Deutsche Bank: kundverachtend
Fritz B. Simon
Heute wollte ich einen das Automatenlimit überschreitenden Betrag von meinem Konto bei der Deutschen Bank abheben (an der Filiale am Kudamm in Berlin). Ich mußte sage und schreibe 45 Minuten in der Schlange stehen, ehe ich bedient wurde. Nur ein Kassierer war im Amt, und der erledigte seine Arbeit mit einer Sorgfalt und Gelassenheit, die mir bewundernswert erschien (so wie ich mich auch über andere Leute wundere, denen nichts peinlich zu sein scheint).
Derweil sassen etliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen herum, kamen mal an der Schlange vorbei und fragten: “Haben Sie irgendetwas, das nicht mit Bargeld zu tun hat?” – und stetzten sich wieder hin, um Däumchen zu drehen.
Vor mir stand ein Mensch der nur 30 Minuten gewartet hatte. Er machte dann aber irgendwelchen extrem komplizierten Einzahlungen, bei denen Geld aus Plastiktüten, die mit einem Barcode versehen waren, zerschnitten werden mussten. Es dauerte 15 Minuten…
Hinter mir die Schlange voller murrender Menschen.
Ich habe mich beim Zweigstellenleiter beschwert. Der berief sich auf irgendwelche Vorgaben der Zentrale.
In der Zeitung lese ich, dass die Bank plant, weitere Stellen zu streichen (wahrscheinlich Kassierer).
Ein einziges Organisationsdesaster, dieser Laden…
Als ich dann endlich dran war, dauerte es genau zwei Minuten, um meinen Vorgang (so heißt es, glaube ich, im Beamtendeutsch) zu bearbeiten.
Der Mensch vor mir hatte für jede MInute, die er die Mitarbeiter der Deutschen Bank belästigte, zwei Minuten warten müssen, das mag sich ja noch rechnen.
Auf jeden Fall sollte man Filialen der Deutschen Bank meiden. Denn es scheint ja ein System hinter allem zu stecken: Man soll als Kunde gezwungen werden, die Automaten zu benutzen.
Geht aber nicht immer. Alles in allem: eine Frechheit.
15 Kommentare
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Da möchte ich noch einmal auf meinen Kommentar hier vom 21. Dezember 2010 hinweisen. der sich auf den FSB Beitrag Merger vom 20.Dezember 2011 bezog
http://www.carl-auer.de/blog/simon/merger/
“Zur Aufmunterung danach vielleicht ins Café oder die Snackbar der Deutschen Bank Filiale der Zukunft in der Friedrichstrasse Q110.
http://www.quartier110.com/mieterportraets/deutsche-bank-q110.php
Kommentar von duscholux — 21. Dezember, 2010 @ 15:53 Uhr”
Am besten dort eine Führun mitmachen: da gehen einem nicht nur die Augen über.
Kommentar by duscholux — 5. September, 2011 @ 13:28 Uhr
Kundenorientierung
http://www.youtube.com/watch?v=lzZWXUfIyIs
Kommentar by es — 5. September, 2011 @ 13:57 Uhr
Kurzantwort: “F… the customer!”
Kommentar by Dorothea Jung — 5. September, 2011 @ 14:18 Uhr
Lieber FBS, nicht verzweifeln an Honnis später Rache! Orientieren Sie sich doch einfach an FB;
http://www2.pms.ifi.lmu.de/erlebt/?p=47
Kommentar by Max Liebscht — 5. September, 2011 @ 14:31 Uhr
Was FB verschwieg saht uns unser aller Spieglein Spieglein in der Hand: http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,526623,00.html
Kommentar by Max Liebscht — 5. September, 2011 @ 14:35 Uhr
Das nenne ich Einfluss:
heute morgen die Deutsche Bank berechtigter Weise aufgespiesst, heute nachmittag der Börsenkurs der Bank um neun Prozent gefallen, während der DAX nur um fünf Prozent fiel.
Wohin wollen wir den DAX morgen ziehen?
Kommentar by duscholux — 5. September, 2011 @ 16:53 Uhr
Mal auf der Post gewesen, weil die Briefmarken zu Hause kurzfristig ausgegangen sind? Die scheinen das gleiche Managementkonzept zu haben…
Kommentar by Petra Backes — 5. September, 2011 @ 18:41 Uhr
Hach herrje, die Wessis! In einem Stadium, da man Studiengänge wie Umweltmanagement verkaufen kann und auch sonst allen Ernstes meint, alles mögliche managen zu können, liegt natürlich der Kurzschlkuss nahe, auch diese Vorausläufer in die alles und nichts sagende Rubrik Managementprobleme einzuordnen. Dass es sich um nicht weniger als die Wiedereinführung der DDR im globalen Maßstab handelt, merken die Folks, Volker und Völker wahrscheinlich erst, wenn sie erleben, dass es trotz der Parolen als Hintergrundmusik irgendwie auch ohne all das geht. Dann reden wir natürlich wieder von Planwirtschaft, versprochen?!
Kommentar by Max Liebscht — 5. September, 2011 @ 20:35 Uhr
Na ja, ich musste 1988 als Eingeladener (Musik, Musik!) bei der Einreise in die VR Polen nur 2,5 Stunden warten, eine Mitwartende im weißen Audi 80 stand schon 7 Stunden, als ich kam, und immer noch, als ich dann ins Land fuhr. Während der ganzen Zeit machten die zwei Jungs im Kabäuschen Kuckmal in ein paar Ausweise und sonst fast nichts. Woher ich weiß, daß die Audifrau 7 Stunden stand? Ich hatte sie gefragt, und dabei eine weiße Linie überschritten – das kostete mich fast die Einreise. Das nämlich hatten die Jungs bemerkt. – Wahrscheinlich wollte die Deutsche Bank einfach nur das Chaos vermeiden, das immer entsteht, wenn in anderen Super-Märkten plötzlich eine weitere Kasse aufgemacht wird.
Kommentar by Matthias Ohler — 6. September, 2011 @ 07:59 Uhr
@3 interessante Interpretation.
Mir ging es mehr um eine “Ästhetik”.
Mindless- vs. Multiminded System.
Oder: Maschinenmodell vs. sozialem Modell.
Kommentar by es — 6. September, 2011 @ 09:17 Uhr
Ja so ist das mit der Konsumdemokratie und ihren Freheitsgraden! In dem Maße man die Wahl, die man noch hat, nicht einlöst, verliert man sie.
http://www.youtube.com/watch?v=zJHVWT-8bH4&feature=related
Ein etwas misanthropischer Zeitgenosse zu dem Thema:
“Selbst schuld, wer sich einem Geckenkonzern als Kunde anbietet.” Im CRM ist es von der Emanzipation bis ins Politische nicht weit.
Kommentar by Max Liebscht — 6. September, 2011 @ 09:18 Uhr
Corruptio optimi pessima
Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ergab:
eine „Große Koalition“ würde nur 29,1 Prozent aller Wahlberechtigten vertreten. Nicht mal ein Drittel der Wahlberechtigten trägt mit seinem Urnengang die neue Regierung. Die Opposition wäre bei einer solchen Konstellation mit gerade mal 16,3 Prozent aller möglichen Stimmen vertreten – ein Sechstel aller Wahlberechtigten hätten somit die “Kontrolle der Regierung” gewählt.
Hallo!
Kurzer Hinweis:
http://www.carl-auer.de/blog/simon/postdemokratische-gesellschaft/#comments
die vernachlässigte Exekutive
oder „die entfesselte Exekutive“ je nach Geschmack.
Kommentar by es — 6. September, 2011 @ 10:49 Uhr
Ich empfehle wegen der zerstörerischen Auswirkungen des Geschäftsgebahrens u.a. der dieser Bank: http://www.taz.de/!35228/
eine Krötenwanderung vorzunehmen: http://www.attac.de/aktuell/bankwechsel/
Grüße
Kommentar by Wolfgang Geiling — 6. September, 2011 @ 11:02 Uhr
Soweit die Zeit noch reicht, ist das eine gute Idee.
Ich freilich empfehle den rechtzeitigen Transfer in handfestere Währungen.
Zur Erinnerung die 3 goldenen Regeln des bürgerlichen Katechismus:
1. Bringe Vermögen auf die Seite.
2. Bringe es in eine wertbeständige Form.
3. Gewährleiste seinen Schutz.
Letzteres dürfte sich beim Wechsel affektiver Aggregatzustände für alle Nicht-Jacht-Besitzer und Nicht-Securitysöldner-Kommandanten etwas schwieriger gestalten.
Kommentar by Max Liebscht — 6. September, 2011 @ 21:33 Uhr
“„Uns Betrug nachzuweisen wird nicht einfach“, sagte Ackermann.”
Zitat aus
http://www.faz.net/artikel/C30638/deutsche-bank-ackermann-schliesst-stellenabbau-nicht-aus-30497342.html
Unbeholfenheit in der 1.Fremdsprache ? Einsicht ? Kein Dementi ?
Kommentar by chabis — 8. September, 2011 @ 17:27 Uhr