Monsanto
Fritz B. Simon
In einer Dokumentation mit dem Titel „The World According To Monsanto“, die ich heute gesehen habe, wurde nachgezeichnet, wie Monsanto, ein weltweit operierender Konzern, die Nutzung von biotechnologisch veränderten Lebensmitteln durch die Korruption und Fälschung von wissenschaftlichen Studien gefördert hat.
Im Laufe dieses Siegeszuges und seiner Sicherung wurden Wissenschaftler, die irgendwelche Studien durchführten, die zu unliebsamen Ergebnissen führten (z.B. auf Krebsgefahren hinwiesen) systematisch diskreditiert, um nicht zu sagen: verfolgt.
Viele der Monsanto-Produkte sind in Europa und Kanada nicht erlaubt. In den USA sind ihnen hingegen kaum Grenzen gesetzt.
Armes Amerika, das so unter der Herrschaft der Konzerne steht.
Arme Welt, die unter der Herrschaft von Konzernen steht. Denn Monsanto hat inzwischen so viel Saatgut modifiziert und sich die Patente darauf sichern können, dass inzwischen kaum ein Land der dritten Welt nicht von Monsanto kolonisiert ist.
Return on Investment.
Inzwischen hat das genetisch veränderte Saatgut sich verbreitet. Es ist nicht einzugrenzen. Die Gefahren für die Gesundheit sind offensichtlich.
Gibt man bei google ein: „Monsanto falsified studies“, so erhält man 1.160.000 Hits (heute, am 30. Juli 2009).
5 Kommentare
RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel.
Entschuldige, das Kommentarformular ist zurzeit geschlossen.











Ich finde in dem Thema stecken zwei interessante Dinge. Zum einen die Angst vor Genveränderungen.Zum anderen die schonungslose Vermarktung aller Grundbedürfnisse. Obwohl ich irrationaler Weise ebenfalls ein Gegner der Gentechnik bin, ohne eigentlich viel darüber zu wissen ist die Angst davor sicher die Angst vor Veränderung. Die Geschichte der Erde ist seit es Lebewesen gibt eine Geschichte der Genveränderungen. Ständig ändert sich das Erbgut von Pflanzen, Tieren auch das der Menschen. Ohne das hätten wir nicht überlebt. Das an die äußeren Bedingungen (zufällig) angepassteste Leben überlebt. Die anderen Sterben.
Keiner hat je diese permanente Veränderung beklagt oder sich davor geängstigt. Wir greifen durch unser Leben ständig in die Weiterentwicklung ein. Welche Genveränderungen verursachen die Schadstoffe durchs Fliegen und Autofahren. Welche Veränderungen verursachen die ganzen Chemikalien, die wir wie selbstverständlich benutzen und warum verzichten wir nicht darauf?Die Kette könnten wir unendlich aufmachen.
Das sind aber alles unbewusste und halbbewusste Prozesse. Nun greift ein Konzern in diese Veränderungsprozesse willentlich und zielgerichtet ein. Er will Pflanzen gentechnisch verändern um sich Patente zu sichern und an diesen verdienen. Leider macht das nicht nur Monsanto, schon heute haben wir Patente auf regulär gezüchtetes Erbgut. Die Bauern zahlen Lizenzen wenn sie eine Linda, Nicola oder eine ander Kartoffel anbauen wollen. Der Skandal ist, dass man sich überhaupt Patente auf Pflanzen sichern kann und dass Konzerne wie Monsanto damit Abhängigkeiten schaffen, von denen sie wieder profitieren.Unabhängig davon, dass die bewusste Veränderung Folgen haben kann, die wir garnicht abschätzen können.Generell sollte es ein Verbot auf Patentierung von Nahrungsmitteln geben.Dann würde es so einen Auswuchs wie Monsanto garnicht geben.
Kommentar by Wolfgang Libera — 30. Juli, 2009 @ 08:02 Uhr
Eine großartige Interpretation des Themas Biokolonialismus bat auf der letzten documenta die Wiener Künstlerin Ines Doujak mit der Installation “Siegesgärten”.
http://www.documenta12.de/index.php?id=1176
Kommentar by Janeta K. — 30. Juli, 2009 @ 08:24 Uhr
Codex Alimentarius!
Meine Assoziation.
Wie die “Herrscher der Wörterbücher” sich Ihre Welt gestalten (nur, falls es so etwas gibt) wird in einem ganz interessanten Beitrag dargestellt.
http://video.google.com/videoplay?docid=-5266884912495233634
Guten Appetit!
Kommentar by es — 30. Juli, 2009 @ 14:16 Uhr
Monsanto ist auch Gegenstand des interessanten Dokumentarfilms “The Corporation” (http://www.thecorporation.com). Deren Macher unternehmen ein Gedankenexperiment. Offensichtlich gibt es bei der WHO eine Checklist, die beschreibt, was erfüllt sein muss, um Menschen als psychopathisch zu beschreiben (falls ich mich nicht genau ausgedrückt habe, seht es mir nach, ich bin kein Psychologe). Die Macher wenden diese Checkliste in dem Film auf juristische Personen an, auf Unternehmen also. Spannend das!
Man kann den Film auch auf youtube anschauen. Guckt Ihr hier:
http://www.youtube.com/viewplaylist?p=FA50FBC214A6CE87
Kommentar by Stephan List — 30. Juli, 2009 @ 15:59 Uhr
Fortsetzung so
http://www.sueddeutsche.de/wissen/934/481406/text/
Kommentar by Dorothea Jung — 30. Juli, 2009 @ 22:21 Uhr