Simons Systemische Kehrwoche

Burka

Fritz B. Simon

In Frankreich ist das Tragen der Burka in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen verboten worden. Mir scheint das nicht plausibel: Ist es nicht Privatsache, ob man sich verhüllt oder nicht? Ja, ich weiss, oft ist das Tragen solch eines Kostüms auch als ideologische Demonstration zu werten. Aber ist es das bei katholischen Nonnen mit ihrem Tschador nicht genauso?

7 Kommentare »

  1. Wie wäre es wohl, unter der Burka durch Berlin zu laufen?
    Keine Videoaufnahmen und Rasterfahndung.
    Keine Gesichtsscanner.
    Kein Vermummungsverbot.
    Ein Recht auf Anonymität.
    Einfach frei!

    Kommentar von es — 28. Januar, 2010 @ 10:09 Uhr

  2. Ein Verbot wird verboten,die Enthüllung öffentlich angeordnet…

    Kommentar von o.werner — 28. Januar, 2010 @ 10:12 Uhr

  3. Gibt es nicht ein generelles Vermummungsverbot?

    Die Frau eines Botschfters eines westeuropaeischen Landes in Pakistan Islamabad hat mir einmal erzählt, sie ginge bisweilen unter einer Burka durch Islamabad.

    Das sei phantastisch. Man sei dann wie unsichtbar. Kein Gaffen, ein Anrempeln, keinerlei der dort sonst üblichen Belästigungen.

    Kommentar von duscholux — 28. Januar, 2010 @ 13:18 Uhr

  4. In einer Gesellschaft des Spektakels kann das “Ich” seine Individualität vor allem durch Grenzverletzung und Regelbrüche definieren.

    Die Herbst/Winter Kollektion von Alexander McQueen (für Männer) macht klar, dass weder Tod noch Teufel gemieden werden, um die nächste IN/Out Kampange zu starten. Burkas sind zwar nicht zu sehen, aber bis auf die Augenschlitze ist alles versteckt.

    http://www.alexandermcqueen.com/int/en/corporate/archive2010awmensfilm.aspx

    Bin neugierig, wie lange die Franzosen ihr Verbot aufrecht erhalten können. Als Modehauptstadt.

    In diesen, von Ihnen beschriebenen, ausdifferenzierten Gesellschaftsformen entsteht ein Konflikt der Wertesysteme, in dem die ordnungspolitischen Systeme (Religion, Politik..)operational Überfordert sind.

    Wenn Wertebeliebigkeiten entstehen, werden die Konflikte zukünftig Fraktal ausgetragen.

    Der Unterschied zwischen Wirklichkeit und Fiktion ist, dass Fiktion Sinn braucht. Und, der Ruf nach Sinnhaftigkeit ist allenthalben zu vernehmen. Welche Fiktion allerdings zukünftig als Werteträger dient, ist nur schemenhaft zu erkennen.

    Wir leben in spannenden Zeiten.

    Kommentar von es — 28. Januar, 2010 @ 16:42 Uhr

  5. Immerhin vorstellbar: Fritz B. Simon,
    einer der 40 führenden Köpfe im Personalwesen,
    abgelichtet in diesem Jahr mit Burka.

    Kommentar von Max Liebscht — 28. Januar, 2010 @ 17:04 Uhr

  6. Die Frage ist für mich nicht, ob es verboten sein sollte eine Burka zu tragen, sondern was passiert, wenn eine Frau die Burka nicht tragen will. Sie ist geschützt in einem Land, in dem es einfach verboten ist, so herum zu laufen.
    Wenn es aber erlaubt ist, kann der Druck auf sie enorm sein. Wie soll sie sich dann wehren können?
    Das sollen mir die Leute mal erzählen, die so liberal sind, Burkas erlauben zu wollen.

    Kommentar von lilohi — 2. Februar, 2010 @ 18:34 Uhr

  7. @lilohi

    Das scheint mir ein erwägenswertes und plausibles Argument…

    Kommentar von Fritz B. Simon — 2. Februar, 2010 @ 19:37 Uhr

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