Simons Systemische Kehrwoche

Fortschritt II

Fritz B. Simon

Wenn man durch die Heidelberger Hauptstrasse geht, vom Bismarckplatz bis zum Theaterplatz, das ist schätzungsweise eine Strecke von einem Kilometer, so findet man dort 13 (!) Läden für Telefone (Handys etc.). Am Bismarckplatz selbst sind auch noch mal zwei Geschäfte und hinter dem Theaterplatz kommt auch noch mindestens eins. Manche Firmen wie die Telekom oder Vodafon oder e-plus haben sogar zwei oder drei Läden im Abstand von wenigen hundert Metern.

Von Kaffeeläden wie Starbucks kenne ich das. Die haben auf dem Kudamm in Berlin auch alle 300 Meter einen Laden. Da verstehe ich das: Die wollen den Kunden gerade in dem Moment erwischen, wenn er Lust auf einen Schluck Kaffee hat. Aber sind Handys wirklich solche Impulskaufartikel?

Mir ist die Logik des Systems nicht durchschaubar. Die Japaner, die durch Heidelberg wandern, haben ja in der Regel auch schon solche Geräte.

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6 Kommentare

  1. Kenn sie die beiden “Nordsee”-Läden in 50m Abstand, kurz vorm Bismarckplatz? Fisch haben die Japaner doch auch genug, oder? Das mit den Mobiltelefonen ist mir aber auch ein Rätsel. Spannend wird, was mit denen in Zukunft passieren wird. Die Impulskaufvariante war bis zuletzt ja noch denkbar, weil man ein nagelneues HighTech-Gerät für 1€ + eine Unterschrift unter einen Vertrag gefühlt “geschenkt” bekommen hat. Die bekannte Vodafone versus Telekom-Verfügung wegen des iPhone (die ja wieder ausser Kraft ist) könnte – so meinen jedenfalls Experten – den Mobilfunkmarkt sehr verändern:

    Für die Branche könnte das Urteil weitreichende Folgen haben. Schon lange suchen Netzbetreiber, Wiederverkäufer und Handyhersteller nach Möglichkeiten, sich von dem in Deutschland etablierten Modell subventionierter Handys abzuwenden. Das iPhone könnte so tatsächlich, so wie es Vodafone-Chef Joussen ausdrückt, zum Sündenfall für die Mobilfunkbranche werden. Denn statt das iPhone zu einem offensichtlich subventionierten Preis anzubieten, wird es zum Standardpreis von 399 Euro verkauft – mit Vertrag. T-Mobile profitiert davon, weil das Handy neue Kunden anlockt und über Jahre feste Einnahmen sichert. Apple wird an diesen Einnahmen beteiligt, heißt es. Über die Höhe dieser Beteiligung gibt es nur vage Vermutungen. Von bis zu 30 Prozent ist die Rede. Nachdem dieses Vertriebsmodell nun quasi den richterlichen Segen bekommen hat, könnte es von anderen Unternehmen kopiert werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple einer ganzen Branche einen neuen Trend vorgibt. Statt Handys zu Niedrigstpreisen anzubieten, um Kunden zum Vertragsabschluss zu bewegen, könnte man künftig exklusive Handys mit exklusiven Funktionen zu weit höheren Preisen als bisher üblich anbieten. Die Netzbetreiber würden ihre Subventionen sparen und den Herstellern erschlösse sich angesichts sinkender Handypreise eine neue Einnahmequelle.

    Und einen neuen zweiten Starbucks (ziemlich genau zwischen den beiden Nordsee-Restaurants) gibts in HD auch seit ein paar Wochen….

    Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 13. Dezember, 2007 @ 14:41 Uhr

  2. verzeihung: Quelle des Zitats ist spiegel.de

    Kommentar by Mathias Wölfelschneider — 13. Dezember, 2007 @ 14:41 Uhr

  3. Schlimmer als die Teenager in der letzten Reihe!

    Kommentar by Max Liebscht — 13. Dezember, 2007 @ 18:05 Uhr

  4. Gerade weil die Japaner so an den Fisch gewöhnt sind, würde ihnen ja was fehlen. Die Konzession besteht in unserer ungemießbaren Zubereitungsvariante.

    Was sollte man denn außer Handys in all den Läden verkaufen? Traumfänger? Hämorridenheizkissen? Sie haben doch bestimmt auch schon alles – oder? Also. da braucht man also etwas, was eh jeder schon hat, nur eben ein bißchen anders.

    Kommentar by Max Liebscht — 13. Dezember, 2007 @ 18:09 Uhr

  5. “Hämorridenheizkissen” kann ich nur empfehlen, meine Partnerin hat das im Auto eingebaut – sowas hat nicht jeder – braucht auch hoffentlich nicht jeder – “Hämorriden” meine ich, jedenfalls die entzündlichen!

    kollegiale Grüße
    Thomas Kirchen
    http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de

    Kommentar by Thomas Kirchen — 14. Dezember, 2007 @ 10:51 Uhr

  6. Ein ähnliches Phänomen der fibt es bei Bankenm Apotheken und neuerdings Schleckerfilialen, jedenfalls in Charlottenburg.

    Kommentar by duscholux — 29. Dezember, 2007 @ 09:21 Uhr

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