55 Mrd. Euro
Fritz B. Simon
…das ist der Betrag, der bei der Bad-Bank der HRE jetzt überraschend gefunden wurde.
Ehrlich gesagt, das kann doch mal passieren. Wer kennt das nicht: Da findet man in einer Hose, die man lange nicht angezogen hatte, in der Tasche eine Milliarde. Ist doch nichts dabei…
Allerdings: 55 Mrd.?
Ich neige ja zum tiefstapeln, aber das ist wirklich – ganz ehrlich – mehr als mir je passiert ist…
9 Kommentare
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Einst hieß es, man müsse die HRE retten, weil sie “systemrelevant” sei. Was ist das für ein System, in dem mal einfach 55 500 000 000 € verschwinden können, ohne dass das von einem einzigen der zahlreichen “kompetenten” Fachleute bis hinein in die Spitze des Bundesfinanzministeriums überhaupt bemerkt wird? Es soll sich um einen reinen Computerfehler gehandelt haben, sagen einige Experten. Da werden also die Plus- und Minustasten nicht mehr von Hand bedient, sondern von Automaten? Dabei dachte ich immer, Irren sei menschlich. Maschinen können bekanntlich nicht büßen. Die Rolle “Depp vom Dienst” bleibt unbesetzt.
Kommentar by Horst Kasper — 30. Oktober, 2011 @ 11:10 Uhr
Mir ist nicht klar – sind das nun bad-Milliarden oder good-Milliarden??
Kommentar by Far — 30. Oktober, 2011 @ 12:22 Uhr
Die Geschichte ist ein gutes Beispiel, wie Meinungsmache (siehe auch Untersuchungen zum Thema “Glück”) funktioniert.
Es ist doch angstreduzierend und für alle beruhigend, wenn in Zeiten von sich ständig erhöhenden Rettungsschirmen und Risiken für den deutschen Steuerzahler sich plötzlich 55 Mrd. mehr an Vermögenswerten bei der HRE befinden.
Da die HRE nicht nach HGB sondern nach US-GAAP/IFSR bilanziert, liegt es bei der HRE ihre Vemögenswerte entsprechend auszuweisen. Und wenn es politisch bzw. kommunikativ opportun erscheint, dann hat man halt etwas mehr in der Kasse. Das hat nichts mit Rechenfehlern oder mangelnder Komptenz der Mitarbeiter zu tun.
Kommentar by Rolf Rämmele — 30. Oktober, 2011 @ 13:00 Uhr
@ 3: Wie bitte? Da bin ich aber auf die weitere Berichterstattung gespannt. Soweit ich es verstehe, handelt es sich eben um keine Meinungsmache, sondern um einen veritablen kapitalen Bock, der da geschossen wurde.
Kommentar by Horst Kasper — 30. Oktober, 2011 @ 16:18 Uhr
@ 4 – Hier z.B. ein Artikel aus ZEIT online von gestern Abend zur Info. In den sogenannten Leitmedien wird allerdings, so scheint es, aufgrund der Komplexität des Sachverhaltes nicht auf diese volkswirtschaftliche Sichtweise eingegangen ….
quote
Sind wir jetzt 55 Milliarden reicher?
Natürlich nicht, und wenn es stimmt, was ich höre, dann ist die ganze Aufregung eher ein Beleg für die Dysfunktionalität der Medien (und des politischen Systems) als ein Versagen der Bank beziehungsweise ihrer Aufseher.
Offensichtlich also hat die HRE, genauer gesagt ihre Bad Bank, die FMS Wertmanagement, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivatepositionen nicht gegeneinander aufgerechnet. Was bedeutet das? Die Bank hatte also – sagen wir – 1000 Euro Forderungen und zugleich 1000 Euro Verbindlichkeiten. Ihre Bilanz verlängert sich dadurch, aber an der Gewinn- und Verlustrechnung ändert sich nichts.
Die FMS ist aber eine Staatsbank. Die Staatsverschuldung wiederum wird – anders als eine Bankbilanz – gemäß EU-Konvention als Bruttogröße ausgewiesen – das bedeutet: Nur die Verbindlichkeiten (nicht aber die Forderungen) werden berücksichtigt. Weil die Buchhalter der FMS Forderungen und Verbindlichkeiten nicht aufgerechnet haben und das jetzt nachholen, sinkt also die Bruttoschuldenquote. Die Nettoquote sollte damit unverändert bleiben, denn am Verhältnis von Forderungen und Verbindlichkeiten hat sich nichts geändert.
Kurz: Wir sind keinen Cent reicher oder ärmer. Der Blätterwald rauscht trotzdem.
unquote
Kommentar by Rolf Rämmele — 31. Oktober, 2011 @ 12:27 Uhr
@ 5: Dem Online-Dienst “www.boersennews.de” entnehme ich gerade folgendes:
Das sagte der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl am Montag im ZDF-«Morgenmagazin» in Berlin. «Im Wesentlichen hat man dort Brutto mit Netto verwechselt». Er sehe die Verantwortung vor allem bei denjenigen, die diese Bilanz aufgestellt haben. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) müsse sich auf das verlassen, was ihm von den Wirtschaftsprüfern und Bilanzieren an Zahlen vorgelegt werde.
Die Buchungspanne hat nach Ansicht des Fachmanns angesichts der Schuldenkrise in der EU auch Einfluss auf das internationale Vertrauen in Deutschland. «Es kommt natürlich zum ungünstigsten Zeitpunkt», sagte Rocholl. Derzeit sei das Misstrauen in Statistiken sehr groß. <<
Es geht ja nicht darum, ob Deutschland damit reicher oder ärmer ist. So ein elementarer Buchungsfehler sollte wirklichen Fachleuten niemals passieren.
Kommentar by Horst Kasper — 31. Oktober, 2011 @ 12:58 Uhr
Apó píta pu den trós, ti se niási an kaí.
Kommentar by es — 31. Oktober, 2011 @ 13:53 Uhr
Ach so: Από πίτα που δεν τρως, τι σε νοιάζει κι αν καεί.
Kommentar by Ewald Dietrich — 6. November, 2011 @ 12:38 Uhr
Kaum zu glauben: http://pdf.zeit.de/2011/47/HRE-Bilanzfehler.pdf
Kommentar by Far — 17. November, 2011 @ 22:58 Uhr