Familienarbeit
Fritz B. Simon
Dass die Familien ein ökonomiefreie Zone ist (wie gestern hier behauptet), stimmt natürlich nur, wenn man – wie ich das getan habe – die Geldkommunikation als primäre Steuerungsweise von Ökonomie betrachtet. Dass arme, schöne, junge Frauen, alte, hässliche, reiche Männer heiraten, mag durchaus durch das viele Geld motiviert sein. Aber wenn sie dann einmal verheiratet sind, werden sie ihre Dienstleistungen auch nicht einzeln in Rechnung stellen und direkte Bezahlung verlangen können.
Dazu habe ich gerade im Internet folgende Berechnung des Wertes der Arbeit von Müttern gefunden:
“Haushälterin, Nachhilfelehrerin, Köchin, Computerfachfrau, Gärtnerin, Wäscherei-Bedienstete, Hausmeisterin, Chauffeurin, Psychologin, Unternehmenschefin – diese beruflichen Tätigkeiten umfasse laut einer Studie der amerikanischen Internetseite Salary.com die Arbeit einer Hausfrau mit Kindern. Salary.com hatte 2006 anhand der Durchschnittslöhne für diese Berufsfelder und den durchschnittlichen Arbeitszeiten von Müttern festgestellt, dass eine “Vollzeitmutter” mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren, würde sie für ihre Arbeit entlohnt werden, ein Jahresgehalt von 134.121 Dollar beziehen müsste. Eine Mutter, die zudem noch einem regulären Job nachgeht, müsste zusätzlich zu ihrem tatsächlichen Gehalt noch 85.876 Dollar erhalten. Ein solcher Lohn entspricht in etwa dem Gehalt von Werbemanagern, Marketingchefs oder Richtern und fällt vor allem wegen hoher ebenfalls miteinbezogener Nacht- und Wochenendzuschläge so hoch aus.”
Insofern ist es wohl ganz praktisch, alles so zu lassen, wie es ist…
25 Kommentare
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Wer will so teure Mütter?
Kommentar by o.werner — 21. Juli, 2009 @ 14:41 Uhr
Ein Chauvi wie Sie Herr Werner:) kriegt das wahrscheinlich alles umsonst oder wie sollen wir das verstehen?
Kommentar by Wolfgang Libera — 21. Juli, 2009 @ 14:43 Uhr
“Insofern ist es wohl ganz praktisch, alles so zu lassen, wie es ist…” – aber eigentlich auch schade, sonst hätten wir noch ein Synonym für Familienministerin: Zinsursula
Kommentar by E. B. Far — 21. Juli, 2009 @ 15:58 Uhr
Die Geld-Hirn-Schranke der kommunalen Keimzelle.
Kommentar by es — 21. Juli, 2009 @ 16:43 Uhr
“Eine Mutter, die zudem noch einem regulären Job nachgeht, müsste zusätzlich zu ihrem tatsächlichen Gehalt noch 85.876 Dollar erhalten”. Und eine Großmutter? Unbezahlbar!
Kommentar by Manfred Bögle — 21. Juli, 2009 @ 21:38 Uhr
Die primäre Steuerungsweise von Ökonomie ist das nicht die Reproduktion? Wer das in Frage stellt oder pseudoironisch hinterfragt, lebt eigentlich nicht ganz auf dem Boden der Realität. Künstliche Reproduktionstechniken haben sich doch noch nicht flächendeckend durchgesetzt oder hab ich was verschlafen?. Die „Dienstleistungen“ von Frauen und Männern halten sich vermutlich seit eh und je die Waage, darum muss sich niemand wirklich Sorgen machen. Wenn man versucht den Wert der Arbeit von Müttern zu eruieren, was ja heute durchaus berechtigt ist, wo (westliche) Frauen sich zunehmend weigern Kinder zu kriegen, muss man nicht dermaßen lächerlich hoch greifen, wie die von FBS recherchierte Internetberechnung es tut, es reicht, wenn Arbeit und Einsatz gewertschätzt wird und sich wirtschaftlich und sozial nicht gegen die Frauen wendet, die es noch wagen ein paar Kinder zu kriegen. Ich finde übrigens die Argumentation hier ziemlich primitiv. Irgendwie scheint es nur darum zu gehen sich mit halb gewitzten Zweizeilern irgendwie zu profilieren. Hauptsache man findet etwas zu sagen – aber hat man?
Kommentar by Sylvia Taraba — 21. Juli, 2009 @ 21:41 Uhr
Alle haben etwas zu sagen. Die Frage ist: wie schauen wir es an? Was primitiv erscheint, kann ja einfach nur ehrlich sein.
Kommentar by Manfred Bögle — 22. Juli, 2009 @ 10:08 Uhr
“ehrlich2? ich dachte mir vorgestern auch noch “primitiv” sei nicht der ganz richtige Ausdruck, eher “sophisticated” ?
Kommentar by Sylvia Taraba — 23. Juli, 2009 @ 07:29 Uhr
Humor hat noch keinem geschadet..auch wenn er nicht immer superintelektuell ist.
Kommentar by Wolfgang Libera — 23. Juli, 2009 @ 11:21 Uhr
Also, wie denn nun, Frau Taraba, eine klare Unterscheidung wäre mir hilfreich.
Kommentar by E. B. Far — 23. Juli, 2009 @ 17:16 Uhr
Keine Sorge Frau Far, hatte nur einen kleinen Kulturschock. Eher „sophisticated“ würde ich sagen. „Primitiv“ wäre zu hart geurteilt und „ehrlich“ zu milde…..
Kommentar by Sylvia Taraba — 23. Juli, 2009 @ 21:38 Uhr
“Schwierigkeiten im Segnen”
Kommentar by Sylvia Taraba — 23. Juli, 2009 @ 21:55 Uhr
„Primitiv“ wäre zu hart geurteilt und „ehrlich“ zu milde…:
Liebe Frau Taraba, wollen wir tanzen?
Kommentar by Manfred Bögle — 23. Juli, 2009 @ 22:20 Uhr
Danke, Frau Taraba.
Was hat es nun aber mit “Schwierigkeiten im Segnen” auf sich? Sehr kryptisch… ?
Kommentar by E. B. Far — 24. Juli, 2009 @ 16:56 Uhr
Ist es nicht lustig, dass gerade bei diesem Thema der öffentliche Humor ausbrechen soll? Und einige humorvoll-beleidigt reagieren, wenn man ein wenig ihre diesbezügliche Unüberlegtheit oder Unbedarftheit hinterfragt? Schwierigkeiten im Segnen, Frau Far – das ist ein Phänomen, das mir zunehmend auf dieser Seite auffällt. Ich schließe mich davon nicht aus. Es bedeutet das Zurückhalten von positivem Feedback, bzw. des Ausdiskutierens eines Themas aus taktischen Gründen. „Sophisticated“ ist man auf der sicheren Seite. Ich tanze gern mit Ihnen Herr Bögle, will Sie aber vorher ehrlich warnen, bei einem nicht ganz ehrlichen Angriff Ihrerseits oder andererseits: ich habe gerade sechs Wochen hart trainiert und den schwarzen Gürtel in Aikido gemacht, bin also auf Übergriffe aller Art vorbereitet – nur für den Fall, dass es Ihnen nicht ums Tanzen geht…..
Kommentar by Sylvia Taraba — 25. Juli, 2009 @ 06:44 Uhr
Erheiterten Sinnes hatte ich mir neulich vorgestellt, wie Sie, Frau Taraba, in Kampfkluft Herrn Bögles Aufforderung zum Tanz annehmen würden. Mein Respekt vor dem 1. Dan! (Wieder eine Ermunterung, dass sich lebenslanges Lernen lohnt…)
Und nun verstehe ich überhaupt nicht, weshalb mir justament ein sehr kleines street-art Plakat in den Sinn kommt, das ich vor vielen, vielen Jahren (>20 Jahre) gesehen habe. Da drauf war ein zum Sprung ansetzender wilder Tiger zu sehen – unwillkürlich hatte ich den Impuls, einen kleinen Schritt zur Seite zu treten – und darunter stand: Der Tiger macht aus Angst Angst…
Kommentar by E. B. Far — 27. Juli, 2009 @ 10:01 Uhr
vielleicht hat mich ja Herr Bögle deswegen zum Tanzen aufgefordert? Ein(e) Aikidoka macht jedenfalls keine Angst, sie weiß sich (so ist jedenfalls zu hoffen) zu verteidigen, falls sie angegriffen wird, ansonsten ist sie friedlich, wenn auch kritisch. Vielen Dank! Die “Kampfkluft” heißt übrigens GI (weiß) und der dunkelblaue japanische Hosenrock, den höhere Grade darüber tragen, heißt Hakama und macht sich beim Walzer sicher auch nicht schlecht…
Kommentar by Sylvia Taraba — 27. Juli, 2009 @ 14:31 Uhr
Moment, Frau Taraba, gedroht haben Sie (geht mich ja eigentlich garnichts an).
Kommentar by E. B. Far — 28. Juli, 2009 @ 09:04 Uhr
Moment, Frau Far – hier liegt eine kleine Freudsche Verwechslung vor: ich habe nicht “gedroht”, sondern “gewarnt.” Das ist ein Unterschied. Ich habe eine freundliche Einladung freundlich angenommen,und die ihr innewohnende “Lustigkeit”, mit der entsprechenden “Lustigkeit” beantwortet. Es scheint Sie doch was anzugehen.
Kommentar by Sylvia Taraba — 28. Juli, 2009 @ 11:50 Uhr
Aber um die Kirche im Dorf zu lassen, wir gehen einander alle was an,( auch im “Netz”) auch wenn wir das gerade nicht denken; voller Vorurteile, Hochmut, Verachtung, Übermut, Belustigung usw. sind – ich schließe mich da keinesfalls aus.
Kommentar by Sylvia Taraba — 28. Juli, 2009 @ 12:24 Uhr
Natürlich kann ich mich irren, nur hatte ich Herrn Bögles Aufforderung zum Tanz als einen versöhnlichen Schritt verstanden. Und wenn Sie dann mit dem schwarzen Gürtel winken, dann ist das für mich eine Drohgebärde.
Jetzt frage ich mich nur noch, was wohl los sein würde, hätten Sie, Frau Taraba, Lust zum Tanzen gehabt und Herr Bögle hätte den 3. Dan gelüftet (sorry Herr Bögle) …
:}
Kommentar by E. B. Far — 29. Juli, 2009 @ 12:06 Uhr
??? Liebe Frau Far – ich befürchte hier haben sich Projektionen verselbständigt und das Umsichgreifen hat überhand genommen….
Kommentar by Sylvia Taraba — 31. Juli, 2009 @ 10:49 Uhr
Liebe Frau Taraba, das kann so sein, es könnte doch aber auch ganz anders sein. Wie das so ist mit all den Konstruktionen von der Welt, in der Welt und über die Welt (in die ich hineinschaue wie die Sau in’s Uhrwerk).
Kommentar by E. B. Far — 31. Juli, 2009 @ 12:00 Uhr
Liebe Frau Far, Ja. So sehe ich das auch. Da wir mit Gedanken und Worten die Welten und die Anderen konstruieren, ersuche ich Sie, sich diese Gedanken und Worte bei sich selbst und bei den Anderen genau anzusehen, bevor sie sich ein Bild machen, sich formend einmischen oder vermitteln wollen. Das erleichtert die produktive Kommunikation. Herzliche Grüße nach Berlin
Kommentar by Sylvia Taraba — 31. Juli, 2009 @ 12:50 Uhr
PS da es so ist, wie es ist, und es gut ist, so wie es ist, ist natürlich JEDE Kommunikation, produktiv, auch wenn sie gerade eben nicht produktiv ist…
Kommentar by Sylvia Taraba — 2. August, 2009 @ 14:24 Uhr