Simons Systemische Kehrwoche

Bruno H.Bürgel

Fritz B. Simon

Meine ständige Begleiterin ist heute in einem Antiquariat gelandet, in dem sie ein Buch von Herrn Bruno Bürgel gekauft hat.

Ich selbst kenne diesen Autor und seine Bücher nicht, sie war/ist sehr angetan von ihm/seinen Büchern.

Mal ehrlich: Kein Mensch (außer ihr) kennt ihn und seine Werke – oder?

Aber als ich dann – leicht beeindruckbar, wie ich nun mal bin – auf dem Umschlag las: 231. Tausend (kartoniert 2 Mark 50, ganzleinen 3 Mark 80) wurde ich ganz still.

Heute würde man so etwas als Bestseller bezeichnen.

“Die kleinen Freuden. Ein besinnliches Buch vom Glück im Alltag”

Wahrscheinlich geht es den Bestsellern von heute nicht anders als diesem Buch (das 231. Tausend, gedruckt 1940), wenn sie in 71 Jahren in einem Antiquariat ausgegraben werden.

Als Autor finde ich das beruhigend und beunruhigend zugleich. Man darf, selbst als Bestsellerautor, nicht damit rechnen, dass irgendwas von dem, was man geschrieben hat, in Zukunft als interessant in Erinnerung bleibt…

Was Herrn Bürgel angeht, so lass ich mir auf jeden Fall erzählen, was er schreibt. Denn vielleicht haben ja Bestseller aus Kriegszeiten auch heute wieder ein Chance, vor allem, wenn sie vom Glück im Alltag handeln

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3 Kommentare

  1. Es besteht vielleicht immer noch auch die Chance, dass das, was heute geschrieben aber kaum wahrgenommen wird in ein paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte vom wachen Blick einer Goldgräberin/Archäologin wieder zum Leben erwacht. Was wohl nur dann möglich ist, wenn das Buch in irgendeiner materiellen Form überlebt hat…

    Kommentar by ARW — 4. November, 2011 @ 21:40 Uhr

  2. “Denn vielleicht haben ja Bestseller aus Kriegszeiten auch heute wieder ein Chance, vor allem, wenn sie vom Glück im Alltag handeln.”
    Klarheit trotz Wohlstand. Dass Sie mich damit noch verblüffen würden auf meine alte Tage…!

    Kommentar by Max Liebscht — 4. November, 2011 @ 22:39 Uhr

  3. Hatte vor dem Abitur im Kinderheim an der Nordsee Bruno H.Bürgel gelesen. Da war keine grosse Auswahl, Bilderbücher und eben und so etwas. Vergessene Bestände ehemaliger Kindergärtnerinnen.

    Zum Abitur wollte ich dann Bruno H. Bürgel als Deutsch-Spezialgebiet wählen. In der Klasse musste jede(r) ein anderes Thema wählen, und da ich etwas langsam war, waren alle “gängigen” Themen von Brecht über Gottfried Benn bis H.H. Jahnn http://www.hans-henny-jahnn.de/ und diverse Goethe-cum-Schiller-Aspekte schon vergeben.

    Also als Notnagel Bürgel. Wenig Aufwand, da schon gelesen und in der Stadtbücherei gab es sogar zum plagitieren Sekundärlitteratur, die noch nie ausgeliehen war. Das konnte man damals an Datumsstempel im Buch hinten erkennen.

    Der Deutschpauker hat mich vielleicht zusammengeschissen, als ich mit meinem Vorschlag kam. “Seicht” usw. Er war der einzige promovierte Steisstrommler an der Schule, dazu dort neu und wir waren seine erste Abiturklasse.

    Er gab mir einen Tag Bedenkzeit. Zufällig sehe ich als Buch des Monats bei der Deutschen Buchgemeinschaft, die damals noch prächtige Läden in 1A-Lagen betrieb, eine Romantrilogie von Wilhelmm Raabe http://www.wilhelm-raabe.net/. Gekauft ohne Mitglied zu sein und dabei wohl eher an Edgar Allan Poes Raben gedacht, als an diesen mir öde erscheinenden Stoff. Nicht gerade Karl May.

    Jedenfalls Dr. M. war begeistert. Hätte er mir ja nie zugetraut. Seit Obersekunda müsse er mich verkannt haben.

    Hatte mich schon gleich bei der ersten Gedichtinterpretation
    bei ihm unbeliebt gemacht, mit meiner Meinung, wenn der Dichter uns etwas sagen wolle, solle er Journalist werden und sich klar ausdrücken.

    Nur wenige Wochen zum Abi. Mathe, Latein, Englisch, Physik wichtiger als deutsch. Habe schliesslich ich das Werk lediglich in Reclams Romanführer nachgelesen und Abitur bestanden.

    Kommentar by duscholux — 5. November, 2011 @ 09:37 Uhr

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