Simons Systemische Kehrwoche

Gespaltenes Denken in den USA

Fritz B. Simon

Meine gestern geäußerte Vermutung, die Bürger der USA (d.h. die Mehrheit) würden gern vom Rest der Welt geliebt werden, muss ich nach Diskussionen mit amerikanischen Freunden wohl revidieren. Ich habe mich aufklären lassen, dass dies nur für die Hälfte der Gesellschaft gilt. Die andere Hälfte würde es im Zweifel (und auch ohne) immer vorziehen gefürchtet zu werden. Ja, wer – wie Obama – von Europäern oder anderen Nicht-Amerikaner Zustimmung erhält, macht sich verdächtig, die nationalen Interessen nicht genügend zu schützen. Sie glauben, dass man nur sicher ist oder sein kann, wenn man in der One-up-Position ist, d.h. einer Beziehung, in der man der Überlegene, der Mächtige, der Gewalttätigere ist.

Wahrscheinlich ist das ja ein Erbe der Wild-West-Zeit…

Dass ich derartige Kontrollideen für weder realistisch noch sonderlich intelligent halte, habe ich hier schon mehrfach bekannt und auch die Gründe dafür genannt.

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4 Kommentare

  1. http://www.youtube.com/watch?v=Nkn0CmrNPIs

    Kommentar by Zaungast — 25. Juli, 2008 @ 23:20 Uhr

  2. http://www.youtube.com/watch?v=C4D8oJYuH4s&feature=related

    Kommentar by Zaungast — 25. Juli, 2008 @ 23:46 Uhr

  3. Ist doch witzig, daß es in all den sogenannten Demokratien auf so eine Polarität hinausläuft deren Seiten sich genau besehen dann noch nicht einmal sonderlich unterscheiden.
    George Spencer Brown:
    “Distinction is perfect continence.”
    Hinter den Kulissen gestaltet sich der Spielspaß von strategischen Bündnissen, Verrat und Kompetition wahrscheinlich etwas abwechslungsreicher.
    Sollen die Bürgerkings doch den McCain wählen. Da weiß man wenigstens gleich, was man hat.

    Kommentar by Max Liebscht — 28. Juli, 2008 @ 10:33 Uhr

  4. Wie bei gut aufeinander eingeschossenen Ehepaaren eigentlich.
    Die ihre Kinder oder andere Opfer immer öfter als Vermittler und Sinnstifter herbeizitieren müssen.
    Das Chaos im sog. “System” kommt zur Ruhe, Strukturen verholzen, die Ordnungsmuster spielen sich ein, werden regulärer.
    Die Krisen infolge Langeweile treten aber zyklisch häufiger auf insofern man einander hinreichend fertig gemacht hat, die Berechnungen und samt einstiger Unberechenbarkeiten des anderen allzu berechenbar geworden sind.
    Gesegnet, wer noch Externe findet, die sich zwecks Triangulierung instrumentalisieren lassen.
    Notfalls müssen diverse Schutzheilige bzw. Geister herhalten.
    Der Kick ist weg und das einstig herausfordernde Gegenüber grinst einem mit der Verschlagenheit eines zu nichts zu gebrauchenden sauteuren Designermöbelstücks an und aus.
    Kümmer Dich, wenn Du kannst.
    Demokratie im Endzustand.
    Im Wasserglas sind alle Potentiale kristallisiert.
    Die jungen Kräfte müssen es zwar erst einmal soweit bringen,
    wenn sie anläßlich ihrer öffentlichen Geburt nicht schon alt gewesen sind, so wie die neoliberalen Fantastics aber letztlich … depressiv verödende Planetenlandschaft als Altenheim geklonter, zänkischer, zukunftsfremder Gesellschaftsformen.

    Immerhin Prof. Simon scheint noch romantisch in seinem Hoffen und Bangen um einen weltoffen getönten Kennedy.
    Das einzig Gute ist und bleibt natürlich der Mythos.
    Wer weiß, was der für Kolateralschäden angerichtet hätte, wenn den niemand rechtzeitig weggepustet hätte.
    Für den Fall, daß es mit dem Obama doch dahin kommt, daß er spirituelle Krisen auslöst, biet ich schon mal kollegiale Beratung an. Zumal der Bursche, der da aufgetunt aus dem Nichts herbeigezaubert wurde sich ja auch als eine Art bestellter Selbstmordattentäter herausstellen könnte.
    Letztlich ist es wohl Titte (wie die Berliner zu sagen pflegen) wer nun öffentlich das Feigenblatt vor die Knute hält. Hauptsache, uns geht es noch ein Weilchen gut.

    Kommentar by Max Liebscht — 28. Juli, 2008 @ 11:21 Uhr

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