Simons Systemische Kehrwoche

Fiat – Opel

Fritz B. Simon

Fiat ist einer der Autokonzerne, die dazu verdammt sind, im globalen Wettbewerb unterzugehen (glaube ich). Daran ändert auch nichts, dass in den letzten paar Jahren die Umsätze wieder steigen und sogar mal wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Denn technisch bauen die Italiener keine guten oder gar zeitgemäßen Autos, von ihrer Zukunftsfähigkeit ist gar nicht zu sprechen, von der der Firma m.E. auch nicht.

Es ist erst wenige Jahre her, da stand die Firma vor dem Bankrott. Herr Marchione kam und rettete das Unternehmen, indem er technisch schwachen Autos neue Kleider verpasste und sie so verkaufte – vorwiegend in Italien, denn da versteht man was von Kleidung und legt großen Wert darauf.

Aber… Fiat ist hoch verschuldet. Wenn Fiat jetzt Chrysler übernehmen sollte, so könnte das aber sinnvoll sein und Rettung versprechen. Erstens käme man so an Staatsknete in den USA, und zweitens könnten die kleinen italienischen Autos den US-Markt unter dem Namen Chrysler erobern – da ist ja ein Bedarf.

Dass Fiat Opel übernimmt, macht keinen Sinn, denn hier würden zwei sehr ähnliche Unternehmen bzw. Unternehmen mit ähnlichem Produktportfolio sich gegenseitig kannibalisieren. Da Fiat immer noch ein Familienunternehmen ist und daher im Zweifel eher die deutschen Werke schliessen würde als die in Turin, hätte Opel nichts zu gewinnen.

Denn Firmenzusammenschlüsse sind – wie andere Ehen auch – meist dann erfolgreich, wenn die Partner unterschiedlich genug sind, um sich zu ergänzen. Wenn sie zu ähnlich sind, besteht immer das Risiko, dass die interne Konkurrenz im Vordergrund steht. Die vermeintlichen Synergien von Zusammenschlüssen von Gleichen gehen immer auf Kosten der Mitarbeiter, weil Doppelstrukturen beseitigt werden.

Das weiss eigentlich auch Roland Koch, der sich jetzt so begeistert über das Fiat-Interesse an Opel äußert.

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5 Kommentare

  1. Zu Fiat fällt mir auto
    -matisch ein, wie meine erste Frau sich als emanzipierte Italienerin seinerzeit über die Produkte “Brava” / “Bravo” aufgeregt hat.

    Ansonsten weiß ich, daß Robert Dilts Fiat mal gecoacht hat.
    Vielleicht kann einer ihn da mal wieder hinschicken.
    Ich übernehm Opel.

    Kommentar by Max Liebscht — 24. April, 2009 @ 09:54 Uhr

  2. FSB: “… Wenn Fiat jetzt Chrysler übernehmen sollte, [...] käme man so an Staatsknete in den USA …”
    und mit Opel an die Staatsknete der BRD, Hessens, Thüringens, Nordrhein-W und der EU.

    Kommentar by duscholux — 24. April, 2009 @ 16:51 Uhr

  3. Etwa diese sog. “Beziehungsknete”?

    Kommentar by Max Liebscht — 25. April, 2009 @ 05:28 Uhr

  4. “…Es ist erst wenige Jahre her, da stand die Firma vor dem Bankrott. Herr Marchione kam und rettete das Unternehmen, indem er technisch schwachen Autos neue Kleider verpasste und sie so verkaufte – vorwiegend in Italien, denn da versteht man was von Kleidung und legt großen Wert darauf. …”

    NUUUUUR EIN BISSCHEN CLISCHEES UND VORURTEILE VIELLEICHT ???
    (nuuuuuuuur ein kleiinneeeees bisschen…)

    nach einem solchen Satz haette ich auch etwas ueber die Spaghettifresser, die Pizza und Mafia usw usw erwartet…

    Kommt aber vielleicht in einen spaeteren Artikel, oder ?

    Kommentar by Alessandro Ogheri — 28. April, 2009 @ 14:56 Uhr

  5. Lieber Herr Ogheri,

    ich oute mich hier als Italien-Fan, jahrzehntelanger Fiat- und Alpha-Fahrer, leidenschaftlicher Spaghetti-Fresser, großer Liebhaber der italienischen Sprache, ambivalenzfreier Bewunderer der italienischen Kleidung und des italienischen Designs. Auch bei der Mafia, die ich für ein extrem spannendes Phänomen halte, kenne ich mich ein wenig aus…

    Aber trotz alle, da beisst die Maus keinen Faden ab: Fiat ist eine Firma, die lausige Autos baut. Technisch nicht auf dem Stand der Zeit, siehe oben usw.

    Das muss man doch mal sagen dürfen, gerade als Italien-Liebhaber. Oder?

    So wie man auch Berlusconi für einen Idioten halten dürfen muss, finde ich…

    Kommentar by Fritz B. Simon — 28. April, 2009 @ 15:45 Uhr

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