinnernden Frames sog. Kindertagesstätten, die wir den kleinen Urmenschen, Ackerbauern, Sterndeutern, Feudalfürsten, Cowboys, Forschern, Kaufmannsleuten, Verwaltern, Rechtsanwälten und Psychologen als Substrat zumuten, sind die völlig balla blalla und reine Katastrophe, wenn wir statt Schreibtischtätern und Fließbandfunktionären noch irgendetwas anders heranbilden wollen, was die Gesellschaftsform braucht, um angesichts ökologischer Dynamik bestehen zu können.

    Comment by Max Liebscht — 28. Juni 2010 @ 14:05 Uhr

  8. PS: Wie soll eine herrschaftsfreie Pädgogik auf eine Welt vorbereiten, in welcher der Kampf um die Herrschaft jeden Lebensbereich derart grundlegend durchzieht?

    „Mathetik betrachtet schulisches Lernen aus dem Blickwinkel des Schülers und charakterisiert das Verhältnis zwischen Lehrperson und Lernenden als ‚symmetrisch‘ und ‚herrschaftsfrei‘.

    Wenn ich so etwas als Psychologe und Gesellschaftsmitspieler lese, offenbart sich für mich dass hier Ideologie, Wunschdenken einer Subkultur über sich selbst hinaus verallgemeinert wird. Selbstverständlich ohne irgendwelche Weltherrschaftsansprüche damit zu verbinden.
    Liebe Pädagogen, seid nicht so weltfremd. Da nimmt es doch nicht Wunder, wenn Euch die Massenmendien zum Ergotherapeuten machen.

    Ich wünsch mir, dass meine Kinder lernen, Autoritäten zu erkennen UND zu hinterfragen und den Kampf um die Geltungsansprüche ihrer Reden und Taten einigermaßen sportlich im Sinne sozialer Reziprozität auszutragen. “Tit for Tat!” und “Make Love not Peace!” scheint mir förderlicher zu sein für die Ausbildungs psychosozialer Resilienz als die bei 68- ern (in der DDR etwas verspätet die Renft- Generation) häufig anzutreffenden schizoid pervertierten Selbstmißverständnisse.

    Die Erzieher könne sich meist ein Grinsen nicht verkneifen, wenn mein durchsetzungsstarker Kleinster mal wieder seinen Dicknüschel durchsetzt oder Größeren die Schaufel drüber zieht. Trotzdem das pädagogisch schädlich ist, das Kind nonverbal zu ungehemmter Affektivität zu ermuntern, lachen die hinsichtlich Kulturneurotizität fertigen Pädagogen. Wieso bloß?

    “Das bedeutet, Schüler und Lehrperson stehen auf einer Ebene.
    Die Lehrperson ist nicht ‚Herr‘ des Lernenden, sondern Lernberater und helfender Erzieher.“ (www.schulpaed.de/de/mathetik.html)”

    Das ist m.E. die typisch verdrehte Rethorik, wie wir sie vorzüglich bei Politborderlinern finden. Die müssen sich mit den von Ihnen fabrizierten Realitäten ja nicht auseinandersetzen!

    Ich nehme an, ich ahne, was Sie meinen und finde es i.w. vermutlich sogar gut. Aber auch und gerade Pädagogen möchten wohl den A. in der Hose haben, klar = kongruent zu sagen, was sie meinen, wenn sie überzeugen wollen. Wer es sich in der psychologischen Theoriebildung vorzeitig zu einfach macht, produziert pädagogisch Methoden, die mehr schaden als nützen. Niemals stehen Schüler und Pädagoge auf einer Ebene! Hört auf die armen Leute zu verwirren und klärt EUER Problem mit unakzeptablen Autoritäten! Ohne Statusgefälle ist gar kein Modelllernen möglich. Was natürlich heißt, dass auch ich von meinem Schüler lernen kann, wenn er sich bzgl. einer Aufgabenanforderung mit seinen Kompetenzen als viabler erweist. Gerade auch die wechselseitige Perspektivübernahme, wie sie bspw. in Ben Furmann Lerndesign “Ich schaff´s” vobildlich angeregt wird, ist ein Beitrag zu dem, was Pädagogen mit gleichberechtigtem Lernen meinen dürften. Innerhalb eines einzelnen aufgabendefinierten Frames aber ist das – wohl auf eines der Axiome Watzlawicks zurückgehende – Geschwafel von der Gleichberechtigung schädlicher Schmonzenz. Auch der sog. “Lernberater” macht letztendlich vor, wie es geht. Davon abgesehen, dass es immer mehrere Beziehungsebenen bzw. Resonanzebenen gibt, welche einander ergänzen. Wer kognitiv führt, kann den anderen ob seiner Führerschaft auf der Resonanzebene der Empfindungen nachstreben wie bspw. in den Künsten.

    Ab einem bestimmten Prozentanteil von Frames jedenfalls, in denen sich mein Schüler als fitter, passender als ich erweist, werde ich als Lehrerpersönlichkeit keine Faszination, keinen Entwicklungsanreiz mehr zu verkörpern vermögen. So wie ich als Coach zu weit mehr als 50% im Hochstatus einer Oberhandposition wahrgenommen werden muss, um mentale Umstrukturierung anregen zu können. Wenn ich über länger ein guter Sparringspartner war, kann ich als LehrKRAFT im besten Fall mit einen bißchen Dankbarkeit rechnen, wenn sich mein Schützling selbst in Mentorenfunktion wiederfindet.

    Autoritärer Führungsstil ist in der Erziehung ebensowenig zu vermeiden wie bspw. das Konditionieren und muss zwecks Hospitalismusprophylaxe dann ausgeschlichen werden wie ein Medikament. “So viel Führungs wie nötig und so wenig wie möglich.” im Sinne von Empowerment.

    Respekt vor der Persönlichkeit heißt u.a. dass ich den Heranwachsenden nicht mit einem (der nicht unbedingt so häufig anzutreffenden Erwachsenen) verwechsle und ihm nicht das vorenthalte, was seine Persönlichkeit von einem Modell an Autorität reifebedingt braucht und erwarten können muss.

    Comment by Max Liebscht — 28. Juni 2010 @ 14:50 Uhr

  9. Danke für diese ausführlichen Gedanken, lieber Herr Liebscht! Ich kann Sie nur ermuntern, Ihr Vorhaben mit dem Buchprojekt in Angriff zu nehmen. Das zwingt erfahrungsgemäß zu Klarheit und Verständlichkeit.

    Comment by Horst Kasper — 28. Juni 2010 @ 18:26 Uhr

  10. Und inhaltlich?

    Comment by Max Liebscht — 29. Juni 2010 @ 06:38 Uhr

  11. Ich meine, es gibt ja noch so etwas wie Argumente.
    Durch die sich bspw. der Geltungsanspruch einer Rede legitimieren kann.
    Auf einer Probebühne wie hier werden natürlich Texte zur Diskussion gestellt.
    Ich muss wissen, dass im Unterschied zum Diesseits der virtuellen Welt Statussymbole weniger Berücksichtigung finden können sondern eher das zählt, was s/w nachvollziehbar ist.
    Texte, Auseinandersetzung mit Themen macht selbstverständlich Metamophosen durch.
    Die eine Sache für die Ausbildung von Pflegefachkräften hab ich in einer paar Tagen fertig. Bin gespannt auf Ihr Feedback hinsichtlich Klarheit und Übersichtlichkeit.
    Muss los, sonst verpassen wir das Losgehen der Kinderraupe.

    Comment by Max Liebscht — 29. Juni 2010 @ 07:00 Uhr

  12. Ohne Autorität gehts nicht. Da gebe ich Ihnen recht, Herr Liebscht. Das bestätigte auch Alexander Neill, der bekannt englische Schulreformer und Gründer von Summerhill. Hierzulande bekam er das Etikett “antiautoritär” aufgedrückt, was einem Missverständnis entspringt. Er setzte auf Regeln, statt “von oben verordnete” Ge- und Verbote, pochte auf deren Achtung. Aber erlassen konnte die Regeln nur die demokratische Schülerversammlung.

    Gelernt werden muss in der Schule immer. Das ist gar keine Frage, und Mathetik, wenn man sie denn wie die Erziehungswissenschaftler, die sich ihrer annehmen, als Wissenschaft vom Lernen kennzeichnet, hat Lernen – und zwar effektives Lernen – zum Ziel. Aber sie sucht nach Formen, die die individuelle Entwicklung (Autopoiese) fördern. Das ist gemeint mit “selbstbestimmtem Lernen”.

    Sie beinhaltet auch eine das Lernen fördernde Lernumgebung, und kennt nicht das “Im-Gleichschritt-Marsch”-Prinzip.

    Mathetik ist so gesehen auch die Wissenschaft vom Lerndesign.

    Sie sind ja zuständig für “angewandte Psychologie”. Da muss es Ihnen nahe sein zu überlegen, was konkret wie geht. Das ist mein Anliegen im Blick auf die Schule: Schüler sollen selbstständiges Lernen lernen. Das ist gemeint, wenn von “Lernen auf Augenhöhe” mit dem Lehrenden die Rede ist. Das ist keine Ideologie, sondern Anforderung an die Bedingungen. Schüler sollen auch nicht, wie Sie irgendwo beschrieben haben, mit sprachlich fragwürdigen Mitteln manipuliert werden. Wenn man anordnet: Wir wollen jetzt!, dann bedeutet das trotz allem autoritär: Ihr sollt jetzt dies oder jenes tun! Lernen auf gleicher Ebene bedeutet etwas anderes.

    Ein Beispiel: Vor Klassenarbeiten herrscht in jeder Schulklasse helle Aufregung. Jeder versucht mit seiner Angst fertig zu werden. Wenn ich mit den Schülern eine Methode übe, die Aufregung aus eigener Kraft runterzufahren und anschließend konzentriert zu Werke zu gehen, dann haben diese eine Erfahrung fürs Leben gemacht. Sie können dann stets in schwierigen Situationen zu ihrer selbst gesteuerten Entspannung finden.

    Comment by Horst Kasper — 29. Juni 2010 @ 15:16 Uhr

  13. Lieber Herr Kasper,
    Sie schreiben wohl gerade an einem Buch? Entspannen Sie sich (Vorsicht Fremdinduktion!) nur schön selbstgesteuert (wie sonst?), Sie wissen, das enfant terrible will Sie nur ein wenig ärgern. Ohne ein Mindestmaß an Stress lernen wir ja nüscht. Gerade Schüler sind diesbezüglich manchmal so was von dienstleistungsbereit!

    Abgesehen davon, dass die Provokation deutlicher Mißverständnisse sich wieder als zuverlässige Hebamme koevolutiver Verständigung erweist, wenn der Rapport irgendwo noch wahrnehmbar ist …
    … gehören Lozanov & anderen “Technologien” natürlich systematisch aufbereitet und in der Ausbildung umfänglicher gelehrt. Wie sähe Ihr Vorschlag für ein Lehrer – Curriculum insgesamt aus?

    Zu Neill haben wir die Entsprechung bei Korczak.
    Trotz der Bewunderung für das, was diese Führungspersönlichkeiten trotz zeitlich bedingter theoretischer Ungenügenheiten praktisch an Integrität verkörperten: Wenn der Schüler noch nicht weiß, dass er nicht weiß, was er nicht weiß, seh ich gewisse Schwierigkeiten, von denen bzgl. Summerhill auch prompt berichtet wird. Ich habe – Vorsicht Schleichwerbung – ein relativ schlichtes Alternativ – Konzept; “Evolution of Leadership” entwickelt, das ich im Coaching anwende. Gehen Sie der Empfehlung mit Claire Craves ruhig mal nach, da findet sich – gleichwohl komplexer angelegt – ähnliches. Scheinwidersprüche lassen sich dialektisch auflösen. Sie werden vieles entdecken, was Ihnen als Problemlösung zur Autoritätsdebatte aufgrund Ihrer praktischen Erfahrung gefallen wird. Gerade weil Autopoeisis sich koevolutiv realisiert, ist die Metapher vom beidäugigen Sehen (die ich Varga von Kib´´ed verdanke (verfälschte Schreibweise des Namens bitte ich als tastaturbedingt mit Nachsicht zu betrachten)) so geeignet, um die Stufe um Stufe nur über wechselseitige Perspektivübernahme zu meisternde Aufgabe abzubilden.

    „Sie sind ja zuständig für “angewandte Psychologie”. Da muss es Ihnen nahe sein, zu überlegen, was konkret wie geht.“ Angewandte Psychologie wäre nichts weiter als marketingtechnischer Größenwahn, wenn dahinter nicht ein sich suzessive entwickelndes Konzept einer Integrativen Psychologie und dahinter wiederum die Strukturontologie stünde. Wenn Sie Möglichkeiten sehen, die Entwicklung dessen, was da mit bescheidensten Möglichkeiten ins Leben zu kommen sucht, rufen Sie mich bitte an. Wenn Luhmann oder Rombach nebenbei ihr Auskommen noch hätten als Realitätenkellner (vgl. G. Schmidt) verdienen sollen, wissen Sie, was herausgekommen wäre. Angesichts der riesen Arbeit ist das gelegentliche Stückeln ein Graus.

    Vom Methodischen haben wir indes vermutlich das Meiste von dem, was wir brauchen, schon zur Verfügung. Das Handwerkzeug für die kunst zu lehren und zu lernen hat sich in Kontexten von Individual- oder Gruppentherapie, Beratung, Supervision e.t.c. längst bewährt. Wenn die Pädagogen aus Versehen mal ein Werkzeug in die Hand nehmen, um es systematisch anzuwenden, dann kommt es in aller Regel aus der Psychologie 1.0. Der Blick in die Lehrbücher zeigt uns Konzepte, die z.T. ohne Angabe oder Bewutsein der originalen Inspirationsquellen konstruiert wurden. Dass die Werkzeuge auf die Anforerungen des Schulkontextes hin angepaßt werden müssen, ändert nichts an dem Tatbestand, dass es in psychotherapeutischen Setting oder beim Consulting lernender Organisationen immer auch um die Gestaltung effizienter Lernprozesse geht. Das Know How ist da. Herausforderung ist neben dem Modellieren nun die systematisierte Aufbereitung und die integrationserleichternde Didaktik der Didaktik. Wie sieht bspw. eine hypnosystemische Pädagogik aus? Also da kann man sich inzwischen schon ein sehr progressives Curriculum vorstellen, finde ich.

    „Schüler sollen selbstständiges Lernen lernen.“ – natürlich sollen sie das. Von wegen der Natürlichkeit zu modellierender Lernprozesse bedürfen sie der Führung im Sinne Empowerment. Ausschleichen von Führung wie von einem Medikament, das zur Droge werden kann und zur Unselbständigkeit statt Resilienz verführt. Und ich unterstelle Ihnen, dass Sie als Lehrkraft oft genug manipuliert haben, um die Kuh von Eis zu bekommen.

    „Das ist keine Ideologie, sondern Anforderung an die Bedingungen.“ – Der zweite Teil des Satzes gefällt mir sehr gut. Und daran arbeite ich, so gut ich dazu komme. Da sind wir wieder bei den Frames, die wir wahrnehmen, die uns mit unscharf definierbarer aber spürbarer Wahrscheinlichkeit zu bestimmten emotionalen Anmutungen, Verhaltensweisen, Kognitionen, Werteorientierungen e.t.c. verführen. Paßt der Frame zu den aktuellen entwicklungsstandbedingten Faszinationen, brauche ich als pädagogische Führungskraft gar so nicht so künstlich viel tun oder basteln. Der Lernflow ergibt sich spielerisch wie von allein. Ohne Struktur aber wird das Lehrdesign formlos. Jesper Juul hat etwas ähnliches gesagt. Sinngemäß: Es ist verständlich, wenn Eltern sich glückliche Kinder wünschen. Aber es ist recht unglücklich, daraus ein Programm machen zu wollen. Bzgl. Spiel, also Flow letztendlich, scheinen mir Pädagogen mögliche Resultate gern mit einem Programm zu verwechseln. Weil Lernen mit frustrierenden ja befremdlichen Anforderungen konfrontiert, muss man die Kuh ab und an am Schwanze ziehen, damit sie, langfristig betrachtet, nicht baden geht.

    Bzgl. des ersten Teiles Ihres Satzes wünschte ich mir, Sie könnten das beweisen, dass Sie nicht von einer bestimmten Gesellschaftsauffasung ausgehen, die vorzüglich Ihren biographischen Wachstumsprozess zu perpetuieren sucht. Ich erwarte ja nicht, dass Pädagogen ihren Erfahrungsschatz verleugnen, ich erwarte, dass sie ihn systematisch hinterfragen und mit anderen Konstrukten kontrastieren. Schon in ihrer Grundausbildung ist das zu üben, nicht erst in Wochendenzusatzweiterbildungen.

    Der Psychologe im curriculum- verantwortlichen Wissensaufbereiter fragt den Pädagogen: „Sag mal, wie kommst Du eigentlich zu Deinen Methoden? Der Epistemologe fragt den Psychologen: Du sag mal, wie kommst Du eigentlich zu Deinen Konstrukten?“ Und alle drei, Träumer, Kritiker und Macher, sitzen an einem Tisch und mögen das „Gespräch zwichen den Welten“ (Rombach) aushalten.

    „Schüler sollen auch nicht, wie Sie irgendwo beschrieben haben, mit sprachlich fragwürdigen Mitteln manipuliert werden. Wenn man anordnet: Wir wollen jetzt!, dann bedeutet das trotz allem autoritär: Ihr sollt jetzt dies oder jenes tun! Lernen auf gleicher Ebene bedeutet etwas anderes.“
    Sprache wirkt hypnotisch. „Worte waren ursprünglich Zauber“ (de Shazer) Auf dem Chefarztplural als schwarzer Magie will ich aber gar nicht herumreiten. (Vgl. auch Rosenberg) Sie wirken mir darüber hinaus auch theoretisch unsicher. Vielleicht täusche ich mich da. Ich unterstelle Ihnen, dass Sie aufgrund der in vielen einzelnen Handlungsrahmen und Entscheidungssituationen bewährten inneren Strukturkonstellation eine äußere Haltung gewonnen haben, die es Ihnen als einem „Mann von Format“ ermöglicht, in Face – to- Face- Kontexten praktisch zu überzeugen. Für Praktiker mit durch Lebenserfahrung exzellent geschulter Intuition ist es typisch, dass sie sich an die Effektivität Ihrer Routinen gewöhnt haben, aber argumentativ nicht begründen können, warum sie wann was wozu wie tun oder lassen. In gewisser Hinsicht ist das natürlich. Da wir unseren Verstand sowieso nur in Ausnahmesituationen und Entscheidungszwickmühlen consultieren und ansonsten unsere intuitiven oder automatisierten Routinen abspulen, ist das wohl für die meisten Reaktionserfordernisse des pädagogischen Alltags hinreichend, sich auf seine gute Kinderstube zu verlassen.

    Immerhin sind aber auch komplexere Zwickmühlen zu lösen im Betrieb eines Lehrdesigns. Und da wünsche ich mir von Pädagogen dann schon mehr lerntheoretische, entwicklungspsychologische, diagnostische (…) Reflektiertheit, damit sie wenigsten im Nachhinein zu ihren Bauchentscheidungen begründen können, warum sie tun was sie tun. Aktuell scheint mir die Pädagogik auf einem Entwicklungsstand zu sein, dass unsystematischer Ekklektizismus angesagt ist. Aus jedem Dorf, sprich aus jeder psychologischen Schule ein Hund bzw. eine Methode. Bei der Auswahl beliebt es, vom eigenen biographisch gewachsenen Gusto auszugehen und die Systematik bleibt auf der Strecke. Allerdings, das muss ich zugeben, müssen wir Psychologen das erst einmal vormachen, wie das gehen kann mit Integration durch Systematisierung dessen, was Synergien ermöglicht. Dann erst können die Pädagogen das übernehmen.

    In der Psychologie leisten wir uns nämlich wiederum die Eselei, dass wir die Erkenntnistheorie einen guten Mann sein lassen anstatt den erreichten Stand konsequent zu berücksichtigen und einzupflegen. Der Erfolg systemischer Konstrukte bspw. ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass erkenntnistheoretische Fortschritte bis in die Angewandten Wissenschaften durchgedrungen sind. Dadurch kam die Anwendbarkeit der Konstrukte und Methoden über das Niveau von Ratgeberliteraturmoden hinaus. Die systemtheoretisch inspirierten Ansätze können aber noch einiges an Up Date vertragen – u.a. von dem immer wieder zu empfehlenden Pädagogen und Strukturanthropologen Heinrich Rombach her.

    Manipulation halte ich kurz gesagt für ebenso unvermeidlich, wie Ethik unvermeidlich ist. Insbesondere letzteres ist eine Leistung, die zu erbringen mir niemand abnehmen kann und meinen Wert als Individuum für die Gesellschaft in ihrem historischen Kontext verortet. Diese Zusammenhänge sind freilich differenzierter auszuführen. Die Unvermeidlichkeit von Manipulation ergibt sich aus den Horizonten verschiedener Entwicklungsniveaus. Das ist Paradoxietransformation für Anwender. Und das ist nicht zuletzt meine ganz ordinäre Alltagserfahrung.
    Kurz: gerade wenn ich mich um kunstgerechte und ethisch verantwortliche Manipulation von Verhaltenswahrscheinlichkeiten bemühe, nehme ich den kleinen und auch großen Menschen als Person in seinen Möglichkeiten aber auch in seinen Grenzen für voll. Andernfalls sollte ich mich auf mehr an autopeitischen Überraschungen einstellen als methodisch vorgesehen. Denn die Haltung, aus der heraus ich dem anderen Fraktal des Universums gegenübertrete, ist zwar nicht alles, aber eben doch das, was die Grundlage für höhere Lernformen überhaupt erst ermöglicht.

    LG

    Comment by Max Liebscht — 30. Juni 2010 @ 10:28 Uhr

  14. Ich komm grad mal ganz praktisch daher.
    Mir liegt bei aller Theorie immer sehr an der realen Umsetzung/Umsetzbarkeit in den Schulen. Ich denke wie Sie, Herr Liebscht, wenn Sie sagen, wir hätten wohl alle methodischen Möglichkeiten längst in Händen. Die Frage ist, werden, sie angewendet. Ich denke nicht, dass es an Theorien fehlt, aber es ist gut, an bestehende zu erinnern, die mit den Erkenntnissen der Neuropysiologie der letzten Jahrzehnte zu verquicken. Das gibt eine Menge her.

    Wars´nicht so … oder so ähnlich?:
    Wir lernen:
    10% dessen, was wir lesen
    20% dessen, was wir hören
    30% dessen, was wir sehen
    50% dessen, was wir hören und sehen
    70% dessen, was wir mit anderen diskutieren
    80% dessen, was wir am eigenen Leib erfahren
    95% dessen, was wir anderen beibringen

    Mal ganz abgesehen von den Prozentzahlen, es ist doch so, dass wir die Dinge erst wirklich begreifen, wenn möglichst viele Sinne angesprochen werden, eine anregende Atmosphäre herrscht, diskutiert und selbst auch vermittelt werden kann.
    Was brauchen wir also: Unterricht, der viele Sinne anspricht, der zum kontroversen Gespräch anregt und in dem Kinder anderen Kindern etwas beibringen. Kinder erwerben methodisch reichhaltig in “Expertengruppen” ihr “Expertenwissen” zu einem bestimmten Thema und stellen anderen “Expertengruppen” ihre Ergebnisse vor, bringen sie ihnen bei und die anderen vice versa dann denen. Und dann würfelt man die wieder zusammen und präsentiert das Ganze auf Jahrgangstreffen, Schulversammlungen etc.
    So kanns gehn.
    Mathetisch, platon-ideenlehrend, sokratisch, hentigisch, neillistisch, comenisch, greensch …

    Comment by Hedwig Gebbeken — 30. Juni 2010 @ 14:50 Uhr

  15. 100% d´accord!

    +
    Was meine Wenigkeit zwecks Untertsützung der koevolutiven Performance in der Stunde interessiert, ist, elektronisch – interaktive, dezentral verfügbare, cooperative learning fördernde, Prüfungsvorbereitung transparent ermöglichende Lehrwerke und Visualisierungen so zu gestalten, dass Dank möglichst viel hinterfragbarer Strukturen maximal viel Improviationsspielraum und Anpassung an Lerntyp, Reife, Charakter, Tagesform e.t.c. möglich und effizient nutzbar ist. Hier liegen riesen Reserven! Damit kann die wechselseitige soziale Perspektive, die es für höheres Lernen im Sinne Batesons braucht, besser gefördert werden. Rollenspiel und Eventpädagogik verkommen m.E. allzuoft zu formlosen Affentheater und Beschäftigungstherapie im schlechtesten Sinne, weil es kaum ein Korsett gibt, welches als Ausgleich zu mehr Freiheit korrespondent mehr Halt geben kann. Auch und gerade Schulen brauchen – wie der gerade absentierende FBS es nennt – mehr an „Spannung“ UND mehr an „Langeweile“ bzw. inspirierenden Mußestunden und Spielräumen. Wenn wir von beiden mehr haben, mehr Möglichkeiten um (grob verkürzt gesagt) zwischen dem zu Unrecht kurzschlüssig diskreditierten autoritären, „rechten“ Führungsstil und (keineswegs alleinselig machendem) partizipativen, „linken“ Führungsstil mit ruhiger Hand schülerberechenbar changieren zu können, dann ist das Boot, in dem wir alle miteinander sitzen, bei günstigem Winde sogar durch bewegte Wogen einer im Großen und Ganzen ziemlich irren Gesellschaft steuerbar. Wenn ich mit dem Steuerrad eines Bootes freilich ideologisch bedingt immerfort nach rechts oder links steuern würde, dreht Schule sich im Kreis. Die aus innerlich formatierter Haltung UND sinnvoll begründbarem Zielbezug resultierende Geradlinigkeit braucht das Manövrieren zwischen Möglichkeiten der Beruhigung und Beunruhigung. Lernen = Oszillation zwischen einander sowohl bedingenden, als auch in Frage stellenden Strukturkonstellationenen (Mapping).

    Solcherart kann die Schule quasi zum Wirbeltier werden anstatt mangels interner Strukturiertheit wie ein kolloides Weichtier „für alles offen“ sein wollen zu müssen oder sich – Gegenextrem – Dank externer Ressourcenversorgung und Monopol auf zwangszugewiesene „Kundschaft“ wie ein Schalentier von den Anforderungen dynamischer Umwelten abzuschotten, um intern mit der Unruheverwaltung gemütlicher klar kommen zu können.

    Dazu kommt die Beobachtung, dass sowohl Lernen als auch Lehren sich spielend leicht anfühlen, wenn die dialogische Passung aktueller reifebedingter Faszinationen und Fragen mit den Explorationsmöglichkeiten der angebotenen Lernumgebungen resonant und stimmig ist. Gelernt und gelehrt werden kann dann „wie von allein“. In der phantasiearmen Trostlosigkeit der angebotenen Exterieurs von drogensüchtigen Schulhöfen und multimediageilen Klassenräumen kommt m.E. die Gleichgültigkeit zum Ausdruck, die wir uns im Kontrast zu all den anderen Aufregungen der Zukunft unserer Gesellschaft gegenüber meinen erlauben zu können. Ausgerechnet Schule als lernende Organisation? IN der Schule wird doch schon per definitionem gelernt.

    Comment by Max Liebscht — 1. Juli 2010 @ 03:45 Uhr

  16. Eine weitere Geschichte, Metaphern fürs Leben:
    http://video.stumbleupon.com/#p=s4p6g46q5v

    Comment by es — 1. Juli 2010 @ 11:19 Uhr

  17. Oh nein!
    Es hat wieder zugeschlagen.
    Man soll doch nicht immer von sic…
    Man sollte doch bitte etwas positiver denken:
    http://www.youtube.com/watch?v=Lioilr7DFNA&feature=related

    Bitte nur als ungewollte Anspielung zu verstehen, lieber Herr Kasper!

    Comment by Max Liebscht — 1. Juli 2010 @ 13:10 Uhr

  18. Was die Mathetik doch für tolle Geistesblitze und Reflexe erzeugt! Bei Frau Gebbeken ist das dankenswerterweise sehr konkret.

    Wenn jetzt die Beiträge bei allgemeinen Scherzen fürs Leben angekommen sind, sollte man die Diskussion – denke ich – vorerst beenden.

    Sie haben ja Recht, Herr Liebscht, wenn Sie vermuten, ich sei an einem Buch. Aber das wird sehr konkret, nicht ganz theoriefrei, aber doch der Autopoiese der Lernenden dienende Praxis. Mehr verrate ich nicht. Nur so viel: In das System Bateson lässt es sich nicht einordnen, wenn es auch um Lernen II gehen wird. Ich muss jetzt an den Termin denken und meine Zeit darauf konzentrieren!

    Ich danke allen, die die Diskussion bestritten haben, insbesondere Ihnen, lieber Herr Liebscht. Sie sind nicht zufrieden mit mir, aber ich muss Sie um Verständnis bitten, wenn ich mich nun drum bemühe, mich nicht völlig in anderer Leute Gedankenfluten zu verlieren. Daher kann ich – selbst wenn der große Meister längere Ausflüge unternimmt – vorerst keine weiteren Beiträge zum spannenden Generalthema Lernen mehr hier reinstellen. Bis später mal!

    HG an alle H.K.

    Comment by Horst Kasper — 1. Juli 2010 @ 16:07 Uhr

  19. Tja, nichts ist so tief wie die Oberfläche.

    Comment by es — 1. Juli 2010 @ 16:45 Uhr

  20. Herzlichen Dank für Ihre lieben Wünsche. Wenn neben dem Augenlicht auch die geistgen Fähigkeiten nachlassen, scheinen Möglichkeiten auf Wachsum eher begrenzt.
    Sehen Sie, vielleicht macht dies den Unterschied: Ich weiß um meine Demenz.

    Que sais-je? (Montangnes)

    Comment by es — 1. Juli 2010 @ 19:16 Uhr

  21. @ Herrn Kasper,

    “… Daher kann ich – selbst wenn der große Meister längere Ausflüge unternimmt – vorerst keine weiteren Beiträge zum spannenden Generalthema Lernen mehr hier reinstellen.”

    Das bedauere ich.

    Viele Grüße, Hedwig Gebbeken

    Comment by Hedwig Gebbeken — 1. Juli 2010 @ 23:17 Uhr

  22. Die allgemeinen Scherze sind immerhin weniger verdächtig als die speziellen. Und gerad speziell zu dem Thema!

    “Kinder aufziehen ist eine unsichere Sache; geht es gut, dann hat man davon ein Leben voll Kampf und Sorge gehabt; geht es schlecht, ist der Kummer bitterer als jeder andere.”
    Demokrit

    Lustig auf denn zu den Bücheln,
    die das Lernen beflügeln möchten!

    LG

    Comment by Max Liebscht — 2. Juli 2010 @ 05:43 Uhr

  23. Tabula rasa?
    Oleum et operam perdidi.
    @20 floreo, nunc est bibendum.

    Comment by es — 2. Juli 2010 @ 08:01 Uhr

  24. Lieber Herr Kasper,

    mir scheint, hier ist ein Beitrag von Ihnen “verloren” gegangen.
    Ich würde mich freuen, wenn er sich wiederfindet.

    Comment by es — 2. Juli 2010 @ 10:19 Uhr

  25. Richtig, lieber Herr Schmid, sogar in zwei Versionen! Einfach perdu! Denn des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Ist er nicht bei Ihnen gelandet? Merkwürdig!
    Wenn aber schon, dann gestatten Sie mir eine direkte Frage: Sind Ihnen als Lateiner die fünf Säulen von Ciceros Rhetorik nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch begegnet? Und wenn ja: Arbeiten Sie damit?

    FG H.K.

    Comment by Horst Kasper — 2. Juli 2010 @ 14:59 Uhr

  26. Homo sum, nihil humanum a me alienum puto.
    Terenz

    Ich freue mich, dass die Niederlande gewonnen hat.

    Liebe Grüße

    Comment by es — 2. Juli 2010 @ 17:24 Uhr

  27. Humo bebo catuselum drezem wasi wumbum.

    Comment by Max Liebscht — 4. Juli 2010 @ 08:07 Uhr

  28. I bi sicher: Wemme ladiinisch chönnt, diet me brüele vor Lache ob so viel gscheute Sprüch. So aber cha d’ Kommunikation numme ins Stocke grote oder in e schwarz Loch gheie. Oder aber me chunnt schwer ins Grüble über dr Sinn vu däre Welt.

    So viel im Gedenken an unseren alemannischen Altvorderen Johann Peter Hebel, der vor rund 200 Jahren für seine Landsleute (und zur Freude seines weit berühmteren Zeitgenossen Goethe) die wunderbare Kalendergeschichte “Kannitverstan” schrieb.

    Comment by Horst Kasper — 4. Juli 2010 @ 09:25 Uhr

  29. Das erinnert mich an eine Geschichte…
    “Вeнн Ду даc лeзeн каннcт,
    ьиcт Ду кeин ьлeeдeр Вeccи!”

    Comment by Max Liebscht — 5. Juli 2010 @ 02:46 Uhr

  30. Chapeau!

    Comment by Horst Kasper — 5. Juli 2010 @ 08:53 Uhr

  31. Mein lieber Schwan!

    Da, da fällt mir nichts mehr ein….

    Comment by es — 5. Juli 2010 @ 11:53 Uhr

  32. … Wenn Du mit Deinem Latein am Ende bist, liegt es meistens daran, daß Du nicht Deutsch gesprochen hast.
    (Carl Auer)

    Comment by Hedwig Gebbeken — 7. Juli 2010 @ 08:06 Uhr

  33. Und noch einer :
    Das Gute am Verstehen ist, man muss nicht.
    (Friedhelm Kändler)

    Die Sonne scheint! Und Oranje ist im Endspiel! Juhu!

    Comment by Hedwig Gebbeken — 7. Juli 2010 @ 08:21 Uhr

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag.

Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.

September 2014
M D M D F S S
« Aug    
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930  
Systemische Kehrwoche

Fritz B. Simon
Fritz B. Simon


nach Stichwort
Carl-Auer LebensLustCarl-Auer CompactCarls Klassiker-BibliothekCoachingFamilientherapie und FamilienforschungHypnose und HypnotherapieKinder- und JugendlichentherapieManagement / OrganisationsberatungOrganisations- und StrukturaufstellungenPaartherapiePhilosophie / Systemtheorie / GesellschaftPsychiatriePsychologie/PsychotherapieSystemaufstellungenSystemische MedizinSystemische PädagogikSystemische Soziale ArbeitSystemische TherapieTherapie und HumorVerlag für Systemische Forschung
HörBarLesBarBuchBarMachBar
AnsprechpartnerCarl Auer – Geist or Ghost?Jobs & PraktikaVerlag für Systemische ForschungSo finden Sie uns
ManuskriptangeboteBuchhandelPartnerbuchhandlungVeranstaltungenLinksProspektanforderungNewsletterGeschenkgutscheinE-Cards
AktuellesRezensionsexemplareUnsere VorschauVerlagsgeschichte