Simons Systemische Kehrwoche

Erkenntnistheorie und die Post

Fritz B. Simon

Meine Erfahrung mit den Nachsendeantrag (s. vorigen Eintrag) haben mich nachdenken lassen, wie die Post für Afrika zu mir in mein kanadisches Kaff kommen konnte. Und dieses Nachdenken hat selbstverständlich zu ganz grundlegenden erkenntnistheoretischen Einsichten geführt (die mir eigentlich schon vorher klar waren, aber Bestätigung ist ja immer nett).

Die Erklärung ist relativ einfach: Es handelt sich hier um ein typisches Beispiel dafür, was passiert, wenn Gleichzeitigkeitsassoziationen zur Sinngenerierung verwendet werden. Irgendein Postangestellter hat einen Haufen Zeitungen vor sich liegen, er macht zwischen Zeitung und Zeitung keinen Unterschied, sondern kategorisiert sie als zusammengehörig, d.h. er schnürt sie zu einem Paket zusammen. Meine Zeitung lag obenauf, so dass das gesamte Paket bei mir gelandet ist.

Mitgegangen, mitgefangen. Mitgepackt, mitgesandt. Wer mit anderen in ein Paket gepackt wird, muß damit rechnen, dort zu landen, wo derjenige hinwill, dessen Name und Adresse vorne drauf steht.

Dass dieses Paket nach dem Prinzip der freien Assoziation zusammengestellt war, ist anzunehmen. Der gemeinsame Nenner war wohl Kanada. Der Ausreisser des Bistumsblatts für Kinshasa, ist wohl dadurch zu erklären, dass die geographische Ausbildung des Postpersonals auch nicht mehr das ist, was sie früher mal war. Der gesuchte Ort fing auch mit K an, und auf die Schnelle ist eben Auslang mit K = Ausland mit K. Überall ist Panama, und es riecht wahrscheinliche nach Bananen…

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12 Kommentare

  1. … aus eigener Erfahrung und zur Pflege des Images der deutschen Postboten hier weitere Erklärungsmöglichkeiten:

    Die Automatisierung in der Postbearbeitung (mittlerweile werden große Teile des Brief und Paketverkehrs durchaus mit Hilfe von Maschinen, die computergestützt Anschriften erkennen können [sollen], verarbeitet): eine Anzahl von Zeitungen wird durch die Sortiermaschine geschickt und diese sortiert fälschlicherweise immer zwei hintereinanderliegende Exemplare aus.

    Es muss nicht immer an der Post liegen. Auch die wunderbar computergestützte Datenverarbeitung der Verlage verursacht mitunter erstaunliche Ergebnisse (ggf. ist das Mischpaket auch schon so vom Verlag verschickt worden?)

    Je erstaunlicher solche Gegebenheiten, desto wahrscheinlicher ist meiner Erfahrung nach die wunderbar fortschrittliche Technik die Ursache … obwohl man die technischen Ursachen letztendlich natürlich auch auf menschliches Versagen zurückführen kann ;-) .

    Kommentar by Nils Schulte am Hülse — 8. August, 2007 @ 14:19 Uhr

  2. Sehr geehrter Herr Schulte am Hülse,

    ja, es muss nicht immer an der Post liegen. Das stimmt wohl. Aber auf wen soll man denn sonst schimpfen, wenn die Kommunikation nicht klappt? Und die Technik ist sicher auch oft ein Problem, das sehe ich schon ein. Schliesslich sind diese Maschinen ja auch nur Menschen – bzw. von ihnen programmiert…

    Vielleicht haben Sie eine technische Idee, wie mehrere meiner Postsendungen (interessanterweise immer Rechnungen, die ich geschrieben habe), verschwunden sein können. Ich habe sie alle – zu verschiedenen Zeitpunkten – in denselben Briefkasten geworfen, beide sind nicht beim Empfänger angekommen.

    Entweder diese Maschinen haben eine hohe Sensibilität für meine Rechnungen entwickelt. Oder aber der Mensch, der die Briefkästen entleert, wirft alle Post mehr oder regelmäßig weg und viele andere Post aus diesem Kasten ist schon im Müll gelandet, ohne dass ich es bemerkt habe (bei Rechnungen fällt mir auf, dass sie nicht ankommen, weil sie nicht bezahlt werden)…

    Rätsel über Rätsel.

    Vielleicht haben Sie ja eine Idee?

    Beste Grüsse, FBS

    Kommentar by Fritz B. Simon — 8. August, 2007 @ 21:07 Uhr

  3. Sehr geehrter Herr Simon,

    Nach Fr. Bettina Gigensohn-Marchand, einer engagierten Konstruktivismus- und Systemtheoriekritikerin, handelt es sich bei Ihrer Erfahrung mit Ihrem Nachsendeauftrag nicht um eine Beispiel für eine erkenntnistheoretisch fundierte Handlung, sondern um eine die den “Kognistionstheorien” zu zuordnen ist.
    Die entsprechende Stelle in der Veröffentlichung; “Der Mythos Watzlawick und die Folgen”, gebe ich hier nachstehend wieder:

    “Die Erkenntnistheorie Poppers befasst sich damit, wie Menschen als Wissenschaftler mit ihren Ideen umgehen sollten, damit sie nicht beliebig oder dogmatisch gesetzt, sondern wenigstens vorläufig gültig sind. Psychologische Kognitionstheorien machen dagegen Aussagen – und überpüfen sie empirisch – , wie Menschen zu ihren Erkentnissen kommen, wie sie wahrnehmen, lernen, denken etc., auch wie sie neue wissenschaftliche Theorien aufstelen. Dies ist auf keinen Fall Aufgabe der Erkenntnistheorie, sondern höchstens ihr Ausgangspunkt. Watzlawick vertritt also eine Kognitionstheorie, die zu überprüfen ist.” S. 90

    Ist ein mal ganz interessant sich mit ihrer “Streitschrift gegen systemisches und konstruktivistisches Denken in pädagogischen Zusammenhängen”, auseinanderzusetzen.

    kollegiale Grüße

    Thomas Kirchen
    http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de

    Kommentar by Thomas Kirchen — 9. August, 2007 @ 14:16 Uhr

  4. Sehr geehrter Herr Kirchen,

    damit unterscheidet Frau G-M zwischen Erkenntnis und Kognition, was sie natürlich machen kann, aber warum sollte ich ihr dabei folgen?

    Was sie Erkenntnis nennt, würde ich am ehesten wohl “wissenschaftliche Erkenntnis” nennen, die aber nicht prinzipiell in ihren Mechanismen von denen der Kognition zu unterscheiden ist, nur, dass es eben klare Konventionen gibt, was als Erkenntnis zu bewerten ist und was nicht. Denen muss man (zu recht) folgen, wenn man an der wissenschaftlichen Kommunikation teilnehmen will, ansonsten interessieren sie kaum jemanden…

    Ich kenne das Buch von Frau G-M nicht, aber meiner Erfahrung nach wollen die meisten Konstruktivismuskritiker sich die Idee der “objektiven Wahrheit” erhalten, damit sie sich auf diese Wahrheit berufen können (hinter ihr verstecken können), um anderen sagen zu können, was sie gefälligst zu tun haben… Statt sich auf Wahrheit zu berufen, könnten sie sich auch in die Auseinandersetzung darüber begeben, welche Konstrukte am besten zu den beobachtbaren Phäomenen passen, welche am nützlichsten sind, die am höchsten wertzuschätzenden Konsequenzen haben, usw.

    Was ich am meisten am Konstruktivismus schätze, ist, dass der Beobachter die Verantwortung für sein Weltbild (Erkenntnis, Kognition etc.) behält. Das gilt auch für die Sortierer von Briefsendungen in der Post.

    Beste Grüsse, FBS

    Kommentar by Fritz B. Simon — 9. August, 2007 @ 15:00 Uhr

  5. Sehr geehrter Herr Simon,

    Ihrer Argumentation bzgl. der Unterscheidung von Erkenntnis- und Kognitionstheorien kann ich gut folgen.

    Zur Motivation der Konstruktivismuskritiker, habe ich oft den Eindruck, dass das Einlassen auf solche Perspektiven mit dem Bedürfnis an Sicherheit und Orientierung dieser Kritiker in Wiederspruch steht und das sie deshalb an ihrer “objektiven Wahrheit” festhalten müssen und sich dann ggf. auch “dahinter verstecken” können.

    Auch den Aspekt der “Verantwortung” sehe ich als positives Element konstruktivistischen Denkens. Leider wird das dann von Positivisten oft als “Beliebigkeit” und teilweise sogar als “inhuman” bezeichnet.

    Letztlich denke ich, dass sich unterschiedliche Denkansätze und für unsere Arbeit oftmals noch viel relevanter, die daraus resultierend entsprechenden Indikationen und Handlungen, nicht wiedersprechen, sondern auch gut dialiektisch bzw. eklektisch, ganz im Sinne des systemisch “Passendem”, ergänzen können.

    kollegiale Grüße

    Thomas Kirchen
    http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de

    Kommentar by Thomas Kirchen — 10. August, 2007 @ 09:23 Uhr

  6. Ja, das höre ich auch oft. “Ist es denn vollkommen beliebig, wie man seine Wirklichkeit konstruiert?” Nein, ist es natürlich nicht. Erstens passen nicht alle Konstrukte zu den beobachteten Phänomenen (Wer meint er könne fliegen und deswegen vom Hochhaus abhebt, merkt es spätestens unten, dass da was nicht gepasst hat), und zweitens haben unterschiedliche Konstrukte eben unterschiedliche Konsequenzen (und aus der Verantwortung für die kommt man als Konstruktivist nicht raus). Aber, und das kann ernsthaft wohl keiner bestreiten, es gibt unterschiedliche Konstrukte – etwa von Kausalität -, die mit den erhebbaren Daten vereinbar sind, wenn auch nicht alle mit den Daten vereinbar sind…

    Beste Grüsse, FBS

    Kommentar by Fritz B. Simon — 10. August, 2007 @ 11:30 Uhr

  7. Sehr geehrter Herr Simon,

    gerade die Auseinandersetzung mit philosophischen Grundfragen wird in der Konstruktivismuskritik häufig versucht auzuweichen indem ein zu hohes Abstraktionsniveau unterstellt wird und dies für die Praxis irrelevant sei (übrigenz auch Fr.G-M.)
    Es ist allerdings aus meiner Sicht auch anzumerkan, dass es in den teilweise einschlägigen Veröffentlichungen an der Darstellung der Verbindung zwischen k+s-Denken und konkreten Praxisimplikationen, fehlt.

    Ich habe es gerade eben wieder in einer Beratung erlebt. – Es bereitet Menschen oft große Schwierigkeiten, verschiedene Optionen wahrzunehmen, mögliche Alternativen trocken durchzuspielen und sich dann für eine Strategie (oder mehrerr) zu Entscheiden und hierfür auch die Konsequenzen (verantwortung) tragen zu wollen.
    Die rießige Angst vor dem “Falschem” und der Wusch doch das ja “Richtige” zu tun, plokiert meines Erartens oft jede möfliche Entwicklung.
    Nun ist das bei meiner Beratungskunschaft für mein dafürhalten quasi systemimmant. Darum fragen sie ja auch meiner Dienstleistung an. Wenn es Kollen, sowohl im wissenschaftlichen als auch im beratenden und therapeutschen Rahmen so ergeht, halte ich das für wenig zielführend.

    kollegiale Grüße

    Thomas Kirchen
    http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de

    Kommentar by Thomas Kirchen — 10. August, 2007 @ 12:42 Uhr

  8. Lieber Herr Kirchen, lieber Herr Simon

    Jetzt mal abgesehen von den zufallsgenerierten (Ver)Irrungen der Post und ihren Postlern. Ich denke auch, dass die fehlenden konkreten Praxisimplikationen im Modell des Konstruktivismus mit der fehlenden Auseinandersetzung mit den philosophischen Grundfragen zusammenhängen, – jedoch offensichtlich nicht nur bei den Kritikern des Konstruktivismus, sondern vermutlich auch im Konstruktivismus selbst, der auch, wenn er sich radikal nennt, es nicht so genau nimmt mit den Grundlagen und daher auch nicht mit den Konsequenzen seines Denkens. Ich kann meine Thesen hierzu grob, unvollständig, unerklärt skizzieren. Vielleicht eröffne ich einmal bei mehr Zeit eine Seite, um dieses Problem zur Diskussion zu stellen.

    Ein großer Teil der damit zusammenhängenden Fragen wird von Niklas Luhmann aus seiner systemtheoretischen Sicht aufgearbeitet. Er knüpft dabei in vieler Hinsicht bei Hegel an, ohne das an die große Glocke zu hängen.

    Hegel hatte mit seiner Logik den entscheidenden Gedankenanstoß gegeben, indem er die Zirkularität als die Lösung des Problems der Zirkularität nahm, das Paradoxe und dessen Widersprüchlichkeit als Motor, Anfang und Resultat der Geschichte erdachte, die zweiwertige klassische Logik, durch die Inversion ihrer Axiome, für den anzunehmenden Höchstfall, außer Kraft setzte, ihren Urteilssatz verwarf, um den Übergang und den Wandel in der Sprache der Dialektik mittels der Kopula „ist“ zum Ausdruck zu bringen und damit jegliche Ontologik und Ontologie als Ernstfall unwahrscheinlich erscheinen zu lassen.

    Gotthard Günther hat Hegels dreiwertige Logik für die Kybernetische Bewusstseinstheorie fruchtbar zu machen versucht, sofern Hegels Logik nicht schon lange vorher, über Sekundär- und Sickerwege, in die Hirne der Väter der Kybernetik eingedrungen ist.

    Der Konstruktivismus (Glaserfeld/ von Foerster etc.) kommt jedoch aus den Naturwissenschaften und darin liegt meines Erachtens der Schlüssel des Problems. Das Problem besteht darin, dass die Naturwissenschaften und die Geisteswissenschaften streng getrennt gehalten werden, weil sie miteinander scheinbar nicht kompatibel sind und deshalb sozusagen für „gesonderte Bereiche“ zuständig sind, wobei einer sehr wichtig ist und der andere weniger wichtig.
    Ganzheitliche Konzepte scheitern an diesem Problem, obwohl sowohl Geisteswissenschaften, als auch Naturwissenschaften eine gemeinsame Anschlusstelle haben, nämlich die Logik. Einerseits die klassische Logik, andrerseits die ihr inverse tranklassische Logik.

    Der Glaube an Hilfe von außen wirkt sich natürlich auf das einzelne Individuum aus, besonders auf „Klienten.“ Sie geben ja die Verantwortung für ihr Fühlen, Denken und Handeln ab, wenn Sie sich an einen Therapeuten wenden und von ihm nach ihrer Wahrheit suchen lassen, statt sie in sich selbst zu suchen.

    Ich will Ihnen nicht die harmoniesüchtige Klientel vergraulen, sondern Ihnen beipflichten, dass es die Aufgabe des Therapeuten ist, diese Zusammenhänge durchschaubar zu machen und dem Klienten Selbstverantwortung abzuverlangen für seinen unharmonischen Zustand und vor allem, entweder bewusst zur Disharmonie zu stehen oder diesen Zustand bewusst zu verändern.

    Ich pflichte Ihnen vorbehaltlos bei, dass der unverantwortliche Zustand „systemimmanent“ ist. Klienten davon zu überzeugen, dass sie Verantwortung übernehmen, für das, was ist, ist umso schwieriger, je weniger Verantwortlichkeit als gesellschaftlich erstrebenswerte Tugend in ihr verankert ist.

    Das Bewusstsein der Verantwortung gesellschaftlich zu etablieren, kann nur die Philosophie leisten. Das dürfte das schwierigste Unternehmen seit der Aufklärung sein und bis zu seinem Begreifen und Durchdringen eine größere Zeitspanne benötigen, als jene.

    Verantwortlichkeit kann nicht durch Kritik, Ethik oder schöne, hehre und erbauliche Worte, sondern nur durch ein anschlussfähiges logisches Konzept bewirkt werden.

    Ein Konzept der Verantwortlichkeit für das eigene Denken, Fühlen und Handeln und seine Folgen als logisch richtig und das heißt logisch konsistent zu empfinden und daraus einen konkreten Gewinn zu ziehen – nämlich nicht Opfer zu sein, sondern immer schon Täter zu sein – , lässt einen Konflikt nicht mehr als vom anderen initiiert erscheinen, sondern man selbst hat ihn, mit dem Anderen zusammen, etabliert. Das macht einen Unterschied.

    Es ist nicht unbedingt angenehm, dass man sich ständig Rechenschaft über sein Denken, Fühlen und Handeln und deren Folgen ablegen muss. Sich selbst solche Zugeständnisse zu machen ist das Schwierigste überhaupt. Das weiß jeder, der solche Denk- Experimente bei sich selbst anstellt und versucht, mit den Konsequenzen im Denken, Fühlen und Handeln, die sich daraus ergeben bruchlos zu recht zu kommen.

    Bruchlos heißt, ohne ständig in den naiven Realismus der „Schuld“ zurückzufallen, sondern bewusst zu beobachten, welche Klimmzüge man selbst macht, um den Konflikt zu etablieren, ihn durchzuziehen, den persönlichen „sekundären“ Gewinn abzuschöpfen und aber andere dafür verantwortlich zu machen, dass der etablierte Konflikt besteht, anstatt sich gemeinsam darüber Rechenschaft abzulegen, warum man den Konflikt WILL und ihn so als konstruktiv und produktiv zu erfahren!

    Und das gilt natürlich immer BEIDSEITS und erlaubt einen neuen Blick auf die Welt und auf sich selbst und den Anderen.

    Das Konzept der Logik, die dahinter steht, ist das Konzept der transklassischen Logik. Es ist die der klassischen Logik inverse Differenz-Logik der Identität der Differenz von Identität und Nichtidentität; der daraus abgeleitete notwendige Widerspruch und das hier notwendig eingeschlossene Dritte. Mit herzlichen Grüßen einstweilen Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 15. August, 2007 @ 16:55 Uhr

  9. Liebe Frau Taraba,

    warum stellen Sie Ihren Text nur als Diskussionsbemerkung ins Netz? So wird auf ihn wahrscheinlich kaum jemand aufmerksam.

    Wenn Sie ihn als einen eigenen Beitrag markieren, stossen Sie die Art Diskussionen an, die ich mir für die Auer-Website wünsche …

    Und sie müssen dabei nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass die Auseinandersetzung weiter geht oder in konstruktive Bahnen gelegt wird.

    Liebe Grüsse, FBS

    Kommentar by Fritz B. Simon — 15. August, 2007 @ 20:56 Uhr

  10. Sehr geehrte Frau Taraba,

    ich möchte mich der Argumentation von Hr.Simon anschließen und denke auch dass ihre ausführliche und fundierte Stellungnahme einen eigenen Beitrag wert ist.

    Viellecht als Anregung hierzu und Abschluss der Kommentare zum Beitrag von Hr. Simon:

    Zu Ihren Ausführungen ergänzend,fände ich es auch ein mal interessant eine chronologische Aufstellung der philosophisch verwandten Konzepte zum Konstruktivismus und für das therapeutische Handeln für mich noch wichtiger, seiner Implikationen zu diskutieren.

    So etwa den Nihelismus, Skeptizismus und was da sonst noch an zeitgeistlichen Strömungen kreucht(e) und fleucht(e.

    kollegiale Grüße

    Thomas Kirchen

    http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de

    Kommentar by Thomas Kirchen — 16. August, 2007 @ 17:33 Uhr

  11. Lieber Herr Simon, lieber Herr Kirchen,

    Danke für Ihr Interesse. Ja, wenn ich schon mal keine Verantwortung übernehmen muss, dann folge ich Ihrer Anregung und transportiere zunächstmal meinen Kommentar in einen eigenen Beitrag mit Titel, wenn das einen Unterschied macht.

    Ich überlege mir gern, auf welche Weise ich mein sehr bescheidenes Wissen, und dazu geignetes Material, anregungstauglich und zeitunaufwendig einbringen könnte, da ich an Diskussionen interessiert bin, scheint mir persönlich sehr lohnend. Hab leider keine Zeit, mich zu verzetteln und versiteln. Vielleicht zerteile ich einen Publikations-Beitrag über Hegel in handliche Portionen. Mal sehen. Mit herzlichen Grüßen Sylvia Taraba

    Kommentar by Sylvia Taraba — 17. August, 2007 @ 18:25 Uhr

  12. “Erkenntnistheoretische Kastengesellschaft”
    Gut möglich, ich täusche mich, aber meinem bisherigem Eindruck nach wird in systemisch – konstruktivistischen Debatten der Entwicklungsgesichtsaspekt oft wenig berücksichtigt. Ähnlich den Zyklen körperlicher, familiärer Entwicklungen durchläuft die persönliche Evolution des Bewußtseins offenbar verschiedene, nicht abzukürzende Stadien. Und ein Reflektionsniveau, wie es sich Konstruktivisten leisten bzw. leisten können, dürfte sicherlich nicht der Erleuchtung letzter Schluß sein – ebensowenig, wie sie unbedingt erstrebenswert sein dürfte für Leute, die sich so eingerichtet haben und prima ohne Reflektion der Selbstverantwortlichkeitsaspekte auskommen.

    Auch die Erziehungsdebatten legen ein ideologisch aufgehübschtes Menschenbild zugrunde, das den Lernvoraussetzungen in den einzelnen Entwicklungsphasen nicht gerecht wird. Dazu werde ich auch auf alle Fälle was konstruieren. Die sozialen Errungenschaften muß jeder einzelne für sich im Kleinen nachvollziehen. Wenn wir die paar Modelle, die es dazu gibt betrachten, ist uns dies hübsch klar. Und dann vergessen wir das wieder. “Die Leute sind halt nicht so weit” ist genauso tückisch wie: “Die raffens nie! von wegen der konstruktivistischen Selbstverantwortung bspw.
    Lernen und wie man es erfolgreich verhindert, dürfte in die Richtung gehen. Und das Denkbare ist unter der Kondition bspw. von Stress irrelevant bis störend, das Bedürfnis nach Komplexitätsreduktion setzt sich durch. Liebe Grüße – Ihr Alligator.

    Die praktische Anwendbrkeit der systemisch – konstruktivistischen Konstrukte scheint mir aber gerade ihre Stärke. Konzepte wie von Kim Berg, Furmann lassen sich leicht vermitteln und kommen super an. Immerhin haben die Schüler heute aber auch gemault, das sei wohl eher was für die UNI. Da hab ich wohl die Brüder und Schwestern nicht adäquat wahrgenommen in ihren Bedürfnissen. Tja, wie gehen wir mit den Menschen um, denen es eindeutig eindeutig auch reicht? Schon von den Emphasen der Aufklärung waren seinerzeit erst mal die wenigsten erbaut. Vom erkenntnistheoretischen Ungenügen, das sich bei genauerer Betrachtung systemtheoretischer Annahmen zeigt, ganz zu schweigen. (Vgl. bspw. Kritik Rombachs an Luhmann)
    ich finde, wer Eindeutigkeit bestellt hatt, soll Eindeutigkeit bekommen – einschließlich aller möglichen Konsequenzen.

    Mit dem Werk zu Watzlawik hat sich die Frau G. -M. vorzüglich Aufmerksamkeit bei den Leuten organisiert, die Watzlawicks z.T. eher charmant denn präzise formulierte Perspektiven verabsolutieren bzw. die konstruktivistischen Thesen prinzipiell nicht geschnackelt haben. Unsere Profs haben mit diesem Buch seinerzeit auch genervt. Unterhaltungswert scheint es vorzüglich dann zu haben, pardon wenn man noch in den 70 – er Jahren lebt.

    Na ja und was Herrn Simon angeht, ist die Sache wohl klar. Bzgl. seines Karmas, sollte er sich wohl mal zu einer Lichtarbeiterin bequemen.

    Haben Sie nicht irgendwo selbst das Gefühl, das Sie so etwas anziehen? Na sehen Sie!

    Kommentar by M.M.M. Liebscht — 18. September, 2007 @ 15:41 Uhr

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