Namen
Fritz B. Simon
Es ist ja merkwürdig, dass man Schiffen einen Namen gibt, aber Autos nicht (von Fahrrädern ganz zu schweigen). Schiffe heißen “Titanic” oder “Costa Concordia”, d.h. sie haben oft Namen mit irgendwelchen unverkennbaren Konnotationen.
Man findet aber auch kleinere Schiffe mit alltäglicheren und unbedeutenderen Namen: Erika, Deutschland, Europa, Liesl.
Wer würde sein Auto schon Europa nennen? Dazu wäre wahrscheinlich ein Lastwagen noch zu popelig. Vielleicht könnte man einen Geldtransporter Europa nennen – aber erst nachdem er überfallen wurde.
Zurück zu den Schiffsnamen. Wenn sie etwas Programmatisches haben, dann sollte man solch ein Schiff besser nicht betreten. Titanic, Concordia. Nomen est omen (wenn auch offensichtlich mit umgekehrtem Vorzeichen).
Die alten Aberglauber wussten schon, warum sie vorsichtig bei der Wahl von Namen waren. Sie wollten nicht den Zorn der Götter herausfordern. Die könnten nämlich sagen: “Von wegen Titanic! Wir werden’s Euch zeigen!” Bei Eintracht nicht anders. Das hat auch schon mancher Fussballverein zu spüren bekommen.
Also, besser nur Schiffe mit weniger beeindruckenden Namen betreten (wenn überhaupt den festen Boden unter den Füßen aufgeben…).
6 Kommentare »
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So eine gesunde Systemische Hausapotheke hilft einfach in allen Lebensfragen; http://www.youtube.com/watch?v=58Hu565jRlg
Kommentar by Max Liebscht — 20. Januar, 2012 @ 01:27 Uhr
Also bei uns haben Autos Namen. Unser aktuelles Auto heißt “Timmi” und bis vor kurzem hatten wir “Gerd” fürs firmeninterne Car-Sharing. Gerd konnte auch als eigene Ressource in Outlook-Terminen hinzugefügt werden und die Frage “wer fährt mit Gerd?” konnten Externe kaum verstehen. Gerd war übrigens ein junger Freund von “Willi” (das Auto unserer Buchändlerin).
Kommentar by BerndO — 20. Januar, 2012 @ 10:44 Uhr
Wenn man Autos Namen geben würde, dann könnte man auch besser Gedichte auf sie schreiben: Autopoiese.
Kommentar by Fritz B. Simon — 21. Januar, 2012 @ 12:20 Uhr
Ich halte diese Diskussion für eine Sackgasse und würde mir von Ihnen stattdessen lieber ein Kochbuch erwarten, welches systemtheoretische Grundbegriffe anhand kulinarischer Metaphern erschließt. Möglicherweise hilft dies, der Bildung und Verkrustung systemischer Orthodoxien vorzubeugen.
Kommentar by Max Liebscht — 21. Januar, 2012 @ 17:29 Uhr
@4: Siehe:
http://www.systemicevents.com/systemisches-kochen.htm
Kommentar by Fritz B. Simon — 22. Januar, 2012 @ 15:54 Uhr
Wenn wir anfangen müssen, unser Auto am Parkplatz anzumelden, um dort einen Stellplatz vom Parkplatzmeister zugewiesen zu bekommen, würden wir ihnen auch Namen geben, um sie zu identifizieren.
Ach halt, da war doch was. Ja, jetzt hab ich es. Nummernschilder!!
Kommentar by Holger Huckfeldt — 24. Januar, 2012 @ 06:49 Uhr