Banken-Regulation
Fritz B. Simon
Es ist einfach eine Schande, wie die Bank-Lobbyisten verhindern, dass eine gescheite Regulation des Bankwesens vollzogen wird. Business as usual, so lautet das Prinzip. In den USA werden zig Millionen Dollar jeden Tag dafür ausgegeben, um zu verhindern, dass die gesetzlichen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Banken “too big to fail” werden. Bei uns ja wahrscheinlich auch.
Das Ergebnis der Finanzkrise ist paradox: Die Banken, die vorher zu gross waren, um sie bankrott gehen zu lassen, sind jetzt noch größer, denn sie haben die kleinen, die nicht gross genug waren, um gerettet zu werden, und/bzw. ihr Geschäft übernommen. Sie verdienen inzwischen wieder genauso viel oder noch mehr Geld mit denselben Schrott-Papieren, die zum Beinahe-Absturz des Weltfinanzsystems geführt hat. Der nächste Crash ist vorhersehbar.
Wo bleibt die Politik? Wo die Politiker?
Ich werde jetzt langsam wütend. Das sollte Warnung genug sein, um sofort etwas zu ändern…
(Wer näher an den hier angeschnittenen Fragen interessiert ist, sei auf das Interview von Bill Maher mit Elizabeth Warren verwiesen:
http://www.huffingtonpost.com/2010/02/20/elizabeth-warren-its-bankn469939.html)
11 Kommentare
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An der Umverteilung der Schuldfrage im öffentlichen Raum arbeitet Herr W. doch fleißig.
Die Herren und Frauen Politiker haben längst erkannt, dass in unserer multivokalen Statusgesellschaft die Institutionen immer hintere Plätze belegen. Wer will das schon auf Dauer?
Die Landeskinder organisieren sich in ihren Foren rund um die Welt und Meinungsgoogel ist das Neue INFAS.
Außerdem (so scheint mir das mentale Modell)kann nur eine vernünftige Investmentblase noch unsere Haushaltslöcher stopfen.
Nichts, was überrascht, außer Ihre Wut.
Kommentar by es — 20. Februar, 2010 @ 15:56 Uhr
Nochmals zur Info:
http://www.rollingstone.com/politics/story/28816321/insidethegreatamericanbubble_machine/print
Kommentar by es — 20. Februar, 2010 @ 16:09 Uhr
Blödheit halte ich schlecht aus…
Kommentar by Fritz B. Simon — 20. Februar, 2010 @ 16:56 Uhr
Mikropolitik!
Kommentar by es — 20. Februar, 2010 @ 17:10 Uhr
oder vielleicht doch eine Verschwörung
Kommentar by Tom — 20. Februar, 2010 @ 19:22 Uhr
keine Verschwörung nur Eigennutz!
Kommentar by Dorothea Jung — 20. Februar, 2010 @ 22:18 Uhr
Jetzt werden wir allmählich doch noch aufgeklärt.
Nur …. wohin mit soviel Weisheit?
Absetzen in Kanada?
Kommentar by Max Liebscht — 21. Februar, 2010 @ 03:21 Uhr
Herr Liebscht:
Gute Idee, wenn die anonymen Geldsäcke Görlitz nicht mehr am Tropf halten.
Kommentar by es — 21. Februar, 2010 @ 09:33 Uhr
Hier gehen ganz andere Summen über die Rampe.
Für die fabelhaftesten Superprojekte.
Das ist die halbe Mille nix.
Görlitz ein “Leuchtturm”.
Auf dem Meeresgrund.
Faszinierender noch als die langsam sackende Einsicht, wie man mit Förderkohle Eigeninitiative, Innovationspotentiale und noch funktionsfähige Infrastrukturen ganzer regionenen nachhaltig paralysieren kann, finde ich die Idee, dass die Übernahme “Mitteldeutschlands” letztlich gutenteils mit erfundenem Geld finanziert wurde.
Da ist wirklich eine Sache, wo ich dann so etwas wie Hochachtung entwickle vor der lang unterschätzten Phantasie diverser Protagonisten.
Selbst in diesen späten Tagen, da “das nervöse Geld”, solange es noch als Wertversprechen akzeptiert wird, Unterschlupf sucht und selbst die letzten Hütten dieser im Hinblick auf Jakob Böhme gottverlassenen Stadt noch für niemand saniert werden, ist es so, dass eine halb zusammengekrachte Ruine immer noch einen realeren Wert darstellt, als das elektronisch zusammengesponnene Geld. Haltet Euch ran Jungs, beim Chips eintauschen! Bald ist die Schicht wieder rum.
Kommentar by Max Liebscht — 21. Februar, 2010 @ 22:32 Uhr
Es wäre für die Politik so einfach, alle Aktivitäten auf den Finanzmärkten der Regel
“Die Finanzwirtschaft hat der Realwirtschaft zu dienen”
zu unterwerfen.
Statt dessen kommt man über Selbstverpflichtungen der Finanzinstitutionen zum zentralen Clearing von Kreditderivaten
http://valuation-in-germany.blogspot.com/2010/02/reich-werden-gegen-griechenland.html
nicht hinaus.
Die Banken wollen sich natürlich sämtliche Handlungsalternativen (Eigenhandel) erhalten, die zu einer Eigenkapitalrendite von > 25 % p.a. führen KÖNNEN. Aber nicht jeder kann das so gut wie Herr Ackermann!
Beste Grüße
Eric Schreyer
Kommentar by Eric Schreyer — 25. Februar, 2010 @ 10:50 Uhr
So einfach, dass für die Politik auch nur irgendetwas so einfach wäre, also so einfach ist das System nicht gebaut:
Und so MACHT Gelegenheit eben Diebe.
Im Anschluss an Walter Benjamin und Dirk Baecker handelt es sich um eine Art Kirchenkrieg.
Kommentar by Max Liebscht — 25. Februar, 2010 @ 15:59 Uhr