Nachsendeantrag
Fritz B. Simon
Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle von den freundschaftlichen Beziehungen geschrieben, die sich zwischen mir und den Beschäftigten des Air Canada Call-Centers in Bombay entwickelt haben, als ich versuchte, mein verloren gegangenes Gepäck wieder zu finden.
Dieses Jahr, wieder in Kanada, konnte ich Erfahrungen mit Nachsendeanträgen für Zeitungen machen, die ebenfalls an den Wundern der Weltkommunikation Anteil nehmen lassen. So habe ich lange Zeit weder die von mir bestellte Tageszeitung noch die „Zeit“ bekommen. Dann kamen – immer etwa mit 10 Tagen Verspätung sporadisch einzelne Exemplare, heute kamen aber gleich 20 – die „Zeit“ und viele, die ich nicht bestellt hatte, und odendrein in einer Anzahl, die mich und mein Lesevermögen überfordert (9 x FAZ, 2 x Handelsblatt, 7 x Zeit und 1 x Paulinus, das Blatt des Bistums Trier).
Von all diesen Zeitungen war ein Exemplar für mich (1 x Zeit), alle anderen waren für laut gut lesbarer Adressen für andere Personen bestimmt: in Calgary, Montreal, Toronto, Mississauga und etlichen Orten in Kanada, von denen ich noch nie gehört hatte.
Die absolute Sensation stellte aber Paulinus dar: Es war bestimmt für einen Menschen in Kinshasa (das ist, wenn ich mich recht erinnere, die Hauptstadt der Republik Kongo und die liegt im Herz der Finsternis Afrikas).
Wie kommt solch ein Blatt zu mir, in ein Gottverlassenes Nest in den abgeschiedenen Wäldern Kanadas?
Fragen über Fragen…
Beste Grüsse, FBSimon
4 Kommentare
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Lieber Herr Simon,
als “alter” Römer, geb. Trierer, kenne ich natürlich den “Paulinus” und weis um seinen hohen Beliebtheitsgrad gerade bei der älteren trierischen Stadtbevölkerung.
Auch ich finde es höchst beachtenswert, das ein Exemplar den Weg zu Ihnen dort hin gefunden hat.
Eine Erklärung von mir wäre der doch relativ hohe Organisationsgrad der katholischen Kirche und ihrer verwandten Strukturen. Zudem ist das Bistum Trier seit der frühchristlichen Zeit bis heute in Deutschland ein sehr machtvolles und dem entsprechend mit gut ausgebauten Vernetzungsstrukturen ausgestattets Bistum.
viele Grüße
Thomas Kirchen
http://www.arbeitswelt-lebenszeit.de
Kommentar by Thomas Kirchen — 3. August, 2007 @ 08:49 Uhr
Lieber Herr Simon,
ich finde Herrn Kirchens Erklärung überzeugend. Unter dem Aspekt der Mission ist es ja geradezu folgerichtig, das Zentralorgan des Bistums Trier in ein “gottverlassenes Nest in den abgeschiedenen Wäldern Kanadas” zu schicken.
Wir werden in unserer nächsten Marketing-Sitzung prüfen, wie sich das Beispiel auf den Vertrieb von Büchern übertragen lässt.
Herzliche Grüße aus Heidelberg!
Ralf Holtzmann
Kommentar by Ralf Holtzmann — 7. August, 2007 @ 12:03 Uhr
Grüß Gott, lieber Fritz,
ich würde mal beim örtlichen Gemeindevorstand recherchieren, wann genau Gott das Nest in Kanada verlassen hat – irgendeinen Grund wird Paulinus schon gehabt haben, statt zum Herzen der Finsternis zu Dir zu kommen, immerhin war er ja Missionar. Wenn das mal kein Zeichen ist. Lass Dir trotzdem Zeit mit der Bekehrung
Beste Grüße
Tom
Kommentar by Tom Levold — 19. August, 2007 @ 15:43 Uhr
Recherche läuft… Herzliche Grüsse, FBS
Kommentar by Fritz B. Simon — 20. August, 2007 @ 23:26 Uhr