Simons Systemische Kehrwoche

Footprint

Fritz B. Simon

Ich habe jetzt auch meinen ökologischen Fussabdruck errechnet, und das Ergebnis ist, dass ich in die Klasse der durchschnittlichen Österreicher gehöre. Wenn alle auf der Welt so leben würden wie ich, dann brauchte man noch 2,8 Planeten mehr, sagt mir der Test, als zur Zeit verfügbar sind. Mein Wert ist 5,1, der Österreich-Durchschnitt liegt bei 4,9, d.h. es werden im Durchschnitt etwas weniger Planeten gebraucht.

Was mich reingerissen hat, ist das Fliegen. Obwohl ich kein Auto habe, zu Fuss gehe usw, habe ich einen katastrophalen Mobilitäts-Fussabdruck: Er ist um 70% höher als beim Österreicher an sich. Was die Ernährung angeht, ist mein Wert 42 % besser, d.h. ich schmutze nicht so wie der gemeine Österreicher. Beim Konsumverhalten entspreche ich dem Durchschnitt und beim Wohnen bin ich eine Katastrophe, nicht richtig dicht usw.

Mir scheint, wenn ich alle meine getesteten Vorzüge und Nachteile ansehe, dann ist das Fliegen das Entscheidende. Wer nicht fliegt, kann sich auch einen alten Kühlschrank leisten, obwohl er sich dann wahrscheinlich auch einen neuen leisten könnte…

Zum Selber-Testen: http://www.mein-fussabdruck.at

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8 Kommentare »

  1. Ja das Fliegen reißt einen ordentlich rein. Ich fliege aus Prinzip nicht, oder wenn, dann kaum. Mich wieder reißt das Auto rein. ich fahre damit gern, bequem und sicher – einmal monatlich – 1200 km Autobahn hin und zurück, sonst kaum. Es ist ein Mercedes Diesel Baujahr 1996, 80.000 km, unbenutztes Erbstück meiner Mama, übernommen mit 30.000 km . Türken fahren dieses Auto bevorzugt, es ist auch sonst sehr begehrt, weil die Elektronik noch schlicht und einfach ist und man damit keine Probleme hat. So meine 3 jährige Fahrerfahrung, nach 20 Jahren Golf. Ja, wo kann man Abstriche machen, ohne sich blöd vorzukommen, wenn individuelle Nachhaltigkeit gefragt ist.

    Kommentar von Sylvia Taraba — 19. Januar, 2010 @ 21:32 Uhr

  2. Sehr geehrte Frau Taraba, sehr geehrter Herr Simon,

    ich lese diesen Blog sehr gerne, weil er mich immer an den soziologischen Anteil meines Studiums in Bielefeld erinnert.

    Derzeit beschäftige ich mich sehr mit der sozialen Konstruktion des Wachstumsparadigmas in der Gesellschaft. Ich Frage mich, wie das politische System ausser einem Rauschen eine Irritation des Wirtschaftssystems erzielen kann. Eine Überlegung wären die Berechnungsindikatoren für das Bruttoinlandsprodukt, wie weitere wirtschaftsstatistische Kennzahlen.

    Fällt Ihnen darüber hinaus etwas ein, um zunächst einmal eine Anschlussfähigkeit im Wirtschaftssystem versuchsweise herzustellen? Aussen vor bleiben sollen direkte Zwangssteuern, die das System penetrieren.

    Für eine kleine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    MfG
    Kai Bergmann

    Kommentar von Kai Bergmann — 19. Januar, 2010 @ 22:53 Uhr

  3. Lieber Herr Bergmann, mit den Fragen der Wirtschaft kenne ich mich zum Glück gar nicht aus. Ich will mich an diesem Diskurs randständig nur insoweit beteiligen, als es mich natürlich vital interessiert, wie wir Sinn und Nachhaltigkeit so kommunizieren, dass letztere sich auch realisieren lassen und nicht nur Geschwafel bleiben.
    Persönlich frage ich mich über meinen praktischen Beitrag ab, ob der dürftig ist, oder halbwegs im beispielhaften Durchschnitt und ich interessiere mich dafür, wie unser je individuelles Denken und Kommunizieren – als Entwurf oder geschaffene Tatsache – die Realitätskonstruktion beeinflusst. Ich bin mir bewusst, nur ein Denk-Rädchen zu sein, bin mir als solches meiner Mitverantwortung für jegliche existierende Konstruktion bewusst und versuche deshalb meinen Fokus vor allem auf die Konstrukte zu richten, die mir erstrebenswert, sinn- und nachhaltig erscheinen und denke, dass sehr viele Andere dies ebenfalls tun und die Welt in der wir leben nicht nur wunderschön, sondern – augenblicklich – die beste aller Welten ist…..ja!

    Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 09:45 Uhr

  4. ….übrigens trotz aller Katastrophen, die uns immer treffen können….und unseren Fokus dann nur mehr auf das reine Überleben und auf die Hilfe durch andere zurücklenken….das ist schließlich unsere Grundbedingung.

    Kommentar von Sylvia Taraba — 20. Januar, 2010 @ 11:16 Uhr

  5. @Kai Bergmann

    Dass man andere Kennzahlen braucht, denen Konstruktionen zugrunde liegen, die politischen Zielsetzungen entsprechen (z.B. Nachhaltigkeit), scheint mir klar.

    Das BIP ist offensichtlich schwachsinnig, da jedes abgebrannte Haus, jedes verunfallte Auto, jede Katastrophe dadurch wirtschaftlich implizit als Erfolg bewertet wird.

    Es wäre als wirklich sinnvoll, nach neuen Kennzahlen zu suchen. In Buthan gibt es, glaube ich, dass Brutto-Glücks-Produkt (wobei ich nicht weiss, wie das was quantifiziert wird).

    Kommentar von Fritz B. Simon — 20. Januar, 2010 @ 16:35 Uhr

  6. 3,6 global Hektar und 2 Planeten!

    Kommentar von Jana Schuster — 20. Januar, 2010 @ 17:12 Uhr

  7. 4,2 global Hektar und 2,3 Planeten….

    Kommentar von Sylvia Taraba — 21. Januar, 2010 @ 13:54 Uhr

  8. Soeben bei meinem sonntäglichen Spaziergang im Internet entdeckt:
    http://benhennig.postgrad.shef.ac.uk/?p=189

    Lebenszufriedenheit, Lebenserwartung und ökologischer Fußabdruck als Kennzahlen des Happy Planet Index.
    http://www.happyplanetindex.org/explore/global/index.html

    Worldmapper – eine interessante und anschauliche Methode:
    http://www.worldmapper.org/animations/wm01to02.html

    Kommentar von E.B. Far — 7. März, 2010 @ 16:15 Uhr

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