Simons Systemische Kehrwoche

Banker

Fritz B. Simon

Im amerikanischen Senat hat vergangene Woche ein Untersuchungsausschuss begonnen, der versucht, die Ursachen des Fast-Kollapses des Finanzsystems herauszufinden. Dabei wurden auch die Chefs der vier größten amerikanischen Banken (Goldman Sachs etc.) befragt…

Das Ergebnis: Diese Jungs haben keine Ahnung. Erschütternd. Da streichen diese Leute Hunderte von Millionen ein und haben keine Ahnung, was sie mit ihrer Tätigkeit volkswirtschaftlich bewirken, entschuldigen sich damit, dass niemand voraussehen konnte, dass die Immobilienpreise auch mal wieder nach unten gehen könnten, argumentieren gegen Regulation der Finanzmärkte mit dem Argument, die gegenwärtige Krise sei ein unvorhergesehenes Ereignis wie ein Jahrhundertsturm usw.

Entweder sie wollen die Öffentlichkeit für dumm verkaufen oder sie sind es selber. Beides keine beruhigende Perspektive.

Auf jeden Fall sollten sich die Politiker weltweit davor hüten, sich von Wall-Street-Lobbyisten beraten zu lassen. Im besten Fall sind es gierige und skupellose Egoisten, im schlechtesten sind es Idioten.

Übrigens ist das nicht meine unmaßgebliche Meinung, sondern die des Wirtschaftsnobelpreisträgers Paul Krugman - nachzulesen in der New York Times vom 14. 1 2010 (nur um zu zeigen, dass ich nicht der einzige bin, der Zweifel am Mythos hat, dass Bezahlung von Führungskräften irgendetwas mit Leistung oder Fähigkeit zu tun ha).

23 Kommentare »

  1. An wen sollten Politiker die Verantwortlichkeit für ihre Entscheidungen denn besser delegieren als auf diese Experten in Geldangelegenheiten? Einer Nutte wird langfristig auch keiner ernsthaft Vorwürfe machen, wenn ihr Gequiecke nicht ganz aufrichtig ist.

    Wenn die Öffentlichkeit dumm ist,
    entspricht es der Angebot- und Nachfrage - Situation
    diese für dumm zu verkaufen.

    Wenn ein Idiot sich besser den Text seiner Rolle merken kann, reicht es und ist offenbar soagr besser, für die Inszenierung einen Idioten auftreten zu lassen.

    Auch bestimmte Posten mit Idioten zu besetzen, erscheint mir nicht unbedingt als das Dümmste: Einen Menschen, der den Eindruck vermittelt, er wüßte, wovon er spricht, würde man verantwortlich machen. Bei einem Idioten wäre schnell klar, dass es keinen Zweck hat und die Adresse für Kritik informell immer die falsche ist obwohl es formell die richtige ist.
    Sie sind doch Psychiater, oder!? Da werden Sie den Sinn scheinbar sinnloser Sozial- Arrangements doch verstehen.
    Diese Mischung aus Haltet den Dieb und Blinde Kuh ist doch für dieses Gesellschafts- bzw. Wirtschaftssystem konstitutiv.

    Selbst in der Wirtschaft gilt noch zu meist: wenn wir dusselige Fragen stellen, kriegen wir um so dusseligere Antworten.
    Was bitte ist denn eigentlich ihrer Meinung nach die Ursache des verzögerten Kollaps Mister Murphy Mc Smart? Da hätten die eigentlich auch ihren Anrufsbeantworter fragen können. Vielleicht empfängt der ja Signale aus dem Weltall.
    Wichtig für die Systemaffen ist, dass die Befragten ordentlich angezogen und nach Möglichkeit über 1,85 m gewesen sind.

    Kommentar von Max Liebscht — 16. Januar, 2010 @ 13:02 Uhr

  2. Ui, Herr Liebscht - haben Sie schlecht geschlafen?
    Ich habe es für mich ganz einfach gelöst: eine guten Mischung aus Schulden und Edelmetallen. Da kann der Weltweite Zirkus toben; mehr als ein warmes Bettchen und was zu essen braucht man doch nicht. Der Rest wächst aus den gegeben Möglichkeiten und wer zuviel hat, muss sich von dem Affenzauber beeindrucken lassen!

    Kommentar von jochen heiner — 16. Januar, 2010 @ 16:08 Uhr

  3. Lieber Her Heiner, Herrr Liebscht will es eben, hartnäckig wie er ist, für die ganze Welt lösen.

    Klingt absolut gut, wie Sie es für sich lösen!

    (Apropos: Um welche Metalle handelt es sich denn? Und wo lagern Sie die?)

    Kommentar von Sylvia Taraba — 16. Januar, 2010 @ 17:46 Uhr

  4. (In erster Linie Silber - dem wurde im letzten Jahrhundert viel Unrecht angetan, was die Wertschätzung angeht. Da ist das Lagern nicht so einfach, weil man für “wenig” Geld “viel” Silber bekommt. Schauen Sie doch mal auf www.goldsilber.org nach. Die Jungs machen das ganz gut.
    Auch ein kleiner Vorrat an Silbermünzen zum Überleben in Krisenzeiten. (Echte Krisen).
    Aber natürlich auch Gold, Platin und Palladium. Die Barren sind klein und können im privaten Umfeld gelagert werden. Ist meiner Meinung nach nicht viel dümmer, als es den Bankern anzuvertrauen. (Niemals würde ich es in ein Schliessfach legen…!!!) Ich bin kein Freund von %-Rechnungen. Für mich gibt es eher so eins: fifty-fifty. Entweder ja - oder nein. Entweder es geht gut, oder eben nicht.)
    Viel Geld (vermeintliche Sicherheit) zu haben oder alles zu verlieren - das ist eine Sache. Die Bilder von Haiti im Fernsehen zu sehen und mal ganz nah an die Seele rankommen zu lassen - das ist eine Andere.
    Da sollten wir nicht über Banker und Alternativen reden….

    Kommentar von jochen heiner — 16. Januar, 2010 @ 22:23 Uhr

  5. Erinnert mich irgendwie an eine Renaissance des Biedermeier.
    Wenn jemand praktikable Lösungen für sich hat, finde ich das aber immer gut. Von daher ist es nicht bös gemeint.

    Ich treff immer öfter Leute, die davon ausgehen, dass es immer für was zu futtern und das Bettchen reichen wird. Wir sind ja so bescheiden.
    Gewohnheitsdenken, wie ich mit Blick auf die Historie finde.

    Mich persönlich bringen die Meditationen über Systemkonstruktion und Organisationsarchitektur weiter.

    Wenn wir davon ausgehen dürfen, dass die Oligarchenclans selbstverständlich davon ausgehen, dass Krieg dazu gehört und nur das Know How der Organisation interessiert, dann hat das schon Konsequenzen für jeden Business- und oder (?) Lebensplan.

    Kommentar von Max Liebscht — 17. Januar, 2010 @ 11:02 Uhr

  6. Da wären wir wieder bei den quickenden Nutten….

    Kommentar von jochen heiner — 17. Januar, 2010 @ 11:06 Uhr

  7. Was die lieben Leut sich alles so merken!

    Kommentar von Max Liebscht — 18. Januar, 2010 @ 09:13 Uhr

  8. Warum werden Frauen, die sich - aus welchem Grund auch immer - prostituieren, von Männern geächtet, werden sie doch von Männern - aus welchem Grund auch immer - zu Nutten gemacht?
    Oder anders: Warum nutzen Männer ungeächtet diese Dienste bei gleichzeitiger Ächtung der Dienstleister?

    Kommentar von E.B. Far — 18. Januar, 2010 @ 10:00 Uhr

  9. Liebe Frau F.,
    wollen Sie das wirklich wissen?
    Das sollte doch hier einfach nur ein schöner Politikstammtisch werden.
    Nun kommen Sie sicher gleich mit der Nuttigkeit diverser Vollzeitanstellungsverhältnisse.
    Vielleicht lesen Sie einfach Pitigrilli!
    So schwierig ist die Frage für Sie ja sicher nicht zu beantworten.

    Kommentar von Max Liebscht — 18. Januar, 2010 @ 10:22 Uhr

  10. Das Phänomen der Nuttigkeit ist natürlich nicht geschlechtsgebunden.
    Wenn wir uns mal eine völlig fiktive Gesellschaftsform vorstellen wollen:
    10. Es gibt Leute, die nicht mehr arbeiten gehen können.
    9. Es gibt Leute, die für 5 Cent die Stunde arbeiten gehen.
    8. Es gibt Leute, die für 50 Cent die Stunde arbeiten gehen.
    7. Es gibt Leute, die für 5 Euro die Stunde arbeiten gehen.
    6. Es gibt Leute, die für 50 Euro die Stunde arbeiten gehen.
    5. Es gibt Leute, die für 500 Euro die Stunde arbeiten gehen.
    4. Es gibt Leute, die für 5000 Euro die Stunde arbeiten gehen.
    3. Es gibt Leute, die für 50 000 Euro die Stunde arbeiten (?) gehen (?).
    2. Es gibt Leute, die für 500 000 Euro die Stunde was tun.
    1. Es gibt Leute, die für 5 000 000 die Stunde irgendwas was anfassen oder loslassen. Bei Oberpavianen reicht die symbolische Geste, um reale Werte in Bewegung zu bringen..
    Irgendwie übersichtlich, oder? Wenn Sie sich da bitte einordnen wollen, wird das Mitdenken lebendiger. (Vgl. zur Verhältnis-Mäßigkeit http://www.bilanz.ch/edition/artikel.asp?AssetID=6680)

    Wir haben also 10 Kasten.
    Das die, welche im sozialen Ansehen “oben” positioniert sind und first class gehandelt werden, andere Erwartungen und Befürchtungen bzgl. Politik der Gesellschaft haben als das neurotische Mittelfeld oder die Namenlosen, ist nur zu natürlich und wird sicher nicht verwundern. Alle am Demokratiespiel reagieren unabhängig von dem, was sie offiziell für die große weite Welt fordern inoffiziell in erster Linie auf ihre unmittelbaren Lebensumstände die es zu gestalten gilt.
    Die einen wollen die Steuern senken, die anderen wollen sie erhöhen. Je nachdem, um welche Steuern es für wen geht.
    Die es nach oben auf die Plätze mit der besten Übersicht geschafft haben, betonen gern den Aspekt der Kompetition. „Es kann nur einen geben: mich.“ Die, welche stabil und stigmatisiert im Staub liegen, betonen eher den Aspekt der Kooperation. „Nur gemeinsam sind wir stark.“ In gewissen Zyklen kommt aber infolge von Problemen mit der Informationsgewinnung, Übertragung, Selektion und Verarbeitung zu Entscheidungen (Ent- Unterscheidungen) aber auch zu Desorientierung, Massenpanik und asozialer Barbarei. Oberste setzen plötzlich stärker auf Kooperation und Unterste auf Kompetition. Das korrigiert sich aber wieder.
    Die unten müssen daran erinnert werden, dass die Welt gestaltbar ist. Die oben sprechen gern von Schicksal, der Macht der Gedanken u.s.w.

    Dementsprechend delegieren die verschiedenen Kasten ihre Vertreter, die ihre Interessen geltend sollen.
    Das Spiel nennt sich Demokratie, ist im Grunde aber nichts weiter als eine kosmetische Form der Diktatur des Kapitals der oberen Kasten. Ähnlich wie in der griechischen Polis haben wir Bürger, Sklaven e.t.c.vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Polis: Die Einwohner der Poleis waren Männer, Frauen, Kinder, Metöken (= ortsansässige freie Fremde), Periöken (= Umwohnende der Polis Sparta) und Sklaven. Als Personenverbandsstaat umfasste jede Polis nur die vollberechtigten, volljährigen männlichen Bürger (Politen) als Teilhaber an der „Herrschaft“ . Frauen, Kinder, Metöken, vorübergehend in der Stadt als „Touristen“ weilende Ausländer und Unfreie waren vom Vollbürgerrecht und damit von jeder Beteiligung an der Selbstverwaltung ausgeschlossen.“

    Diese Form haben wir im wesentlichen auch heute wieder in unserer Corporatokratie am Zirkulieren. Diktatur des Kapitals – was sonst? Wobei bei Kapitalvermögen Geld und andere Symbole nur Nebensache sind bzw. als Mittel zur Beschaffung von Realwerten anzusehen ist. Irgendeinen Tinneff gibt man den Leuten besser in die Hand, wenn man ihnen ihre Oma zum Kilopreis abgekauft hat - einfach um sinnlosen Auftritt zu vereiden. Unglücklicherweise haben wir die dumme Gewohnheit entwickelt, das etwas zu verwechseln mit den realen und daher wertbeständigen und den symbolischen Werten.

    Die Clans der obersten Oligarchen sind einander in einer Art Hassliebe zugetan und suchen zu gewährleisten, dass es bei ihren Sportlichen Ausscheiden nicht zu unverhältnismäßigen Diskontinuitäten kommt. Ein bisschen Durcheinander im gesellschaftlichen Stoffwechsel braucht es, zuviel aber kann sich interessensschädlich auswirken. Kriege bspw. müssen eingrenzbar bleiben. Anders als systemisch zu denken und zu entscheiden geht auf dieser ebene bzw. in dieser Kaste natürlich für Entscheider gar nicht an. Man mag von „systemisch“ reden oder nicht. Sinn und Zweck des sog. Demokratischen Arrangements ist, die Verhältnisse in stabiler Balance zu halten und Profitmehrung zu ermöglichen. Was anderes ist von den jeweiligen Identitätszuschreibungen her nicht denkbar als Klassenziel.

    Nun stellen die einzelnen Kasten also ihre Sprecher. Auf dem Weg vom kleinen Ortsverein bis nach München oder Berlin wandern sie höher und höher - einkommensmäßig. Freundes- und Bekanntenkreis verändern sich dementsprechend in funktionsunterstützender Weise mit. „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ wie Joschka Fischer diese Metamorphosen der Macht und damit verbundener Ansichten mal so schön kommentierte. Wer ohnehin keine soziale Heimat kennt, hat damit ja keine Probleme. Die größten Gauner sind gescheiterte Moralisten. Hoffentlich hat Mutti alles richtig gemacht. Guido bspw. ist so ein Artist. Offiziell ist nun aber mitunter einer angetreten, um die Interessen, Selbstmissverständnisse und Lieblingsidentitätszuschreibungen bspw. der 5 Euro-Leute zu vertreten. Der Funktionär verdient aber selber inzwischen 5000 Euro die Stunde. Hier wird klar, dass wir besonders bei den gesellschaftlich rand- bzw. bodenständischen Kasten flexible Schauspieltalente benötigen.

    Interessensmäßig sind die unteren und obersten Kasten eher weniger beteiligt am Demokratiespiel. Die haben zu wenig zu verlieren bzw. gewinnen um deutlicher motiviert zu sein und sich in ihren Ghettos i.d.R. auch nicht den Überblick über gesellschaftliche Verhältnisse erarbeiten können /müssen. Die meisten Aufträge kommen also aus dem chronischen nervösen Mittelfeld. Bei den Rindviechern haben wir gerade die richtige Mischung aus was zu verlieren und zu gewinnen haben. Und natürlich ist auch bei den mittleren Kasten überhaupt etwas zu holen. Die Eingeklemmten sind daher auch am willigsten für irgendwelche Draufgänger zu verführen. Über diesen Bereich reden wir also im wesentlichen, wenn wir von den Adressaten reden, für die das Demokratiesingspiel aufgeführt wird. (In den antiken Aufführungen war das Tragen einer Maske = Persona üblich.) Wer bis 5 Euro verdient, denkt nicht über Politik nach. Wer über 500 000 verdient, denkt nicht mehr über Politik nach. Wozu ins Kino gehen, wenn eh schon alles Kino ist?

    Gemäßigte Borderliner haben hier besondere Entfaltungsmöglichkeiten um sich als Schausteller zu profilieren. Selbst gemäßigte Schizoide schneiden im Leistungsvergleich schlechter ab, weil die immer noch irgendwo um Kongruenz von Wort und Tat bemüht und darauf angewiesen sind. Dadurch leidet die Überzeugungskraft vor dem Publikum. Ein gemäßigter Borderliner hat damit kein Problem, wenn seine verschiedenen Persönlichkeitsanteile sich chamäleonartig an die unterschiedlichen Erwartungen diverser Publikumsvertreter und Lobby perfekt anpassen und zum Zeitpunkt x den Arbeitnehmern das Gegenteil des zum Zeitpunkt z vor den Arbeitgebern Gesagten zu verkaufen. Nur wer gleichsam mit versteckter Kamera über eine längere Weile folgen würde (wie bspw. bei den von FBS wohl insgeheim bewunderten Biographien von Otto Schily & Co), den packt das kalte Grauen, wie irre diese Existenzen ihr Leben organisieren.

    Von den Selektionskriterien sind also eindeutig Leute bevorteilt, die völlig unbelastet von einem eigenen Standpunkt sind, der die darstellerischen Möglichkeiten einschränken könnte. Wer sich an bestimmte Werte bindet, ist schnell gebunden. Von seinen einstigen Fans, seinen Wählern, Wahlkampfsponsoren, Weggefährten in der Lobbybar. Von seinen Konkurrenten im Schauspielerrankung um die bestbezahltesten Rollen. Im Karriereranking würde der Mitspieler berechenbarer, wenn er sich im Aufstieg unstandesgemäß mit irgendwelchen zeitgebundenen Wertorientierungen belasten würde. Die Unberechenbarkeit des Borderliners hinsichtlich seiner inneren Haltung und sein Darstellungstalent macht seinen Marktwert als politische Nutte aus. Die Nutte soll bittschön auch keine Präferenzen durchsetzen wollen, welcherart Stellungsarbeit sie denn bevorzugen würde sondern ganz flexibel einem jedem, der potent genug ist, dafür zu zahlen, den animalischen Status-Kick auf genau die Weise verschaffen, wie er / sie es braucht. Mit dem Timebinding durch das Realisieren mehr oder weniger pro-sozialer Werte sieht es natürlich eher mies aus. Aber zwanghafter Anstand kommt nicht über Mittleres Management hinaus. Wer Recht schaffend sein will, braucht künstlerische Freiheit, um sich maximal an die Darstellungserwartungen des jeweiligen Auftragsgebers anpassen zu können. Die typischen Polit-Borderliner und Karrieristen wirken in der Tat eher zersetzend auf Gemeinwesen. Sobald Profischauspieler (Reagan, Obama, Schwarzenegger …) bzw. Profinutten durch noch Unschuldige in größerem Umfang als Vorbild in Anspruch genommen werden - rette sich wer kann! Die Gesellschaft geht aus dem Leim mangels Wertebindung. Mangels Zeitbindung bleibt auch die Entwicklung Zukunftserzeugung auf der Strecke. Die Gesellschaft stagniert und erstarrt mangels Haltung, Eigenzeit und Betonung des überzeitlich Kooperativen in zukunftsleeren Posen - wie gegenwärtig kaum zu übersehen.

    Pressesprecher der oberen Kasten werden prompt beneidet von den Polit-Borderlinern und Profifunktionären. Die Sprösslinge etablierter Dynastien und Clans brauchen am wenigsten Borderline- Spagat machen. Sie vertreten von vornherein kongruent und routiniert die Interessen bspw. der 500 000 – er und können weitgehend ihre gewohnten Konserven auflegen bzw. verkörpern ohne die Kongruenz von Wort und Tat über verschiedene Zeitpunkte in Frage stellen lassen zu müssen. Was würde eigentlich ihre Mutter dazu sagen Herr Kleinschmidt, dass sie vom Gewerkschaftsvertreter in den Aufsichtsrat eines Rüstungsunternehmens gewechselt sind? So was muss man sich da nicht antun. Dadurch wirken Tiere, die von Anfang an hohe Tiere sind charismatischer und animierender als irgend so ein Wechselbalg, der seiner ehemaligen Kaste Gleichgestellter wahlkampftaktisch was anderes verkaufen muss als den strategisch selektierten Kumpels in seiner realen Einkommenskaste aktuell.

    Ähnlich wie bei Nutten ist es für den Marktwert dieser politischen Profis wichtig, dass sie trotz Flexibilität immer auch glaubhaft machen können, dass bei ihnen jeder, der bezahlt, auch voll auf seine Kosten kommt. Paradox natürlich auch die Zumutung, glaubhaft dabei zu sein, wenn die Interessen der jeweils beauftragten Kaste bzw. Lobby bedient werden und vor dem Fenster schon die nächste Kundschaft hereinschaut. Da muss ordentlich gequiekt und gegrunzt werden. Eine der wichtigsten Funktionen der Medien für die Masse ist die Übertragung dieser Nebengeräusche in die diversen Bestallungen. Durch die mit ihren Sauereien einhergehenden Begeleitgeräusche wirken diese verirrten Seelen für uns dumme Schweine dann um so menschlicher. „Im Hause von und zu geht es ja zu wie bei uns zu Hause! Da wird das dann schon alles seine Richtigkeit haben.“ Und in der Tat wäre es etwas schädlich für das Image dieser Schauspieltalente im Ansehen der potentiellen Regisseure und Drehbuchschreiber, wenn nur Auftraggeber mit bestimmten Merkmalen (rothaarig, Genitalwerte e.t.c.) bei Ihnen auf ihre Kosten kommen könnten. Alle interessanten Auftraggeber müssen den Eindruck haben dass professionell gearbeitet wird, d.h. die Spezialwünsche aller Kunden gleichermaßen individuell bedient und mit ganz exklusivem Gegrunze und Gequieke animiert werden.

    Insgesamt, das wollen wir uns erinnern, geht es darum, den Status Quo einerseits stabil zu halten und andererseits für Wachstumsmöglichkeiten und Wechsel im Kräftegleichgewicht offen und beweglich zu halten.
    Auf dem Karriereweg als Vertreter diverser Kasten von den bspw. 5 Euro- Leuten bis zu den 5000 Euro- Leuten wird der Vertreter aktueller Interessen mit höchst unterschiedlichen Interessen konfrontiert, was er denn bitte schön nun möglichst professionell auf die Bühne zu bringen hat. Das heißt, wir haben eine vertikale Differenzierung, die im Laufe einer Schauspielerkarriere beim Kastendurchlauf egalisiert wird. Auf der höchsten Ebene finden wir eine absolute Verarmung hinsichtlich möglicher Standpunkte vor. Im Grunde können die Unterschiede in den Interessen auf höchster Ebene auch nur symbolisch betont sein. Gleichwohl ist diese symbolische Betonung sehr wichtig insofern Bewegung simuliert wird. Micky jagger is in action but he gets no satisfaction. Die braven Leute brauchen den Eindruck, an der Veranstaltung Demokratie irgendwo noch beteiligt zu sein. Wenn die Rindviecher davon rennen würden, bevor sie gemolken werden können, ist das ja eher ein bisschen blöd. Und von Saison zu Saison muss eben auch mal geschlachtet werden, um die suboptimal genutzten Überkapazitäten abzubauen. „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ Menschen brauchen, um ihr Leben als sinnvoll empfinden zu können, den Eindruck, gegenüber einer Information, also einem Unterschied, der einen Unterschied macht, nicht schlechter gestellt zu sein im Gefüge. Andernfalls lässt die Kooperationswilligkeit nach. Die Leute brauchen den Eindruck, dass sie in dieser community noch etwas zu verlieren haben. Ansonsten droht im Kleinen wie im Großen Bürgerkrieg. Daher geht es auf höchster Ebene zu wie auf dem Dach des Dresdner Schlosses. Da stehen lauter versteinerte Figuren und deuten einer auf den anderen. Vor Urzeiten hat, wie alte Dresdner erzählen, einer von ihnen mal einen Furz gelassen und nun streiten sie darüber, wer es gewesen ist.

    Solange die Leute in den unteren Kasten durch diese Art von symbolischen Streit hinreichend unterhalten werden, bleiben sie ihrem Bienendasein treu. „Die da oben machen sich ja echt Gedanken! Wie die sich um unser Wohl und Wehe streiten! Es geht aber nicht vorwärts, weil die bösen Anderen dagegen sind gegen die Steuererhebung, Steuersenkung, Reform, Reformreformierung e.t.c. Die so gar verfeindet und engagiert erscheinenden politischen Interessenvertreter treffen sich after the Show in der Lobbybar oder im brasilianischen Gewerkschaftspuff und tauschen sich aus über gestalterische Gesichtspunkte. Sie gehören real inzwischen derselben Kaste an und es ist DIESE Lebenswelt auf deren Anreize sie reagieren.

    Solange da oben auf der Bühne symbolisch gestritten wird, wird das Kastensystem nicht in Frage gestellt und die Verhältnisse bleiben wie im alten Indien halbwegs stabil. Die vertikale Differenzierung der Kasten 1 bis 10 wird in eine horizontale Scheindifferenzierung zwischen a oder b umgewandelt. Information - den eine solche stellt die vertikale Kastendifferenzierung dar - wird also regelmäßig auf´s Neue gelöscht. Das ist auch der Sinn der Konstruktion aus horizontaler Demokratie und vertikalem Kastensystem. Das Ganze soll ja stabil gehalten werden. Das ist der Sinn. Je stabiler das Schiff durch die Wogen stampft desto eher wird es auch Steuerimpulse Einzelner reagieren können. Kommt das Ganze ins Wackeln, wird auch die Besitzstandswahrung nur außerhalb dessen zu bewerkstelligen sein, was außerhalb der Grenzen von Sportlichkeit (Balance von Kompetitionsprinzip und Kooperationsprinzip mit gewinnertypischer Betonung auf ersterem) liegt. Und bist Du nicht willig …

    Natürlich gibt es auch mal bissel Zoff hinter den Kulissen. Ob bspw. Klaus Schwab, zu denen gehört, die berufen sind, da zu vermitteln und Exzesse zu vermeiden – vielleicht. Im Allgemeinen brauchen Leute, die über reale Werte statt Blasen oder bedrucktes Spielgeld gebieten ihre Zurückhaltung nicht unnütz aufgeben. Der Applaus chronisch unterbelichteter Systemaffenherden wird wohl das Letzte sein, was einen da menschlich noch anzurühren vermag. Zu den Gladiatorenkämpfen werden von Klaus Schwab & Friends natürlich noch ein paar humanitäre Spitzenleistungen serviert damit im Grunde alles gewohnt supermarktmäßig bleiben kann. Die Idee, vom Politikgewerbe auch nur irgendetwas an Veränderung des Systemdesigns zu erwarten ist ungefähr so grotesk, wie an die lebenslange Treue zu glauben.

    Kommentar von Max Liebscht — 18. Januar, 2010 @ 13:38 Uhr

  11. Sie haben meine Frage nicht beantwortet, Herr Liebscht, obwohl Sie sich angesprochen gefühlt haben.
    Es wird Ihnen trotz allem Bemühen nicht gelingen, hier im Blog Ihren “schönen Politikstammtisch” zu etablieren.

    Kommentar von E.B. Far — 18. Januar, 2010 @ 22:08 Uhr

  12. Wer hat etwas davon, dass die Verachtung der Nutten für ihre Freier weniger potent im sozialen Raum steht, als die Verachtung der Nutten durch ihre Freier?

    Kommentar von es — 19. Januar, 2010 @ 09:27 Uhr

  13. Herr Liebscht, Armut ist ohne Zweifel das Schrecklichste. Mir könnten Sie 5 Millionen anbieten, mit der Verpflichtung arm zu sein, ich würde sie nicht nehmen.

    Kommentar von es — 19. Januar, 2010 @ 10:29 Uhr

  14. Herr E.S. die Angst vor der Angst, und Angst vor der Armut wohl noch das viel Schrecklichere, denn diese Haltung macht rigide und lähmt die Lebensgeister. Armut ist relativ. Was wir in den Industrieländern oftmals als Armut missverstehen ist vielleicht schlicht Selbstgenügsamkeit. Die Annahme von Armut jedenfalls, - ohne sie zu “akzeptieren” - , setzt Geist, Mut und Kräfte frei,
    Meine Ablehnung entfremdeter Arbeit und entfremdender Lebensbedingungen, wird die Armut zunächst annehmen müssen. Um entfremdete Arbeit und entfremdende Lebensbedingungen sich nicht erst etablieren zu lassen, kann es notwendig sein, eine relative Armut (aber nicht dem Menschen unwürdige Bedingungen) zu befürworten.

    Ich hab das hier schon oft bemerkt, ich halte JEDEN einzelnen, wie arm auch immer, für verantwortlich und an den konstruierten Zuständen, für mitverantwortlich. Worin nun die Verantwortung und Mitverantwortung jedes Einzelnen besteht, darüber wird jeder zunächst einmal nachdenken müssen. Produktive konstruktive Antworten sind möglich. Sie brauchen Zeit und sie müssen anschlussfähig sein. Das (Er)Finden anschlussfähiger Gedanken und das Erwerben der Anschlusssicherheit bedeutet Verantwortung, es sind kreative Akte, die eine (andere) Welt erzeugen.

    Solange wir uns der Gewohnheit herkömmlicher Gedanken hingeben, seien sie zynisch, ironisch oder das Verbleiben im Verblendungszusammenhang, solange sind wir gelähmt und unkreativ und nicht auf der Höhe unserer Geistesmöglichkeiten.

    Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 11:53 Uhr

  15. Goldman Sachs:

    http://www.rollingstone.com/politics/story/28816321/insidethegreatamericanbubble_machine/print

    Kommentar von es — 21. Januar, 2010 @ 08:44 Uhr

  16. Ein Mann von Prinzipien zu sein,
    eine sog. ehrbare Frau zu sein
    hatte schon immer seinen Wert
    hatte schon immer seinen Preis.
    Ermutigend finde ich von daher eher die Gleichsinnigkeit der Verachtung, welche Nutte und Freier für den anderen inklusive sich selbst empfinden.
    Faszinierend find ich weiters, dass selbst bei den größten Gaunern, immer noch ein Hauch von “Ich wäre ja eigentlich selber gern gottesfürchtig.” erkennbar ist, eine Enttäuschung darüber, dass keine Grenzen erkennbar sind. Ob im Busniness oder im chronisch bigotten Sozialbereich, es bestätigt sich - zumindest meinem Eindruck nach - immer wieder: Die größten Gauner sind gescheiterte Moralisten. Wie versteckt auch immer, harrt gerade hier die größte Sehnsucht nach Bekehrung und höheres Glauben können.

    Die Entscheidung nun, ob man den Verkehr in der Hoffnung auf Hingabe und Treue - koste es, was es wolle - züchtig auf hält oder ohne Rücksicht auf Verlust am Laufen, ist, was man Marktwirtschaft nennt. Weil Prinzipien und Ehrbarkeit wertvoll und daher verhandelbar sind, sind Männlein wie Weiblein dafür empfänglich, sich diese Güter abkaufen zu lassen.
    Um den paradoxen Zusammenhang kurz zusammenzufassen:
    “Der Unterschied zwischen Mann und Frau besteht darin, dass ein Mann nie zu so etwas wie einer Nutte hergeben könte. Darin sind sich beide gleich.” (aus Poesie für Zyniker”)

    Kommentar von Max Liebscht — 21. Januar, 2010 @ 08:44 Uhr

  17. Liebe Frau F. 1 und F2.,

    Mangels körpersprachlicher Zugangshinweise kann ich hier schlecht erkennen, mit wem ich es eigentlich gerade zu tun habe. Kesse Großstadtkatze oder klein Pink mit Kaulitz-Poster überm Bett? Wechseln sich da zwei Schwestern am Tableau ab oder eine junge Mutter mit ihrer schon großen Tochter? Das macht die Konversation ein wenig schwierig, wie ich finde.
    Eine scheint das zwischen den Zeilen lesen noch üben zu müssen, derart bierernst, wie sie manches nimmt und zarte Polemik verkennt. Ich hoffe auch, dass es mir gelingt, dass dies kein Politstammtisch wird.

    Mit Pitigrilli sind Tochter und Mutter immerhin gut bedient.
    Alle Damen lieben diese Bücher. Alle!
    Wenn Sie zu jenen zählen, die es noch genauer zu wissen wünschen, können Sie ihre naiv dahertrippelnde Frage natürlich auch mit den Nachwirkungen katholischer Verdikte, im Rahmen der Evolutionären Psychologie oder mit der informationstheoretischen Notwendigkeit der Unterschiedsbildung in wachstums-, individualisierungs- UND fortpflanzung - bedürftigen sozialen Systemen beantworten.

    Die vertikale versus horizontale Verschränkung erscheint mir immerhin bemerkenswert, um zu verstehen, wie sozialen Organismen das regulieren, was FBS das richtige Maß zwischen organisationaler Langeweile und Spannung nennt. Organisationen brauchen beides. Die - wie wir alle - primär auf ihr unmittelbares Lebensumfeld bezogenen Kastenvertreter machen zum Einen Stufe für Stufe eine Metamorphose durch, die sie nur dank immer neuer schauspielerischer Höchstleistungen sozial überleben können. Das ist im Grunde organisierte Informationsvernichtung, um nicht zu sagen Degeneration. Ergänzt wird dies auf der Ebene der sog. demokratischen Entscheidungsfindung durch die Verwischung der vertialen Unterschiedbildungen durch die horizontalen Unterschiedsbildungen, welche vorzüglich symbolischen Charakter haben. Gladiatorenkämpfe statt Reformation. Solange die Wahl zwischen Scheinalternativen noch interessant erscheint, ändert sich nicht grundsätzliches an der “System”-Architektur. Dass die Architektur, deren hypnotischen Rahmensetzungen wir mehr oder weniger obliegen, nicht sonderlich innovationsfähig ist, halte ich für ausgemacht und FBS, was politisches Einschätzungsvermögen anbelangt für einen hoffnungslosen Cineasten.

    Aber im Grunde ist es mit Naivität natürlich so eine Sache. Die Leute, welche sich viel davon gerettet haben, sind zu beneiden.

    Kommentar von Max Liebscht — 21. Januar, 2010 @ 09:08 Uhr

  18. Um etwas zur Ehre dieser Herrschaften nachzutragen:
    Die beiden Bankgespräche, die ich heute hatte,
    waren beide sehr erfreulich.
    Irritierend nur, dass diese Menschen heute Ansichten vertreten, für die ich bis vor zwei Jahren noch für bekloppt erklärt worden bin. Wird die Welt weiser, klären sich die Verhältnisse, klären sich die Verhältnisse, wird die Welt weiser.

    Kommentar von Max Liebscht — 21. Januar, 2010 @ 17:26 Uhr

  19. Das wichtigste in der Liebe ist, dass der andere schwächer ist als man selbst und dass der andere stärker ist als man selbst.
    (Nachtrag zur Gleichsinnigkeit der Verachtung dessen, was möglich ist.)

    Kommentar von Max Liebscht — 21. Januar, 2010 @ 17:30 Uhr

  20. Tja, Herr Liebscht, da dreht sich jemand wie ein Fähnchen im Wind. Es scheint jdoch, dass kaum jemand soviel vom Wind versteht wie ein Fähnchen.

    Kommentar von es — 21. Januar, 2010 @ 17:47 Uhr

  21. Systemisch rücksichtsvoll, wie wir nun mal sein wollen,
    haben wir den Kontext natürlich immer mit zu berücksichtigen.

    Kommentar von Max Liebscht — 22. Januar, 2010 @ 09:09 Uhr

  22. Ja, ja, der Kontext.
    Wenn Systemiker den nicht hätten.
    Diese Dreifaltigkeitslehre der echten und einzigen Wahrheit.

    Kommentar von es — 22. Januar, 2010 @ 10:54 Uhr

  23. Sie mögen das als Rückzug auf eine Art Führerbefehl sehen aber mein Parteibuch ist nun mal die Psychologie.
    Sozialisation = Psychologik + Ideologie.
    Oder eben, wenn Sie so wollen:
    Psychologie = Zoologie + Philosophie.
    Beruflich bedingt bin ich insofern natürlich auch ein Wechselbalg:
    Wenn Guido zu mir auf die Coach kommt, weil er infolge Tourneestress nicht mehr so recht weiß, wer er ist, dann kann ich auch nur mit dem arbeiten, was angeboten wird. Weltrevolution ist nicht mein Auftrag. Paradoxerweise komme ich mit weniger Ehrgeiz sowohl hinsichtlich Seelenheil wie Weltrevolution weiter. Zumindest meiner Erfahrung nach. Strategisch macht es sich nur eher ungünstig, sich das von vornherein vorzunehmen.

    Immerhin registriere ich außerhalb dieser Rolle schon noch einiges. Dieser Tage mußte im Kontext von Hahiti ein Werbespot für Handwerkerverbände aufgrund von Protesten zurückgenommen werden. Unter dem Slogan, “Was wäre die Welt ohne das Handwerk?” war zu sehen, wie Berlin in Schutt und Asche sank.
    Wie man sieht, ziemlich unsensibel diese Handwerker. Klar, dass die keine Kinder erziehen sollten.

    Kommentar von Max Liebscht — 22. Januar, 2010 @ 15:49 Uhr

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Systemische Kehrwoche

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