Simons Systemische Kehrwoche

Der Papst…

Fritz B. Simon

Benedikt der sechzehnte hat eine Gruppe radikaler, fundamentalistischer, vor langer Zeit exkommunizierter Lefebvre-Katholiken wieder an sein Herz gedrückt, d.h. wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen. Einer dieser Sektierer, Bischoff Williamson, äußert sich offen antisemitisch, und obendrein ist er offensichtlich auch noch ein bisschen beschränkt. Er leugnet, dass es den Holocaust gegeben habe, Judenvernichtungen, Gasöfen in Auschwitz usw.

Nun mag das ja mit seinen Überzeugungen jeder halten wie er will, aber anders ist es, wenn solche Meinungen von einem Vertreter der katholischen Kirche geäußert werden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Joseph Ratzinger und seine Berater das alles nicht wussten, als sie ihren Wiedervereinigungsbeschluss verkündeten. Das Telegiornale (TG 1) des italienischen Fernsehen (RAI 1) – entspricht der Tagesschau der ARD – widmete immerhin 10 Minuten seiner 30 Minuten Sendezeit diesem Ereignis. Ein deutscher Papst sucht die Gesellschaft von Holocaust-Leugnern.

Was will der Papst der Welt eigentlich sagen? Dass die Kirche großherzig vergibt und auch Sünder wieder aufnimmt? War das nicht eine Rolle, die dem Lieben Gott zugedacht war? Und war da nicht auch noch irgendeine Form der Reue als Voraussetzung gefordert?

Aber wahrscheinlich habe ich damals ja nur im Religionsunterricht nicht genug aufgepasst. Ist eh lang her…

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3 Kommentare

  1. Das hängt davon ab, wie man die “Stellvertreter” – Rolle (eines der letzten Dogmen)des Papstes , unseres Papstes -”Wir sind Papst” -, sieht. Wahrscheinlich sieht sich Benedikt in einem sehr umfassenden Sinn als Stellvertreter und kann demzufolge auch weit in die Irre gegangene Söhne (“Schafe”) einfach so wieder aufnehmen. Wie das in einer Welt wirkt, in der Verantwortlichkeit und ethisches Verhalten zu einer Mangelware geworden ist, steht auf einem anderem Blatt.

    Kommentar by Ludwig — 28. Januar, 2009 @ 14:34 Uhr

  2. In einer Diskussion zum Thema im SWR2-Hörfunk heute Abend nimmt auch ein Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz teil. Ist bestimmt interessant wie er die Sache (um-)interpretiert:

    http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/swr2-forum/-/id=660214/nid=660214/did=4335436/50hgbg/index.html

    Kommentar by Administrator — 28. Januar, 2009 @ 14:52 Uhr

  3. Benedikt wusste genau, was er tat. Gerade darum tat er es. Er weiß, dass der Judenhass zum Gründungskonsens der katholischen Kirche gehört; daher will er dieser Strömung ab und an Rechnung tragen – wie andere Päpste vor ihm. Mehr.

    http://www.blogsgesang.de/2009/01/29/der-antisemitismus-der-paepste/

    Kommentar by blogsgesang — 29. Januar, 2009 @ 21:07 Uhr

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