Simons Systemische Kehrwoche

Endlich: der Text

Fritz B. Simon

Hallo Kai, hier spricht Christian. Ich habe gehört, dass ihr da so eine gemeine Reportage über meine Hausfinanzierung bringen wollt. Ich bitte dich, das doch auf morgen zu verschieben. Denn ich bin im Moment nicht zu Hause. Sobald ich wieder in Berlin bin, kannst Du sicher sein, dass ich nicht einfach hinnehme, dass du so in meinem Privatleben rumpfuscht. Du wirst diese Sauerei bereuen. Dann ist nämlich Krieg. Ich werde eine Pressekonferenz machen und von all den Scheinereien erzählen, die wir gemeinsam ausgeheckt haben. Du dumme Sau denkst doch tatsächlich, du könntest mir an den Karren fahren. Das wollen wir doch mal sehen. Ich werde jedenfalls alle Hebel in Bewegung setzen, um solchen Arschlöchern wie dir zu zeigen, wo der Hammer hängt…

usw. (oder so ähnlich)

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7 Kommentare

  1. hmm, was sind denn “Scheinereien” -
    damit ist ja wohl gemeint “den Schein
    wahren…”?
    Ein intelligenter Professor, der verschreibt
    sich doch nicht.

    Kommentar by elle elle — 6. Januar, 2012 @ 19:45 Uhr

  2. Ich fürchte, wir müssen den Begriff der Christianisierung neu definieren. War es früher die Annahme des Christentums durch ganze Regionen, so ist es heute die Annahme des Vorteils im Amt. Was bleibt, ist der Glaube. Dergestalt, dass es am Ende gut ausgeht…

    Kommentar by Wienerwurst — 6. Januar, 2012 @ 19:56 Uhr

  3. Scheinereien… Ein Sprachfehler, kein Schreibfehler – offensichtlich.

    Kommentar by Fritz B. Simon — 6. Januar, 2012 @ 20:55 Uhr

  4. Es heißt ja auch scheinheilig und nicht schweinheilig.

    Kommentar by Fritz B. Simon — 6. Januar, 2012 @ 20:58 Uhr

  5. Unter Insidern ist es ja längst bekannt; Peinlichkeit ist einer der kürzesten Wege zur Erleuchtung.
    So gesehen haben entweder der liebe Gott oder eben die paar Clans, die in diesem Land die Puppen tanzen lassen wohl noch Großes vor mit der Sau, die aktuell mit derart viel Tschingdarassasa durchs Dorf getrieben wird.
    Die Vergabehäufigkeit des Names Christian dürfte angesichts dieser massiven Bemühungen um Aufmerksamkeitsfokussierung noch das Geringste sein, was leidet.

    Kommentar by Max Liebscht — 7. Januar, 2012 @ 00:32 Uhr

  6. Und noch ein Märchen….

    Einst lebte eine mächtige Zauberin in einem wunderbaren Reich mit vielen kleinen und großen Nachbarreichen. Die Länder hatten seit 60 Jahren Frieden. Unterschiedliche Sprachen, seltsame Sitten und Gebräuche wurden toleriert und die Insassen der Reiche hatten gelernt, sich trefflich über Wichtiges und vor allem Unwichtiges zu streiten.

    Die Zauberin führte Zauberbücher über MinisterInnen, ReichsdienerInnen und Insassen, damit kein unbedarfter in ein wichtiges oder Unwichtiges Amt gelange. Denn nichts ist dem Frieden und der guten Frauschaft abträglicher, als MinisterInnen ohne Fehl und Tadel.

    Auf Vaclavs und Nelsons in ihrer Nähe wollte die Zauberin gern verzichten, bestand doch immer die Gefahr, dass diese den fleißigen und treuen Insassen unbedacht die wahre Wahrheit erzählen. Als Schülerin des “heißen Berges” meinte sie, dass die Wahrheit aller wahren Wahrheiten immer die Relative war. Mit solch unnützen Gedanken wollte sie ihre fleißigen und glücklichen ReichsinsassInnen nicht verängstigen.

    Die schlaue Zauberin wusste, dass allein die Idee um die Zauberbücher die MinisterInnen vor unbedachten Taten bewahren würde. Daher überschüttete sie ihre MinisterInnen mit Vertrauen,Vertrauen und Vertrauen, was viele ReichsinsassInnen von der Liebe und Großmut ihrer Zauberin überzeugte.

    Nun hatte das Reich einen neuen König bekommen. Ein Ritter in schimmernder Rüstung. Ein im Kampf mit dem Drachen “horribilis burra” erprobter Recke, der es zu einem der provinzialen obersten Minister geschafft hatte. Kein wortfremder Fugger, wie der alte König. Einer mit einem dicken Zauberbuch, das vom glitzern und glänzen seiner Rüstung überstrahlt wurde. Ein Mann mit starken Freunden. Freunde, die ihre Knechte, wenn sie fleißig waren auch mal zu einem Aschenputtel schickten, um allen ein Gutes zu tun.
    Da konnte unser Rtter in schimmernder Rüstung nicht widerstehen. Jene, die sich mit Tand, oder Jedermanns Buhlschaft schmückten, wollte er übertreffen. Voll des guten Herzens entführte er ein Aschenputtel aus dem Chalet in das prächtige Schloss und machte sie zur Königin. Welch prächtige Aussicht.

    Das Volk freute sich über das prächtig anzuschauende, strahlende Königspaar. Die Zauberin freute sich über das prächtig anzusehende, strahlende Königspaar und das dicke Zauberbuch. Alle lebten glücklich und zufrieden.

    Die Bilder waren schön. Die Zauberin und ihre MinisterInnen hatten die Wortmaler und Schmierlappen seit dem Fall der zwei Türme stets bei der Wortmalerei und der Suche des Motives unterstützt. Die Wortmaler und Schmierläppler lechtzten nach ihrer Liebe und ihrem Vertrauen und Schmiere.

    Jeden Erscheinungstermin fragte die Zauberin: “Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist ……. im Land?
    Frau Zauberin, das seid Ihr, doch hinter den sieben Ecken, der Ritter in schimmernder Rüstung ist noch viel … als Ihr”.

    Da sprach die Zauberin ihrem König ihr vollstes Vertrauen aus.

    Kommentar by es — 7. Januar, 2012 @ 10:18 Uhr

  7. Wir haben das aktuelle Problem der demographischen Entwicklung vs Ressourcenverknappung. Und wir haben das ewige Problem mit der Gausschen Verteilung von monotheistischer Religiösität bzw. Kombinationsvermögen. Die einen setzen auf Bildung die anderen auf einlullen, melken und im Zweifelsfall ressourcenschonend den Hals umdrehen. Die Realpolitiker kennen ihre Schäfchen. Die Leute bestellen Verarschung und sie bekommen Verarschung geliefert. Die breite Masse wird nicht nachdenklich bevor es nicht ans Eingemachte geht. Märchen hin Märchen her – wozu Aufklärung, solang die Herde noch nicht resonanzfähig ist?

    Kommentar by Max Liebscht — 7. Januar, 2012 @ 22:57 Uhr

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