DSDS in Klagenfurt
Fritz B. Simon
Das Vorbild aller Superstar- und Supermodel- und Superkoch-Wettbewerbe ist zweifellos der Ingeborg-Bachmann-Lesewettstreit junger, aufstrebender Schriftsteller, der jedes Jahr in Klagenfurt veranstaltet wird.
Das Format wurde hier erfunden: Ein Kandidat präsentiert sich und sein Werk bzw.: Er gibt Kostproben davon. Das Ganze geschieht vor Publikum und wird im Fernsehen übertragen (live auf 3Sat). Eine Jury wird dann jeweils nach der Performance gehört, wobei in deren Urteil der Auftritt weniger wichtig zu sein scheint als das jeweils präsentierte Stück.
Dieter Bohlen heißt hier Burkhard Spinnen, und Heidi Klum, die dieses Jahr nicht mehr dabei ist, heißt Iris Radisch.
Auch hier kann das Publikum seinen Liebling aussuchen, allerdings vergibt auch die Jury einen Preis.
Was mir anders zu sein scheint, ist die Tatsache, dass der von den Juroren vergebene Preis in der öffentlichen Wahrnehmung höher bewertet wird als der Publikumspreis. Das erweckt den Eindruck, dass die Juroren beim Sängerwettstreit weniger eitel und von ihrer Wichtigkeit überzeugt sind als die Literaturkritiker.
2 Kommentare
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Das wird vielleicht nicht nur Frau Taraba verblüffen:
http://home2.vr-web.de/~gandalf/VWT/navi.htm
Kommentar by Max Liebscht — 28. Juni, 2008 @ 13:14 Uhr
Geradezu auserlesen, wie hier justament der Bär schnarrcht.
Die Gammas vermissen wohl die Leitsignale. Der Gruppenführer hat sich noch nicht auf die Motivationsstruktur seiner bewährtesten Kräfte eingepast. Ein Systemiker vor dem Herrn und hat kein “System” extrinsischer Anreizvariationen auf dem Schirm!
Diese Nacht ist mir aber wieder deutlich geworden: Geistige Getränke führen nicht zwangsläufig zur Konservierung der Zunge. Wie wär´s von daher mit ein paar hauseingemachten Aphorismen als Beitrag zum Peinlichkeitswettbewerb?
Bevor er anderen in die Grube fiel
ist schon so mancher große Meister
in der Pfanne verrückt geworden.
Am hellsten leuchten des Geistes Blitze leider immer noch in der Nacht der Vernunft.
Selbst der schlechteste Mann ist noch gut genug,
als dass Frauen sich über ihn zu beschweren können.
Eine glückliche Zukunft ist immer noch die beste Therapie.
Aber selbst für die beste Therapie muß man gelebt haben.
Und auf dass die Peinlichkeiten nicht abreißen, über die man sich hübsch lebhaft ereifern kann, speziell für “meine”, forsch bourgeoise, allerwerteste Peinlichkeitsforscherin Seniorina Taraba:
Was den einen noch nicht mal wurst sein kann,
haben andere längst ausgeschieden.
Gesegneten Sonntag auch für die gemeine systemische Gemeinde!
Max Liebscht
Kommentar by Max Liebscht — 29. Juni, 2008 @ 09:07 Uhr