Inglorious Basterds
Fritz B. Simon
Da Christoph Waltz den Oscar für seine Darstellung des SS-Oberst Landa in o.g. Film erhalten hat, musste ich mir beide ansehen.
Ich gehöre ja nicht zu den Fans von Quentin Tarantino, da ich seine Filme meist nicht verstehe. So ähnlich war das diesmal auch. Ziemlich viel Gewalt. Nazi-Gewalt gegen Ami-Gewalt. Beide in der Hinsicht nicht sympathisch, obwohl die Protagonisten (Waltz und Brad Pitt) das eigentlich schon waren. Auf jeden Fall machte es keinen Unterschied, wer hier wen brutal um die Ecke brachte. Das ist ja ein Muster, das in Kriegen generell zu finden ist: Wenn er erst mal eine Zeit läuft, dann gleichen sich beide Parteien an – wodurch der Standard der Zivilisiertheit nicht wirklich steigt.
Wahrscheinlich war das ja die Aussage. Und die verstehe ich auch. Dazu passt auch, dass der Film doch ziemlich sarkastisch war in seiner Darstellung. Eine bliutgebadete Satire?
Positiv waren eigentlich nur die zwei Frauenfiguren. Auch das verstehe ich.
Außerdem war dieser Oberst Landa, wirklich großartig von Waltz gespielt, eine interessante Figur. Weltläufig, polyglott, mit guten Umgangsformen, und ein vollkommen seelenloser Opportunist.
Der Kommunikationsstil, mit dem er seine Opfer – die z.B. Juden versteckt hatten – weich kochte, war sehr bemerkenswert. Er war freundlich, nett, zuvorkommend, drohte nicht, sondern versuchte zu verstehen. Und dieses Verstehen war der Weg, die “Täter” zu überführen.
Was wieder einmal zeigt, wie gefährlich es sein kann, wenn man verstanden wird.
7 Kommentare
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um durchaus bewusst den kontext zu wechseln:
was wären etwa die gefahrenpotenziale im zusammentreffen mit “frauenverstehern”?
– und für wen?
sunshine!
Jan
Kommentar by Jan A. Poczynek | menschen teams organisationen — 10. März, 2010 @ 22:48 Uhr
sorry übrigens für den kontext-switch.
ich fühl mich da gerade so involviert…
1.) waltz ist österreicher
2.) in unserem aktuellen präsidentschaftswahlkampf gehen durch eine frau Rosenkranz gerade die emotionen hoch.
http://derstandard.at/1267743433632/Umfrage-41-Prozent-sagen-Rosenkranz-schadet-Oesterreichs-Ruf
Kommentar by Jan A. Poczynek | menschen teams organisationen — 10. März, 2010 @ 22:54 Uhr
Jajajaja! Hast ja Recht! Is okay! Man muss Tarantino nicht mögen und schon gar nicht verstehen (versuchen oder behaupten dass man hat). Der Waltz war großartig. Vielleicht auch ohne dem Tarantino. Das es für Cinematohistoriker (oder wie die wohl heissen mögen, also die, die schon ganz lange ins Kino gehen) eine überwältigende Wucht-Welle von Bild-Zitate aus dem damaligen nach Amerika geflohenen deutschsprachigen Film ist, ist vielleicht auch nicht die Entschuldigung für den Metzelspass. Das da jemand respektlos nicht nur einem Genre sondern eigentlich dem Film der letzten 65 Jahre zeigt, das man zeitgenössisch aus einem radikal anderen Blickwinkel an “das alte Theam” herangehen kann, mag auch abgeschmackt klingen (habe gerade “inWirklichkeit” wieder gelöscht, weil was ist schon wirklich). Also hol ich halt das allerletzte raus und sag: “Naja aber die Kamera, die war schon toll!” Ach Schmarrn, der Film ist spitze!
Kommentar by Stephan Walderdorff — 10. März, 2010 @ 23:15 Uhr
»Was wieder einmal zeigt, wie gefährlich es sein kann, wenn man verstanden wird.«
Ja.
Dem tiefen Bedürfnis, verstanden zu werden, widerspricht bei mir inzwischen die Erkenntnis, dass es eine offene Flanke darstellt, wenn ich anderen meine meist ambivalenten Motive und Empfindungen mitteile.
Schade eigentlich.
Kommentar by stoeps — 11. März, 2010 @ 08:47 Uhr
Die Gefahr ist, dass es auf dem Markt von Angebot und Nachfrage zu suboptimalen Personalauswahlentscheidungen kommen könnte.
Einzelne Individuen können minderwertige Produkte an der Qualitätskontrolle der anmutigen Ewigkeitsvehikel vorbeischmuggeln und der Clan der klugen Schönen hat durch unverhältnismäßig schlechte Wettverläufe auf die Ressourcen seiner RepräsentantInnen Nachteile im Fitnessaufgebot.
In innovationsphobischen Clans könnte es nach den, der Bewerberauswahl folgenden, Überfremdungsanmutungen möglicherweise aber auch zu angenehmen Überraschungen mit dem normalerweise abzulehnenden, frauenverstehenden Neuzugang kommen. Kurz: durch die vermehrte Resonanzfähigkeit in bestimmten ontologischen Dimensionen zwischenmenschlicher Verständigung könnte das Fehlen sozialer Statussymbole ausgeglichen werden.
Kommentar by Max Liebscht — 11. März, 2010 @ 09:07 Uhr
Herr Liebscht,
Milton rotiert.
Kommentar by es — 11. März, 2010 @ 09:37 Uhr
Besser denn er rostete.
Kommentar by Max Liebscht — 11. März, 2010 @ 17:01 Uhr