Simons Systemische Kehrwoche

Benedikt

Fritz B. Simon

Nun ist er also zurück getreten, unser Papst. Was wird von ihm bleiben?

Wahrscheinlich nur der Rücktritt als Bruch einer 700 Jahre alten Tradition, dass Päpste im Amt zu sterben haben. Es ist eine echte Innovation, wenn der Vertreter Gottes auf Erden in Rente geht. Benedikt schafft damit einen Präzedenzfall, der dazu beitragen könnte, die Rolle des Papsttums zu relativieren, seine Bedeutung auf die des Funktionsträgers zu reduzieren, der menschlichen Begrenzungen wie jeder andere unterworfen ist – was m.E. angemessen wäre.

Wenn das von seiner Amtszeit bleibt, dann hat er sich wirklich ein Verdienst erworben. Der Rest wird schnell vergessen werden, und das ist auch gut so…

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12 Kommentare

  1. Ratzinger – Repräsentant einer Nation von Dichtern, Denkern, Erfindern! Wenn ich Papst werde, wird es gar nicht so leicht werden, eine derartige Innovationsleistung zu toppen.

    Comment by Max Liebscht — 12. Februar 2013 @ 19:02 Uhr

  2. Papst Benefitz XVI – der Name passte so gut, dass ab jetzt alle Päpste so genannt werden sollten. Viele sprechen von seiner enormen Intellektuellen Größe. Wenn dem so ist, kann es auch kein Zufall sein, dass er sich Karneval für seinen Rücktritt ausgesucht hat.

    Comment by Tom — 13. Februar 2013 @ 06:44 Uhr

  3. Wenn Gott Mensch werden konnte, kann es sein Stellvertreter auch (wieder) werden.

    Comment by Matthias Ohler — 13. Februar 2013 @ 07:55 Uhr

  4. Wenn der nächste Hitler eine Frau ist, würde man es immerhin nicht gleich merken. Dem Trend des Gegenbesetzens (Stanislawski) in der Schaustellerbranche folgend, könnte der nächste Papst womöglich ein Schwuler sein.

    Comment by Max Liebscht — 13. Februar 2013 @ 16:14 Uhr

  5. OT ein Deckel geht hoch (Causa Mollath)

    http://tinyurl.com/c6m9kly

    Comment by chabis — 13. Februar 2013 @ 17:53 Uhr

  6. @3: …das wäre dann auch das richtige Signal für den Nachfolger, den längst überfälligen Wandel nicht zu verschlafen. Reformbedarf ist reichlich vorhanden, nur die Umsetzung überfällig. Wenn sich jedoch die Führungsspitze aufmacht um zum Fussvolk zu werden, gibt es Hoffnung für einen Wandel – von unten nach oben. Benedikt stärkt durch seinen Rücktritt die Eigenverantwortung der Laien. Er gibt zu, dass eine zentralistische Führung keine Zukunft hat.

    Comment by Ingo D. — 13. Februar 2013 @ 21:26 Uhr

  7. @6: @6: Das sehe ich genau so! Er hat gesprochen und gehandelt und dies nicht als zweiwertiger „Panzerkardinal“, sondern als „Pontifex“ als Brückenbauer. Er tritt ab um seinem Herzen zu folgen, auch um die Herzen zu erschließen und dort wird er auch bleiben.

    Er bleibt aber nicht auf der Kommandobrücke, sondern handelt getreu der historischen Ordensregeln des Benediktiner http://de.wikipedia.org/wiki/Benediktiner in ihrer kulturschaffenden Funktion: „Ora et labora et lege“.

    Das gehört zur allerhöchsten Kunst. Genuß unter Askese und Humor gleichzeitig. Hier hat er den Don Camillo und Peppone gleichzeitig gegeben und alle seine scheinheiligen Schäfchen, die ihn zum Narren halten wollten, mitsamt ihren Dogmantikern und Betschwestern hüben und drüben. Die Botschaft ging vor allem auch an unsere pietistisch-puritanischen Dämlichkeiten in Preußen, die in alter Freundschaft ihr Dr.-Hütchen-Spiel betreiben.

    Gut gebrüllt Löwe als Lamm Gottes in aller Demut.
    Das war die Wies und die Wies’n gleichzeitig blau-weiß in strahlend
    Küss den Ring, Madame.

    “Deiner bornierten dogmatischen und C getönte scharz wie die Nacht in Betschwester-Scheinheiligkeit nach Gouvernanten-Art, brenne ich auch nochmal den Stuhl unterm Hintern ab. Ich schicke Dir Luvifer, der macht Euch Beine. Und sie kapieren es nicht. Das war allerhöchste Kunst in Widerlegung der kirchlicher Dogmen. Er hat damit auch das Unfehlbarkeitsdogma ausgehebelt, um diesen Augius-Saustall auszumisten http://de.wikipedia.org/wiki/Augias

    Wunderbar!

    Das war ein Signal an die Eigenverantwortung und hat damit an das Immunsystem der Weltgesellschaft. Das wird Emergenz von unten bewirken. Trau schau wem und traut Euch, indem Ihr Euch selbst vertraut. Keine Rose ohne Dornen. Eine Rose bleibt eine Rose bleibt eine Rose. Alma mater = Stabat mater + Stabat Rosa.

    Diese Botschaft durch Negation der Negation, in Nein-Sage-Potenz
    gegen alle Erwartungsstrukturen zur JA-Sage-Kompetenz zu kommen, dieses JA zur Bildung – als Gewissens- und Herzensbildung- ist von unglaublicher evolutionärer Kraft und Reichweite.
    Damit wurden samt und sonders Alle
    –Dünnbrettbohrer wie Tiefbohrer – gleichzeitig mit der Differenz bedient: Ihr werdet Alle noch Euer blaues Wunder
    erleben. “In der Welt habt ihr Angst, doch seht ich habe die Welt überwunden” In Würde, in Frieden, in Demut und Ehrfurcht vor dem Leben, darin liegt die Kraft, die Balance, die Zufriedenheit. Und dann das Kunststück von Transzendenz mit Trans-sub-stantiation – als Stellvertreter in der Zirkuskuppel des Petersdoms als salto mortale rückwärts der Welt punktgenau ohne Netz und doppelten Boden vorzuführen. Das war grandios.

    Traut Euch, die ihr Eure Kunst beherrscht, die immer im Zweifel liegt, Euch frühzeitig zu wehren. Vor allem gegenüber denen, die ihre wählen sollt. Empört Euch und wenn sie sich nicht rühren, entzieht ihnen die Macht. Ihre “heiligen Stühle” zerbrechen an ihrem Dogmatismus, ihrer Selbstherrlichkeit und mangelnden Flexibiliät, vor allem ihrem Dünkel in Engstirnigkeit und ihrer Humorlosigkeit.

    “Wir sind alle so borniert, dass wir immer glauben, recht zu haben; und so läßt sich ein außerordentlicher Geist denken, der nicht allein irrt, sondern sogar Lust am Irrtum hat”

    Das ist Arbeit am Begriff pur und an der Syntax an strengster Anwendung der Laws of Form, entscheidet sich, ob die Form gewahrt wurde, ob es stimmig ist, ob etwas – wenn auch nur ein Haarriss, ein falscher Ton – darüber entscheidet was Schrott ist und was nicht. Das entpuppt sich immer zwischen Ego und Alter.

    O divina comedia und Freude schöner Götterfunken.
    Im Namen der Rose und im Namen des Vaters.
    “Im Himmel also auch auf Erden”
    In Decamerone.
    Stabat mater et stabat rosa.
    Stabat filia et filio.
    Romeo et Julia
    In spirito sancto
    Amen.

    Alpha es et Oooooo…Mega.
    Was für ein Abgang! Als Deus ex machina.

    Vita brevis, ars Longa.

    Comment by deaXmac — 14. Februar 2013 @ 16:14 Uhr

  8. @ 7 Das sehe ich genau so! “Er hat gesprochen und gehandelt und dies nicht als zweiwertiger „Panzerkardinal“, sondern als „Pontifex“ als Brückenbauer. Er tritt ab um seinem Herzen zu folgen, auch um die Herzen zu erschließen und dort wird er auch bleiben.”
    (…)
    “in Nein-Sage-Potenz gegen alle Erwartungsstrukturen zur JA-Sage-Kompetenz zu kommen, dieses JA zur Bildung – als Gewissens- und Herzensbildung- ist von unglaublicher evolutionärer Kraft und Reichweite….”
    Ähnlich habe ich Benedikts mutigen, intelligenten, paradox intervenierenden Entschluss auch empfunden. Mir fehlen Worte angesichts des biederen Unsinns der überall geschrieben wird. (u.a. dass er dem Besucher klar im Kopf erschienen sei, und anderes Unsägliches)
    Ein dreifaches Hoch den Schmetterlingen im Bauch, die solches Handeln und Schreiben, und ein solch emphathisch jubilierendes Bloggen bewirken !!

    Comment by Sylvia Taraba — 14. Februar 2013 @ 18:55 Uhr

  9. @tom: bitte hier nicht so hassreligiöses, diskriminierendes zeugs hinschreiben
    @deaXmac und taraba: ich sehe es auch so und habe hohen Respekt, die Reaktion vieler Katholiken dokumentiert es. Er war nicht im Mainstreamdenken untergegangen, hat Haltung und Klarheit bewiesen und war so Oberhaupt der am schnellsten wachsenden – nicht nur religiösen – Bewegung in der Welt. Paradoxe Interventionen und Reframing gehörten aber schon immer zum Kunsthandwerk der römischen Kirche.

    Comment by Martin Albrecht — 17. Februar 2013 @ 10:29 Uhr

  10. @ 2 Sie denken hinsichtlich eines Menschen, der Ihnen, noch der Welt, nicht das Geringste getan hat leider in ziemlich letztklassigen Kategorien, wozu ich den Zynismus zähle, völlig witzlos, ohne den geringsten Inhalt, über den es sich lohnt nachzudenken…tut mir leid für Sie!

    @ 9 Benedikts Biograf Andreas Englisch, Vatikankorrespondent, der keinen Blödsinn von sich gab, ließ heute wissen, dass Benedikt zu Anfang seines Papsttums nicht nur alle seine Macht abgegeben hatte, sondern (deshalb) gemobbt wurde und dass er qua seiner Abdankung vollkommen in der Versenkung verschwinden müsse und auch nichts mehr schreiben dürfe, da es undenkbar sei, dass ein “ehemaliger” Papst irgendwo von Journalisten entdeckt und belagert würde und Interviews geben könnte. Damit hat er vermutlich recht. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn Benedikt, aus dem Nirgendwo heraus, Bücher veröffentlicht. Es macht mir Sorge, welches Los ihn hinter vatikanischen Mauern in der “Versenkung” erwarten und ereilen könnte.

    Comment by Sylvia Taraba — 17. Februar 2013 @ 19:52 Uhr

  11. “Was wird von ihm bleiben”?
    Vielleicht der Versuch, innerhalb der RKK ein “Menschenfischer” für Nachfolger im besten Wortsinn zu sein, für seinen Herrn und Meister, den Gekreuzigten und Auferstandenen. Soweit ich seine Bücher recht verstehe. Die Institution als gemanagte Organisation, nicht der Papst als Mensch treten jedoch dazu in derartigen Widerspruch, dass die Geschichtsschreiber den Rückschritt des Benedikt womöglich als Fortschritt erkären müssen. Wir werden sehen.

    Comment by Ingo D. — 18. Februar 2013 @ 18:04 Uhr

  12. Ratzinger hat das Papstamt verweltlicht

    http://www.zeit.de/kultur/2013-02/papst-ruecktritt-dogma-kirche-kommentar?commentstart=1#cid-2623792

    deaXmac
    21.02.2013 um 19:52 Uhr
    
    1. Religio vs. Eminenzen, Exzellenzen, Dogmatiker ,Hochwürden

    Entschuldigen Sie bitte, Herr Professor Hörisch,
    das glauben Sie doch wohl selbst nicht, was Sie hier an Exegesen verkünden.
    Glauben ist nicht Wissen. Und Wissen ist noch lange nicht Können. Insofern gehört es zur höchsten Kunst in jeder Profession diesen Kreis wieder zu schließen. Dann erst wird man glaubwürdig.

    “ECCE HOMO. In der Welt habt Ihr Angst, aber seht, ich habe die Welt überwunden.”

    Papst Benedikt XVI hat gesprochen und gehandelt und dies nicht als zweiwertig, binär-codierter, schmalspurbesohlter „Panzerkardinal“, sondern als „Pontifex“, als Brückenbauer. Er tritt ab, um seinem Herzen zu folgen, auch um die Herzen zu erschließen und dort wird er auch bleiben.

    Er bleibt aber nicht auf der Kommandobrücke, sondern handelt getreu der historischen Ordensregeln der Benediktiner http://de.wikipedia.org/w… in ihrer kulturschaffenden Funktion: „Ora et labora et lege“.

    Lege! Genau Diese Kultur fehlt bei allenthalben.
    Lesen bildet! Aber das muss man erst einmal lernen, bevor man schreibt und mit venia legendi ex cathedra doziert.

    Das war nun eine schallende Ohrfeige gegenüber allen Dogmatikern, Eminenzen und Exzellenzen, die glauben zu wissen, es aber noch nicht können! Derer haben wir viel zu Viele in dieser multimedialen Talkshow, die von Bildung keinen blassen Schimmer haben.

    “Von Zeit zu Zeit seh’ ich den Alten gern,
    Und hüte mich, mit ihm zu brechen.
    Es ist gar hübsch von einem großen Herrn,
    So menschlich mit dem Teufel selbst zu sprechen.”
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    Comment by deaXmac — 24. Februar 2013 @ 16:47 Uhr

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