Simons Systemische Kehrwoche

Doping

Fritz B. Simon

Das Pferd einer mehrfachen Olympiasiegerin im Dressurreiten war gedopt. In seinem Blut konnte ein Antipsychotikum nachgewiesen werden. Nun soll – ungerechterweise – die Reiterin gesperrt werden, obwohl ja ganz offensichtlich nicht sie das Medikament genommen hatte.

Bei Radfahrern ist es ja auch nicht so, dass der Trainer gesperrt wird, wenn bei einem der Tour de France-Fahrer, z. B. Lance Armstrong, erhöhte Werte von Epo festgestellt werden. Der Trainer äußert sich dann ja in der Regel tief enttäuscht, weil er nie gedacht hätte, dass sein Pferd so etwas tut. Das Vertrauensverhältnis ist zwangsläufig gestört, wenn jemand Antipsychotika nimmt, ohne dass das die nächsten Angehörigen das wissen…

Noch mehr gestört ist es meiner Erfahrung nach allerdings, wenn einem Antipsychotika ins Heu gegeben, ohne dass man zuvor gefragt wurde…

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7 Kommentare

  1. Ich dachte immer diese tänzelnd-zuckenden Bewegungen der Pferde beim Dressurreiten seien gewollt. Das müssen dann wohl EPS sein.

    Ansonsten fällt mir der “Futurologische Kongress” von Stanislav Lem dazu ein.

    Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 25. Juni, 2009 @ 09:02 Uhr

  2. High Potentials, auch Hipos genannt….

    Kommentar by es — 25. Juni, 2009 @ 09:29 Uhr

  3. Tiere sind auch nur Menschen (siehe Systemische Kehrwoche vom 21. Juni). Darum haben wahrscheinlich auch Pferde ihren paradiesischen Sündenfall. Denken wir nur an die Geschichte mit dem Pferdeapfel!

    Kommentar by Manfred Bögle — 25. Juni, 2009 @ 21:46 Uhr

  4. Das arme Pferd, – weil es fremdbestimmt ist und die arme Isabell Weerth, weil sie vermutlich/hoffentlich weiß, was sie tut. Ich hoffe halt inständig, dass sich in Pferdesportkreisen mittlerweile herumgesprochen hat, was dem Pferd dient Vielleicht dient ihm eine Beruhigungsspritze, wie dem Menschen ja auch mitunter. Das ändert ja nichts an der Größe seiner Leistung, höchstens an der Präzision. Ich liebe Pferde und habe in meiner Jugend zwei Sommer auf Pferden gesessen. Ich betrachte Pferde als die unglaublichste, ästhetischste Erfindung für / in der Umgebung des Menschen. (Abgesehen natürlich von Katzen, Hunden Schweinen und Kühen!!!) (Auch Hühner sind irgendwie genial.) Beim Anblick eines Pferdes muss ich ganz gerührt immer gleich an die Große Erzählung des Pferdes denken, was es den Menschen evolutionär ermöglichte und bedeutet hat, die unbeschreibliche Beziehung dieses Tieres zum Menschen, seine Domestizierung, Trainier-, Dressur- und Turnierfähigkeit, wofür es genutzt und verschlissen wurde, wofür es herhalten musste, seine prächtige Rolle in der Repräsentation und zugleich seine elende in den diversen Schlachten der Weltgeschichte und heute wieder oder immer noch als Schlachttier, (als ob man auch noch Pferdefleisch essen müsste, ob es nicht schon reichte Affen, Strausse und Krokodile auf dem Speiseplan zu haben) – seine Rolle in Kunst und Kultur unvergleichlich

    Kommentar by Sylvia Taraba — 26. Juni, 2009 @ 08:28 Uhr

  5. also Hühner sind natürlich nicht nur irgendwie genial, sondern, wie übrigens alle Tiere, (ob in näherer Nähe oder größerer Entfernung), einfach genial. Aber das ist ein anderes Thema.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 26. Juni, 2009 @ 09:08 Uhr

  6. Richtig, Herr Bögle, der Apfel fällt nicht weit vom Pferd. Aber was “die arme Isabell Werth” angeht, sind deren Erkenntnisse schon merkwürdig, hörte ich sie doch neulich im Fernsehinterview sagen, was im Stall geschehe, ginge nur die Reiterin und allenfalls das Stallpersonal etwas an. Nun ist sie wahrscheinlich eines Besseren belehrt. Und die sprichwörtliche Reiterehre ist ziemlich entzaubert. Auch Ludger Beerbaum, der Superspringreiter war durch ähnlich markige Sprüche aufgefallen, ehe er vom hohen Ross herunter steigen musste. Erst fiel die Radlerehre in den Straßenstaub, nun die der Reiter in den Stallmist. Und das ist heißer Mist, den die Frühbeetspezialisten unter den Gartenliebhabern zu schätzen wissen.

    Kommentar by Horst Kasper — 26. Juni, 2009 @ 11:18 Uhr

  7. Die Reiterehre, ist schon lange entzaubert, lieber Herr Kasper, und zwar nicht wegen Doping, sondern wegen dem teils schinderischen und teils pferdepsychologisch oftmals völlig falschen Umgang mit den Tieren. Diesbezüglich hatte ich gehofft, und hoffe weiterhin, dass sich mittlerweile einiges gebessert hat.

    Was soll durch Doping heute noch “entzaubert” werden? Vernünftiges Diskussionsergebnis im Auer-Weblog vor ein paar Monaten oder Jahren: Doping soll öffentlich zugänglich und erlaubt sein. Das wären dann auch offiziell die gleichen Voraussetzungen für alle, da angeblich sowieso alle dopen.

    Da würde dann vom Tierschutz her festzustellen sein, inwiefern Tiere, die sich dagegen nicht aussprechen können, zu “behandeln” sind oder eben nicht zu behandeln sind.

    Kommentar by Sylvia Taraba — 26. Juni, 2009 @ 12:45 Uhr

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