Not leidende Kredite
Horst Kasper
Wäre das nicht ein schönes Thema für Ihre Revue für postheroisches Management, für den „zweiten Blick“ auf Entwicklungen im System, hier dem der Banken, lieber Herr Simon (www.postheroisches-management.de)? Man muss sich diesen Begriff einmal auf der Zunge zergehen lassen, diesen typisch deutschen Euphemismus: Kauf not leidender Kredite für die NPL-Transaktionen (NPL = Non-performing loans) oder auch ABS = Asset Backed Securities, worauf Sie bereits hingewiesen haben. Ich assoziiere wirkliche Not leidende Kinder in Afrika. Kredite sind ja schließlich wie die Kinder der Banker. Leiden diese Not, muss man ihnen doch helfen! Doch was tun diese herzlosen Manager? Sie erfinden eine Art Abdeckereien, bei denen es nur noch um die möglichst geräuschlose und spurlose „Entsorgung“ von ungeliebten Altlasten geht, zum Beispiel Lone Star, die Krake mit 21 gierigen Fangarmen namens Westend 1 – 21, für welche die Heuschrecke ein viel zu niedliches Bild wäre. Da hat sich in den letzten Jahren offenbar ein stark besetzter und überaus erfolgreicher Geschäftszweig etabliert mit ganzen Hundertschaften von „Fachleuten“, denen man allen wohl inzwischen eine ganze Hirnpartie im präfrontalen Kortex herausoperiert oder auf andere Weise zerstört oder mit Penunzen ruhig gestellt hat, den Teil, in dem sich bei gesunden Erwachsenen das Zentrum für moralische Bewertungen findet. Da gibt es gut besuchte Fortbildungsseminare. Schauen Sie mal per Google unter NPL-Transaktion oder unter ABS (das ist das Gegenteil des bekannten Antiblockiersystems im Auto) und Sie werden erstaunt sein! Oder auch nicht mehr.
9 Kommentare
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Mein lieber Schwan! Bei der Niederschlesischen bin ich zufällig.
Interessante Perspektive. Werde mir für meine Vorhaben andere Partner suchen. und womöglich doch typisch Osten. Kriegen kaum
einen Fuß vor den anderen was soziale Verantwortlichkeit angeht
aber sobald es
was Richtung Kulturlosigkeit und Amerikanismus zu besorgen gilt, sind wir gleich mit vorn dabei. Und
die Amis nennt man ja wohl nicht umsonst die Russen des Westens und billige Praktiken setzen sich unter unseren Verhältnissen eben durch. Einerseits überreguliert andererseits Menschen-fresserei.
Vgl.: http://www.finance-magazin.de/npl/ausgabe01/
Zitat: “Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
zum ersten Mal erscheint heute der NPL-Newsletter. Erst heute, ist das nicht ein bisschen spät? – fragen Sie sich jetzt vielleicht. In der Tat, die ganz großen NPL-Portfoliodeals liegen hinter uns. Experten rechnen übereinstimmend damit, dass wir in den nächsten zwölf Monaten nur noch vereinzelte Milliardendeals sehen werden.
Doch das Thema NPL ist noch lange nicht tot – im Gegenteil. Auch kleinere Finanzinstitute, speziell Sparkassen und Volksbanken, müssen noch eine Lösung für ihre faulen Kredite finden. Neben dem Verkauf von NPL-Portfolien etabliert sich zunehmend das Interesse an der Übernahme von großen Einzelkrediten, mit dem Ziel einer Restrukturierung (Debt-for-Equity Swap etc.) des Schuldners. Und dann ist da nicht zuletzt noch das große Feld der Konsumentenkredite. Die Arbeit geht uns so schnell nicht aus: „Faule Kredite sind ein nachwachsendes Gut“, weiß Rolf Schlagloth von der Niederschlesischen Sparkasse, dem ersten Verkäufer von Sparkassen-NPLs.
Dieser kostenlose NPL-Newsletter – der fortan alle zwei Monate erscheinen wird – will allen bisherigen und künftigen Käufern und Verkäufern ein Forum bieten. Welche Probleme gibt es, und wie löst man sie? Wer sind die wichtigen Player und wie denken sie? Was tut sich im Markt, und wo geht er hin? All das sind unsere Themen.”
Spannend auch, was Dr. Winkler zum typischen Verlauf einer Transaktion schreibt! Vgl.:
http://www.dr-winkler.org/plaintext/aktuellethemen/banken/npl/verlaufeinertransaktion.php
Leute,nehmt die Kinder rein!
Kommentar by Max Liebscht — 20. Januar, 2008 @ 16:33 Uhr
Die Sendung wird wiederholt: 26.1.08, 22.00 Uhr in Eins Extra. Darauf weist A. Heep an anderer Stelle hin. Danke für Ihre weiteren Recherchen zum brisanten Thema, Herr Liebscht.
Übrigens beschäftigt die Heidelberger Firma, welche das Fortbildungsgeschäft schwerpunktmäßig betreibt, wie ich anderweitig erfahren habe, immerhin 80 Leute plus fachkundige Referenten. Das ist wirklich ein ganzer Industriezweig, der diese NPL-Transaktionen betreibt, also davon lebt, Menschen und Firmen platt zu machen. Legales Raubrittertum nenne ich das.
Kommentar by Horst Kasper — 21. Januar, 2008 @ 08:13 Uhr
In einigen Bereichen unserer schönen Gesellschaftsform erweist sich die Unterscheidung legal / illegal offensichtlich als nicht mehr informativ. What´s new?
Brisant i.d.T. für mich. Wenn der Herr Schlagloth ein paar Meter entfernt von den einfallenden Häusern hier sich als Pionier profiliert, was derlei Transaktionen anbelangt, kann ich das zwar einerseits verstehen. (Logisch, bin ja Psychologe.) Ich selbst habe seinerzeit in der Tat bspw. keine kompetente Immobilienberatung bspw. bekommen und weiß aus anderen Zusammenhängen, daß die SPK – welche allerdings zwecksdessen auch rückversichert ist – bspw. mal eben 400 000 abschreiben mußte. Peanuts sicherlich im Vergleich zum, mit den letzten Kriegsverwüstungen vergleichbaren Desaster der Sächsischen Landesbank, die just 17, 5 Milliarden versenkt hat – aber die Masse macht das Kraut wohl auch fett. Soll heißen, daß die hier tatsächlich keine Ahnung gehabt haben 1. aufgrund beruflicher Sozialisierung und 2. aufgrund der bewegten Verhältnisse in den 90- ern als Bauernfängerei und Fördermittelabzocke durch die sich immer wieder verdient machenden Genossen von einst und Nieten von westwärts in großem Stil betrieben worden sind. Da haben die Clerks einfach wirklich nicht so schnell durchsehen können und sind oft genug verarscht worden bzw. was noch häufiger der Fall gewesen sein dürfte; Kreditnehmer und Banker haben sich in was hineingeglaubt. Nun haben die nachvollziehbar mit all den Kapitaldienst der anders als geplant bedient wird, Probleme in der Bilanz. Wenn die sich nun aber dran gewöhnen, daß sie wie bei Autoherstellern nur noch das Label hergeben und die Bad Banks bzw. die Schläger von der Russenmafia die eigentliche Arbeit machen – dann borg ich mir lieber nix bei der Niederschlesischen. Welche Kreditfritzen sind denn in Bezug auf Connection Lone – Star & Co derzeit überhaupt noch zu empfehlen? Oder muß man doch beim Nachbarn klingeln wenn die Omi nix mehr übrig hat für die Wertschöpfungsaussichten vom Projektle?
9:22. Abgefahren, mich hat gerade ein Geist angerufe! Das hatte ich noch nie! Von der Telecom. Daß man dort ein Sprüchle serviert bekommt, wenn man die anruft – das kenn ich schon. Aber, daß man selber angerufen wird und eine 2- minütige Verhaltensanweisung bekommt, das ist mir neu. Das haben sich noch nicht mal die Kollegen vom Arbeitsamt getraut. Das kann ja noch heiter werden hienieden!
Kommentar by Max Liebscht — 21. Januar, 2008 @ 09:34 Uhr
Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. SPIEGEL-Online http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,529923,00.html berichtet davon jedenfalls heute. Vielleicht sind wir alle hier ja ein wenig mitverantwortlich, dass die Politik aktiv wird, wenn auch sicher nur mit kleinen Reparaturen am großen Geschäft mit den “Not leidenden Krediten”.
Kommentar by Horst Kasper — 21. Januar, 2008 @ 15:46 Uhr
Systeme sind eine Fiktion, die zur Voraussetzung hat, daß es sie nicht gibt. Wenn das klar ist, kann man vorläufig über sog. Systeme sprechen.
Gleichwohl bleibt zu sagen, daß “die” Politik zwar mal aktiv werden kann, aber politische Statisten zumindest in diesem
“System”
per definitionem nicht in der Situation ist, da Grundlegendes zu ändern – für wen denn auch? Die Deppen sind doch selbst schuld, wenn sie zum Takt der Marschmusik masturbieren. Was geht mich also fremdes Leid an? Wir leben bestenfalls in einer Repräsentativen Demokratie, soweit ich sehe. Das bestimmen eben mehr oder weniger repräsentative bzw. diskrete Präsente. Persönliche Nähe. Die Leute entwickeln sich einfach und haben sich nachvollziehbarer Weise doch in ganz anderen Bezügen zu arrangieren.
Daß diese Charakterdarsteller, welche sich heutzutage noch um derlei Posten bemühen, es anderswo nicht nur “zu nichts gebracht” haben, wie es bezeichnend heißt, und da in diesem Opernhaus veröffentlichbarer Öffentlichkeit und diskreter Absprachen zu etwas kommen müssen, solang es geht – nun ja. Offenbar ist die Karre eh so verfahren, daß sich das traditionell gepflogene Prinzip saturierter Bürgerlichkeit, bei Gelegenheit, Angenehmes mit mal mit Nützlichem zu verbinden, kaum noch zur eigenen oder Omas Beruhigung leben läßt; sprich: davon, daß die Kollegen, die auf besonders besonnten Entscheiderposten abgehetzt ankommen, i.d.R. von vornherein schon ziemlich wahnsinnig, vom Teufel geritten sein müssen, um sich überhaupt auf so ein aussichtsloses Unterfangen einzulassen. Wahrscheinlich hat der Birger Priddat das dem Gerhard plausibel vermitteln können und er hat es dann selbst eingesehen. Da kann also nur Abzocke just in time das Motiv sein. Und wo viel Umsatz ist, will viel mitverdient werden.
Na ja, und ob Tschengis Kahn so ganz koscher in der Waffel war? Wenn einer angetrabt kommt, und sich für eine Weile noch so kleinbürgerliche Skrupel bei seinen zunehmend realpolitischen Entscheidungen hat, wird das sicherlich belächelt und als adrette Abwechslung beklatscht. Die Schwerzurechenbarkeit und Störrischkeit gegenüber den “System”- Regularitäten wird womöglich für romantisch befunden. In Maßen. Für eine Zeit. Jungfrauen
der Politik. Wenn einer bei Entscheidungen, anläßlicher derer viele wirklich viel verdienen können, aber immer noch auf den Ohren sitzt und dumm tut, wird es wohl auch da gehörig klatschen. Worüber da auch immer öffentlich gefaselt wird angelegentlich dessen.
Ein Lehrer oder sonst ein Clown aus dem sog. psychosozialen Bereich wie meinerseel hat im Allgemeinen damit nichts zu tun. Der soll seinen Günther Grass lesen, für die Pandabären spenden und seine dumme Klappe halten. Er glaubt brav an seinen Hampelmänner- und Frauen und steht von Berufswegen ja gewöhnlich niemandem im Weg, der was verdienen will.
Wer sich im Coaching herumtreibt und es fertig gebracht hat, bestimmten, mehr oder weniger zutreffenden Klischees zu entsprechen, könnte vielleicht, unter ganz besonderen Umständen,
um nicht zu sagen, Dank systematisch gefördertem Mißverständis, ab und an damit zu tun haben, solche Leute beieinander zu halten, die, wie es so häßlich heißt, sonsten selbst gar zu viel Vermögen darauf verwenden müssten, ihre “Borderlinerkonstitution” auszutachieren, also die Tassen im Schrank beisammen zuhalten.
Schizotype, Schizoide, um die sattsam bekannten Label mal zu verwenden, sind gleichwohl prädestiniert für Führungspositionen, wie es schon bei Karl König und daher wohl auch bei Riemann nachzulesen ist. Nicht, daß sie diese Posten
allein besonders kompetent bekleiden würden, bspw. was den Umgang mit paradox anmutenden Anforderungen angeht (wer noch nicht verrückt geworden ist an so was, ist da womöglich irgendwann resistent) – das müßte man sich genauer ansehen. Aber sie kommen überhaupt erst mal so weit, insbesondere Dank ihres relativ schwer zu berechnenden Entscheidungsverhaltens.
Da muß man also vom Petersprinzip gar nicht mehr reden, geschweige davon – hab vergessen, wie das heißt, daß die besonders fesch Dressierten gleich auf Spitzenpositionen katapultiert werden, die schon deshalb keine sozialökologische Rücksicht bei ihrem Entscheidungsverhalten walten lassen können, weil sie infolge Auslassens der Zwischenstationen, gar nicht wissen außer, was sie tun, was eine Entscheidung außer in Bilanzkennzahlen für Konsequenzen hat. Bei solchen Eliten wird vermutlich hübsch aufgepasst, dass sich der kleine Prinz nicht aus Versehen unter den Pöpel verläuft und die Entscheidungsauswirkungen interessierter Berater im Kontext nachvollziehen lernt. Und sicher auch als Coach für Lone – Star – People können Sie, … – also nein, natürlich nicht SIE, Sie sicherlich nicht – in hübsche Dilemmata kommen, von der Auftragserwartung her.
Diese Art von Komplexitätsreduktion durch Designgemüter scheint für Unternehmen, deren Bezüge sich durch weitestgehend monopolisierte Beziehungsgefälle auszeichnen, funktional zu sein. Aus nahe liegenden Gründen hab ich mich kurz mal mit Unternehmensethik beschäftigt, was es da inzwischen gibt auf dem Markt. Einiges inzwischen. Scheint derzeit sogar gerade angesagt zu sein. Dabei, wenn ich nicht irre, müßte das Meiste eigentlich schon in Zahavi & Zahavi zu entnehmen sein; “Das Handicap – Prinzip“.). Wenn Ethik gelebt wird im Unternehmen, wird sich das günstig auswirken. zweifelsohne. Ethic sells, um es mal auf Ossispenglisch zu sagen. Das Handicap – Prinzip kommt zum Tragen. Wenn die sich heutzutage sogar sozial verantwortliche Entscheidungen leisten können, müssen die es ja wirklich haben, drauf haben. Das freut einen als Kunde, sofern man es sich leisten kann, das mitzukaufen. (Eine entsprechende Präsentation in der Öffentlichkeit wie bspw. bei all den Bio plus Faktor X- Produzenten wird schließlich auch ihr Geld kosten. Die andere Tendenz, welche im Zuge zunehmender Ressourcenverteuerung die bedeutendere sein dürfte, geht, wie gewohnt, nur dynamisch verschärft den Weg a) die Konsumenten zu debilisieren und b) die Geschäftsbeziehungen zu monopolisieren. Der Kunde, so wie in der DDR, schreibt erst mal einen Lebenslauf u.s.w. und dann wird entschieden, ob er Dank guter innerer Führung für einen Telephonanschluß in Frage kommen könnte. So etwa wird sich – anders als wir Blödel vom Neuen Forum weiland zwar gedacht – dennoch der fromme Traum verwirklichen lassen, die Vorzüge eines zentralisierten Pseudokommunismus und des Imperialismus nach innen profitabelst verbinden.
Was Görlitz anbetrifft, zeigt sich die durch berufliche Sozialisation bedingte Naivität gleich bei mir selber. Mein Kumpel, der trotzdem, er säuft, hier alles gut kennt und weiß in der Stadt, hat es mir Dussel geduldig erklärt. Daß hier in Kleinposemuckel bzw. Görlitz (als die einigermaßen übersichtliche Modellbauplatte, angesichts der ich jetzt anfange, noch mal Kapitalismus zu studieren,) nun schon die Briten und Amerikaner anrücken und die Häuser verscheuern, hatte ich mir noch damit erklären können, daß die Unbedarftheit der Makler, Hausverwalter e.t.c. hier eben so enorm sei. Später kam raus, daß viele dieser Unbedarften es gar nicht nötig haben, ihren Job zu machen, weil sie ohnehin schon selber nicht mehr begreifen wie obszön viel Geld sich mit Nichts verdienen läßt. Da dachte ich mir neunmal schlau, wie arm dann all die Leute sonst wo sei müssten, die denen ihre Objekte überlassen hätten zwecks Verwaltung, Vermarktung e.t.c. Die würden ja von fernher nur sehen, daß die dick im Geschäft seien, da müsse ja was dran sein; Prinzip der Knappheit u.s.w. welches die Optik verzerrt. Dabei sind die Genossen eigentlich bloß von einer Position in die nächste getorkelt in den Nachwendejahren. Wer zuerst kommt mahlt zu erst und all die moralisch Belasteten, hat wohl erst mal noch mit ihrer Identitätsfindung und Arbeitsplatzverunsicherung zu tun, anstatt sich beizeiten zurechtzufinden, wo wirklich schwer Geld zu verdienen war. Im harten Wettbewerb des Baugeschäftes bspw. sind dann auch schon mal öfter Leute vom Gerüst gefallen. Die Lösung dafür, weshalb heute so wenig als möglich an den billig sanierten Buden gemacht wird und diese u.a. infolgedessen grottenschlecht vermarktet werden, liegt darin begründet, daß es sich um Abschreibungsobjekte handelt. Mehr als 60% Vermietung darf da gar nicht passieren, weil die Immobilie sonst nicht mehr als Abschreibungsobjekt funktionieren kann.
Irgendwie erinnert mich das an die grotesken Systemzwänge in der DDR. Ich bin der festen Überzeugung, daß wir wieder stracks unterwegs sind dahin. Die alten Ossis werden grinsen, wenn sich dann die Wessis aufführen beim Schlangestehen wie ungelernte Ossis. Wirkliche Probleme jedenfalls haben wir hier keine. Solange wir uns solche Probleme leisten können haben wir hier keine wirklichen Probleme. Ähnlich wie beim Arbeitsamt, unser aller lieben Dienstleistungsbehörde, die es sich getrost leisten kann, sich gegenüber der Außenwelt abzuschotten (Sägezahneffekt!). Die Mitarbeiter im Binnenland einer solchen Organisation holen den Tarzan aus der Westentasche und spielen Dschungelkrieg, weil sie keine realen Probleme zu bewältigen haben. Da werden keine Probleme gelöst, da werden – im besten Fall – Probleme verwaltet. Und das geht. Das geht prima. Vor vielen Jahren hab ich mal „Die Kritik der zynischen Vernunft“ gelesen. Das hat mir natürlich gefallen und der Autor scheint inzwischen berühmt geworden zu sein. „Weltinnenraum“ müßte dann so etwas sein, wie wenn Franz Kafka seine Besuche beim Arbeitsamt zu verarbeiten suchte. Wobei, wenn er avanciert ist, er das sicherlich eher nonchalant reflektieren kann und nicht so beklemmend gefaßt wie eben der arme Kafka so Beklemmungen zu bewältigen suchte.
Kommentar by Max Liebscht — 22. Januar, 2008 @ 08:54 Uhr
Lieber Herr Kasper, Sie wissen inzwischen sicherlich, wie persönlich es gemeint ist. Aber Ihr Bildungsbürger verblüfft mich doch immer wieder. Das erinnert mich irgendwie so an “Bild hilft!”. Wenn sich nur erst “der Spiegel” drum kümmert, ist die heile Welt wieder in Ordnung. Es wär ja auch wirklich schön. Wenn es so schön wäre.
LG
Bis später
Kommentar by Max Liebscht — 22. Januar, 2008 @ 09:24 Uhr
Sehr aufschlusreich das alles, lieber Herr Liebscht. Übrigens begreife ich mich gerade nicht als Bildungsbürger und wenn ich auf den wirklich informativen Artikel in SPIEGEL-Online hinweise, dann nur, weil man sich da echt informieren kann über die unterschiedlichen Positionen und Interessenlagen der Beteiligten. Das scheint mir gut recherchiert und mit der üblichen Bildmasche würde ich das nicht vergleichen wollen. Er zeigt dann auch, wie kompliziert das Ganze ist und dämpft die Hoffnung auf eine den kleinen Leuten hilfreiche Lösung des Problems. Von wegen heile Welt! Schauen Sie sich mal heute die Börsennachrichten an. Es herrscht Krieg aller Orten und das Spiel Fressen oder Gefressenwerden, also Realmonopoly. Nein, ich glaube nicht, dass das Gerangel um die NPL-Transaktionen zu mehr als kleinen Kurskorrekturen führt.
Gruß,
H. Kasper
Kommentar by Horst Kasper — 22. Januar, 2008 @ 11:04 Uhr
Ihr Beitrag ist für mich nichtsdestotrotz hilfreiche gewesen.
Werde einige Eintscheidungen wohl anders treffen.
Zum mindestens, was die gute alte Sparkasse betrifft.
Daß Gelegenheit Diebe macht, davon bin ich natürlich ausgegangen. Aber wenn es gar so leicht ist, sollte man sich manche Projekte womöglich doch noch mal überlegen.
LG
Hab mir grad von ´nem doofen Finanzfuzzy meine heile Welt vermiesen lassen.
Die zyklisch auftretenden Krisen scheinen zwangsläufig, wie die nächste transatlantische Welle.
Kommentar by Max Liebscht — 22. Januar, 2008 @ 13:13 Uhr
Ganz richtig.
Gruß, H. Kasper
Kommentar by Horst Kasper — 22. Januar, 2008 @ 16:19 Uhr