Die Mitte
Fritz B. Simon
In einem Artikel auf FAZ.online analysiert Hans Hütt unter dem Titel “Ein Kind unserer Welt” das Manifest des Schützen aus Oslo {http://www.faz.net/artikel/C30351/die-normalitaet-des-attentaeters-ein-kind-unserer-welt-30472866.html).
Erschreckend an der Analyse ist, dass es sich bei den Gedanken dieses Menschen keineswegs um irgendwelche rechtsextremen, nur von Außenseitern vertretene Wahnideen handelt, sondern um Meinungen, die heute in der sogenannten Mitte der Gesellschaft vertreten werden. Wenn das der Boden ist, auf dem solche Taten wachsen, d.h. ihre Begründung und scheinbare Logik finden, dann kann einem Angst und Bange werden.
Es sind ja meist die Leute, die mittelmäßig denken, die sich zu radikalen Taten verleiten lassen, sie unterstützen oder zumindest tolerieren.
Um Carl Auer zu zitieren: “Nur wer radikal denkt, kann gemäßigt handeln.”
13 Kommentare
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Bei der extremen Masse an Splatter, welche sich die Stinos ink. Kinder alltäglich normalerweise reinziehen, finde ich es eher verwunderlich, dass nicht mehr davon umgesetzt wird.
In Kriegzeiten spielen die Kinder Frieden und in Friedenszeiten spielen sie Krieg. Schneehasen und Luchse – Menschenaffen und Menschenaffen. Kulturelles Erwachsenwerden geht im Jahrtausendschritt? Kaum schaffen wir es endlich, ökologisch zu denken, werden wir durch kulturell robustere Youngsters abgeschafft. Um das Ganze nicht allzu persönlich nehmen zu müssen, kann man sich ja immerhin ins Cinema flüchten. http://www.youtube.com/watch?v=wv3a-F-RB78&NR=1
Kommentar by Max Liebscht — 26. Juli, 2011 @ 10:23 Uhr
Wenn wir uns auf die Kulturtheorie von E.T. Hall – “The silent language” – beziehen, geht es hier um kulturell formal, emotional stark verankertes, in er “Mitte der Gesellschaft” Erlerntes.
Und ich denke, es hilft wenig oder hindert sogar, mit der Bewertung anzufangen anstatt mit der Beschreibung.
Kommentar by o.werner — 26. Juli, 2011 @ 12:42 Uhr
http://www.suedkurier.de/news/brennpunkte/politik/Uni-Professor-bdquo-Junge-Maenner-sind-immer-bereit-auf-Jagd-zu-gehen-ldquo-;art410924,5020091
Quasi parallel zur obigen Meldung höre ich heute morgen im Deutschlandsender von einer brandneuen Studie, die belege, dass Ballerspiele die Teamfähigkeit fördern.
Diese Spilindustrie ist wirklich auf dem Quivif. Die SEKs der Welt sollten sich an dieser Spieleindustrie ein Beispiel nehmen.
Kommentar by duscholux — 26. Juli, 2011 @ 14:53 Uhr
Zyniker: Menschen, die den Glauben an das Böse im Menschen noch nicht verloren haben.
Kommentar by es — 26. Juli, 2011 @ 16:29 Uhr
Man denkt nicht weit genug um sich für die eigenen Gedanken zu schämen.
Kommentar by FelipeV — 26. Juli, 2011 @ 17:32 Uhr
Mit “Splatter”, “Killerspielen” und/oder satanischer Rockmusik hat das Geschehene m.E. sehr wenig zu tun… wohl eher mit Angst, Mangel an Orientierung, Identitätsverlust – ja schlicht einem Defizit, mit (Hyper)Komplexität und Unsicherheit “gut” und selbstbewusst leben zu können.
Die “Weltvereinfacher” stellen die Ordnung dann auch wieder her, in großer Not mit Gewalt: links, rechts, oben, unten, Mann, Frau sind dann wieder da, wo sie schon immer waren.
Und das Koordinatensystem unserer zweiwertigen Logik bricht uns mal wieder das Genick… wann ist sie uns abhanden gekommen, die Einheit der Differenz? Ups, jetzt wird´s schon wieder kompliziert.
Kommentar by Michael Gerstner — 26. Juli, 2011 @ 18:12 Uhr
Systemdialog meets Evolutionäre Psychologie.
Kommentar by Max Liebscht — 26. Juli, 2011 @ 20:51 Uhr
“Es gibt nach aller Wahrscheinlichkeit in unserem Land erheblich mehr hassbesessene und gewaltbereite Rechtsextremisten als sich im heiligen Krieg wähnende Islamisten.” [http://www.nachdenkseiten.de/?p=10229] … und medial kriegen wir überwiegend zu hören und zu lesen, dass wir uns im Alltag vor den islamistischen Terroristen ängstigen sollen. Ja, wo sind sie denn die vielen Schläfer?
Und ein Brandanschlag auf ein von Roma-Familien bewohntes Haus in Leverkusen in der Nacht zum Montag bleibt eine kleine lokale Notiz. [http://www.solinger-bote.de/nachrichten/2011/07/26/entsetzen-ueber-brandanschlag/]
Kommentar by Wolfgang Geiling — 26. Juli, 2011 @ 22:58 Uhr
Wenn die Staatsanwaltschaft nun wg “Menschenrechsverletzungen” anklagen würde,(damit 30 Jahre Haft zusammen kommen) wäre dies ja durchaus in gewisser Weise in seinem Sinn. Auf gleicher Ebene mit Pinochet, Karadcic, Diktatoren und Militärführern verhandelt zu werden, aber hallo! Für jemand, der unsterblich sein will und bisher niemand war…
Kommentar by Andreas von Bernstorff — 27. Juli, 2011 @ 00:43 Uhr
Noch mal zum selben Thema: die Justiz und die Regierung sollten alle rechtlich vertretbaren Wege suchen, um “den Mörder zum Schweigen zu bringen”.
Kommentar by Andreas von Bernstorff — 27. Juli, 2011 @ 00:58 Uhr
drüben bei g+ hast Du +1 für diesen Beitrag bekommen
Kommentar by Ingo Scholz — 27. Juli, 2011 @ 16:12 Uhr
zu 11. Ingo Scholz, bezieht sich das auf Beitrag 10. was bedeutet das und wo hätte ich es nachlesen kömnnen?
Kommentar by Andreas von Bernstorff — 28. Juli, 2011 @ 01:07 Uhr
hallo Andreas, das bezieht sich auf Fritzens Beitrag, den ich drüben bei g+ gepostet habe, mit Link nach hier. Kann man zur Zeit nur sehen, da noch beta, wenn man schon einen g+ account hat
Kommentar by Ingo Scholz — 29. Juli, 2011 @ 15:24 Uhr