Simons Systemische Kehrwoche

Belusconi

Fritz B. Simon

Bei den Regionalwahlen in einem großen Teil Italiens hat die Koalition Berlusconis weit besser abgeschnitten als vorhergesagt. In Kampanien (Neapel und Umgebung), Piemont (Mailand), Latium (Rom) und Veneto (Venedig) hat die sogenannte Mitte-rechts-Koalition gewonnen. Das sind die Gegenden mit der höchsten Bevölkerungsdichte.

Als Nicht-Italiener ist die Faszination für Berlusconi kaum verständlich. Aber wahrscheinlich kann man es (auch) damit erklären, dass in der Politik generell Programme nicht so viel zählen wie Personen. Und B. erfüllt offenbar die Vorstellungen der Italiener(innen), wie ein richtiger Mann zu sein hat. Reich, clever, potent – das sind zumindest die Attribute, die B. sich gern zuschreiben läßt. Einer, der zupacken kann, sich nicht durch intellektuelle Bedenkenträger und kleinkarierte Richter von seinem Weg (bei dem schon mal abgekürzt wird) abbringen läßt.

Dass sich dadurch die Lage der meisten Leute nicht verbessert, wird ihm nicht übel angerechnet , sondern dem Schicksal. Dabei müsste es ihm angekreidet werden, denn Italien ist ökonomisch seit Einzug des Berlusconismus ziemlich an die Wand gefahren.

Aber, wenn solch ein potenter Regierungschef es nicht richten kann, wer sollte es denn dann können?

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5 Kommentare

  1. Nicht, dass Sie nicht Recht hätten (ähnliches konnte man über Bush sagen im Duell mit Al Gore), aber glauben Sie denn, dass dieser Herr derart erfolgreiche Politik betreiben könnte, wenn er nicht so viele Medien kontrollieren könnte und nicht so tief mit der Mafia verbandelt wäre?

    Kommentar by pascal — 30. März, 2010 @ 18:36 Uhr

  2. Ein bekannter Kabarettist hat einmal gesagt:
    Die Italiener haben das transparentere System. Die wissen wenigstens, dass sie die Mafia in der Regierung haben.

    Kommentar by Tom — 30. März, 2010 @ 18:51 Uhr

  3. Ja, das stimmt natürlich. Berlusconi kontrolliert die Massenmedien in Italien nahezu total. Einzige Ausnahme ist, wenn ich recht informiert bin, die Tageszeitung La Republica…

    Eine Schande für ein westeuropäisches Land. Ich würde das hier nicht sagen, wenn Italien nicht in der EU wäre. Integration heißt, dass man auch gemeinsamen Standards gerecht werden muss. Das gilt für die Türkei wie für Italien etc. – und Deutschland natürlich.

    Kommentar by Fritz B. Simon — 30. März, 2010 @ 19:10 Uhr

  4. Seit ich denken kann steht Italien an der Wand.

    Grundschule schon, mein Pauker O-Ton:
    “Ausser Tomaten ham se nichts.”
    eher negativen
    Trotz dieser frühschülerschen Prägung habe ich später grossen Respekt für italienische Ingenieure entwickelt.

    Kommentar by duscholux — 30. März, 2010 @ 21:25 Uhr

  5. Danke

    Kommentar by Ingo Scholz — 30. März, 2010 @ 22:25 Uhr

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