Iranische Atombombe
Fritz B. Simon
Die Sorge, der Iran könne eine Atombombe bauen, beschäftigt den Westen (speziell die USA und Israel) ja schon seit einigen Jahren. Es war auch schon davon die Rede, potentielle Produktionsstätten zu bombardieren.
Allerdings: Die Risiken solch eines “preemptive strikes” wären unwägbar. Deswegen ist der Weg, der nun eingeschlagen worden ist, viel eleganter. Vor allem ist er weltpolitisch weniger gefährlich: Man bringt nach und nach die wichtigsten Akteure des iranischen Atomprogramms um, sobotiert die Prozesse, die zur Anreicherung von Uran etc. notwendig sind, durch das Hacken der iranischen Computer usw.
All dies sind Maßnahmen, die dazu dienen können, das Atomprogramm im gleichen, ja, vielleicht sogar in stärkerem Maße zu beeinträchtigen wie eine Bombardierung. Solche Aktionen sind nicht von vornherein und offiziell als kriegerische Handlungen erkennbar. Das ist ihr Vorteil. Und auch ihr Urheber ist, anders als bei Bombern, nicht identifizierbar. Und wo nicht klar ist, wer der Täter ist, kann auch nicht mit “Gegenschlägen” geantwortet werden.
Seit immer mal wieder ein iranischer Wissenschaftler in die Luft gejagt wird, habe ich persönlich weniger Sorge, dass es zum offenen Krieg im Nahen Osten kommen wird. Der Mossad hat offenbar die Angelegenheit in die Hand genommen und regelt sie auf seine Weise. Das macht er still und leise, obwohl es immer wieder knallt.
Auf jeden Fall würde ich als Atomphysiker mich nicht sonderlich wohl fühlen, wenn ich im Iran an irgendeinem Atomprogramm beteiligt wäre…
Ein weiterer Schritt einer Entwicklung, die das gute alte Verständnis des Krieges, bei dem mit offenem Visier und mit deutlich gezeigter Flagge gekämpft wird, obsolet erscheinen läßt.
2 Kommentare
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… und das besonders Makabre daran, dass ausgerechnet (mein geliebtes) Israel den vielleicht mörderischsten und geheimsten Geheimdienst der Welt unterhält und “wissend dazu lächelt” – Hilfe! Schlau ist es ja – und schlau sind sie ja, die Jiddn, hätte mein antisemitischer Onkel gesagt.
Kommentar by Andreas von Bernstorff — 12. Januar, 2012 @ 00:31 Uhr
Vorbei isses mit den Lichterketten und “Nie wieder!” Stattdessen: Welcher Weihnachtsmann beschert uns das kleinere Übel? Kommt die Moral auf den Hund, gibt es bald nichts mehr zu fressen.
Der zwischen fast Heilige (“Einzige”), der seinem Namen alle Ehre zu machen sucht, zum Thema soziales Vergessen von Kulturgemeinschaften;
http://www.youtube.com/watch?v=zfOGYckuHsw
Kommentar by Max Liebscht — 12. Januar, 2012 @ 09:16 Uhr