e-books
Fritz B. Simon
Habe heute lange mit den Mitarbeitern des Auer-Verlags über e-books diskutiert (die Armen müssen einen Sonntag wie heute mit derartigen Diskussionen verbringen, statt sich Pappnasen aufzusetzen und an Karnevalsumzügen zu beteiligen. Heroisch ist das, gebe ich ja zu…).
Dabei hat sich für mich die Frage ergeben: Wer liest überhaupt e-books? Die Leser der Kehrwoche? Würden Sie/sie lieber Digitalisiertes als Gedrucktes lesen? Eigentlich müssten sie/Sie – die Leser der Kehrwoche – ja das ideale Publikum dafür sein. Wer sich für Blogs interessiert, gehört doch zur Zielgruppe, oder?
13 Kommentare
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Bis jetzt lese ich noch keine e-books und werde auch weiterhin das Buch einem solchen vorziehen. Dennoch interessiere ich mich für e-book-reader. Im Urlaub oder sonst auf Reisen mit einem solchen Gerät, das nicht viel wiegt “alle meine Bücher”, die ich in dieser Zeit lesen möchte, dabei zu haben, das wäre prima. Bis jetzt, ist alles noch nicht ok. zu wenig Angebot an Büchern im e-Format, in Deutschland zu teuer. Was wäre, wenn ich beim Kauf eines Buches hinten drin einen Code fände, mit dem ich mir das Buch auch auf einen Reader runterladen kann??
Kommentar by Dorothea Jung — 14. Februar, 2010 @ 21:45 Uhr
Was sind e-books? Das complette Carl Auer Programmm als Beitrag zur Inflation des Wissens auf einem Datenträger übersichtlich zusammengefaßt und mit Vorlesefunktion? Die Stimme von Senta Berger liest auf Wunsch Fritz B. Simons Übersetzung von Ivan Boszormenyi-Nagy ins Allgemeinverständliche? Visualisierungen, Anwendungsbeispiele und Lehrfilme zu den tragenden Konstrukten und Methoden? Prima! Die Erfolge von auditorium bzw. jokers weisen dahin, dass das Lesen von Papierbüchern zu etwas Exclusiven werden wird. Papier läuft aus, das ist klar.
Dennoch hab selbst dergleichen noch nicht in der Hand gehabt.
Die Schätze auf meinen Festplatten überseh ich selber schon jetzt nicht mehr.
Mehr und werden sich die interessanten Quellen im Netz selbst finden lassen.
Schon weil all die Superdenker ihre neuesten Einsichten ja trotz der Spiritualität Ihrer Eingebungen auch immer vermarkten müssen, wird es darum gehen, Bücher wie bspw. “Theorie U” in 24 Sätzen zusammenzufassen. Die Essenzen werden zunehmend mit ein paar Mouseclicks verfügbar.
Bei mir selbst nehme ich wahr, dass ich immer weniger bereit bin, ein Papierbuch zu kaufen. Das ist dann schon eher ein Ausdruck besonderer Wertschätzung für das, was der Autor beizutragen hat. Nicht weil ich Papierbücher nicht mag sondern weil ich u.a. finde, dass in den letzten Jahrzehnten inflationär mit dem Medium umgegangen wurde. Nicht nur im akademischen Bereich. Das Meiste, was in den hurtig geschriebenen Büchern steht, ist einfach dünne und in wenigen Worten zusammen zu fassen. Was ich mir erwarte, sind originelle und praktisch brauchbare Konzepte, die ich leicht und mit Vergnügen nachvollziehen kann, weil sie mit literarischer Qualität geschrieben sind. Dem gegenüber haben wir Bücher, die seit Jahrzehnten warten und warten, entdeckt und in ihren Grundgedanken umgesetzt zu werden.
Für die besondere Gattung Lehrbücher eignet sich das Medium des Papierbuches ohnehin nicht so besonders. Ich denke, dass hier die besondere Eignung für sog. e-books liegt. Und dass es für kleinere Verlage eine Herausforderung werden könnte, im Wettbewerb mit Verlagshäusern wie bspw. Elsevier konkurrenzfähige und aufwändige Produktionen auf die Beine zu bringen. Im Moment geht die Strategie dahin, sehr allgemein gehaltene Lehrwerke zu vertreiben, die einen Themenbereich rundum abdecken aber bei konkreten Fragen nicht viel Brauchbares bieten. Dafür gibt es dann zwei Möglichkeiten: Ich kann mir als Kunde a) die entsprechende Zusatzliteratur zu den Spezialthemen beim Verlag besorgen. Ebensfalls im Sinne der Kundenbindung wird b) mit den allgemein gehaltenen seitenstarken und abbildungsreichen “Superlehrbüchern” ein Zugangsschlüssel für eine Auflage vergeben für bestimmte Bereiche der Verlagsseiten. Dort findet der thematisch Interessierte das, was in den Büchern wohlweislich ausgelassen wurde. Für die Schüler bspw. interessieren natürlich brauchbare Fallbeispiele zur Klausur- und Prüfungsvorbereitung. Von dem her, was ich hier mitbekommen habe, geht das Kalkül voll auf (für den Verlag) und es werden ganze Klassensätze der Schwarten mit dem Zugangsschlüssel angeschafft. Was auf den Verlags- Seiten steht, kann natürlich mit viel weniger Aufwand aktualisiert werden als eine neu zu druckenden, zu bewerbende, evtl. teileweise verkaufte Papierauflage. Da die meisten Ausbildungseinrichtungen eh nur maximal 1 Lehrwerk im Klassensatz bestellen, wird im Ansehen des bis dahin ja unkundigen Schülers und seiner letztlich die Kosten tragenden Oma (…) der Eindruck vermittelt, dass er mit einem solchen gewaltig daher kommenden Buch (1456 Seiten bspw.) für schlappe 74 Euro bestens bedient wird. So gut die Strategie derzeit auch aufgeht, zieht das ganze schöne Unternehmen doch einige ernsthafte Probleme nach sich. Letztlich seh ich, dass das Netz selbst auch die ebooks obsolet machen wird. Zumindest für einige Bereiche wie bspw. Pflege (und Recht) ist es schon gesundheitspolitisch dringend angesagt, bestimmtes Wissen möglichst niedrigschwellig und allgemeiner zugänglich zu machen.
Kommentar by Max Liebscht — 15. Februar, 2010 @ 09:31 Uhr
Unfassbar!
Unverbrennbar!
Unstapelbar!
Unriechbar!
Unsichtbar!
Unbeschreiblich!
Unwiederholbar!
Unhandlich!
Unumgänglich?
Kommentar by es — 15. Februar, 2010 @ 09:39 Uhr
Blogs leben entscheidend vom Erlebnis der Interaktivität. Das Resonanzerlebnis verführt zur Illusion “Hurra, ich bin am Leben!”
Solange Sie also weiterhin einigermaßen fitte PraktikantInnen haben, die unter dem Statuslabel FBS schreiben können, wird dieses Stelldichein hier ausstrahlen und zu Helau und Goodby animieren. In ebooks so einen Schach spielenden türkischen Liliputaner einzubauen, dürfte derzeit noch etwas schwierig sein.
Kommentar by Max Liebscht — 15. Februar, 2010 @ 09:40 Uhr
Wenn es so etwas wie das ipad (bisher nur 16Gb Speicherkapazität)für Windows gibt, steige ich um.
Smartphon + Laptop + e-reader sind mir persönlich zuviel ständig mitzuschleppen (und zuviel an potentiellem Elektronikschrott).
Neue Bücherregale kaufe ich aber auch nicht mehr.
Ein Poll könnte aufschlussreicher sein:
http://de.99polls.com/
Kommentar by E.B. Far — 15. Februar, 2010 @ 10:58 Uhr
Elektronische Medien bieten natürlich ganz andere Formen der Vernetzung. Deshalb – ein unbedingtes Plädoyer für E-Books usw., wenn es denn um Fachtexte geht, um zeitgebundenes. Lehrbücher aus dem Jahr 1987 sind einfach nicht wirklich sexy. Attraktiv finde ich es aber schon, “Das Familientreffen” von Lars Gustafsson in der Erstausgabe von 1976 zu lesen. Da braucht’s keine Verlinkung auf das aktuelle amazon-Angebot oder die nächste Lesereise.
Ganz konkret: Bei den Büchern aus dem Carl-Auer-Verlag finde ich zusätzliche elektronische Versionen derzeit überflüssig.
Kommentar by Anno Stockem — 15. Februar, 2010 @ 14:01 Uhr
Ich mag die Haptik von “echten” Büchern schon gerne. Bei Belletristik möchte ich die Seiten fühlen und riechen können, Bücher mit ins Bett nehmen, ins Regal stellen usw., weshalb ich wohl auch kein potentieller Kunde von Amazons Kindle bin.
Gerade bei Fachliteratur bin ich aber zusehends für elektronische Alternativen dankbar. Damit verbrauche ich weniger Platz und Papier (sprich: weniger Stapel auf dem Schreibtisch), und vieles liegt mir in portabler Form zentralisiert vor, weil zwischen privatem MacBook, iPhone und Arbeits-PC online synchronisiert.
In elektronischen Dokumenten kann ich im Volltext nach Stichworten suchen, Metadaten hinzufügen (Zettelkasten anyone?), Annotationen digital festhalten, editieren, löschen, durchsuchen.
Das iPad wird (bei aller Kritik) diese Tendenz meines Umgangs mit Medien wohl verstärken.
Publikationen aus dem Auer-Verlag würde ich deshalb – bei einigermaßen angemessenem Preis – ziemlich sicher in elektronischer Form kaufen.
Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 15. Februar, 2010 @ 16:55 Uhr
Ich frage mich tatsächlich, was kann so wichtig sein, dass die Mitarbeiter Ihres Verlages an einem Sonntag (zugleich dem Valentinstag!) über e-Books diskutieren müssen.
Ich persönlich mag e-Books nicht, auch wenn sich das bei geeigneten Trägermedien (a la iPad/Kindle etc) ändern könnte. Gerade dem Argument bzgl. der Vorzüge im Studium von Herrn Liebscht muss ich widersprechen. Ich behalte mir gelesenes besser, wenn es auf Papier gedruckt ist. Darüber hinaus kann man Papier wundervoll mit Randnotizen und Markierungen bearbeiten, bei PDFs ist das (derzeit noch) schwierig.
Die Volltextsuche bei modernen e-Books ist allerdings tatsächlich ein großer Pluspunkt. Ich habe mich in einer Satzagentur eine zeitlang mit der Umsetzung der e-Book-Vorgaben des de Greuyter- und des Thieme-Verlags beschäftigt. Die komplette Semantisierung und automatische Verlinkung der Buchstuktur hat uns damals Probleme bereitet, stellt aber tatsächlich den größten Vorzug der Digitalisierung dar.
Kommentar by pascal — 15. Februar, 2010 @ 20:27 Uhr
als bekennender Internetausdrucker schließe ich mich mit >Einschränkungen Herrn Wölfelschneider an,denn ich kann längere texte nicht am Bildschirm lesen. Durch das Leuchten und Flimmern der Displays schmerzen die Augen ziemlich schnell. Der Kindle ist hier ziemlich toll, denn an ihm kann man tatsächlich stundenlang ermüdungsfrei lesen. Der hat dass aber seine Grenzen beim Format, für wissenschaftl. Texte auch durch die mangelnden Graustufen etc. Ob das am iPad geht, wird sich zeigen müssen.
Aber die Art und Weise digital mit einem Text umgehen zu können, wie oben von Herrn Wölfelschneider beschrieben ist toll und wird auch zu irgendetwas Neuem führen.
Mein klares Veto für machen (auch um den Anschluß nicht zu verlieren)
Kommentar by Ingo Scholz — 16. Februar, 2010 @ 00:34 Uhr
auch wenn es nur entfernt mit dem thema zu tun hat: wenn ich ich irgendwo eingeladen bin, schaue ich intuitiv, ob es in dem haushalt bücher gibt. Nicht weil Leute ohne Bücher grundsätzlich doof sind, sondern weil eine bücherwand einer wohnung, einem haus eine bestimmte stimmung gibt. Wie handeln wir das im zeichen des e-book (das ich schon praktisch finde). Vielleicht mit einer endlosschleifen-buchrücken-projektion per beamer auf die stelle wo sich noch vor wenigen monaten billy und ivar gute nacht sagten? Aber dann muss ich ja zwei geräte kaufen. Und was wird aus der lesezeichen-industrie?
Kommentar by judo-elke — 16. Februar, 2010 @ 14:36 Uhr
Die Bücherwand als Ornament. Nett.
Brockhaus als Wärmedämmung?
Kommentar by Max Liebscht — 17. Februar, 2010 @ 10:17 Uhr
Ich würde das ja nicht als ein Entweder-Oder sehen wollen. Ein eBook-Reader und ein volles Bücherregal schließen einander doch nicht aus.
Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 17. Februar, 2010 @ 10:49 Uhr
Eine der Obergrinsbacken im NLP liefert noch die Illustration nach zu einer zunehmend bedeutender werdenden Tendenz im Psychomarktregal. Wer mit dem Style zurechtkommt, kann seine Basics durchaus ordentlich aktualisieren:
http://www.nlpdeutschland.com/nlp-practitioner-kostenlos.html
Kommentar by Max Liebscht — 18. Februar, 2010 @ 16:16 Uhr