Guttenbergs Brille
Fritz B. Simon
Unser aller ehemaliger Verteidigungsminister (der früher einen Doktortitel trug) wurde von Herrn Di Lorenzo in der Wochenzeitschrit Die Zeit interviewt und darauf angesprochen, dass er keine Brille mehr trägt (so wie er keinen Doktortitel mehr trägt / meine Anmerkung, nicht die des Herrn Di Lorenzo).
Er antwortete sinngemäß, eine reizende Ärztin in Amerika habe ihm erklärt, er brauche gar keine Brille.
Jetzt frage ich mich natürlich, warum ein Mensch ein Brille trägt, die er nicht braucht, bzw. wozu er eine reizende Ärztin braucht, um zu merken, dass er keine Brille braucht.
Ich bin sicher, dass die Augenärzte unter den Lesern dieses Blogs mir einen guten medizinischen Grund nennen können, aber ich vermute dennoch, dass das Nichtmehrtragen von Brille und Doktortitel in einen Sinnzusammenhang gehören:
Brillen- und Doktorträger erwecken beim naiven Bürger den Eindruck der Intelligenz. Schon in der Schule war der Junge mit der großen Brille der Eierkopf, der zwar schlecht im Sport, aber gut in Mathe war…
Wer seinen Doktortitel verliert, braucht sich auch nicht weiter mit einer Brille zu belasten und zu entstellen.
9 Kommentare
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Was mir persönlich bemerkenswerter erscheint:
Kissingers Kreation kommt wieder aus der Kiste. Und es gibt keine Öffentlichkeit mehr in diesem berlusconisierten Land,
welche das verhindern könnte.
Kommentar by Max Liebscht — 26. November, 2011 @ 18:38 Uhr
Da er vom Plagiat wusste, sagte er sich wahrscheinlich:
“Ohne Brille nimmt mir den Doktor keiner ab.” Oder auch im Bewusstsein, dass ihm der Wind ins Gesicht blasen würde.
Jetzt, wieder ohne Brille, will er verhindern, dass im seinem kommenden Kanzlerwahlkampf nicht irgendein weltfremder Wähler sozusagen, posthum, darauf kommt:
“Den habe ich doch schon mal gesehen. War das nicht der mit dem Doktor?”
Keine Brille sozusagen als tarnende Verkleidung.
Offenbar hat er auch ganz schön Gewicht zugelegt, sodass ihm seine Anzüge nicht mehr passen und er in dehnbare Pullovern steckt.
Im nächsten Akt müsste jetzt eigentlich seine Ehefrau auftreten.
Bei RTL wird gerade die Stelle der Supernanny frei.
Kommentar by duscholux — 27. November, 2011 @ 10:31 Uhr
Wer ist Guttenberg?
Muss man den kennen?
Kommentar by es — 27. November, 2011 @ 11:08 Uhr
Der gut(t)e Herr Guttenberg, hatte ja trotz seiner Brille die ach so kleinen Fußnötchen zu den Zitaten seiner Doktorarbeit `vergessen´(oder nicht erkennen können).
Wie ich letztens las, versucht er nun auf´s Neue, eine Doktorarbeit zu verfassen, ohne Brille…
—Jahrmarkt der Eitelkeiten—
Kommentar by mia winterfeldt — 27. November, 2011 @ 13:09 Uhr
auch sehr schön:
http://www.faz.net/aktuell/politik/guttenberg-ein-gefaehrlicher-mann-11542304.html
Kommentar by ingo scholz — 27. November, 2011 @ 14:15 Uhr
In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung stand, seine Sicht sei besser geworden. So etwas nennt man dann wohl Spontanheilung. Die bleibt ihm in jeglicher Hinsicht zu wünschen.
Kommentar by Semira Soraya-Kandan — 27. November, 2011 @ 14:21 Uhr
Ist doch einfach: Jetzt schreibt Gutti wieder selber, also kuckt Gutti auch wieder selber … ansonsten ist das Interview eine Peinlichkeit – für DIE ZEIT …
Kommentar by Matthias Ohler — 28. November, 2011 @ 08:56 Uhr
Er hat sich jetzt ein Pseudonym zugelegt: Tenberg – damit ihm das “Gut” nicht auch noch aberkannt werden kann.
Kommentar by Ewald Dietrich — 29. November, 2011 @ 21:06 Uhr
Gegner sollte man ernst nehmen.
Kommentar by Max Liebscht — 4. Dezember, 2011 @ 12:00 Uhr