Giovanni di Lorenzo
Fritz B. Simon
Lieber Giovanni di Lorenzo,
sind Sie denn von allen guten Geistern verlassen? Ein Interviewbuch mit Herrn zu Guttenberg zu publizieren zeugt von ziemlich schlechtem Geschmack und von mangelnder Urteilsfähigkeit. Beides Eigenschaften, die ich Ihnen bislang nicht zugeschrieben habe.
Bitte, klaren Sie mich/uns auf, was Sie sich dabei gedacht haben. Normalerweise scheinen Sie doch nicht zu der Gruppe von Sensationsjournalisten zu gehören, die jeden Freak auf die Titelseite bringen, wenn es nur Umsatz/Quote bringt…
Beste Grüssse, FBS
8 Kommentare
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Eine Plattform, in der Herr z.G. seinen Kampf beschreiben darf.
Seine Suche nach der Weite.
Seine Liebe zum Prekariat.
Seine Verachtung der unfähigen Führer.
Und, seine Suche nach dem Heim, mit festem Wahltermin.
In Zeiten von Angst und Bange ein bewährtes Konzept.
Grimm dreht sich im Magen um.
Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte.
Kommentar by es — 29. November, 2011 @ 11:20 Uhr
“Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte” – sehr schön, wird direkt in mein Buch der besten Zitate aufgenommen
Kommentar by gesmad — 29. November, 2011 @ 12:29 Uhr
@2
Zitat von Max Liebermann, beim Betrachten eines Fackelzugs zu Adolf Hitlers Machtübernahme….
Kommentar by es — 29. November, 2011 @ 12:42 Uhr
Bedurfte es noch dieses Beweises, dass der Freiherr allein kein Buch zusammenschreiben kann?
Giovanni, wir Plagiatoren danken Dir.
Und wenn er zurückkommt, bilden wir Hobbyplagiatoren einen Fackelzug zum VIP-Terminal auf Rhein-Main.
Kommentar by duscholux — 29. November, 2011 @ 12:50 Uhr
Ich finde, genau das entspricht leider dem Stil unter GdL seit längerer ZEIT. Na ja, und Herder druckt ja auch Ratzinger im Gespräch mit Habermas, so what.
Kommentar by Matthias Ohler — 29. November, 2011 @ 13:48 Uhr
Das Volk braucht ihn aber.
Kommentar by Max Liebscht — 30. November, 2011 @ 19:15 Uhr
Schaut mal hier – viel Aufregung:
http://www.sueddeutsche.de/medien/di-lorenzo-verteidigt-guttenberg-interview-es-musste-halt-sein-1.1224316
Kommentar by Wolfgang — 1. Dezember, 2011 @ 19:25 Uhr
Jetzt wird hier ausgiebig gelästert, schön und gut vielleicht, ein wenig zu früh sicherlich.
Letztlich hat Schicklgruber erst mal das Spiel gemacht und nicht Liebermann.
Vermutlich wird bei der nächsten Kultureregression in Neufeudalistische (was anderes ist Faschismus, Neoliberalismus und wie man das alles heißen mag letztlich nicht) ähnlich kommen. Von daher wird wahrscheinlich Gutti – oder wen auch immer man über den großen Teich schicken wird – erst mal das Lachen haben und nicht das mehr oder weniger gebildete Kleinbürgertum, wie es sich just hier noch feiern mag.
Ein pittoresker Aspekt dabei: Trotz unterschiedlicher Schlußfolgerungen gehen Eierköppe ebenso wie Gutti & Co von den gleichen Prämissen aus; einer Gausschen Normalverteilung von Intelligenz in der Population; einer Art naturgegebenem Kastenwesen. Bezeichnend der Umgang mit dieser Art quasi gottgegebener Privilegiertheit:
während die einen um ihr Lieblingsradio bangen sind dürfen 74% der Bevölkerung schon gespannt sein, welche Dolchstoßlegende Gutti, Sarrazin und Freunde zum Auftakt ihres Revivals präsentieren werden. Während die einen an ihrem Anspruch der Integration Bildungsverhinderter verzagen, agieren die selbst ernannten Realpolitiker im Sinne von Le Bon: Wer folge Phantasieproblemen verarscht und verwurstet werden will, sollte auch verarscht und verwurstet werden – zumal im Hinblick auf das Verhältnis von Demographieentwicklung und Ressourcenverteilung. Wenn ich so lese, wird uns jedenfalls die für Deutschland angestrebte Akademikerquote ebenso wenig retten wie die Weimarer Republik durch Josephine Baker zu retten gewesen wäre.
Kommentar by Max Liebscht — 4. Dezember, 2011 @ 11:51 Uhr