Carla Bruni
Fritz B. Simon
Zu den von mir geschätzten französischen Sängerinnen gehörte bisher Carla Bruni. Ich wußte nicht, dass sie Affären mit Eric Clapton und Mick Jagger hatte – es hat den Gesang auch nicht wirklich beeinträchtigt.
Jetzt aber höre und lese ich, dass sie ihre Ferien mit so einem Franzosen verbringt, der mit sehr suspekt ist. Plötzlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich ihre Musik noch mag. Habe ich sie wirklich jemals gut gefunden? Wie konnte das passieren?
Und warum beeinträchtigt die Affäre mit einem Staatspräsidenten – eigentlich ja: diesem Staatspräsidenten (denn Marilyn Monroe habe ich ja John F. Kennedy verziehen – die Qualität des Gesangs, eine Affäre mit Mick Jagger und/oder Eric Clapten hingegen nicht?
12 Kommentare
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Solange Sie nicht beabsichtigen, wie damals bei einigen “Nirvana”-Fans, beim Selbstmord von Leadsänger “Curt Corbane”, Solidaritätssuizid zu begehen, gehts ja noch!
An sonsten wenden Sie sich vertrauensvoll an einen Arzt, Apotheker, oder an Ihre geschätzen Blog-KollegInnen.
kollegiale Grüße
Thomas Kirchen
http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de
Kommentar by Thomas Kirchen — 10. Januar, 2008 @ 08:32 Uhr
Sie wurden von Carlas Musik bezaubert. Herrn Sarkozy hat ein anderer Zauber immerhin dazu gebracht, sich playboyartig mit offenem Freizeithemd und Goldkettchen ablichten zu lassen. Was hat Ihnen denn wirklich Ihren Spaß an der Musik vergällt, lieber Herr Simon? Das könnte doch einen Systemiker zu weitreichenden Theoriekonstruktionen beflügeln.
Kommentar by Horst Kasper — 10. Januar, 2008 @ 10:22 Uhr
Einen wunderschönen guten Morgen,
mir geht es so mit Amy Winehouse. Seitdem ich aus den Medien mitbekommen habe, wie sie sich außerhalb der Bühne aufführt, mag ich ihre Musik nicht mehr. Auf der anderen Seite müsste man sich von einigen CDs trennen, wenn sich der Hörgenuss abhängig vom Drogenkonsum des Künstler verschlechtert. Hat man dann überhaupt noch eine CD im Schrank? Tatsächlich habe ich dieses Phänomen nur bei Amy Winehouse. Auf Phil Lynott (Thin Lizzy) kann ich da sehr wohlwollend blicken, obwohl er einen Drogentod starb. Als ich mich für Thin Lizzy interessierte, habe ich nichts mehr von seinen Exzessen mitbekommen, weil er da schon tot war. Vielleicht wird Amy Winehouse in Zukunft auch eine Ikone sein, die in ihrer (kurzen) Zeit auf Erden geniale Musik machte. Diesem Tross kann ich mich aber derzeit leider nicht anschließen.
Viele Grüße
Rainer Isermann
Kommentar by Rainer Isermann — 10. Januar, 2008 @ 10:39 Uhr
Amy Winehouse, Thin Lizzy und Co. machen/machten wirklich gute Musik – diesen Genuss mir von perseverteufelungen von Sucht oder anderer privater Eskapaden vertrüben zu lassen, sehe ich nicht ein.
Vielleicht wäre Ihre Musik ohne diese Eskapdaden nicht so genial (bewusßtseinserweiternde Wirkung von Drogen in Kombination mit entsprechender Prädisposition, d.h. Talent!?!)
Mam denke nur an die LSD-Bilder von A. Wahrhol.
Als sehr auditiver Mensch und in privater Nichttherapeutenrolle und aktiver Musikgenießer, bin ich da radikaloportunistkonstruktivist.
Jim Morrisons Pissorgien bei Konzerten und die Art und Weiße seines Endes, finde ich auch nicht toll – er ist und bleibt aber einer der genialsten Musiker, den es je gegeben hat.
Die Reihe ließe sich hier fast unendlich weiterführen – wichtig ist mir was sie uns musikalich hinterlassen haben und das ist eben genial!
An sonsten, könnten diese genialen Virtuosen geren meine Beratung/Therapie oder die unserer Kollegen in Anspruch nehmen, was aber deren Sache bleibt, ob sie das tun.
kollegiale Grüße
Thomas Kirchen
http://www.arbeistwelt-lebenszeit.de
Kommentar by Thomas Kirchen — 10. Januar, 2008 @ 11:24 Uhr
Das ist sehr schön, das Sie sich nicht vergrämen lassen, Herr Kirchen. Leider klappt es halt mit Amy und mir nicht. Wie wunderbar doch Wirklichkeit zum Thema Musik konstruiert wird. Ich halte mich auch für audiophil, Herr Kirchen. Leider kann ich auch mit Jim Morrison nichts anfangen. Bin ich jetzt noch in ihren Augen ein Musikkenner, -liebhaber o. ä., oder nicht?
Und überhaupt: In wieweit sind Kundenbewertungen z. B. bei Amazon brauchbar? In welchem Licht erscheinen Bewertungen von mir aus zur Amy Winehouse Platte, wenn sich herausstellen würde, dass alle Rezensenten Wolfgang Petry Fans wären?
Viele Grüße
Rainer Isermann
Kommentar by Rainer Isermann — 10. Januar, 2008 @ 14:10 Uhr
…. = in keinem anderen Licht!
Kunst ist um der Kust Willen zweckfrei (konstruierbar)- gleichwohl auf ihren jeweiligen Kathegorien qualitativ zu bestimmen (intersubjektiv festlegbar).
Ich kann z.B. mit Udo Jürgens auch nichts anfangen – trozdem ist er ein guter Musiker und liefert seinem Publikum eine gute Show ab.
Nach der intersubjektiven Übereinstimmung in Gesellschaft und Musiklehre, ist nicht so viel rum zu konstruieren, da gibt es Grundlagen: Das die Leute von z.B. “Queen” und den “Prinzen” Musik studiert haben, hört z.B. jeder mit Musiksachverstand
Das das dabei ganz unterschiedliche Kathegorien sind, ist klar – die sind auch nicht zu vergleichen, bzw. zu bewerten – man mag sie oder nicht – da kann also jeder so seine eigene Hirnaudiowixerrei betreiben.
Um noch mal auf den Anfang zurückzukommen:
Meine Ausgangslage ist das Unterteilkultursystem “Musik”, welches mit Ton/Klang/Melodie/Tempie/Noten usw. codiert ist, wie der alte Luhmann sagen würde – freilich auch eine Konstruktion!
Der periphäre Starrummel tangiert mich daher sehr wenig.
Beziehungstechnich würde das mit mir und Amy wohl auch nich klappen, lege da auch keinen großen Wert drauf – musikalich aber auf jeden Fall, v.a. weil das für mich als Endverbraucher eher eine autistische, d.h. Einwegkommunikation ist.
und PS.: Wolfgang Petry hat gar keine so schlechte Stimme!
kollegiale Grüße
Thomas Kirchen
http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de
Kommentar by Thomas Kirchen — 10. Januar, 2008 @ 17:08 Uhr
Herr Kirchen,
prima das sie Lebensstil und musikalische Kreativität so hervorragend trennen können. Ich kann das bei Amy halt nicht. Wenn ich sie jetzt richtig verstanden habe, sind sie ausschließlich an der Musik interessiert. Damit haben sie ein Problem weniger und ich noch immer eins. Ich habe mal ein paar Hypothesen aufgestellt warum ich Amy nicht mag:
1. Mir erscheint die Künstlerin als ein Ganzes, d. h.: Ihre Musikalisches Schaffen kann ich nicht von ihrer Person trennen.
2. Es könnte sein, das ich Soulmusik nicht so gerne mag, weshalb es mir leicht fällt Amy Winehouse nicht zu mögen.
3. Mir gefallen weitere Aspekte, wie Haarfrisur, Ehegatten etc. nicht.
4. Ich hänge in gesellachaftlichen Konventionen fest (Neulich irgendwann ist Sting von einer Zeitschrift zum Schlechtesten Songwriter gewählt worden. Er würde immer altbackene Metaphern verwenden, hieß es. Das hat meine Motivation mal wieder ein Sting Platte aufzulegen nicht gerade erhöht. Obwohl mich für Sting sehr begeistere.)
5. Ich leide unter musikalischer Oligophrenie – Habe also zuwenig Musikalischen Sachverstand.
6. Amy verursacht in meinem limbischen System einen Syntax Error. Ich fühle dazu einfach nix.
7. Ich wurde durch ihre, von mir negativ bewerteten, Schlagzeilen schon so weit beeinflußt, das ihr künstlerisches Werk keine Chance auf eine positive Bewertung mehr hatte.
8. Sie erinnert mich an meine Kindergartenerin (reine Hypothese)
…
Im Übrigen.. ich weiß ja nicht, wenn ich Wolfgang Petri Fan wäre, würde das meine Kaufentscheidung für eine Amy Winehouse CD höchstwahrscheinlich stark erhöhen.
Kunst ist meiner Meinung nach nur dann Zweckfrei, wenn gerademal keiner davor steht. Sich gerademal niemand damit beschäftigt. Ansonsten weisen wir ihr irgendeinen Zweck, Sinn und Bedeutung zu. Auch das Hinzufügen von fehlendem Sinn ist eine Sinnzuschreibung.
Beste Grüße
Rainer Isermann
Kommentar by Rainer Isermann — 10. Januar, 2008 @ 21:18 Uhr
Vielen Dank für die nette Plauderei, Herr Kirchen. Ihnen und allen anderen “Besuchern” ein schönes Wochenende.
Beste Grüße
Rainer Isermann
Kommentar by Rainer Isermann — 11. Januar, 2008 @ 00:00 Uhr
Nein, Herr Kasper, das haben Sie falsch verstanden (zu wörtlich): Ich habe seither noch nicht wieder Carla Bruni gehört, so dass ich auch nicht wirklich weiss, ob ich die Musik noch mag. Bezaubert hatte sie mich nie… (so leicht bin ich nicht zu bezaubern, zumindest gehört das nicht zum üblichen Repertoire meiner Selbstbeschreibungen – was ja vielleicht ein Fehler ist).
Kommentar by Fritz B. Simon — 11. Januar, 2008 @ 04:20 Uhr
Herr Isermann
“Kunst ist meiner Meinung nach nur dann Zweckfrei, wenn gerademal keiner davor steht. Sich gerademal niemand damit beschäftigt. Ansonsten weisen wir ihr irgendeinen Zweck, Sinn und Bedeutung zu. Auch das Hinzufügen von fehlendem Sinn ist eine Sinnzuschreibung.”
Das können Sie “natürlich” immer tun, ob das jedoch “sinvoll” (für wen?!?) ist, ist etwas anderes – doch, wär könnte den Sinn, gerade bei “Kunst” hierbei in letzter Instanz festlegen? – Preisfrage!
Tip: Die Griechen hatten schon eine Idee hierzu!
Und rein psychologisch gesehen, hören sich Ihre Gefühlshypothesen für mich im Schwerpunkt nach extrinsicher Motivlage an. – Waren Sie mal Verhaltentherapeut?
Und psychoanlytisch ist die Analogie zu Ihrer Kindergaertnerin, natürlich auch sehr interessnt und für mich auch mit Blick auf Amys Qutfitt, v.a. Frisur und meine Schätzung Ihres Alters verständlich.
Auch ein schönes WE wünsche ich Ihnen
PS. und Thin Lizzy sind auch wirklch gut und hab ch auch immer gern gehört und drauf gefetzt!
kollegiale Grüße
Thomas Kirchen
http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de
Kommentar by Thomas Kirchen — 11. Januar, 2008 @ 09:05 Uhr
Sehr geehrter Herr Simon,
ganz ähnlich wie Ihnen erging es mir mit der Nachricht, dass Carla Bruni ein Verhältnis mit Sarkozy haben soll. Bisher habe ich mich seither nicht mehr getraut (!), mich ihrer Musik hinzugeben (!).
Mich erreichte sie bisher auch und gerade wegen ihrer lasziven und erotischen Ausstrahlung. Reine Projektion? So oder so, die Enttäuschung bleibt, der Zauber ist weg.
Viele Grüße
Lutz Plogstedt
Kommentar by lutz plogstedt — 11. Januar, 2008 @ 12:38 Uhr
Es scheint sich um ein echt frauentypisches d.h. mal wieder total männertypisches Problem zu handeln.
Womöglich aber eher noch um kindliche Erwartungen, was denn nun am schönsten frauen- bzw. männertypisch sein sollte.
Empfehle als in diesem Zusammenhang heilsame Lektüre Pitigrilli zu lesen oder die Statusreflexionen der Beste – Freundinnen – Gespräche Ihrer Frauen mituuschneiden.
Kommentar by Max Liebscht — 12. Januar, 2008 @ 11:05 Uhr