Embargo
Fritz B. Simon
Gegen den Iran ist ein weitreichendes Wirtschaftsembargo von den westlichen Staaten verhängt worden. Ziel: den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen.
Meine Voraussage: ein Schuss in den Ofen. Die Stärkung des Ahmadinedschab-Regimes und die Schwächung der inneriranischen Opposition wird die Folge sein.
Embargos haben in der jüngsten Geschichte selten zum Ziel geführt, sondern in der Regel das Regime, gegen das es gerichtet war, stabilisiert. Das war bei Saddam Hussein im Irak so, wo aufgrund von Einfuhrsperren unzählige Kinder mangelernährt waren und die Saddam Hussein aufgrund der solidarisierenden Wirkung von Außenfeinden weniger umstritten war als vor dem Embargo. Auch er hat sein Atomprogramm nicht aufgegeben (er hatte ja gar keins). Und er fühlte sich auf Augenhöhe mit den USA, die ihm soviel Geltung verschafften.
Auch im Iran dürfte Ehre eine wichtige Rolle spielen, so dass selbst diejenigen, die gegen das Atomprogramm sind, nunmehr allergisch auf diesen Versuch reagieren werden, ihr autonomes Land zur Unterwerfung unter den Willen Fremder zu “motivieren”.
Machtspiele dieser Art sollte man nur beginnen, wenn man zum Krieg bereit ist (oder ihn anstrebt) und Chancen sieht, ihn zu gewinnen (was meist Ergebnis naiver Selbstüberschätzung ist).
Im Falle des Iran ist es wirklich schlauer, die Mossad-Strategie der heimlichen und unheimlichen Sabotage des Atomprogramms zu verfolgen, statt mit dem Säbel zu rasseln…
9 Kommentare »
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Ich hab es befürchtet: Einführung in die systemische Kriegsführung. Die Tage des Buches als Leitmedium sind gezählt, man muss mit der Zeit gehen. Portfoliostrategie. Ich sag Herrn de Maizière Bescheid, falls er mal ein Gutachten braucht.
Kommentar by Max Liebscht — 24. Januar, 2012 @ 22:11 Uhr
100 Liegestütze, Rekrut Liebscht!
Kommentar by Fritz B. Simon — 24. Januar, 2012 @ 22:24 Uhr
http://www.youtube.com/watch?v=lk6kdPL9W8g&feature=player_embedded#!
Kommentar by es — 25. Januar, 2012 @ 08:29 Uhr
Wenn wir als Affen unserer kulturellen Überbauten unter Monitorgeflacker und Götzendämmerung wieder in feudalistische Verhältnisse hinein regredieren find ich es ja konsequent wenn Sie olle Machiavelli aus der Schublade holen. Es ist die passende Antwort auf die mit diesem Paradigma von Kultur und Führung einhergehenden Fragestellungen – führt nur eben nicht darüber hinaus. Ich monier nur, weil wir in diesen Tagen ja wie wild das Glaubwürdigkeitsproblem behandeln sollen – Sie als islamophiler Späthippie? Aber okay, der unselige Fischer hat es auch hingekriegt.
Kommentar by Max Liebscht — 25. Januar, 2012 @ 13:09 Uhr
Ich glaube nicht, dass es sich der Iran bieten lässt, wenn man sich in seine inneren Angelegenheiten einmischt. Es gibt dort neben der überwiegenden Anzahl von vernünftigen Menschen auch eine Anzahl von Hardlinern, die ihre Machtposition eben auf der kriegerischen Ebene manifestieren.
Sich auf die gleiche Schiene zu begeben, ist sicherlich nicht zielführend.
Besser wäre es meiner Meinung nach, einen Dialog auf Augenhöhe zu führen und nicht den Anschein zu erwecken, das Volk der Iraker sind Menschen zweiter Klasse.
Kommentar by Bernd Machauer — 25. Januar, 2012 @ 13:45 Uhr
Von wegen “zielführend”, was sollen Zivilisierte dort schon für Ziele haben? Iraner, Iraker und so weiter, sind die nicht alle irgendwie komisch? Wollen dauernd ungenehmigt Atomwaffen bauen. Und wenn man gucken kommt, is überhaupt nichts da. Für mich sind das nichts weiter als Strategien aus 1001 und einer Nacht um sich mit Minderwertigkeitskomplexen zu arrangieren. So wie die Inder mit ihrem Bollywood. Oder die Japser, die alles fotographieren und nachbauen müssen weil ihnen selber nichts einfällt. Man sollte das auf der touristischen Ebene lösen und wie bei marokanischen Fremdenführern rangehen; auf deren irreführende Beziehungsangebote einfach gar nicht eingehen.
Kommentar by Max Liebscht — 25. Januar, 2012 @ 18:01 Uhr
My hovercraft is full of eels…
)
(ich wollt´ halt auch mal wieder was sagen
Kommentar by Michael Gerstner — 25. Januar, 2012 @ 22:49 Uhr
Strammer Max, kann man nicht meckern …
Kommentar by Matthias Ohler — 25. Januar, 2012 @ 23:34 Uhr
Feine Gesellschafter!
Aber ich hab es mir schon gedacht.
Der Westen is auch nich mehr, wie er mal roch …
lauter “Kulturbolschewisten”.
Kommentar by Max Liebscht — 26. Januar, 2012 @ 09:09 Uhr