Simons Systemische Kehrwoche

Business Schools

Fritz B. Simon

Im Economist stand eine Kolumne (“Schumpeter” v. 24. 9. 2009), in der die traditionellen Business Schools kritisiert werden, sie hätten nichts oder nicht viel aus der Finanzkrise gelernt. Ihr Hauptproblem sei, dass sie den Unternehmen, die sie zu einem guten Teil finanzieren, nach dem Munde reden. Ihnen fehle die wissenschaftliche Unabhängigkeit…

Das gilt sicher nicht nur für die USA, sondern auch für Deutschland. Hinzu kommt, dass Wirtschaftswissenschaftler, vor allem Managementforscher, immer neue Regeln zu formulieren versuchen, um auf dem Markt der Beratungsindustrie zu reussieren. Aber Wirtschaftswissenschaften sind keine Naturwissenschaften. Dazu ein schönes Bonmot:

“Andrew Lo, of MIT’s Sloan School of Management, was fond of pointing out that in the physical sciences three laws can explain 99% of behaviour, whereas in finance 99 laws can explain at best 3% of behaviour.”

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3 Kommentare

  1. Zweck und Erfolg dieser Schulen liegt vermutlich eher in Ihrer Sozialisationsfunktion denn in ihrer Bildungsfunktion.

    Kommentar by Max Liebscht — 5. Oktober, 2009 @ 07:06 Uhr

  2. Um daran anzuschliessen: m. E. haben Business Schools (BS) diese kombinierte Funktion: 1. Rekrutierungs/Zugangsregelung zur globalen Wirtschaftselite bzw. von daher Communitybuildingfunktion (“global tribes” Priddat 2009); 2. Sozialisierungs- bzw. Habitusbildungsfunktion für die globale Wirtschaftselite. Hier existieren klarerweise Unterschiede zwischen dem nicht-anglosächsischen und dem anglosächsischen Raum (siehe dazu Hartmann 2004: 151).

    Leslie Sklair untersucht in seiner „Social Movements for Global Capitalism“ die Internationalisierung wirtschaftlicher Abläufe und Interessen. Er stellt die Frage, ob eine transnationale Klasse auch eine soziale und nicht nur eine soziologisch konstruierte Realität entwickelt. Er stellt eine globale Orientierung der wirtschaftlichen, politischen und professionellen Eliten und einen gemeinsamen Lebensstil fest, der im besonderen auf einer ähnlichen Schulsozialisation (meist Business Schools) und der Konsumation von Luxusgütern basiert (Sklair 2001: 20).

    Kommentar by Angelica Marte — 5. Oktober, 2009 @ 09:39 Uhr

  3. Wenn es stimmt, was Herr Liebscht und Frau Marte schreiben, dann sind Business Schools in Deutschland überflüssig, denn zu dem Zwecke haben wir an deutschen Hochschulen doch schon seit mehr als einem Jahrhundert die Verbindungen als Kampfbünde gegen die Protektion.

    Kommentar by duscholux — 6. Oktober, 2009 @ 14:17 Uhr

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