Simons Systemische Kehrwoche

China – Deutschland 1:1

Fritz B. Simon

Man beginnt von Barcelona zu träumen.

Meine chinesischen Gäste haben mir erzählt, ihre Nationalmannschaft genieße einen solch schlechten Ruf im eigenen Land, dass man ihr rate, in Somalia Piraten zu jagen.

Wer den deutschen Sturm und die Verteidigung gesehen hat, käme nie auf solch eine Idee. Wir bräuchten ein paar Piraten mehr.

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6 Kommentare

  1. Ich habe den Begriff der stabilen Dissonanz schon vorher benutzt. Das ist weder mittelmäßiges herumstehen noch chaotisches umherrennen.
    Es ist das zielgerichtete, bis an die Grenzen gehende Performance eines Teams.
    Die Nationalmannschaft hatte das das letzte mal während der EM 96 (mit Klinsmann als Kapitän) und während der WM hier bei uns ein bisschen. Der Vergleich mit Piraten ist nicht schlecht, vor allem wenn man an alte Filme wie Sandokan zurückdenkt. Ich befürchte aber, das das reale Piratenleben weniger Heroisch und viel Profaner ist.

    Ich habe schon versucht, Mannschaften zu finden, die sich bezüglich “stabiler Dissonanz” beraten lassen wollen, habe aber keine gefunden :-( Wenn es um ihr Geld geht, werden die meisten Menschen halt echt zurückhaltend.

    Vielleicht suche ich falsch? Morgen probiere ich es mal in der Fussgängerzone ;-)

    Kommentar by Holger Huckfeldt — 29. Mai, 2009 @ 16:15 Uhr

  2. Die Lösung der Misere: wir brauchen einen neuen Helmut Rahn! Am 4. Juli 2009 werden 55 Jahre vergangen sein, dass der freche Flügelflitzer von Rot-Weiss Essen die deutsche Nationalmannschaft mit einem 3:2 gegen Ungarn zum Weltmeistertitel schoss. Sein Erfolgsgeheimnis?

    • Rahn war ein Flügelstürmer, der diesem Namen alle Ehre machte (vermutlich ein Engel…)
    • Er schoss das entscheidende dritte Tor locker “mit links” (mit dem linken Fuß)
    • Immer wieder hat Helmut Rahn nach dem legendären Spiel erzählt, wie das mit dem dritten Tor war. Er sprach dabei nicht vom Ball sondern von der “Kirsche”, die er ins Tor von Torhüter Gyula Grosits donnerte. “Kirsche” – das ist der Schlüsselbegriff. Die Kirsche ist symbolisch gesehen eine Liebesfrucht! Rahn hat den Ball geliebt! Und zwar mit System – das 1. Tor gegen die Ungarn hat er vorbereitet, das zweite Tor selbst geschossen, das dritte und entscheidende auch. So betrachtet ist das 3:2 die Frucht einer großen Liebe und am 4. Juli 2009 müßte eigentlich in Deutschland zur Erinnerung an das “Wunder von Bern” Kirschsaft getrunken werden. Warum auch nicht mit einem kräftigen Schuss Kirschwasser – auf die richtige Mischung kommt es an!

    Der Fußballerfolg der deutschen Mannschaft im Jahr 1954 hatte auch einen guten Geist: den Geist von Karlsruhe. Im Trainingslager der Karlsruher Sportschule Schöneck schmiedete Trainer Sepp Herberger unmittelbar vor WM-Beginn aus einem Spielerhaufen ein Team – indem er beispielsweise den eher zurückhaltenden und abwägenden Spielführer Fritz Walter mit dem Feuerkopf Helmut Rahn ins gleiche Zimmer steckte.

    Karlsruhe ist auch heute noch die Stadt, in der die guten Geschichten gemacht werden (das mit dem Kaspar Hauser werden wir auch noch hinbekommen, ist aber eine ganz andere Geschichte). Bitte “Mehr vom Gleichen”, lieber Bundestrainer Joachim Löw! Scannen Sie die Republik nach einem neuen Helmut mit den oben beschriebenen Qualitäten und legen sie ihn beim nächsten Trainingslager auf Schöneck mit einem begnadeten Fritz zusammen in ein Zimmer, letzterer muss kein Engel sein. Der entscheidende Hinweis, wer dieser Fritz sein könnte, wo er lebt und wo er arbeitet, und vor allem wo er schreibt, kostet mich ein Lächeln…

    Lieber Fritz Simon, ganz herzlichen Dank für die stets zuverlässigen Steilvorlagen. Und Pfingstrosen auf eurem Weg, liebe Kehr-Wöchner und Kehr-Wöchnerinnnen!

    Kommentar by Manfred Bögle — 29. Mai, 2009 @ 17:44 Uhr

  3. Irgendeine Form von Regression eignet wohl jedem Menschen.

    Kommentar by Max Liebscht — 31. Mai, 2009 @ 21:33 Uhr

  4. “Das schlimmste Vorurteil, daas wir aus unserer Jugendzeit mitnehmen, ist die Idee vom Ernst des Lebens. Die Kinder haben den ganz richtigen Instinkt: sie wissen, dass das Leben nicht ernst ist, und behandeln es als Spiel [...]” Egon Friedell

    Kommentar by Manfred Bögle — 1. Juni, 2009 @ 18:28 Uhr

  5. “Eine der kindischsten Vorstellungen
    zu denen Ältere neigen,
    ist die,
    sie könnten noch mal jung sein.” (Irgendwo bei Carl Auer gelesen)

    Kommentar by Max Liebscht — 5. Juni, 2009 @ 15:50 Uhr

  6. (Wenn Sie zweimal das Gleiche lesen,
    lesen Sie jeweils was anderes.
    Bei mir zumindest ist das so ähnlich.)

    Kommentar by Max Liebscht — 5. Juni, 2009 @ 15:52 Uhr

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