Simons Systemische Kehrwoche

Michael Jackson

Fritz B. Simon

Michael Jackson ist gestern, spät in der Nacht auf allen Kanälen zu sehen, in allen 10 Punkten der Anklage frei gesprochen worden.

Eigentlich wollte ich viel dazu schreiben. Aber was kann man aus systemischer Sicht dazu sagen?

Und zu welchem der vielen möglichen Themen?

Zu dem Prozeß? Zu der Tatsache, dass Eltern, denen die Reputation von Herrn Jackson als Kinder liebender Zeitgenosse nicht verborgen geblieben sein dürfte, ihre Kinder zu ihm lassen/schicken (oder was auch immer)? Zum Phänomen Michael Jackson, diesem Mahnmal für die Grenzen der plastischen Chirurgie und des Selbst-Designs? Zu den Folgen frühen Ruhms und Reichtums? Zu den amerikanischen Möglichkeiten, durch Klagen reich zu werden und durch Reichtum zu verhindern, verurteilt zu werden?

Irgendwie erinnert die Auseinandersetzung über Michael Jackson an die Debatte über den Maulkorbzwang für Kampfhunde. Den einen sind sie possierliche und liebenswerte Kuscheltiere, den anderen Bestien, die unschuldige Kinder zerfetzen; den einen ist er ein “Raubtier” (predator – so der Staatsanwalt), den anderen ein 46-jähriges Kind (Er will bloß spielen…!).

Mir fällt dazu nichts Originelles ein. Wahrscheinlich stimmt ja wieder beides…

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3 Kommentare »

  1. Sehr geehrter Herr Simon,

    geht das, einfach Herr Simon statt des großen “Fritz B.” ???
    Jetzt sitzen wir beide hier, ich und ihr Text in stiller Zwiesprache, (oder vielleicht mit etwas zeitlichem Versatz wir drei, wenn sie per RSS zu einer voyeuristischen Tat sich hinreißen lassen – was mir recht geschähe, folge ich doch selbst der Einladung, Ihnen in das Tagebuch ihrer Gedanken nachzuschreiten). Immerhin: Frau Dr. Daniela Beeer hat es geschafft, mir schon eine Resonanz zu geben auf meinen zweiten Kommentar, während ich noch an dem dritten schrieb und so entstand für ein paar Sekunden die Illusion einer literarischen menage a trois.
    Was soll man als Systemiker über Michael Jackson schreiben? vieles und alles, am besten aber gar nichts.
    Wer und was ist Michael Jackson??? Ich weiß es nicht. Ich kenne Konstruktionen von Wirklichkeit, die mir dargeboten werden in genau dieser Form, weil der Darbieter glaubt (oder durch Medienforschung weiß) daß genau diese Darbietung mich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit veranlassen wird, mehr Konstruktionen ähnlicher Qualität vom gleichen Anbieter zu konsumieren (und das ist mir nach ein paar Tagen der Krankheit, die ich vor dem Fernseher verbracht habe wieder klarer als je).
    Was hat Michael Jackson getan???
    Dito.
    Conclusio: (als Fragen)
    Ist es wichtig über Michael Jackson zu sinnieren? (Wichtig, nicht unterhaltsam, ablenkend, anregend…)
    Wie heißt die Frage? (Macht es mehr Sinn, über Michael Jackson zu sinnieren oder über die Frage, warum man es dennoch tut???)
    Was glaubt Michael Jackson, wer er ist?
    Ihre Gedanken sind wohl nicht zufällig karg ausgefallen. Jeder hat andere, eine meiner bevorzugten systemischen Tugenden: genau zu wissen, wann Schweigen geboten, oder besser: worüber.
    Es grüßt den Text, dem er schrieb (und den Autor, falls es ihn auch interessiert)
    ein ergebener
    Robert Wagner

    Kommentar von Robert Wagner — 26. Oktober, 2005 @ 16:36 Uhr

  2. Sehr geehrter Herr Wagner,

    was ist groß an “Fritz” (von B ganz zu schweigen)?

    Wahrscheinlich sollte man zu Michael Jackson wirklich schweigen. Aber schweigen kann man schliesslich zu allem. Manchmal sollte man m.E. nicht schweigen – aber Michael Jackson gehört sicher nicht dazu. Eigentlich macht es wohl keinen grossen Unteschied, ob man zu ihm schweigt oder nicht schweigt. Und wenn das so ist, kann man auch genauso gut über ihn, oder besser: seine mediale Verwurstung sprechen.

    Wichtig ist das m.E. nicht, aber mein Leben ist eh angefüllt mit unwichtigen Aktivitäten – und nur gelegentlich verirrt sich auch mal was Wichtiges darunter (meist weiss ich aber nicht vorher, was das sein wird).

    Trotzdem: Bei Michael Jackson habe ich gleich vermutet, dass das Thema unwichtig ist und das Drüberschreiben auch …

    Beste Grüsse, FBS

    Kommentar von FBSimon — 26. Oktober, 2005 @ 18:44 Uhr

  3. Sehr geehrter Herr Simon,

    Was ist groß an ihrem “Fritz??” Ist doch ganz einfach.
    Mein Name steht in wenigen offiziösen Dokumenten und da nur ganz klein (z.B. in meinem Personalausweis, Schriftgröße 8).
    Ihr “Fritz” steht dagegen auf zahlreichen Büchern, Plakaten, Ausschreibungen etc…, und niemals unter Schriftgröße 18 (nach oben offen).
    (und verharmlosen Sie bloß nicht das “B.”, in Vergleich zu den vielen Fritz Simons dieser Welt macht es Sie erst zu dem, der Sie sind -u.a.).
    Das sind doch Referenzgrößen, oder…?

    Und: Sehen Sie, jetzt ist Michael Jackson gar nicht mehr wichtig.

    Meint erfreut und ein wenig schelmisch grüßend
    Robert Wagner

    Kommentar von Robert Wagner — 27. Oktober, 2005 @ 11:59 Uhr

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