1,4 Milliarden
Fritz B. Simon
So viele Menschen – das habe ich irgendwo gelesen – haben auf der Erde Platz, wenn alle so leben wie die US-Amerikaner… (beim EU-Lebensstandard dürften es nur unwesentlich mehr sein).
29 Kommentare »
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.











Man kann seinen eigenen ökologischen Fußabdruck sehr gut testen und das ist sehr aufschlussreich.
http://www.mein-fussabdruck.at/
(In China liegt der Durchschnitt bei 0,9 und in Bangladesh bei 0,3 Planeten.)
Kommentar von E.B. Far — 18. Januar, 2010 @ 21:46 Uhr
die website ist sehr interessant
Kommentar von Carsten Weber — 19. Januar, 2010 @ 13:18 Uhr
die website ist sehr interessant
Kommentar von Carsten Weber — 19. Januar, 2010 @ 13:18 Uhr
Die Seite ist erhellend. Wovon darin die Rede ist und was Gegenstand der Überprüfung ist, darüber schreibe ich hier öfters mal, wenn große Stammtisch-Klage geführt wird und halte mich nach bestem Wissen und Gewissen daran. Dennoch bräuchte es auch mit meinem Test-Ergebnis (4,2 global Hektar, = kleiner Footprint… Trotzdem würde es noch 2,3 Planeten von der Qualität der Erde erfordern, um allen Erdenbürger/Innen den gleiche Zugriff auf Ressourcen und Energie zu ermöglichen….
Allerdings werden die Anstrengungen der einzelnen Individuen um ökologisches Wirtschaften von den Experten vielfach als hinter dem Komma liegend bewertet gegenüber der Industrie und deren Ressourcenverschwendung
Kommentar von Sylvia Taraba — 19. Januar, 2010 @ 17:45 Uhr
…damit will ich mich nicht herausreden, sondern eher auf die Rolle des Staates verweisen, per Gesetz Einschränkungen zu erzwingen. Z.B. Lebensflug-Kontingent von einer genau festgelegten Flugkilometeranzahl, die man natürlich nicht konsumieren muss, oder beim Wunsch der Überziehung, von Nichtfliegern zukaufen muss… usw.
Kommentar von Sylvia Taraba — 19. Januar, 2010 @ 17:49 Uhr
Na, na, Frau Taraba, Leerverkäufe als Modell der Nachhaltigkeit?
Kommentar von es — 19. Januar, 2010 @ 17:52 Uhr
Welche “Leerverkäufe” denn Herr E.S.? Und, (na, na…) ich weiß ja, dass Sie ein Problem mit dem Nicht-Fliegen haben, aber probieren Sie mal die Testfragen durch, ermitteln Sie Ihren ökologischen Fussabdruck – Sie müssen ihn ja nicht veröffentlichen – aber vielleicht leben Sie ja im Großen und Ganzen so, dass es nur einen einzigen Planeten wie die Erde bräuchte, wenn man Ihren Lebensstandard zum Maßstab nähme…..
Doch wie gesagt Nachhaltigkeit kann man nicht einzelne Individuen sich selbst verordnen lassen, da muss schon der Staat als Regulativ zu wirken beginnen, das heißt die Politik sich klar positionieren… “Ökofaschismus”???? Ich weiß es wirklich nicht! aber: Warum nicht?
Kommentar von Sylvia Taraba — 19. Januar, 2010 @ 19:35 Uhr
Anzunehmen, dass Faschismus mit Öko-Siegel auch nicht sonderlich bekömmlich wäre. Das Genogramm läßt wieder grüßen, vermute ich.
Kommentar von Max Liebscht — 19. Januar, 2010 @ 20:57 Uhr
Eben. Deswegen ein langer Weg, mit viel Begeisterung für nachhaltiges, ökologisches, an regionale Interessen gebundenes Wirtschaften….
Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 11:10 Uhr
Wir “konstruieren” uns ein Glaubenssystem. Danke Frau Taraba, Sie bringen es auf den Punkt! Endlich etwas, das Sinn macht. Etwas, das wir beherrschen, woran wir glauben können. Global!
Erinnert mich an Vaihinger: Fiktion-Hypothese-Dogma.
Das gezüchtete “Ich” spielt im Mikro- und Makrokosmos. Das dogmatisierte Richtig oder Falsch verdrängt alle Schattierungen. Wobei Richtig natürlich individualisiert (monsantoisiert) und Falsch ausgerottet wird. Die “peak” Qualität scheint dann die kommunale Stasis.
Blöd ist nur, wenn man gerade nicht Systemkonform ist. Für Ge”danke”nresourcen, die nicht benötigt werden besteht im finalen Kapitalismusmärchen kein Platz.
At the end of the day…
Kommentar von es — 20. Januar, 2010 @ 11:45 Uhr
Mir ist schon klar, dass ihr “realistisches” Denken, Ihr Glaube an “Monsanto” und an die Kapitalismus-Erzählung hartnäckig sind. Ich will Sie ach nicht persönlich zu einem anderen Glauben bekehren. Mich interessiert, wie die wirkenden Kräfte, nämlich Denken und Handeln als funktionierende Operationen zur materiellen Realität führen und was notwendig ist, um eine Realität, die nicht Sinn stiftend ist, wieder aufzuheben oder Sinn stiftend zu modifizieren. Das benötigt natürlich Zeit, das will keiner wahr haben. Sie “konstruieren” nicht nur schon ewig daran mit, sondern Sie erlauben auch keine andere Realität, denn Ihre Obsession hält notwendigerweise daran fest…
Wenn die Generationen von Leuten, die auf den Mond wollten, an dieser (ziemlich sinnlosen) Obsession nicht festgehalten hätten, hätten sie die dazu notwendigen Daten nicht reell konstruiert, das heißt konsistent ausgearbeitet und wären sie dort nicht hingekommen….
Ja und der “Glaube” kann bekanntlich Berge versetzen oder aber zum Aberglauben führen….Interessant wäre nun, was in einer aufgeklärten Welt als Aberglaube bezeichnet werden kann. Allzu obsessiver “Realismus”?
Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 12:40 Uhr
Ihr Absatz Herr E.S. über das gezüchtete “Ich” – wer züchtet es denn? Monsanto?
Ihr Absatz über Nicht-System-Konformität — über den wundere ich mich schon.
Sie sind immer Systemkonform, egal welche Seite der Zwei-Seiten-Form Sie oder Jemand markiert….
Aber ich weiß, wie schwer es ist, zwei Denkebenen gleichzeitig aufrecht zu erhalten, nämlich neben der Kybernetik 1. Ordnung zumindest auch die Kybernetik 2. Ordnung in Betracht zu ziehen….
Wenn man um das Überleben kämpfen muss, geht das natürlich gar nicht.
Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 12:48 Uhr
Liebe Frau Taraba,
als liebenswerte, postmoderne Daimlerdompteuse scheinen Sie fest daran zu glauben, dass jede selbst wissen muss, was sie tut. Schluss mit dem moralischen Zeigefinger und dem rückgeführten Sermon eines Ereignisses auf das Große und Ganze. Frei schwebende Individuen unterscheiden losgelöst von politischen und sozialen Räumen. Sinnvolle Strukturen erkennen bedeutet dann immer Individualisierung. Erfinden Sie sich da ein Egopolis, in dem das GSB Triumvirat die Agora besetzt?
Nun vertrete ich die These, dass Gedanken in Meinungen, Standpunkten, Überzeugungen und Prinzipien „versteckt“ sind. Diese dienen meist zum Ankoppeln. Das ist ok. (Sie merken es?)
Allerdings hat der von mir sehr geschätzte Karl Kraus gesagt: „Wer Meinungen von sich gibt, darf sich beim widersprechen nicht ertappen lassen. Wer Gedanken hat, denkt auch zwischen Widersprüchen.“
Kommentar von es — 20. Januar, 2010 @ 13:35 Uhr
Lieber Herr E.S. Ich kann Ihre Argumente nachvollziehen. Ich bin ganz Ihrer Meinung, dass wir zwischen Widersprüchen leben, dass wir Widersprüche leben und zum Ausdruck bringen und und dass wir überhaupt nur qua der logisch notwendigen Widersprüche, je ihrer re-entry, und der Markierung einer Seite, operieren (können). WIE wir das instantan machen, entzieht sich, – qua unseres Blinden Flecks – unserer Beobachtung, aber dass wir das so machen, lässt sich an den Widersprüchen und ihrer Zwei-Seiten-Form beobachten. Tautologie und Antinomie sind die zwei – widersprüchlichen – Seiten Desselben
Die trinitarische Form des Operierens hat nichts mit Egopolis, Egomanie, Egotrip, Autismus oder Solipsismus zu tun, außer dass es ein “Ich” ist, das die Unterscheidungen trifft die Auffoerdung dazu kommt von einem “Du”. In unserem aktuellen Fall ist das “WIR” das Dritte. Solo ex-sistieren wir nicht, weder gemäss der Gesetze der Form, noch gemäss der Gesetze des Lebens, die übrigens konsistent nachvollziehbar die gleichen sind.
Jedes “Ich” des “Wir”, wird von uns/mir unterschieden – oder es ex-sisitiert nicht. Wir/Ich existieren qua der Existenz der Anderen und qua deren Unterscheidungen – und vice versa.
Wenn man das nun bis zum Anfang kreisförmig durchdenkt bedeutet das, dass wir Verantwortung für unsere Unterscheidungen haben und für die Art und Weise, wie wir unsere Unterscheidungen kommunizieren. Es macht einen Unterschied, ob ich zynisch reduziert einen status quo zementiere und mich als “Ich” daran festhalte oder ob ich als “Ich” meine Kreativität bemühe, und mit leicht veränderten Unterscheidungen an Unterscheidungen anzuschließen suche oder sie aufhebe und neue kreiere. Das leuchtet doch ein?
Sie geben vor zu wissen, wie die Welt schlechthin beschaffen ist und wie sie funktioniert. Aber die Welt ist so. wie Sie sie sehen (wollen!), d.h. wie Sie sie in jedem Moment konstruieren. Sie werden sich immer in Übereinkunft mit ähnlich Denkenden finden oder diese sogar führen, aber es wird immer anders Denkende geben. Welches Denken gewinnt?
Ihr Denken ist mir vertraut. Da gerät man schnell hinein und richtet sich wohlig-grantig darin ein. Man kann damit nur recht haben. Und die Prophezeiung wird sich erfüllen. Es ist geradezu unabweisbar…..
Aber zu diesem Denken gibt es eine wählbare ebenso realistische Alternative, die ich bevorzuge, da sie einen entscheidenden Unterschied macht. Das hat nicht unbedingt mit Liebenswürdigkeit zu tun, sondern mit der Unterscheidung von Wirklichkeit und Realität. Der virtuelle (zeitlose) Ort des Wirkens und der Wirksamkeit der getroffenen Unterscheidungen kreiert – so als ob – instantan Realität. Erkennt man diese Realität nicht als konstruierte an, muss man sich dem fügen, was man gemeinhin “Schicksal”, “Gott” und “Evolution” nennt. Geht man davon aus, dass alles konstruiert ist, und wir es sind, die in jedem Augenblick die Welt (neu) erschaffen und davon, dass jede einzelne Unterscheidung (instantan) ein Quantum Realität erschafft, besteht die Möglichkeit das (eigene) Schicksal zu gestalten. Allerdings nie ohne die Anderen…. und nie, ohne damit Zeit zu erzeugen und dafür Zeit zu brauchen….und immer wird jemand oder etwas Widerspruch einlegen….es gibt überhaupt niemanden der Recht hat – viel mehr scheint manches besser und manches weniger gut zu funktionieren. Mir scheint meine kindliche Begeisterung lebenspraktisch besser zu funktionieren, als mein intellektuell angelernter ausgefuchster Zynismus. Das ist der Grund, warum ich die eine dieser zwei Seiten markiere und nicht die andere. Wenn Sie verstehen, was ich sagen will….
Kommentar von Sylvia Taraba — 21. Januar, 2010 @ 13:48 Uhr
Hegel!
Ich vergaß Hegel Frau Tabara.
Sie fragten nach der Konstruktion des “Ich”. Den Spiegel beschreiben Sie hier selbst. Die “Entscheidung” welches “Ich” Sie wählen festigen Sie in Ihrem Verhalten. Da kommen Sie als Kulturinsassin nicht raus. Allerdings gestalten Sie mit Ihrer Entscheidung auch Kultur.
Ob Sie “als ob” Realität schaffen, oder an Gott, Schicksal oder FBS glauben ist völlig -gleichgültig-. Eher scheint die Angst der Elfenbeintürmer vor der Unberechebarkeit der visionären Massenhysterie (die nach Auschwitz, Lourdes, oder eben zum Mond führt) ein aktzeptierter “Wert” im Denken und Handeln zu sein.
Das wissen allerdings auch die Herrscher der Wörterbücher. (In welchen wir auch ein wenig rummalen Frau Taraba)
Kommentar von es — 22. Januar, 2010 @ 10:44 Uhr
Hegel??? Vermutlich haben wir Verständnis- und Verständigungsschwierigkeiten.
Ich fragte auch nicht nach der Konstruktion des Ich. Ich sage allerdings öfter etwas etwas über seine Konstruktion und ich will eigentlich nirgends raus.
Hinsichtlich der Angst vor der visionären Massenhysterie, wohin immer die zum gegebenen Zeitpunkt führen mag, sprechen Sie besser mit Herrn Liebscht, der scheint darin einen akzeptieren “Wert” in seinem Denken und Handeln zu haben.
Wenn es m mich brodelt werde ich ganz ruhig.
Kommentar von Sylvia Taraba — 22. Januar, 2010 @ 17:08 Uhr
Das Wahre ist das Ganze.
Hier scheint mir Schrödingers Katze zu sitzen.
Und, Verzeihung, Sie haben recht. Sie fragten nach dem gezüchteten “Ich”.
Erlauben Sie mir da einen kleinen Gedankengang:
Entscheidungen bedürfen der Wahl. Wahl setzt zumindest drei Alternativen voraus. Wer bietet uns/Ihnen diese Alternativen?
Ist die Katze da?
Kommentar von es — 22. Januar, 2010 @ 18:18 Uhr
Mit Schrödingers Katze (Schrödinger hatte es angeblich bedauert mit diesem Beispiel aufgewartet zu haben), sollte Unvollständigkeit, also Unentscheidbarkeit, ausgesagt werden.
Ausgehend von der aristotelischen Logik, muss ein Beweis vollständig (eindeutig) sein. Er kann nicht zwei Lösungen haben. Das ist eine Paradoxie, die kann die klassische Logik nicht verarbeiten. Die Katze ist also tot und nicht tot zugleich, solange bis ein Beobachter auftritt, der sie entweder als “tot” markiert oder sich dafür entscheidet, dass die Katze sich, trotz aller Grauslichkeiten, die man ihr angetan hat, in Ihrer Kiste als quicklebendig erweist. Das Dritte (der Beobachter) ist also eingeschlossen und nicht ausgeschlossen. Von seinem (individuellen) “Ich”-Kontext hängt es ab, welche Seite der Unterscheidung von ihm markiert wird.
„Unvollständigkeit“ verweist auf den Beobachter und seinen Blinden Fleck, qua dem es ihm unmöglich ist, zu erkennen, dass er es ist, der die Unterscheidungen trifft.
Hegels Satz “Das Wahre ist das Ganze” besagt, dass des sich, wie später bei GSB, beim Ganzen um eine Trinität handelt. (Von den je möglichen Triaden und ihren in sich verschachtelten Mustern handelt Hegels Logik I/II und Phänomenologien und alle Verhältnisse, die er sonst noch entfaltet.)
Das was ich hier streife hat wohlgemerkt nichts mit „Systemtheorie“ zu tun, sondern mit Logik und Mathematik. Diese fließen in die Systemtheorie ein, da Vollständigkeit gesucht wird. (Das Wahre ist das Ganze)
Zu Ihrem Gedankengang, Ihren zwei letzten Fragezeichen, die aus meiner Sicht aber keine sind:
Das Wahre ist das Ganze.
Entscheidungen, das sind aus meiner Sicht und Logologik instantane Entscheidungen zur Ent-Scheidung und damit notwendigerweise zur Unterscheidung. Wie machen wir das? Plötzlichkeit und Gleichzeitigkeit (Instantanität) ist die Lösung
Daraus folgt, wenn “etwas” sein soll, und nicht vielmehr “nichts”, dass (eine) Unterscheidung getroffen werden muss und jede Unterscheidng verlangt eine umgehende Bezeichnung (Markierung),- ansonsten = “nichts” – also keine Unterscheidung.
Sie fragen: “WER bietet uns/Ihnen diese Alternativen?”
Ein unvermeidliches anonymes Du (unwritten cross), hörbar im “ich”, sagt/begehrt: “Triff (du) eine Unterscheidung”
Die Unterscheidung, die Markierung und der Beobachter sind identisch, dasselbe.
Diese Trinität bildet sich in jedem Augenblick – instantan – qua des Verlangens zu unterscheiden, und entfaltet eine Welt….
Aus der Ich-Perspektive namens “Sylvia Taraba” lässt sich eine Katze nicht so mir nix dir nix in Schrödingers Kiste sperren. Sie verschwindet ihm unter den Händen, wie die Cheshire Cat, und nur ihr Grinsen bleibt noch kurz im Geäst hängen. Sie weiß sich zu entziehen.
Kommentar von Sylvia Taraba — 23. Januar, 2010 @ 10:34 Uhr
Plötzlichkeit, Gleichzeitigkeit UND Anschlusssicherheit…..
Kommentar von Sylvia Taraba — 23. Januar, 2010 @ 10:37 Uhr
Ich kann fliegen
sprach der Hase
fing an zu flattern
und flog
auf die Nase
Kommentar von Max Liebscht — 23. Januar, 2010 @ 22:03 Uhr
Das Problem scheint mir zu sein, dass Hasen und Menschen weder flattern noch fliegen können, das sollten sie halt wissen…..denken Sie nicht?
Kommentar von Sylvia Taraba — 24. Januar, 2010 @ 14:24 Uhr
Omnis animi voluptas, omnisque alacritas in eo sita est, quod quis habeat, quibuscum conferens se, possit magnifice sentire de seipso.
Hegel als frischer Quell der “Ismen”. Sowohl Marxismus (Chinesischer/Sowietischer), Nationalsozialismus, Kapitalismus fanden an Hegel ihre Rechtfertigungsstrategien für Macht. Diese Bilder finden sich in der Sprache wieder, was nicht immer erhaidert. Wenn dies “unbewusst” geschieht, scheint es mir angemessen darauf hinzuweisen.
Die revolvierede Beschreibung von Prozessmustern und die Negation von sozialen Einflussgrößen in Wertekategorien finde ich erstaunlich.
Aber, es geht auch mehr um Dialektik, wie mir scheint.
Da ich hier weder gewinnen möchte, noch etwas zu verlieren habe: Sie haben Recht. Per fas et nefas.
Kommentar von es — 24. Januar, 2010 @ 16:26 Uhr
Lieber Herr E.S. παταξον μεν, ακουσον δε ( pataxon men, akouson de) ???
…., denn so einfach können Sie sich wohl nicht aus der Antwort für Ihre mal direkten, mal verschleierten obsessiv „realistischen“ Argumente herausreden.
Ich habe sicher nicht “Recht”, sondern eine (meine) Weltanschauung und Weltsicht und die vertrete ich hier in der Auseinandersetzung mit anderen (von meinen oft abweichenden) Weltsichten.
Es geht darum, welche Weltanschauung (Beobachtung) funktioniert besser und welche weniger. Da wir ja nur die Dinge entscheiden können, die unentscheidbar sind, liegt gerade hier unsere Stärke (per omne fas ac nefas).
Was besser funktioniert und was weniger gut funktioniert, muss jeder selbst herausfinden und beurteilen. Meine Beiträge sind Kommentare zu meiner Theorie der Logologik – einer Theorie des Bewusstseins. Sie erlaubt es u.a., die Beobachtung 1., 2., und 3. Ordnung in einer Beobachtung zu vereinen und sowohl die abstrakt logisch-mathematische, als auch die praktische Potentialität des Unterscheidens konstruktiv zu verstehen und sinnvoll zu nützen.
Es geht hier wohlgemerkt nicht um wissenschaftliche Voraussagen oder gar um meinungsmäßige Vorhersagen, sondern klar um die produktive Anwendung der Erkenntnisse der Gesetze der Form im praktischen Leben.
Zu Hegel und Ihrem sehr unpassenden Absatz oben möchte ich nichts mehr sagen, denn zu den diversen Missverständnissen über Hegel, die der Oberflächlichkeit der Rezeption geschuldet sind, habe ich unter dem FBS-Beitrag am 29. November 2009 ausführliche Kommentare beigesteuert, die genügen müssten, um eine Revision zu starten.
Prozessmuster, wenn sie einmal als sinnvoll erkannt worden sind, müssen wiederholt werden, damit das Gehirn sie als stabile Handlungsgrundlage einbauen kann. Für das Lernen ist die Wiederholung unerlässlich.
Der entscheidende Punkt, wo Ihre und Herrn Liebschts Sichten sich von meiner krass unterscheiden, ist der, dass ich die “sozialen Einflussgrößen in Wertekategorien” keines falls negiere, aber ihnen – aus guten und hier oft beschriebenen Gründen – nicht den Raum und die Aufmerksamkeit geben will, die Sie beide ihnen geben. Nicht mehr und nicht weniger.
“Realität” ist aus meiner Sicht änderbar, aber ausschließlich über meine eigene Änderung und meinen eigenen Einsatz. Von folgenlosem Geschwafel halte ich nichts. Deswegen bin ich nicht daran interessiert, negative “soziale Einflussgrößen” unreflektiert herunterbeten zu hören, sie also ständig zu wiederholen und damit im Gehirn zu fixieren. Ich bin daran interessiert sinnvolle Wertekategorien zu unterscheiden, zu formulieren und zu wiederholen.
Wenn es also hier tatsächlich um die schopenhauersche „Kunst des Rechtbehaltens“ ginge…
… und nicht um die Kunst der Formulierung einer produktiven Sicht der Welt….
…ist die einzig sichere Gegenregel die, „welche schon Aristoteles im letzten Kapitel der Topica gibt: Nicht mit dem Ersten dem Besten zu disputieren; sondern allein mit solchen, die man kennt, und von denen man weiß, daß sie Verstand genug haben, nicht gar zu Absurdes vorzubringen und dadurch beschämt werden zu müssen; und um mit Gründen zu disputieren und nicht mit Machtsprüchen, und um auf Gründe zu hören und darauf einzugehn; und endlich, daß sie die Wahrheit schätzen, gute Gründe gern hören, auch aus dem Munde des Gegners, und Billigkeit genug haben, um es ertragen zu können, Unrecht zu behalten, wenn die Wahrheit auf der andern Seite liegt. Daraus folgt, daß unter Hundert kaum Einer ist, der wert ist, daß man mit ihm disputiert. Die Übrigen lasse man reden, was sie wollen, denn desipere est juris gentium, und man bedenke, was Voltaire sagt: La paix vaut encore mieux que la vérité; und ein arabischer Spruch ist: »Am Baume des Schweigens hängt seine Frucht der Friede.«
“Das Disputieren ist als Reibung der Köpfe allerdings oft von gegenseitigem Nutzen, zur Berichtigung der eignen Gedanken und auch zur Erzeugung neuer Ansichten. Allein beide Disputanten müssen an Gelehrsamkeit und an Geist ziemlich gleichstehn. Fehlt es Einem an der ersten, so versteht er nicht Alles, ist nicht au niveau. Fehlt es ihm am zweiten, so wird die dadurch herbeigeführte Erbitterung ihn zu Unredlichkeiten und Kniffen [oder] zu Grobheit verleiten.“
Da ich Sie bisher durchaus nicht der zuletzt beschriebenen Kategorie zuordnete, geht es wohl vor allem, wie ich gern einwenden möchte, um den ….Nutzen guter Gründe und der Billigkeit, sie zu hören und zu ertragen….und so gilt wohl, wie Sie zwischen den Zeilen ja anzudeuten beliebten: παταξον μεν, ακουσον δε. Ja und an eine solche Anhänglichkeit, kann dann auch immer wieder mit Gegenargumenten angeschlossen werden.
Kommentar von Sylvia Taraba — 25. Januar, 2010 @ 13:52 Uhr
Menschen träumten von Fliegen und fliegen aus eigener Kraft.
Traumlose Hasen hingegen fliegen bis heute nicht.
Insofern eher ein Beispiel in Ihrem Sinne.
Die Welt ist quasi aus lauter Verlegenheit entstanden angesichst der Armut der Matehematik.
Was ich Ihrer Sicht bzw. Betonung gegenüber geltend zu machen suche:
Einerseits kann man das mathematische Kalkül auf die ganze Welt anwenden und andererseits kann man die Welt nicht durch mathematisches Kalkül ersetzen.
Das ist ein Unterschied, der wohl einiges an Unterschied macht.
Dass Sprache geMacht ist, um Machtverhältnisse darzustellen dürfte nicht wunder nehmen. Machtgefälle zu leugnen erscheint mir ziemlich dumm. Ohne Machtgefälle darstellen zu können, könnten wir Machtansprüche kontextübergreifend auch nicht verhandeln. Was spricht gegen die vorbewußte Komplexitätsreduktion der Ismen? Unsere unbewußte Bequemlichkeit, diese Variablem gleich Zip- Dateien zu rekontextualisieren?
Kommentar von Max Liebscht — 25. Januar, 2010 @ 16:08 Uhr
Hund: Ich kann millionenfach beweisen, daß wir nicht frei sind.
Katze: Und ich kann beweisen, daß wir’s sind.
Hund: Wie denn?
Katze: Wer fragt da wie denn?»
RAW, Der Zauberhut
Kommentar von es — 25. Januar, 2010 @ 18:43 Uhr
Jetzt hab ich glatt den Kontext vergessen.
Das Gespräch findet statt zwischen dem Pawlowschen Hund und Schrödingers Katze.
Kommentar von es — 25. Januar, 2010 @ 19:16 Uhr
Das klingt alles sehr „im Bilde“
Doch Sie verwechseln mir da einiges. Vor allem die Ebenen der Beobachtung. Und sie vergessen die Re-entry: Sprache und Mathematik, sind zwei Seiten einer Zwei-Seiten-Form, die schleifenförmig bzw. oszillierend in einander übergehen.
Ich habe hier meines Wissens nirgendwo erzählt, die „Welt durch mathematisches Kalkül ersetzen“ zu wollen. Ich erwähne nur des Öfteren, dass besagter Kalkül der Erkenntnis auf die Sprünge hilft, wie die Welt von uns konstruiert wird. durch das Treffen von Unterscheidungen mittels Sprache!
Ich unterscheide drei mögliche Ordnungen der Beobachtung, die allerdings unentwegt ineinander übergehen.
Ich gebe notorischen Machtgefällen keinen permanenten Fokus mittels meiner Sprache, da dies Realität fixiert, da es selbsterfüllende Prophezeiungen sind. Ich fokussiere mit meiner Sprache vielmehr auf die Macht der produktiven Kreation durch die Sprache. Das heißt, ich sehe die Potenzialität eines Blogs darin, gemeinsam eine produktive Sprache zu erfinden und zu pflegen, die eine des Menschen würdige Welt konstruiert.
Ich frage mich, WO bzw. WIE und MIT WEM Sie in diesem – BLOG – „Machtverhältnisse VERHANDELN wollen“?
SITZ IHR CHEF HIER UNTER UNS? ODER EIN PAAR WICHTIGE POLITIKER IM NETZ? Haben Sie schon mit Obama verhandelt? Mit einem Verlag? Oder mit Ihrer zuständigen “Behörde” wegen einer Gehaltserhöhung?
Ich bin dann mal weg auf Reisen. Schweigen bringt Frieden.
Kommentar von Sylvia Taraba — 25. Januar, 2010 @ 19:22 Uhr
Gute Reise.
Kommentar von es — 25. Januar, 2010 @ 19:26 Uhr
Vgl. von Korzybski, Bateson, GSB sowie Whitehead zu Sprache und Mathematik.
Sie können nochnicht einmal etwas verwechseln, weil Sie offenbar über gar kein systematisch nutzbares Modell der “Beobachtung” verfügen, dessen Ebenen Sie verwechseln können.
Sprache und Mathematik SIND auch nicht zwei Seiten einer Zwei- Seiten – Form. Sie könnten einander so gegenüber gestellt werden. Aber dies wäre relativ unfruchtbar insofern ein Bereich eine einigermaßen unscharfe Ableitung des anderen darstellt.
Gehaltserhöhung, Verlag sind in Arbeit.
Mit Mickey zu plauschen stell ich mir lustig aber relativ konsequenzenlos vor. Ich habe vergleichsweise wenig zu geben und zu nehmen. Die Systemarchitektur kann man sich wie beim Organismus vorstellen. Die Entscheidungen mögen irgendwo im Neocortex bereich reflektiert werden aber getroffen (im Sinne Simulation) werden sie woanders.
Schon Ken Wilber kann schon mehr als drei Ordnungen der Beobachtung differenzieren. Dass es durcheinander geht, ist die Voraussetzung für Logik wie für Verrücktwerden und ist unentbehrlich für Lernen.
Hier in der AG junge Sozialforscher hat bspw. unvermeidlich Gevatter Simon eine hervorgehobene Rolle und Position inne. Was ihm daran gefallen dürfte, ist, dass er dafür gar nicht viel tun muss.
Anerkennung und Infragestellung von Machtgefälle bedingen einander. Leugnung entspricht Degeneration. Wobei Degeneration nicht per se von Übel sein muss. Wir haben ja vermutlich auch einiges an Mist generiert. In dem Fall aber erschiene mir die Leugnung blödsinnig.
“Menschen würdige Welt” – “Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht und/ Es helfen nur Menschen, wo Menschen sind.
” (Brecht)
Weil Sie es hier gerade mit niederen” Säugetieren” haben: http://www.tehace.ag.vu/hundevergwaltigung_i.html
Kommentar von Max Liebscht — 26. Januar, 2010 @ 12:10 Uhr