Fachbücher
Fritz B. Simon
Ich war bei Hugendubel. Ein riesiger Laden, in dem sich bis vor kurzer Zeit auch ganz ansehnliche psychologische und wirtschaftswissenschaftliche Fachbuchabteilungen befanden. Jetzt findet man noch ein Regal mit psychologischer Ratgeber- und Lebenshilfeliteratur (immerhin: sie hatten “Meine Psychose, mein Fahrrad und ich” im Regal) und im Bereich Wirtschaftswissenschaften gibt es noch die übliche Bestsellerhaufen, die viel beworben werden und schnell den Weg zur ultimativen Karriere versprechen.
Die Verkäuferin, die beim Ordnen der (wenigen) restlichen Bücher war, erklärte mir, sie hätten diese Abteilungen abgeschafft, weil sich Fachbücher nur noch im Internet verkaufen… “Wir würden ja gern mehr anbieten, aber wenn sie keiner kauft…”
11 Kommentare
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… und ich war heute bei Bittner. http://www.bittner-buch.de/cms/
einem der letzten Horte von Kultur in Köln. Die Buchhandlung ist heute 30 geworden und Klaus Bittner ist auch älter geworden aber nur weil er’s sagt, aussehen tut er genauso jung wie die Handlung. Jedenfalls wenn mann in Köln ist und kurz ein bisschen Trost möchte, ab in die Albertusstr. 6 zum Hugendeibeldibbuck
Kommentar by Stephan Walderdorff — 22. Februar, 2010 @ 22:26 Uhr
“Haben Sie schon Ihren Hugendubel” stand in Stuttgart in jeder Strassenbahn.
http://www.hugendubel-schirme.de/
Kommentar by duscholux — 23. Februar, 2010 @ 02:54 Uhr
Wenn wir jetzt mal so tun,
als ob wir nicht hoffnungslos lösungsorientiert unterwegs wären, können wir uns spaßeshalber ja mal fragen,
welche wesentlichen Ursachen diese Entwicklung ausgelöst haben könnten. Was sagt die Profi in den Disziplinen Fachbücher lesen, schreiben, verlegen und Netzfischen?
Kommentar by Max Liebscht — 23. Februar, 2010 @ 09:03 Uhr
Schließt ja an die Diskussion um eBooks an. Belletristik will ich gerne in der Hand halten und auf einer Couch im Hugendubel anlesen, ggf. einen Espresso dazu trinken. Fachliteratur kaufe ich überwiegend sehr gezielt, da weiß ich im Vorfeld sehr genau, was ich möchte. Psychologische Fachliteratur und Werke aus dem Auer-Verlag bekommt man in Heidelberg bei einigen Händlern in ganz ordentlicher Auswahl. Wenn die ein Buch nicht vorrätig haben, geht’s via Onlineversand aber doch am schnellsten und zuverlässigsten.
Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 23. Februar, 2010 @ 10:45 Uhr
Der “Verlust der Mitte” führt zunehmend zu Positionierungs-problemen im sog. Fachhandel, Herr Liebscht.
Statt die Situation pro aktiv anzugehen (z.B. eigene Kompetenz in Netz-Analyse), leiden viele Buchhändler und lesen…
Wenn sie nicht gestorben sind, dann … gedeihen die Wälder.
Kommentar by es — 23. Februar, 2010 @ 11:36 Uhr
Noch ein Beitrag, der nichts, aber auch gar nichts mit Fachbüchern zu tun hat. Auch nicht mit diesem Blog. Außer, dass Carl V., der sich in Wirklichkeit mit K schreibt auch ein Carl ist. Vor allem ist er aber ein Auer. Er ist in der Au geboren, einem Stadtteil Münchens. Also, das scheint mir angemessen (so 3 cm) seinen “Buchbinder Wanninger” zu verlinken. Ohne, dass ich die Rechte dazu habe.
http://www.youtube.com/watch?v=IhfpTF_dA98
Kommentar by es — 23. Februar, 2010 @ 20:39 Uhr
Eine Mitte gibt es immer.
Gleichwohl das von manchen Positionen aus schwerfallen mag einzusehen.
Die aktuelle Mitte ist just nur eben etwas tiefer gelegt.
Bzgl. der Bildungsferne, die uns Hugendubel anzuzeigen scheint, sollten wir hier einfach folgendes Phänomen berücksichtigen:
Die Tendenz der Intelligenz geht immer dahin,
sich selbst überflüssig zu machen.
Sodala: In dem Frame können wir das Ganze wieder als gesellschaftlichen Fortschritt verbuchen!
Wie sieht es denn bei Beck und Dussmann aus?
Karl der Schmale war schon immer eine gute Aktie!
möchte man leichtfertig sagen.
Leider stimmt es nicht.
Als Genie war der dürre Kerl seinen Zeitgenossen phasenweise unbegreiflich, dem leiblich kaum auskömmlichen Einkommen nach.
Kommentar by Max Liebscht — 24. Februar, 2010 @ 16:25 Uhr
Fortschritt!
Der Begriff wird auch von FBS verwendet.
Was verstehen Sie (sie) unter Fortschritt?
Kommentar by es — 24. Februar, 2010 @ 17:02 Uhr
“(sie)”?
Multimind genau das:
Um aus Fehlern lernen zu können,
muss man welche machen!
Statistisch bedeuet das,
jeweils eine Periodenlänge von ca 10 Schritt vor
und 9 Schritt zurück.
Wer das rechtzeitig übersieht,
hat immerhin die Chance,
sein Lifeinvestment günstig zu platzieren.
Für all die anderen Opfer ist die Kirche da und all das.
Ein Unternehmen ist eine Wette auf die Erschließbarkeit von Synergieeffekten und Leben ist nichts anderes als ein Unternehmen und ein immer wieder Wetten und Wählen. Bin ich eine Antwort auf die Welt als Frage oder ändern wir besser die Welt? Pacing oder Leading? in / out? System/Struktur? e.t.c.
Wenn wir den homo oeconomicus nicht im einzelnen Clanvertreter suchen sondern im hoffentlich einigermaßen anschlussfähigen mehrgenerationalen Clansystem gefunden haben, so läuft Fortschritt vielleicht auf so eine Art Tit for Tat zwischen Kooperations- versus Kompetitionsfähigkeit hinaus; Biologische, psychische, dynastische, kulturgemeinschaftliche, menschheitliche Resilienz also. Und damit wieder siehe oben:
Um aus Fehlern lernen zu können,
muss man welche machen!
Der Croupier am Spieltisch schweigt, die Sphinx schweigt.
Die Spielergemeinschaften und ihren ausgezählten Repräsentanten (sog. “Entscheider”) ist es benommen, sich fortgesetzt blind hinzugeben an den Workflow des Lebens. Vielmehr werden sie der Fitness halber von Mal zu Mal geprüft, wie kooperations- UND kompetitionsfähig sie noch sind. Sie müssen im Zweifelsfall selbst entscheiden, welche Wette sie setzen und werden gleich oder später gefressen oder dürfen noch warten bis sie sterben.
Kommentar by Max Liebscht — 25. Februar, 2010 @ 10:03 Uhr
Die Basis jeder Form von Autorität ist der Vorrang der Tatsachen vor dem Denken.
Whithead
Kommentar by es — 25. Februar, 2010 @ 13:15 Uhr
Nee, nee so einfach ist es ja nun gerade nicht.
Das mochte Herr Whitehead bestenfalls seinen SchülerInnen erzählen können. Die Tatsachen sind nicht entweder oder einem Beobachter oder einem hermetischen Hintergrund zuzurechnen sondern unvermeidlich Koprodukt.
Von Korzybski + Vaihinger =
Zeitbindung durch Werte und auch durch Statussymbole (= quasi die Umrechnungsfaktoren für die Einschätzung des Kurswertes, den ein Verhaltensbeitrag für ein so oder anders zu definierendes soziales System beanspruchen kann) ist die Voraussetzung dafür, dass die Autorität sog. Tatsachen sehr schnell schnurtzegal und sehr massiv überlagert sein können.
In den meisten Fällen ist dieser konservative Funktionalismus sozialer Systeme offenbar sogar gut so. Indes sind infolge seiner unbewußten Verankerung bei den Systeminsassen sicher auch nicht wenige Genies samt der von ihnen geschauten sog. “Tatsachen” dem Lynchmob zum Märtyreropfer gefallen.
Kommentar by Max Liebscht — 25. Februar, 2010 @ 16:11 Uhr