Echt effektiv ertrunken
Georg Milzner
Nachdem ich zu dem Beitrag “Die Wut und die Wucht” eine freundliche Anfrage bekam, ob das schon der Abschluss sei, die Glosse habe so was Resümeehaftes, kann ich mir den Hinweis, dies sei nun erstmal mein letzter Beitrag zur Systemischen Kehrwoche, eigentlich schenken. Nicht schenken kann ich mir, den Effekt dieser Woche nochmal öffentlich zu begucken, denn wahr ist, ich habe tatsächlich etwas bekommen bei diesem schizomäßigen Ins-Leere-Schreiben.
Seit gestern spätabends ist klar geworden, dass meine Buchkonzeption (von wegen Konzeption, es ist eigentlich fertig gewesen, das Buch) nochmal eine wesentliche Veränderung erfahren wird. Und deutlich wurde dabei auch, dass eine langgehegte Idee damit verschmolzen werden soll, nämlich das Hypnoanalyse-Buch wird zum Teil einer Trilogie, betitelt “Romantische Psychotherapie”, die hiermit angekündigt ist und somit existiert…
Was das meinen wird, “Romantische Psychotherapie”? Nur ein paar Stichworte, und dann ist der erste Band (Arbeitstitel “Das Unbewusste ist das Meer – Grundriss der Neohypnoanalyse”) ja bald fertig und wird – hope so – seinen Verlagsplatz ergattern. Stichworte also: Re-Poetisierung, Selbstexperiment, Betonung auf der Begegnung von Personen anstelle von Professionellen, hohe Modernität (wissenschaftliche Neuerungen mit einbeziehen) bei gleichzeitigem Primat der schöpferischen, sich ihr Leiden schaffenden, leidenschaftlichen Psyche. Außerdem die Rolle des Spürens und Ahnens neu zu definieren, Seite an Seite mit dem überschätzten Prüfen und Messen.
Ja, so, so ungefähr, aber ich hab ja drei Bände Zeit, und im ersten heißt es zunächst mal, das Unbewusste neu vermessen und den Bezug von Trance und Traum einigermaßen erfassen… Kurzum, ich kann mit einem Glücksgefühl gleich den Computer zumachen, und Ihnen allen auch eins wünschen, so ein richtig prallfetziges Glücksgefühl, das von der Herz-Montur die Knöpfe abspringen läßt! Und jetzt hat es also ein Ende, das öffentliche Selbstgespräch, das für mich eine Woche lang in den dunklen Raum hinein ging und soeben noch einmal geht, – den dunklen Raum, in dem es – keine Ahnung – Widerhall findet, oder eben nicht.
2 Kommentare
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Interessante Erfahrung – so ins vermeintlich Leere zu schreiben, oder? Immerhin greifen ca. 5000 Leute pro Woche auf die Kehrwoche zu. Also wohl ein Meer von Lesern (was sich messen läßt), auch wenn die sich dem Autor offensichtlich nicht ins Bewusstsein drängen…
Viel Spass beim Schreiben der romantischen Trilogie, beste Grüsse, FBS
Kommentar by Fritz B. Simon — 26. Februar, 2006 @ 16:00 Uhr
Danke für den Spaßwunsch und die Grüße… Sie haben natürlich recht, es ist nur die vermeintliche Leere, ungefähr wohl so, wie in einen dunklen Zuschauerraum hinein zu sprechen, nur dass man da mehr vom Publikum spürt, nämlich den Applaus oder die Tomaten an der Birne… Vielleicht aber auch weniger Innendynamik, die dann nachwirkt, das scheint mir hier eigentlich das Größte zu sein, von den persönlichen Begegnungen, die sich ergeben, mal abgesehen. Tollen Tag und beste Grüße, georg milzner
Kommentar by Georg Milzner — 1. März, 2006 @ 14:19 Uhr