Berufspiraten
Fritz B. Simon
Frau Weisband, die 24jährige Bundesgeschäftsführerin der Piratenpartei wird sich – zunächst für ein Jahr – aus der Rolle als Funktionärin zurück ziehen, um ihr Psychologie-Diplom zu machen.
Das ist wahrscheinlich sehr weise, zeigt aber auch ein wenig das Dilemma jeder Partei, die sich von der Abgeschmacktheit der Berufspolitiker abgrenzen will: Langfristig kann man heute wohl nur noch als Berufspolitiker in der Politik wirksam werden. Aber wenn man das tut, dann erleidet man mit aller Wahrscheinlichkeit dieselbe déformation professionelle, wie alle anderen Politiker auch. Nach einiger Zeit hat man dann all das verloren, was einen mal unterschied.
Eine der Lösungen ist, sich erst mal Erfahrungen in anderen Lebensbereichen zu suchen, bevor man in die Politik geht. Einen “anständigen” Beruf lernen. Psychologin ist ja kein schlechter Job.
Wenn man gleich in die Politik geht, oder es von vornherein darauf angelegt hat, dann nimmt man eben oft einen Weg, wie er von Karl-Theodor zu Guttenberg beispielhaft vorgelebt wurde – zumindest besteht die Gefahr.
Bei Piraten kommt noch hinzu, dass ein gewisses Maß an Anarchismus notwendig ist, um glaubhaft zu sein. Der Karriereweg eines Funktionärs und das Bild eines Piraten sind m.E. die Endpunkte in der Skala gegensätzlicher Lebensperspektiven.
6 Kommentare »
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Die junge Dame hat meinen höchsten Respekt.
Von der Partei auf den Schild gehoben, bewundert und umworben, von den Medien gehypt, überlegt sie in ihrem eigenen Kopf – und entscheidet sich, erst einmal das zu tun, was ein junger Mensch immer tun sollte: Den eigenen Weg zu finden und ihn dann zu gehen, egal, was man um ihn herum sagt und von ihm erwartet.
Die junge Dame hat meinen höchsten Respekt – und wir sollten uns ihren Namen merken – im Falle, dass sie wiederkommt…
Kommentar by Grey Geezer — 25. Januar, 2012 @ 23:21 Uhr
Fluch der Karibik.
Kommentar by Matthias Ohler — 25. Januar, 2012 @ 23:32 Uhr
Das große Lalula
Kroklokwafzi? Semememi!
Seiokrontro – prafriplo:
Bifzi, bafzi; hulalemi:
quasti basti bo …
Lalu lalu lalu lalu la!
Hontraruru miromente
zasku zes rü rü?
Entepente, leiolente
klekwapufzi lü?
Lalu lalu lalu lalu 1a!
Simarar kos malzipempu
silzuzankunkrei (;)!
Marjomar dos: Quempu Lempu
Siri Suri Sei []!
Lalu lalu lalu lalu la!
Christian Morgenstern
Kommentar by es — 26. Januar, 2012 @ 17:51 Uhr
Nach(ge)lese(n)
Tagesschau: Der Rückzug der Vorzeige-Piratin
(http://www.tagesschau.de/inland/weisband102.html)
FAZ: Marina Weisband im Gespräch „Ich ziehe mich nicht zurück, ich nehme Anlauf“
* http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/marina-weisband-im-gespraech-ich-ziehe-mich-nicht-zurueck-ich-nehme-anlauf-11625989.html
FOCUS: Ober-Piratin Marina Weisband gibt auf
* http://www.focus.de/politik/deutschland/marina-weisband-schoene-ober-piratin-geht-von-bordaid706915.html
BILD (“erklärt”?) Schöne Piratin macht Pause (Impliziert das, dass es auch hässliche …)
* http://www.bild.de/politik/inland/piratenpartei/piraten-politikerin-marina-weisband-macht-ein-jahr-pause-22280578.bild.html
Sucht man weiter, dominiert “die Pause”. Ich hasse es, es zuzugeben: Die BILD scheint am nähesten drangekommen zu sein…
Kommentar by Grey Geezer — 27. Januar, 2012 @ 11:15 Uhr
Kein Scherz;
Die Leute hatten angefragt. Wollten gruppendynamische Prozesse und noch eine ganze Menge mehr Sozialpsychologie verstehen. Wichtiger Punkt der Schutz vor Vereinnahnung, die Ambivalenz zwiwschen Transparenz und “dicht machen”.
Nobles Problembewußtsein. In der Tat finden sich ja plötzlich Leute in einer Verantwortung wieder, für die sie i.d.R. nicht vorgebildet wurden. “Augen zu und durch, die Anleiter aus der Lobby warten schon.”
Ich hab ihnen ganz bescheiden empfohlen zu versuchen, einen gewissen Herrn Simon zu konsultieren. Der sei schwer zu kriegen, hege aber offenkundig gewisse Sympathien. Die Antwort war treuherzig naiv und klares Zeichen, dass das Kind schon längst in den Brunnen gefallen war.
In der Tat ist politische Naivität ein bißchen ein Problem. Dass eine Truppe mit den Voraussetzungen so weit kommt, zeigt m.E. dass das System so weit zum Abschuss frei ist, dass man auch eine Horde dressierter Affen auf die Bühne hypen könnte. Es würde hier keinem Mensch sonderlich bewegen, siehe Wulff & Partner.
Kommentar by Max Liebscht — 28. Januar, 2012 @ 10:16 Uhr
„Jack the Dripper“, Paul Jackson Pollock hätte am 28. Januar 100 jährigen Geburtstag gehabt.
Mit seiner Technik des „Action Painting“ schuf Pollock komplexe, ineinander verwobene Farbstrukturen, ohne Absicht, wie er immer betonte.
Woody Allen greift das wunderbar auf:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=lqqYJvzfakE#!
Kommentar by es — 30. Januar, 2012 @ 13:22 Uhr