Simons Systemische Kehrwoche

Bekloppt (Telekom)

Fritz B. Simon

Von den Problemen mit meinem i-Phone habe ich hier ja schön öfter berichtet. Jetzt kann ich mich – nach dem Updaten des Betriebsprogramms – nicht mehr in W-Lan-Netze einklinken.

Bei Apple hat man mir gesagt, das sei ein bekanntes Problem, und ich solle zur Telekom gehen. Im Internet habe ich recherchieren lassen – von einem freundlichen Menschen, der weiss, wo man da schauen muss -, und er hat gefunden, das sei ein bekanntes Problem, und man müsse damit zur Telekom, die einem ein neues Gerät (o.Ä.) gibt, weil die selbst nicht in der Lage sind, das zu reparieren.

Heute war ich in im Telekom-Laden (Berlin, Kudamm, neben Karstadt. Eine junge Dame, die von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, fragte mich, ob ich auch das Kennwort eingegeben hätte (was ich als Beleidigung erlebte). Sie hatte jedenfalls noch nie von diesem Problem gehört. Dann rief sie bei einer Hot-Line an und schilderte das Problem. Der Herr oder die Dame auf der anderen Seite fragte, ob sie denn das Kennwort eingegeben habe (was die junge Dame als Beleidigung erlebte). Dann wurde sie weiter verbunden zu einem anderen Herrn oder einer anderen Dame. Die hatte ebenfalls noch nie etwas von dem Problem gehört. Sie fragte, ob denn das Kennwort…. (was…). Schließlich meinte sie, das i-Phone müsse eingeschickt werden.

Als die junge Dame aufgelegt hatte, erklärte sie, das i-Phone müsse eingeschickt werden, aber das dauere ein Woche. Ich müsse erst nach Hause gehen und alle meine Daten auf dem Computer sichern. Ich versicherte ihr, dass alle meine Daten gesichert seien… Außerdem bräuchte ich den Kaufbeleg… Ich wandte ein, ich hätte schließlich ja einen dieser teueren i-Phone-Verträge, da sei doch klar, dass ich das Gerät bezahlt und gekauft hätte… Sie meinte, ja, das stimme, aber sie könne den Reperaturauftrag nicht annehmen, ohne solch einen Kaufbeleg, weil der Computer das Formular unausgefüllt nicht weiter bearbeite… Ende der Konversation.

Ich ging also wieder – um die Erfahrung reicher, dass diese junge Dame, selbst wenn sie hätte freundlich und kundenorientiert sein wollen (was nicht der Fall war), gar keine Chance dazu gehabt hätte, weil eine computerisierte (schwachsinnige) Routine sie daran gehindert hätte.

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17 Kommentare

  1. Ach je. Ob sich Apple bei Abschluss der Exklusivverträge eigentlich Gedanken darüber gemacht hat, dass eine Firma wie die Deutsche Bundespost…ähm…Telekom nicht gerade gut zu ihrer Marketingstrategie passen könnte?

    Wenn das iPhone doch noch irgendwann eingeschickt wird, fragen Sie unbedingt nach einem Ersatzgerät für die Reparatur- bzw. Austauschdauer. In den kundenorientierteren Filialen ist das möglich.

    Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 15. Februar, 2010 @ 17:44 Uhr

  2. Sehr amüsant, der Part mit den “Kennwörtern”.

    Das iPhone eines Freundes hat irgendwann nichtmehr geklingelt, wenn jemand angerufen hat. Ich persönlich nutze ein gecracktes Blackberry mit Prepaid-Karte und bin damit glücklich. Blackberrys funktionieren.

    Kommentar by pascal — 15. Februar, 2010 @ 20:16 Uhr

  3. Ein klarer Fall für systemisches Casemanagement.

    Kommentar by Max Liebscht — 16. Februar, 2010 @ 07:22 Uhr

  4. Habe mir erzählen lassen, im Telekom-Shop 4010 unterlässt der Konzern jegliche Interventionen, die empfundene Beleidigungen Auslösen könnten.
    Es heißt, es würden neue Begegnungsräume durch Kolaboration mit der “Urban Generation i-Phone” erprobt.

    Kommentar by Klaas Kramer — 16. Februar, 2010 @ 09:13 Uhr

  5. Ein Avantgardist ist schon weg, ehe die ersten Probleme mit dem “Neuen” beginnen. “Me To´s” sind die Produktoptimierer für den Massenmarkt.

    Tom Wolfe meint dazu:

    Avantgarde ist nichts anderes als eine Religion für Auserwählte mit Manifesten und großen Zäunen.

    Kommentar by es — 16. Februar, 2010 @ 09:27 Uhr

  6. bei e-books soll das auch passieren, daß pötzlich der Text weg ist…

    Kommentar by o.werner — 16. Februar, 2010 @ 11:53 Uhr

  7. Entlang der Via Appia war auch viel Platz für Avantgardisten.
    Herr Simon wird nur ganz klein bißchen gekreuzigt für seine Amaßung, das Wagnis des Neuen einzugehen.

    Kommentar by Max Liebscht — 16. Februar, 2010 @ 17:35 Uhr

  8. Wenn bei einem e-Book der Text verschwindet liegt das in der Regel am “Kopierschutz” (eigentlich ja “Ausdruckschutz”) – hierfür werden oft geskriptete PDFs erstellt. Das ist erst in den neueren Standards integriert worden und wird auch von Drittanbieter-PDF-Readern für gewöhnlich nicht unterstützt.

    Falls es nicht daran liegt, wurde das PDF unprofessionell erstellt…

    Sorry fürs Klugscheissern :) .

    Kommentar by pascal — 18. Februar, 2010 @ 18:08 Uhr

  9. So klug geschissen ist das nicht, lieber Kommentator #7, Pascal.

    Was bedeutet denn die Aussage: “hierfür werden oft geskriptete PDFs erstellt”?

    Dann weiter: “Das ist erst in den neueren Standards integriert worden”. Das was? Welche Standards, ob neuer oder älter.

    Kommentar by duscholux — 18. Februar, 2010 @ 19:23 Uhr

  10. duscholux, geskriptet ist in dem Falle so etwas wie “Word-Makros” (die kennen viele ja noch von früher). D.h. es wird ein Javaskript ausgeführt, das den chiffrierten Inhalt erst darstellbar macht. Der PDF-Standard wird von Adobe gemacht (der Firma, die PDF “erfunden” hat). Es gibt dabei auch verschiedene Standards (PDF/X, PDF/A). Die aktuellste Version ist meines Wissens die 1.7. In der Regel verwendet man aber bei der eBook-Erstellung ältere Standards, damit das PDF z.b. auch im Acrobat Reader 6 noch darstellbar ist. Zumindest ist dies sinnvoll, wenn man nicht potentielle Kundenkreise ausschließen oder verstören möchte.

    Kommentar by pascal — 19. Februar, 2010 @ 19:35 Uhr

  11. Endlich kommt hier auch mal etwas, was ich nicht verstehe!
    Danke!

    Kommentar by Max Liebscht — 21. Februar, 2010 @ 00:05 Uhr

  12. 2B I ^2B

    Kommentar by es — 21. Februar, 2010 @ 10:04 Uhr

  13. 2c | ^2c

    Kommentar by pascal — 21. Februar, 2010 @ 19:10 Uhr

  14. x(t1) + x(t2) = x(t0)

    Kommentar by Max Liebscht — 21. Februar, 2010 @ 22:17 Uhr

  15. x(t0) = x(td); (td((x(ty)) < ncv)) –> (2b <–> (2c & ^2c))

    Kommentar by pascal — 22. Februar, 2010 @ 16:11 Uhr

  16. Das letzte hab ich wieder nicht verstanden.
    Ob ich jetzt auch zu den “Pisa- Krüppeln” gehöre,
    von denen Georg Schramm öfter spricht?

    Kommentar by Max Liebscht — 23. Februar, 2010 @ 08:43 Uhr

  17. Heute ist mir etwas viel bekloppteres vor die Augen gekommen: Die Post verlangt für das Versenden von Umschlägen mit dunkler Farbe einen Aufschlag – 90 statt 55 ct. Mal davon abgesehen, dass das bisher noch nirgends kommuniziert ist (darauf hat mich mein Buchhändler beim Kauf einer Doppelkarte mit dunkelblauem Briefumschlag hingewiesen): Ist das nicht Kundenfreundlichkeit pur? Ich fasse es einfach nicht….

    Kommentar by Wolfgang Kleemann — 6. März, 2010 @ 17:22 Uhr

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