Simons Systemische Kehrwoche

Frauenquote

Fritz B. Simon

Nach langer, langer Zeit mal eine gute Nachricht von der Telekom. Wenn die verkündete Frauenquote für obere und mittlere Führungskräfte von (mindestens) 30% wirklich durchgesetzt würde, so käme das einer Revolution gleich. Und die ist, wie ich finde, schon lange notwendig. Frauen sind zwar nicht zwangsläufig, aber meiner Erfahrung nach doch ein weiten Bereichen, die besseren Manager und Führungskräfte.

Der Grund dafür ist, dass sie nicht allein die Sachdimension der Kommunikation (=Inhaltsebene) im Blick haben, sondern auch die Sozialdimension (=Beziehungsebene). Und man bekommt halt immer nur beide im Package. Mit anderen Worten: Sie sind im Durchschnitt nicht so klotzköpfig wie die meisten Männer. Sie sind pragmatischer, erkennen Chancen und Risiken besser, vermeiden Machtkämpfe um ihrer selbst willen – und leben (u.a.) dewegen auch länger als die doch oft etwas tumben “Herren” der Schöpfung.

Also, um hier nicht zu ausschweifend zu werden: Man kann seine Telekomaktien jetzt vielleicht doch behalten…

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12 Kommentare

  1. Wo soll dieses dekadent übersteigerte bourgeoise Interesse an Sex, Aktien und cineastisch verbrämter Realitätsflucht bloß noch hinführen?, hab ich mich oft schon gefragt. Nun weiß ich es. An die Fantheke der guten alten Telekom.
    Na ja, immerhin noch (!) noch besser als Werbung für Rüstungsanleihen. Aber wahrscheinlich ist das bei TV – AbsolventInnen auch irgendann sexy, mit T- Shirts für Rheinmetall oder Krauss – Maffei rumzulaufen.

    Kommentar by Max Liebscht — 16. März, 2010 @ 11:09 Uhr

  2. Naja, da kommt mir so ein dummer Gedanke: Wenn Frauen nur ca 77% dessen verdienen, was Männer in vergleichbarer Position erhalten, dann wird das ein tolles Schnäppchen für Herrn Obermann…

    Kommentar by E.B. Far — 16. März, 2010 @ 13:18 Uhr

  3. Frau Far,
    da bemüht sich Herr Simon nach Kräften, der Quote eine gewisse Sinnhaftigkeit zu verpassen und jetzt so was.

    Kommentar by es — 16. März, 2010 @ 13:39 Uhr

  4. Was für ein weiser Gedanke, Frau Far!

    Kommentar by Angelica Marte — 16. März, 2010 @ 15:30 Uhr

  5. Nicht fordern, Frau Marte, machen!

    Kommentar by es — 16. März, 2010 @ 16:42 Uhr

  6. “Die Fremde” (Verzeihung Herr Simon) ein gutes Beispiel für die Beobachtung, dass in einem ver-rückten System die Regeln so etabliert sind, dass sich jeder zu seinem eigenen Schutz so verhält, dass das System erhalten bleibt, vor dem man sich schützen möchte.

    Kommentar by es — 16. März, 2010 @ 17:58 Uhr

  7. Korrekt.
    Symbiose eben.
    Würden sich die Leute sicher fühlen, bräuchte man keine Sicherheitsfirmen. Dementsprechend verunsichernd treten die Vertreter von deren Markenartikeln auf.
    Ohne Massaker müßte der Gedenkstättenbetreiber seine Brötchen woanders verdienen.
    Der systemische Coach, der Kraus – Maffei zwecks interner Optimierung berät als eine Art Putzerfisch des Monsters, der selbst nicht mit zubeißt aber doch irgendwie Bedauern spürt hat, wenn das Monster sich irreparabel an etwas die Reißzähne ausgebissen hat, folgedessen nichts mehr fressen kann und verhungert.

    Kommentar by Max Liebscht — 17. März, 2010 @ 09:08 Uhr

  8. Wenn ich die bisherigen Informationen anschaue, fallen mir drei Punkte auf:

    • Mit dem Begriff FrauenQUOTE sichert sich die Telekom ein großes öffentliches Interesse. Die Verwendung des Begriffs ist also auf jeden Fall schon mal Reklame für den eigenen Konzern. Gute PR würde ich sagen.

    • Dass die “Frauenquote” auch in fünf Jahren nicht mal ein Drittel betragen soll: Seien wir doch nicht gar so anspruchsvoll! Es geht immerhin ums Prinzip. Und das ist uns in Deutschland ja eh das Liebschte. (Herr Liebscht, ich weiß, dass ich Ihnen damit Unrecht tue. Ich konnte der Versuchung einfach nicht widerstehen. Ich bitte Sie auch herzallerliebst [nein, diesmal nicht!] um Entschuldigung!)

    • Was die Telekom einführen will (also Zukunftsmusik) sind ZIELwerte.

    Auf die und besonders auf deren Erreichung bin ich gespannt.

    Kommentar by Ewald Dietrich — 17. März, 2010 @ 15:22 Uhr

  9. Ich vermag dem Link zwar nicht so ohne weiteres zu folgen aber daran zeigt sich natürlich um so mehr, dass es bei vielen Problemstellungen einfach auf den geeigneten Dietrich ankommt.
    Ob der bei fragwürdigem Management in der Verkündung künftiger Quoten besteht?

    Kommentar by Max Liebscht — 17. März, 2010 @ 17:06 Uhr

  10. :-)

    Kommentar by Ewald Dietrich — 18. März, 2010 @ 09:00 Uhr

  11. Ich frage mich gerade, was passieren würde, wenn es die Frauenquote auch bei der Deutschen Bahn gäbe und sie dann noch möglicherweise auf einer alten Idee von Herrn Mehdorn beruhen würde …

    Kommentar by Anno Stockem — 22. März, 2010 @ 18:05 Uhr

  12. Ich bin als verhemente Frauenqoutengegnerin groß geworden. Diese hier befürworte ich, jetzt und überhaupt ab heute, sehr. Ich freue mich, dass Herr Obermann sich für seine zweite “Amtsperiode” mit ordentlichen Diversityzielwerten profilieren will. Man echauffiert sich und belächelt ihn dafür, aber die Quote ist jetzt in der Welt und wird, gepaart mit dem Handlungsdruck, dem zumindest international tätige deutsche Unternehmen schon heute hinsichtlich ihres latenten Frauenanteils in Führungspositionen augesetzt sind, bewegen(müssen). Gott sei Dank ist hier ja auch viel Geld im Spiel und es geht schon lange nicht mehr um die pure “Gerechtigkeitsfrage”. Lesenswert: neue “Studie zu Frauen in Führungspoaitionen” vom Sinus Institut

    Kommentar by S — 24. März, 2010 @ 14:56 Uhr

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